Goldene Ketten I – Das Erwachen

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Feuertag 1. Rondra 1022 – Die Zwei Masken
Styrvake Björnson und Fenew Jenko gingen nach Ihrer Ankunft in Festum jeweils zu den Personen, die sie hier aufsuchen wollten. Styrvake ging zu dem prunkvollen Swafnir-Tempel und sprach mit dem Vorsteher Laske Alrikson über seine Erlebnisse. Dieser riet ihm, die Gaststätte Die Zwei Masken im Hesindendorf aufzusuchen. Fenew ging zur Mutter der Immenmütter Bite Barvedis auf der Norbadenwiese, welche er um Rat fragte auf seiner Suche nach den verschollenen Jenkos. Gerne hätte er mit Imjaschala Mandragjeff gesprochen – diese hatte ihn ausgeschickt – jedoch war sie mit zwei Novizinnen auf Reisen.

Tsaekal Kaiku betrat mit Irgoj Olscheff und dessen Silberwolf Festum, trennten sich auf der Norbadenwiese, nachdem Irgoj Tsaekal den Weg zum Ifirn-Tempel gezeigt hatte. Der dortige Geweihte Wulfen von Irberod konnte ihm nicht die erwünschte Hilfe zur Rettung der Vialasippe bieten und empfahl ihm, sich in Den Zwei Masken umzuhören. Zornig kehrte er zu Irgoj zurück, der ihn seinem Freund Fenew vorstellte. Zumindest hatte sich Tsaekal überzeugen lassen, sein Wolfsfell gegen einfache Norbadenkleidung zu wechseln.

Rowin von Vallusa äußerte gegenüber Lyoscho von Festum seine Zweifel, ob man in Den Zwei Masken Söldner und Mitstreiter für den Auftrag der Draconiter finden könnte – war diese Gaststätte doch offensichtlich für betuchte Besucher des Hesindendorfes. Der Wirt Arvid Lamertien empfing sie als erste Gäste des Tages und betonte, dass sie Gäste seines Bruders Albin waren. Styrvake erschien einige Zeit später, und Rowin wurde deutlich zuversichtlicher. Die beiden tauschten Ihre Geschichten aus. Rowin berichtet von einer zukünftigen Mission im Norden, die mit dem eigentlichen Auftrag nichts gemein hatte. Sie beschlossen gemeinsame Sache zu machen und besiegelten dies mit Meskinnes und Bjaldorner Waldschrat. Styrvake, der mit seinem ganzen Gepäck gekommen war, ging zum Swafnir-Tempel, um dort eine Schlafstätte für die Nacht zu bekommen.

Tsaekal und Irgoj kamen ohne Wolf kurze Zeit darauf. Rowin und Lyoscho luden auch sie ein, sich zu Ihnen zu gesellen. Tsaekal berichtete ohne Scheu von der verschwundenen Sippe der Viala und Rowin versprach ohne Umschweife, ihm zu helfen und mit ihm im Firun ins Winterlager der Lieska-Jaärna zu reisen. Tsaekal schloss sich dem Auftrag der Draconiter an, Irgoj dagegen wollte in Festum bleiben.

Styrvake und Fenew kamen dazu, nachdem sie sich im Swafnir-Tempel getroffen hatten. Bis auf Tsaekal hielten es alle für seltsam, dass sie von verschiedenen Personen in Die Zwei Masken geschickt worden waren. Doch auch Lyoscho, der aus Festum stammte und mit dem Besitzer bekannt war, konnte dies nicht erklären. Die Wirt began ihnen trotz des allgemein vorherrschenden Lebenmittelmangels ein auserlesenes Festmahl zu servieren. Gemeinsam tauschten sie sich über Träume, Visionen und Prophezeihungen aus, die sie auf den Weg nach Festum gebracht hatten. Albin Lamertien kam für einige Zeit und erkundigte sich nach dem Befinden seiner Gäste. Noch immer waren keine weiteren gekommen. Es war aber noch eine Vorführung geplant. Rowin beschloss bereits vorher zu gehen. Vor der Tür sagte ihm eine innere Stimme „Bleib!“, er drehte sich um und sah für eine kurze Zeit einen Löwinnenkopf, statt der zwei Masken, die über der Tür hingen. Er kehrte zurück, und bat Lyoscho herauszufinden, ob Magie angewandt worden war. Aber diesem war nichts aufgefallen.

Daraufhin wurde zuerst die Legende von Pilkamm und danach die vom Eichenhain von Jekdisit vorgeführt. Beides gefiel – nicht zuletzt wegen der schönen Frauen Ifirnia und Rowinia – mit denen sich Styrvake und Rowin in der Pause unterhielten. Danach trennten sich die fünf. Tsaekal ließ sich noch von Lyoscho zum Firun-Tempel führen. Er berichtete Fir-Uunla, dass der verschollene Weiße Mann lebte, wie er durch eine Vision erfahren hatte.

Zinstag 2. Rondra 1022 – Auf der Kronstraße
Vor Ihrer Abreise versorgten sich die fünf noch mit einigen Dingen in Störrebrandts Zeughaus. Sie marschierten auf der Kronstraße über Garbel gegen Osten und nächtigten in Garbeldüne.

Windtag 3. Rondra 1022 – Falschspiel in Hinterbruch
Mit einem langen Marsch sollten sie abends Ihr Ziel erreichen. Mittags waren sie in Rucken, nachmittags erreichten sie Sonngrunden und damit die Grafschaft Hinterbruch – südlich von ihnen breitete sich die Große Mosse aus, in der die alte Festung Pilkamm lag. Es dämmerte bereits, als sie in Hinterbruch ankamen, und an der Kreuzung das Vierhaupt sahen – das Gesicht gen Süden, zur Großen Mosse, fehlte. Der Gutshof des Grafen schloss das Gasthaus Zum Roten Widderhorn mit ein, in welchem sie nach Graf Thezmar Alatzer fragten. Der Initiator Ihres Auftrages war nicht zugegen, und sie nahmen vorerst im gut gefüllten Schankraum Platz.

Rowin stellte sicher, dass jeder von ihrer Anwesenheit wusste, indem er jede Tischgruppe und sogar einem älteren Herrn hinter einem Vorhang störte und einzeln einen guten Abend wünschte. Styrvake gesellte sich zu fünf Bernsteinsammlern, die um ein paar Deut würfelten und ihn auch mit seinen Hellern mitspielen ließen. Seine Mitspieler waren die Geschwister Jella und Jeska, das ältere Ehepaar Pettar und Libussa sowie der junge Edelmann Stane, der alle Spiele gewann. Das Ehepaar stieg aus, nachdem es genug verloren hatte. Doch Jella wollte ihren Verlust wieder wett machen, verlor die Beherrschung, als sie noch mehr verloren hatte, und handelte sich eine Ohrfeige von dem Edelmann ein. Schnell war die Hälfte aller Gäste in eine wüste Keilerei verwickelt, auf der Styrvake Stane zur Seite stand.

„Ich dulde ein solches Verhalten nicht in meinem Haus!“ rief der alte Herr von hinter dem Vorhang, und alle hielten inne. Jella schickte er für die Nacht in den Stall und Stane in die Scheune, aber nicht ohne vorher einen kleinen Beutel von ihm zurückzuverlangen. Die anderen Gäste gingen auch. Der Graf war die ganze Zeit zugegen gewesen und fragte nun die fünf Fremden, ob ihnen etwas aufgefallen wäre. Sie verneinten jedoch, und er trug ihnen auf, sich am nächsten Morgen mit ihm zu besprechen. Vom Wirt Darjev erfuhren sie noch, dass die Gaststätte ihrem Namen dem Horn verdankte, die früher auf dem Arm der Goblinstatue lag, dann hier an der Wand aufgehangen worden war, bis vor einem Monat eine rote Flüssigkeit aus dem Horn floß und der Graf es abgenommen hatte. Ein deutlicher Schatten eines Hornes was an dessen früheren Platz zurückgeblieben, und Lyoscho nahm noch immer einen Rest von Magie wahr.

Erdtag 4. Rondra 1022 – Beim Bernsteinvogt
Früh am Morgen führte der Graf seine Gäste in sein Studierzimmer, wo das Horn bei ettlichen Bernsteinen lag. Einer davon – mit einer eingeschlossenen Mücke – war schon bearbeitet worden und Kratzer deuteten an, dass er aus einer Fassung gebrochen worden war. Laut Lyoscho lag ein Zauber auf ihm, der die Intuition steigerte und Stane am Vorabend so glücklich hatte gewinnen lassen. Graf Thezmar sagte, der Stein sei Teil eines gefährlichen Artefaktes und gebot ihnen den Bernsteinvogt Orschin Turjeleff in Sonngrunden aufzusuchen. Der Bernsteinvogt hatte ihm vor einigen Tagen diesen Stein geliefert, und sie sollten nun dessen Herkunft ergründen. Der Graf gab ihnen ein Schreiben mit und versprach, jeden täglich mit einem Batzen zu entlohnen.

Sie zogen nach Sonngrunden und am Nachmittag wurden sie beim Bernsteinvogt Orschin Turjeleff wenig willkommen vorgelassen. Dieser wirtschaftete nicht ganz redlich am Graf vorbei und hatte den Stein mit der Mücke wahrscheinlich unabsichtlich weitergeleitet. Ein Fremder von etwa 30 Götterläufen mit halblangen, dunkelblonden Haar und Fischerkleidung soll ihm den Stein verkauft haben. Nach einigen Drohungen gab er zu, mehrere Steine angekauft zu haben. Fenew fandt in seinen Büchern drei Einträge, wo der Vogt jeweils einen einzelnen teuren Stein eingetragen hatte. Den zweiten Stein – mit einer Biene – holte er aus einem Geheimversteck und Rowin nahm ihn an sich. Doch den dritten hatte er bereits an die Fronvögtin Nadschenka Laikis zu Lobbin verkauft.

Letztendlich verwies er die Störenfriede seines Hauses. Lyoscho fand heraus, dass dieser Stein die Stimme des Trägers überzeugender machte. Rowin berichtete von einem weiteren Traum, und dass die Steine möglicherweise aus der Kette des Marschalls von Pilkamm stammten.

Markttag 5. Rondra 1022 – Rowin in Bann des zweiten Steines
Sie waren in Sonngrunden über Nacht geblieben, damit sie Stane nach dem unbekannten Fischer befragen konnten. Rowin nahm sich am nächsten Morgen besonders Zeit, um sich zurecht zu machen. Wollte er Stane imponieren? Er wirkte auch nicht mehr so derb wie zuvor. Nachdem Stane zurück gekommen war, bezeugte dieser, dass er den Fischer auch nicht kannte. Ohne weitere Hinweise auf den Fremden, der die Steine verkauft hatte, reisten sie zurück nach Hinterbruch. Rowin achtet auf dem Rückweg ständig auf sein Äußeres. Abends hatte er es deutlich leichter mit der Schankmaid Brinja anzubändeln.

Praiostag 6. Rondra 1022 – Die Fronvögtin zu Jekdisit
Rowin fiel es am nächsten Morgen schwer, sich von dem Stein zu trennen. Es würde sicherlich schwerer werden, Nadschenka Laikis den Stein wieder abzukaufen. Graf Thezmar gab ihnen einen Goldring mit einem Bernstein zum Tausch mit. Außerdem riet er ihnen, im Eichenhain zu übernachten. Sie nahmen den Weg nach Norden.

Tsaekal wollte trotz mahnender Worte jagen gehen, ließ all sein Hab und Gut zurück, und rannte nackt in den Wald. Später kehrte er mit einem Karnickel für die anderen zurück. Es hatte Bissspuren und Rowin testete Tsaekal, ob dieser ein Werwolf war. Doch nannte der sich einen Nauoken – halb Menschen, halb Wolf.

Abends wurden sie von der Fronvögtin empfangen. Doch mangelte es ihnen an Takt- und Einfühlungsvermögen – allzusehr drängten sie die Frau des Hauses, ihnen den Stein zu verkaufen. Sie sagte sie würde für 200 Batzen – viermal soviel wie der Ring des Grafen wert war – verkaufen. Letztendlich vergiftete Styrvake das Gespräch. Nach seinem respektlosen Einwurf „Ey Mäuschen, Du bist ganz schön frech!“ wurden sie umgehend des Hauses verwiesen. Scheute sich Nadschenka Laikis vor einer Auseinandersetzung mit Waffen, oder war sie ungewöhnlich sanftmütig? Jedenfalls machte sie keinen Gebrauch von ihrem Recht, Styrvake oder alle fünf zu bestrafen.

Die Nacht wollten sie im Eichenhain verbringen. Was sollte sie dort erwarten? Sollten sie noch eine Chance bekommen, bei der Fronvögtin vorzusprechen? Wieviele Teile des Artefaktes gab es noch? Handelte es sich um die Marschallskette aus Pilkamm? War es tatsächlich gefährlich, oder übertrieb der Graf? Warum hatte er nach Fremden schicken lassen? Wer war der Mann, der die Steine verkauft hatte, und wo kam er her? Hatte das rote Widderhorn etwas damit zu tun?

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