08.08.358 – Der Tag danach
Am Morgen, nach ein paar Stunden Schlaf, die nach dem Kampf dringend nötig waren, saßen wir am Lagerfeuer und diskutierten über das Geschehene. Die Que-Nal waren fort, tot oder geflohen. Durch die Erzählung Malativas hatten wir von den Wemitowuk gehört, sie dienten Khadras und hatten anscheinend geholfen, die guten Drachen zu töten.
Mein Blick fiel auf Eldoril im Körper von Obense, der das Opfer gebracht hatte, Eldoril seinen Körper zu überlassen. So ganz war mir noch nicht klar was er damit bezweckte. Laut Malativa war Eldoril wichtig für ein Ereignis, seine Visionen schienen eine tiefere Bedeutung zu besitzen. Wer genau ist diese Artha, die ein Kind der dunklen Königin sein soll und was hat sie vor? Ich brauche mehr Informationen, um mir ein klares Bild zu bekommen.
Während Fuchsohr ein Heiliges Symbol für Eldoril baute, begann ich die Gegenstände der Zwerge zu untersuchen, die sie im Rumpf der Galeere geborgen hatten. Ein magischer Dolch war darunter und diverse Schriftrollen, die ich identifizieren konnte. Murgrosch war dafür, die restlichen Leichen aus der gesunkenen Galeere zu bergen und zu bestatten.
Meine Gedanken glitten zu den spärlichen Informationen, die wir besaßen. Es gab zwei Orte auf dieser Insel wie wir wussten. Eine alte Kultstätte, der Tempel von Artha, lag im Osten und ein Heckenlabyrinth, welches von Khadras gesucht wurde, doch der Standort war uns unbekannt. Viele Örtlichkeiten, die wir suchen könnten, aber vielleicht war es sinnvoll zuvor Port Schallsea aufzusuchen, um sich auszustatten und vorzubereiten oder um Informationen einzuholen.
Während ich die Tränke und Schriftrollen untersuchte, bargen die anderen die Leichen aus dem Schiffsrumpf der Galeere. Zur Unterstützung versetzte ich sie in die Lage, Wasser zu atmen und beschwor vier kleine Wasserelementare, die bei der Bergung behilflich waren.
Gotrek berichtete Murgrosch und Fuchsohr von dem Karfunkel des Drachen, der sehr wertvoll und ein mächtiges magisches Gefäß sei. Wie auch mir aus alten Legenden bekannt war, konnte aus dem Karfunkel ein neuer Drache erwachsen. Ob diese Geschichte einen wahren Kern hatte? Der Geburt eines neuen Drachen beizuwohnen wäre eine außergewöhnliche Erfahrung.
Am Abend gingen wir alle zurück ins Dorf, Fuchsohr wollte die Begräbnisrituale seines Volkes durchführen. Er entzündete Räucherwerk, stimmte rituelle Gesänge an und sprach Gebete zu Habakuk. Mit Beendigung des Rituals schlugen die Zwerge auf den Kopf des toten Drachen ein, um den Schädel zu öffnen.
Eldoril zeigte sich entrüstet und verlangte, das die Zwerge abließen von ihrem Vorhaben, doch sie versuchten die Tat zu rechtfertigen. Sie wollten den Karfunkelstein um jeden Preis bergen und ihn mitnehmen. Nach zahlreichen Schlägen kam ein sauber geschliffener roter Edelstein zum Vorschein, der in höchstem Maße magisch war. Gotrek packte ihn ein und es entflammte erneut eine moralische Diskussion zwischen Eldoril und Gotrek.
Später übernachteten wir in der Nähe der gesunkenen Galeere auf der Südseite der Bucht im Wald. Fuchsohr verwandelte sich in eine Möwe und erkundete die Umgebung von oben. Azyr kehrte von seinem Erkundungsflug zurück, doch er hatte nichts gefunden.
Meine Gedanken glitten in die Ferne. Sir Edmond, der Machthaber von Port Schallsea könnte uns vielleicht helfen, wenn die Solamnischen Ritter ein Eigeninteresse hätten, gegen Khadras und dessen Kult vorzugehen. Dann wurden Wachen bestimmt und wir legten uns schlafen.
Eldoril schlief sehr unruhig. Während der Wache von Murgrosch erwachte er, ihm war übel. Er wanderte rastlos umher und er schien den Himmel nur matt und dumpf wahrzunehmen. Er erzählte Murgrosch von seinen Beobachtungen. Der Schleier, den er am Himmel sah, wurde immer sichtbarer für ihn. Eldoril hielt gedankenverloren die letzte Wache bis zum Morgen.
09.08.358 – Ein neuer Tag
Eldoril berichtete Fuchsohr von seiner unruhigen Nacht. Sein neuer Körper schien ihm noch immer Probleme zu bereiten. Auch Gotrek hatte eine sehr lebhafte Nacht. Ich vermutete den Einfluss des Karfunkels, den er bei sich trug.
Eldoril erzählte uns seine Geschichte der Suche nach dem Splitter von Lunitari. Dieser wird vermutlich noch in der Festung von Gadar zu finden sein. Einige stellten die These auf, das der Splitter des Mondes, der auf die Erde gefallen war, die guten Drachen krank machen würde.
Wir diskutierten die nächsten Schritte. Das Lager der Wemitowuk war das wahrscheinlichste Ziel, denn von dort könnten wir den Tempel im Osten finden. Fuchsohr flog in den Osten, um den Weg zu erkunden während wir nach Süden Richtung Port Schallsea zogen.
Nach etwa 3 Stunden entdeckte und überflog Fuchsohr ein Pfahldorf der Wemitowuk. Das Totem des Dorfes war gespalten und verkohlt. Es gab hier einen Pass über die Berge. Keine auffälligen Personen waren im Dorf zu sehen.
Beim zweiten Überflug sah er eine fettleibige Frau aus einer Hütte herauskommen. Sie trug Knochen und Schädel am Körper, war nicht kahlgeschoren wie die anderen Wermitowuk, sondern trug geflochtene Haare und schien eine Art Älteste oder Schamanin zu sein. Sie betrat eine der anderen Hütte.
Fuchsohr landete, verwandelte sich in eine Ratte und begann die Knochenhütte zu erkunden. Doch im Inneren befanden sich Schlangen in Bastkörben und eine davon entstieg ihrem Korb und griff die Ratte an.



