Die Wacht am Heideland – Teil 1: Erinnerungen eines Schatzsuchers

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05. Dezember 2948 D.Z. – Celduin, Wilderland

Nachdem König Bard mit seinen Reitern zurückgekehrt ist, berichten sie uns, dass die Orks weitestgehend vernichtet wurden, die Söldner allerdings entkommen konnten.

Wir sitzen im Gasthaus von Celduin– müde, aber zufrieden. Des Weiteren sind noch Eric und Egil sowie König Bard, Elstan und andere anwesend. Hier werden einige Dinge geklärt- zum Beispiel steht Celduin ab nun unter Thals Schutz, bleibt aber weitestgehend unabhängig.

König Bard ist durchaus bewusst, dass wir einen guten Teil zu diesem Sieg beigetragen haben, was uns durchaus stolz macht. Nach ein paar Bier aus einem Fass, das Dwalin irgendwoher gekramt hat, gehen wir müde und geschafft ins Bett.

06. Dezember 2948 D.Z. – Celduin, Wilderland

Am nächsten Morgen machen wir uns im Gefolge König Bards auf den Weg zurück nach Thal. Diese Reise dauert deutlich länger als unser Schnellritt auf dem Hinweg, so dass wir acht Tage brauchen, bis wir in Thal ankommen. Die Reise verläuft glücklicherweise ereignislos.

13. Dezember 2948 D.Z. – Thal, Wilderland

Als wir ankommen, stehen in den Straßen, auf den Zinnen und an den Fenstern massenhaft Menschen, die dem Tross und damit auch uns zujubeln und buchstäblich Blumen auf uns regnen lassen. Offensichtlich ist die Nachricht des Sieges schon vor uns eingetroffen.

Das hatten wir nicht erwartet und wir genießen den Moment. Dabei fallen mir in einer Nebengasse ein paar dunkle Gestalten auf, die mich sofort an die Variags erinnern. Als ich sie erblicke, verschwinden sie aber sofort aus meinem Blickfeld.

Nachdem wir abgesattelt und uns kurz erfrischt haben, wird ein riesiges Festmahl veranstaltet, deren Ehrengäste wir sind. Wir werden hochgelobt und bekommen den Ehrentitel „Helden von Celduin“, was uns wiederum (mich vor allem) mit Stolz erfüllt.

14. Dezember 2948 D.Z. – Thal, Wilderland

Am späten Morgen nehmen wir gerade ein ausgiebiges Frühstück zu uns, als sich Ritter Alfrim zu uns gesellt. Er bringt uns in ein paar Punkten auf den aktuellen Stand. So ist Lockmand immer noch verschwunden, sein Fluchtboot wurde nördlich gefunden und von dort führen Pferdespuren Richtung Norden in die Öde. Die Verteidigung der Stadt ist weitestgehend wieder hergestellt, die Variags sind immer noch da, verhalten sich aber auffällig ruhig.

Am frühen Nachmittag erscheint ein Zwerg und eine Brosche weist ihn als Veteran der Schlacht der fünf Heere aus. Er stellt sich als Ori vor und möchte, dass wir ihn in den Erebor begleiten, um König Dain Eisenfuß zu treffen. Es scheint, dass sich unsere Taten langsam herumgesprochen haben.

Wir lassen uns nicht zwei Mal bitten und brechen sofort auf. Den Erebor erreichen wir recht schnell und passieren seine Tore, die von martialisch aussehenden Zwergen bewacht werden. Das Königreich unter dem Berge selbst ist gigantisch und beeindruckend- Hallen so groß, dass die Errichtung Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte gedauert haben muss. Es ist ein riesiges Labyrinth aus Hallen und Gängen, in denen wir uns ohne Ori wohl schnell verlaufen hätten.

Nach einiger Zeit kommen wir ziemlich weit unten im Berg an eine runenverzierte Felstür. Ori öffnet diese und vor uns erstreckt sich eine gewaltige Halle mit der größten Bibliothek, die ich je gesehen habe. Und da ich noch nicht viele gesehen habe, wird es wahrscheinlich die größte sein, die ich je sehen werde. In dieser „Halle von Marzabul“ genannten Halle treffen wir auf zwei Zwerge. Der eine ist fast ein zwergischer Riese, der sicherlich an die 1,50m groß ist. König Dain ist an der Mithrilkrone, die er trägt, sofort zu erkennen. Er trägt eine sehr starke Rüstung und einen riesigen Streithammer; allerdings trägt er ungewöhnlich ausgelatschte Schuhe. Neben ihm steht ein alter, sehr gelehrt aussehen Zwerg, der sich als Munin vorstellt, offensichtlich der Bibliothekar hier.

Wir versuchen eine möglichst angemessene Vorstellung, um nicht gleich einen schlechten Eindruck zu hinterlassen. Dain erzählt uns dann von Lockmand, der vor gut einem Jahr im Erebor auftauchte und den Zwergen ein Geschäft vorschlug: er hatte den Schild von Thror zu verkaufen. Nach einigen Verhandlungen einigte man sich auf einen Preis, Lockmand erwähnte aber beiläufig, dass er noch einen Blick in ein Buch werfen wollte. Wir fühlen uns an der Stelle bestätigt, dass Lockmand mit finsteren Mächten zusammenarbeitet, weil Thror das Schild unseres Wissen nach in Dol Guldur verlor. Woher sollte Lockmand es wohl haben?

Munin ergänzt dann noch, dass er des Nachts etwas in der Bibliothek hörte, nachsah, aber nur jemanden entkommen sah. Nach einer Prüfung schien nichts zu fehlen, so dass er sich nichts weiter dachte. Nach den letzten Ereignissen aber prüfte er nochmal alles und dann fand er doch etwas. Ein Buch mit Informationen über zwergische Wachtürme wurde offensichtlich aus dem Regal genommen (wie auch immer er das noch nach über einem Jahr merken kann – Zwerge sind schon sonderbar) und bei genauerer Untersuchung merkte er, dass ein paar Seiten fein säuberlich herausgerissen wurden. Die Seiten beschreiben den Grundriss und Lageplan über einen uns schon bekannten Wachturm im Grauen Gebirge.

Dain beauftragt uns, über den Amon Naugrim und Grenedun, an beiden Orten sollen wir auch nach dem Rechten sehen, weil zuletzt von dort keine Nachrichten mehr kamen, zu eben diesem Wachturm zu reisen. Dafür überreicht mir Munin, etwas unsicher, wie mir scheint, das Buch von Marzabul, dass noch weitere Informationen über die Wachtürme enthält. Er meint, dass uns das hoffentlich weiterhelfen kann.

Als wir uns gerade verabschieden wollen, erscheinen zwei weitere Zwerge: die uns schon bekannten Balin und Oin. Die erzählen uns im Laufe unseres Gespräches von einem Wachposten an der Nordflanke des Erebor, von dem wir die Nördliche Öde sehr gut überblicken können. Sie bringen und dorthin, was allerdings hin und zurück einige Stunden in Anspruch nimmt – die Wege hier unten sind doch sehr weit. Aber der Blick entschädigt für einiges. Wir können tatsächlich einen Blick auf das Ödland werfen und bis zum Grauen Gebirge sehen. Die Reise dorthin wird sicherlich mehrere Tage dauern und dann müssen wir, wenn wir Grenedun erreicht haben, noch ins Gebirge, was ebenfalls einige Tage dauern wird. Ob das im Winter eine gute Idee ist, wage ich zu bezweifeln, aber die Zeit drängt leider. Noch immer wissen wir nicht, was genau der Feind beabsichtigt.

Wir werden eingeladen, im Erebor zu übernachten. Das Angebot nehmen wir an und werden sehr gut versorgt. Des Weiteren sollen wir noch mit Pferden, Ausrüstung und Proviant versorgt werden, also allem, was wir für die Reise brauchen.

15. Dezember 2948 D.Z. – Königreich unter dem Berge, Erebor

Bestens erholt erwachen wir und stärken uns mit einem guten Frühstück. Ori erscheint währenddessen mit der versprochen Ausrüstung, darunter Kletterzeug aus zwergischer Produktion. Wir rechnen mit einer Reise von acht Tagen bis Grenedun und weiteren 3-4 Tagen bis zum Wachturm.

Kurz bevor wir aufbrechen erscheint noch ein Elb, der mit uns sprechen möchte. Es ist Amras, einer der Leibwächter von Rodwen, der uns eine Botschaft von Ormal überbringt: Winterbann, den alten Zwergenring.

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