Auszug aus den Berichten von Sven Eriksson
Wie immer, seit wir einen Anteil des Schlosses erworben und somit Teil der Gesellschaft geworden waren, hatten wir viele lose Fäden zu verfolgen. Die wichtigste Aufgabe, der wir uns widmeten, waren die stetigen Erscheinungen von Oscar Hjort während der Nacht in Schloss Gyllenkreutz.
Nachdem Kirsti und Friderike versucht hatten durch das Tor zum Königszimmer zu gehen und nur ihre leblosen Körper zurückließen, waren wir einigermaßen ratlos. Glücklicherweise führte uns die Schwarze Dame zu einem anderen Königstor. Es scheint also zu wandern, wenn man den Mechanismus auslöst. Ebenso scheint uns die Schwarze Dame gewogen zu sein.
Durch diese Tür kamen die beiden plötzlich zurück und drängten uns dazu, mit durch das Tor zu gehen, damit wir alle mit Oscar sprechen könnten. Friderike blieb, aufgrund ihrer vermutlich gebrochenen Rippe zurück, um auf unsere Körper aufzupassen.
Für uns anderen war es eine weitere ungewöhnliche Erfahrung, in Geistform durch ein körperloses silbernes Band mit unseren Körpern in der Geisterwelt verbunden zu sein. Die Bewegung hier geschah eher gedanklicher Natur als wirklicher körperlicher Art. Hier galten auch andere Regeln. Man durfte keine Aufmerksamkeit erregen, denn falls jemand auf uns aufmerksam würde, könnte unser Band getrennt werden und wir würden ewig zu Geistern.
Insbesondere der Jäger sollte vermieden werden, er kann uns sehr gefährlich werden. Neben den zahlreichen menschlichen Geistern sahen wir Geisterponies im Stall, Raben, die in die Kapelle flogen und Gargoyles die auf dem Dach lebten und umherflogen.
Auf Oscar Hjorts Wunsch fliegen wir mit Ihm in Richtung Wald, einen tunnelförmigen Pfad entlang. Es fühlt sich beklemmend an und wir fühlen uns beobachtet. Wir denken zunächst an einen Hinterhalt durch Oscar, dieser versichert uns aber, dass er uns zu einem sicheren Haus bringen will. Wir entdecken Wesen mit Ästen als Haaren, die uns mit glühenden Augen beobachten.
Als wir die Jagdhütte erreichen, sind alle froh durch die Tür hindurchzugehen. Die Hütte ist gemütlich eingerichtet, laut Oscar könnte man die Einrichtung durch Gedanken verändern, das würde jedoch sehr viel Kraft und Übung erfordern.
Nun lernen wir mehr über Oscar, der uns seine Geschichte erzählt. Nachdem er aus Frankreich zurückgekehrt war, wurde er in einem Trollbeutel entführt. Ab diesem Zeitpunkt erhielt er den Blick und war in der Lage Vaesen zu sehen. Er war mittellos und bettelte, bis er von Professor Albert Wredenhielm gefunden und aufgenommen wurde. Er führte ihn in die Gesellschaft ein.
Die Gräfin, die Baronin und der Professor überlebten ein Massaker in Finnland. Nach ihrer Rückkehr hatte sich vieles geändert, sie schmiedeten einen Plan, der das Zusammenleben von Vaesen und Menschen auf immer verändern sollte.
Sie wollten, dass er an einem Ritual in der Hexenkatze teilnimmt. Als er ablehnte, hat ihm Pyri Harjula, Wirt der Hexenkatze und Mitglied der Gesellschaft, die Kehle durchgeschnitten und er wurde im Erdkeller vergraben.
Als Oscar starb, wurde etwas in Gang gesetzt. Als er vom Racehgeist besessen aufwachte, war ihm nicht klar, dass 50 Jahre vergangen waren seit seinem Tod. Es ist unklar, was mit seinem Körper passiert ist und was Gräfin, Baronin und Professor dann machten. Möglicherweise wurde sein toter Körper gegen seinen Willen zu einem Teil des Rituals und irgendetwas hat den Plan in Gang gesetzt. Dies sollen wir für Oscar herausfinden.
Wir werden unterbrochen als Oscar durch etwas erschreckt wird. Wir fliehen schnellstmöglich die silbernen Fäden entlang zurück zur Tür des Königszimmers. Ein Tentakel zieht Wilma zurück zum See, aber wir können gemeinsam entkommen.
Eine weitere Aufgabe aus der Geisterwelt erhalten wir von Carl Linnaeus, den wir vor unserer Rückkehr vor dem Schloss auf einer Bank treffen. Er schlägt uns einen Handel vor. Er gibt uns Wissen, wenn wir sein verschwundenes Tagebuch „Homo Ferus“ für ihn finden, welches Aufzeichnungen enthält, die er seinem Werk, dem „Systema Naturae“ hinzufügen will.
Er begann mit diesen Aufzeichnungen nach der Expedition in Dalarna, der sogenannten Reuterholm-Expedition. Er wollte damit den vierten Teil seiner Buchreihe vollenden, aber nur die anderen drei sind bekannt und veröffentlich worden. Es gab daher auch ein neues Titelbild für das vierte Buch, bestehend aus den ersten drei Symbolen (Mineralien, Pflanzen und Tiere) und einem neuen Symbol für Vaesen.
Carl Linnaeus erzählt uns, er hat nach der Expedition in Dalarna die Gesellschaft verlassen mit der Begründung er habe seinen Blick verloren. Im folgenden Chaos soll ein Brand alle seine Aufzeichnungen zerstört haben, aber er ist sich sicher, dass Teile davon oder seine Tagebücher erhalten blieben.
Nach der Rückkehr aus der Geisterwelt ruhen wir uns erstmal aus, um dann am nächsten Tag weitere Aufgaben zu erledigen. Kirsti bestellt Madame Laukonen ab, da wir kein Medium mehr benötigen, um mit Oscar zu kommunizieren.
Als Expertin gibt sie Kirsti folgende Ratschläge mit auf den Weg. Geister sind wie Menschen, Gut oder Böse. Die Geisterwelt ist ohne Ordnung, es gibt jedoch immer einen Grund, warum der Verstorbene zu einem Geist geworden ist. Geister halten sich an den Wortlaut von Absprachen, daher sollte man sehr auf die einzelnen Worte achten. Sie können gerne auch verdreht angewendet werden. Man sollte das Reich der Toten nur mit einem Medium betreten. Das Grabmal von Astrid Gudmarsson ist auf dem Schlossgelände, es bewacht dort den König der letzten Tage.
Mattis geht erneut in den Buchladen Bogen der Artemis. Hier erhält er ein Buch über Schloss Gyllenkreutz. Der Inhaber scheint verwandt zu sein mit Carl von Linne.
Durch eine Nachricht unseres Anwalts Lundquist erfahren wir, dass der Priester aus der Heilanstalt, Vater Järmo Taaltinen, eine Sondergenehmigung vom Erzbischof von Upsala erhalten hat, um Exorzismen durchzuführen. Die Eltern des Priesters sind bei dem Massaker in Finnland umgekommen, von dem die Gräfin, die Baronin und der Professor entkamen. Es gab dort einen Brand im Schloss bei dem Hunderte Menschen umgekommen sind. Er will möglicherweise Rache an der Gesellschaft für den Tod seiner Eltern üben. Dies bedeutet nichts Gutes für Ingrid und Linnea.
Unser Hauptaugenmerk liegt deshalb weiterhin auf den Vorgängen rund um die Heilanstalt. Die Befreiung Linneas steht noch aus, jedoch haben wir erste Schritte unternommen, um die Vormundschaft zu erhalten bzw. die Vormundschaft durch die Betreiber der Heilanstalt zu verhindern.
Unser Anwalt Herr Lundquist war für die rechtlichen Schritte beauftragt worden, unsere Aufgabe war es einen Beweis zu erbringen, dass Linnea mit mir verwandt war. Dazu brauchen wir Zugang zu einem hervorragenden Fälscher, denn die Gegenseite würde sicherlich nicht schnell nachgeben.
Auch die zweite ausstehende Aufgabe der realen Welt drehte sich um die Heilanstalt. Hier ging es uns um das Schicksal von Ingrid Bäcklund, der Nachfahrin einer berühmten Autorin, Emma Bäcklund, die ebenfalls Mitglied unserer Gesellschaft war. Hier hatten wir zumindest erfahren können, dass sie von ihrem Stiefonkel eingewiesen worden war. Im Gegenzug hat er Forschungsgelder erhalten von den neuen Mietern seines Anwesens.
Diese sind die sehr vermögenden Lord & Lady Mallory aus Wales, Nachfahren des Sir Thomas Mallory, dem Autor von „Le Morte d’Arthur“, einem Frühwerk der Sagen um König Artus. Die Neuankömmlinge haben nicht gezögert, sondern sich gleich mit allen wichtigen Persönlichkeiten in Upsala bekannt gemacht und vermutlich mit ihrem Geld auch gleich viel Einfluss gewonnen.
Der beauftragte Privatdetektiv Olaus Klint hat neben diesen Dingen ebenso herausgefunden, dass in der Nacht, in der Ingrid der Geist ihrer Großmutter erschienen ist und sie die Bücher gefunden hat, dieselbe Nacht war, in der wir in der Hexenkatze waren und der Draug in Oscars Körper wütete. Er vermittelt uns auch an einen Priester, Samuel Königsmark, welcher der Gesellschaft und Linnea schon öfters geholfen hatte. Zur besseren Abwehr böser Wesen erhielten wir einige Fläschchen mit Weihwasser von ihm.
Da wir hier erstmal nichts weiter erreichen können, beginnen wir die Reise ans Meer zum Hügel zu planen, um Olga Kraus, der Freundin von Linnea, zu Hilfe zu eilen. Diese soll sich mit schwarzer Magie auskennen und war früher ebenfalls ein Mitglied der Gesellschaft. Mit Hilfe des Verwalters Algot Frisk organisieren wir die Reise und brechen früh am Morgen auf.