Die Saat des Zorns – Teil 3 (Einskaldir)

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9. Firun, nachmittags

Die Elfen führen uns durch den östlichen Ausgang aus dem Tal heraus. Wir folgen einem Bachlauf und nach kurzer Zeit kommen wir in ein weiteres Tal, in das der Bach, dem wir folgen, über ein Kante hinabfließt. Der Anblick ist erstaunlich: das Tal ist recht klein, aber tief und mit steilen Felswänden. In der Mitte steht ein gewaltiger Baum, über 50 Schritt hoch und bestimmt 5 Schritt im Durchmesser. Von diesem Stamm gehen viele starke Äste ab, auf denen etliche Baumhäuser stehen, in denen die Elfen leben. Wir schätzen, dass es rund 100 sein müssen. Manche der Äste fungieren als Brücken zu Felsplateaus und auch zu unserem Weg. Für uns sieht die Natur hier, nun ja, beeinflusst aus. Als ob die Elfen wollten, dass der Baum so wächst. Des Weiteren gibt es an der nördlichen Wand einen größeren Wasserfall, der rauschend in die Tiefe stürzt und südlich scheint es einen Ausgang aus diesem Tal zu geben.

Der Ast vor uns ist breit genug, um gefahrlos zum Baum zu gelangen. Über diesen werden wir von den Elfen hinübergeführt, wo wir auf weitere Elfen treffen, die uns freundlich, aber misstrauisch begegnen. Als wir am Stamm ankommen, macht die Anführerin Isaliel Schwingenschlag eine Geste, so dass sich vor ihr einige Ranken zur Seite bewegen und den Blick auf einen Eingang in den Stamm freigeben. Der Stamm ist erstaunlicher Weise hohl und innen gibt es etliche Strickleitern, die nach oben und unten führen. Hier klettern wir ein paar Meter nach oben und werden auf einer Plattform in ein Haus geführt. Dort wartet ein Elf auf uns, sein Name ist Linwen Eulenflug, dem wir vorgestellt werden.

In der folgenden Unterhaltung erfahren wir mehrere interessante Dinge. Die Ruinen im Sumpf waren einst zu Zeiten Borbarads von Magiern in Besitz genommen, die dort dämonische Experimente machten. In den Magierkriegen entstand der Sumpf und die Gebäude versanken. Die Elfen selber bewachen den Sumpf und die Ruinen seit Jahrhunderten. Sie sind auch für den Bann verantwortlich, der das Böse (was auch immer das genau ist) im Sumpf hält. Dieser nun gebrochene Bann kann erneuert werden – endlich eine gute Nachricht. Die schlechte Nachricht ist leider, dass dazu die Manifestation des Bösen im Sumpf besiegt werden muss, von der wir nicht mal wissen, was sie überhaupt ist. Und eine weitere schlechte Nachricht ist, dass der Rat dieses Elfenstammes, welcher durch einen Gemeinschafts-Zauber den Bann erneuern muss, ein Mitglied zu wenig hat – Linwens Bruder, Eiliniel Wasserreiter, ist vor kurzem aus dem Rat verbannt worden. Ohne ihn geht es aber nicht, da es zu lange dauern würde, jemand anderen für den Zauber einzuweihen.

Eiliniel ist verbannt worden, weil er auf einem Rachefeldzug ist. Seine Gefährtin Lynissel Buchenlachen ist zwei Mal entführt und gefoltert worden, zuletzt vor gar nicht langer Zeit. Wir mutmaßen, dass man an Geheimnisse dieses Baumes oder auch des Schutzzaubers kommen wollte. Sie ist nun in einem geistig nicht mehr heilbaren Zustand und Eiliniel will alle Verantwortlichen finden und töten. Dabei übertreibt er offensichtlich mächtig, so will er zum Beispiel das Dorf Broggen auslöschen, weil in der Nähe eine Hütte steht, in der Lynissel gefoltert wurde, und daher seine Verbannung.

Offensichtlich ist die erste Folterung durch Turolfus Tricorius schon vor Jahrhunderten erfolgt. Die zweite mutmaßlich durch die Gesellen, die sich nun im Sumpf befinden. Von der ersten Entführung hat Lynissel sich offensichtlich nach langer Zeit erholen können, da die Heilerin des Stammes, Alari Quellensinn, ihr helfen konnte. Seit der zweiten Entführung ist Alari wohl aber auch am Ende ihres Heilungswissens angelangt.

Hierin liegt für uns nun eine kleine Chance: da wir ja ohnehin Theriak aus dem Sumpf besorgen wollen, könnten wir Glück haben und auch Lynissel damit heilen können. Damit wäre Eiliniel vielleicht zu beruhigen und würde dem Elfenstamm bei der Erneuerung des Schutzbannes helfen. Nach dem Gespräch mit Linwen werden wir zunächst zu unserem Nachtquartier gebracht, wo wir unsere Ausrüstung ablegen können. Es ist eine der Hütten, die auf den Stämmen gebaut sind, die Betten bestehen quasi aus Moos und scheinen äußerst bequem zu sein.

Dann suchen wir Alari Quellensinn, die Heilerin, auf. Sie sieht jung aus (soweit man das von einer Elfe sagen kann) und macht einen jugendlich-verspielten Eindruck. Sie berichtet von ihrer Schwester Sanray Lockenglanz, die offensichtlich (so von Alari in Träumen gesehen) mit Männern von Kaltenstein herumzieht. Das aber nicht, wie wir befürchten, unfreiwillig, sondern freiwillig. Sie bittet uns, ihre Schwester zu finden und falls sie in Gefahr ist, sie zu retten. Des Weiteren erzählt sie von Shanaha Traumblick, der Traumdeuterin des Stammes. Diese hat in letzter Zeit viele Alpträume bezüglich der Ruinen und kann uns vielleicht Informationen darüber geben. Sie vermutet auch, dass das Theriak tatsächlich bei Lynissel helfen könnte, die in ihren Träumen von einem “Verderber der Lieder” heimgesucht wird. Vielleicht handelt es sich dabei um die Manifestation des Bösen im Sumpf? Zum Abschied heilt sie alle Verletzten in unseren Reihen und verspricht, uns für den Sumpf auszurüsten.

Mandavar Krallentanz holt uns ab und bringt uns zu Shanaha. Hier befindet sich ein weiterer Elf mit Namen Elbrenell Nebelrufer. Der klärt uns etwas über Shanaha auf und fürht Karakal und mich dann zu ihr. Sie spricht in Rätseln über ihre Träume und drückt sich sehr unklar aus. Zumindest filtern wir die Informationen heraus, dass der Verderber sich im Sumpf des Bösen bemächtigen will und von einem Schatten, der aus einer anderen Welt schon Einfluss auf unsere nimmt, noch aber aufgehalten wird. Vielleicht ein Dämon, aufgehalten vom Geist der verschollenen Rondra-Geweihten? Der Verderber soll des Weiteren Tote wiedererweckt haben. Alles keine wirklich guten Nachrichten und leider auch nicht hilfreich bei der Bewältigung zukünftiger Probleme.

Währenddessen geht Xargrosch zum Schmied Ilcoron Funkenweber und setzt sein Kettenhemd instand. Jotun besucht Gwendala Sonnenhauch, welche sich Sorgen über ihren Bruder macht, leider aber auch nicht mehr über die Vorgänge im Sumpf weiß. Unser nächster Gesprächspartner ist dann Ariolan Weißstab. Ein Mensch, der etwa 80 Jahre alt ist.

 

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