Albträume von Angmar – Teil 3

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13. September des Jahres 2953 des Dritten Zeitalters
Clan Cynbal, Täler unterhalb des Gundabadberges, Wilderland

In dieser Nacht hatten viele von uns einen nahezu identischen Traum von einer schneebedeckten Brücke über eine tiefe Schlucht. Auf der anderen Seite war eine Festung zu erkennen und es erscholl ein Klagen aus der Klamm. Dann wurde es mit einem Mal stockdunkel, als habe jemand die Sonne gelöscht. Außerdem konnte Earendil in der Nacht noch einige Krähen ausmachen, vermutlich Späher des Feindes, welche sich mit den gekrächzten Worten Carn Dûm aus dem Staub machten. Ein Name der nichts gutes vermuten lässt, ist dies doch die ehemalige Festung des Hexenmeisters von Angmar in Eriador.

Um die Stimmung etwas zu heben und uns auf die zu erwartenden Strapazen unserer Reise vorzubereiten, frühstückten wir gemeinsam mit unseren drei Begleitern. Dabei erfuhren wir von den Kundschaftern des Clans, welche in den frühen Morgenstunden erfolglos zurückgekehrt waren, das die Orks vermutlich unterirdische Wege nutzten um schneller voran zu kommen. Dann brachen wir auf, um die einzige Führerin dorthin diesseits des Nebelgebirges aufzusuchen: Hwalda.

Gegen Abend erreichten wir das Dorf von Hwaldas Clan und nachdem Freach und Essylt uns angekündigt hatten, wurden wir von der glücklicherweise anwesenden Hwalda empfangen. Zuerst war sie von unserem Vorhaben nicht sonderlich begeistert, aber nachdem die Sprache zufällig auf die Träume gekommen war und Hergrimm sich als zäher Verhandlungsführer gezeigt hatte, willigte sie ein uns für 3/8 der gefundenen Schätze zu führen. Zumindest bis zu dem Punkt an dem sie nicht mehr weitergehen würde. Sie schien sich sicher zu sein das wir dann auch umkehren würden. Auch wenn ich sie nicht für eine feige Frau halte, so glaube ich doch, das unsere Gemeinschaft weiter zu gehen bereit ist als viele andere mutige Männer und Frauen.

Hwalda schätzte, das wir etwa zwei Wochen brauchen würden um direkt unter dem Gundabadberg hindurch auf die andere Seite des Gebirges zu gelangen. Dann würde es noch einmal einen Monat Reise durch Ödland erfordern um zum vermutlichen Ort der Feste zu gelangen. Gesehen hatte sie diese bisher auch nur in ihren Träumen.

14. September des Jahres 2953 des Dritten Zeitalters
Clan Hwalda, Täler unterhalb des Gundabadberges, Wilderland

Die Nacht verbrachten wir in der Halle des Clans, einem Langhaus das denen in den Anduintälern sehr ähnelte. Vermutlich eine Erinnerung an den Teil ihrer Herkunft der nicht bei den Hügelmenschen zu suchen ist. Auch in dieser Nacht träumten wir einen identischen Traum. Dieses Mal von einer Wendeltreppe die auf abgenutzten Stufen in die Tiefe führte, aus der wieder ein Klagen zu vernehmen war. Mit einem tiefkehligen Knurren und dunkelrot glühenden Augen von oben endete auch dieser Traum sehr abrupt.

20. September des Jahres 2953 des Dritten Zeitalters
Langes Tal, unterhalb des Gundabadberges, Nebelgebirge

Während die ersten Tage der Reise noch mehr oder weniger harmlos verliefen und wir nur am dritten Tag durch einen eisigen Gebirgsfluss waten mussten, wäre ich gestern beinahe in die Tiefe gestürzt, als ein Felsvorsprung unter mir wegbrach. Zum Glück konnte ich mich auf einem tiefer liegenden Vorsprung halten und meine Gefährten mich retten. Nachdem sich Roderic um meine Verletzungen gekümmert hatte, ging es mir heute Morgen schon wieder deutlich besser. Und so machten wir uns daran durch das vor uns liegende Lange Tal zu schleichen, direkt unterhalb der Hänge des Gundabadberges vorbei.

21. September des Jahres 2953 des Dritten Zeitalters
Langes Tal, unterhalb des Gundabadberges, Nebelgebirge

Gegen Mittag sahen wir plötzlich einen Trupp Bilwisse, welche mit einem verschnürten, menschengroßen Paket auf den Schultern unterwegs waren. Ohne lange zu überlegen, nahmen wir die Verfolgung auf und wurden entdeckt. Nach einigen Schüssen, verschwanden die Orks in den Höhlen und als wir ihnen gerade nachsetzen wollten, wurden wir selbst von riesigen Scherenarmen angegriffen. Eine Falle der ortskundigen Bilwisse wie es schien, aber nach einem harten Kampf, konnten wir das Geschöpf aus dem Ersten Zeitalter zum Rückzug in die Tiefe des Berges zwingen.

Die Orks fanden wir danach zwar nicht wieder, wohl aber ihr Paket, welches sich als ein Bündel aus Holz und Fell herausstellte. Neben dem Gang den die Scherenarme genommen hatten, welcher spiralförmig in die Finsternis führte, konnte Roderic eine kleine Höhle finden. In dieser fanden sich viele Skelette aller Völker und Earendil konnte neben einem elbischen Skelett eine Inschrift in Quenya ausmachen. Dort stand geschrieben:

Hier starb Belegorn, Sohn des Bergil, von Dôl Amroth.
Glorfindel barg seinen Leichnahm und brachte ihn zurück zu seiner Familie.

In der Kammer fand Roderic einen wunderbar gearbeiteten Langbogen, Narvi ein Kettenhemd und Earendil nahm einen Beril an sich. Wir anderen füllten unsere Taschen mit etwas Gold.

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