Das Dragensteiner Pergament – Teil 2

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28. Hesinde, nachmittags

Mit Arbogast sprechen wir über Ni´uan. Dort könnte sich der Zugang zum Tal der Elemente finden lassen, einem Ort außerhalb Aventuriens, an dem Kontakt (möglicherweise sogar ein Pakt) mit den Elementarherren möglich scheint. Sein Widersacher Yehodan strebt ebenfalls danach, Zugang zu diesem mysteriösen Ort zu erlangen und ein schwarzer Drache aus Pyrdacors Gefolge, Bekragor soll schon bereits gewesen sein. Arbogast erwartet einige hochrangige Geoden als Gäste, die uns mehr über das Thema berichten können. Wir sollen durch die Zeichnung mit den Karfunkelsplittern die Drachenjünger sein – Vorboten eines Ereignisses, welches zur Wintersonnenwende stattfinden soll. So sagt es eine Prophezeiung.

Arbogast gibt unumwunden zu, sich heimlich Zugang zur Burg Dragenstein verschafft zu haben und dort die Aufzeichnungen des Turolfus Tricorius studiert zu haben. Ein guter Teil seines Wissens stammt aus dieser Lektüre. Wir sollen aber trotzdem selbst und höchst offiziell die Aufzeichnungen studieren, um weitere Kenntnisse zu erlangen. Der Sume berichtet uns von besorgten Schraten, die immer mehr Bäume beobachten, die von bösen Geistern besessen sein sollen. Eine Goldene Maske, wie die, die wir ihm zeigen, hat er schon in Broggen gesehen. Eine Orksippe soll mit Söldnern und Streitwagen durch die Lande ziehen und sogar einen Oger und einen Schamanen mit einer mächtigen Knochenkeule als Mitglieder haben. Dies könnte die Gruppe sein, die uns vor geraumer Zeit überfallen hat! Wenn diese Gruppe auch Maskenträger bei sich hat, können wir also davon ausgehen, dass der Kult der Kinder des Seldrakon im Besitz der gesuchten Knochenkeule Tarrakvash ist. Haben sie auch das Löwenhaupt entwendet?

Als weitere Gäste eintreffen und Arbogast zur Begrüßung eilt, sprechen wir über die Neuigkeiten. Naramis fürchtet, die Sumen könnten danach streben, den mächtigen Kreuzungspunkt der Kraftlinien unter Burg Dragenstein allein zu beherrschen, doch bei den Gildenmagiern sieht die Sache auch nicht anders aus, wie Latu einwirft. Es wird also darauf ankommen, ein Gleichgewicht der Kräfte herzustellen. Keine Fraktion darf Dragenstein für ihre alleinigen Zwecke missbrauchen!

Wir unterhalten uns noch, als zwei der Neuankömmlinge auf uns zukommen und uns begrüßen. Es handelt sich um die Zwerge und Geoden Greifax Windmeister aus dem Windhag und den sehr alten, sehr kleinen Emmeran aus dem Kosh. Wir unterhalten uns über die Drachenkulte, die im Windhag und im Kosh aktiv sind. Das Windhaggebirge hat eine interessante Geschichte aus zwergischer Sicht. Vor Jahrtausenden schuf Pyrdacor hier mithilfe des Zitadelle des Erzes seine Invasionsarmeen, um die Zwergenreiche anzugreifen. Zurück blieb ein ödes, fast vollständig erzloses Felsengebirge. Nachdem man ihm den Zugang zur Himmelsfeste Alveran verweigert hatte, war Pyrdacor der Gottvater vieler Drachenlinien und Hüter der sechs Elemente. Sein erster Nachfahre, Ancarion der Rote begründete die Linie des Feuers und fünf weitere Nachfahren begründeten die Linien der weiteren Elemente. Ancarion soll der erste Drache gewesen sein, der im Weißen Berg einen seiner Horte gehabt haben soll. Sein Haupthort wird im Windhag vermutet, der Hort im Weißen Berg soll vor 8000 Jahren in den Besitzt seines Nachfolgers Bekragor der Schwarze, sowie dessen Sohn Zhorrdakon übergegangen sein.  Die Geoden vertrieben die letzten Drachen und Bekragor wurde später, nachdem er den Geoden das Geheimnis des Zugangs entrissen hatte, im Tal der Elemente gebannt. Leider ist das Wissen um den Zugang zum Tal der Elemente auch unter Geoden mit der Last der Jahrtausende verloren gegangen.

Wir erfahren von Nargazz Blutfaust, einen großen Orkführer um 250 v.BF zu den Dunklen Zeiten, der halb Aventurien eroberte und dem auch der Besitz von Tarrakvash zu dieser Zeit sowie die Nutzung des Weißen Berges nachgesagt wurde. Karakal fragt nach Pakten mit den Elementarherren und erfährt, dass Ni´uan (als wesentlich jüngerer Ort) den Schlüssel  zum Eingang bergen könnte. Leider ist den Geoden die Lage von Ni´uan ebenfalls nicht bekannt. Ein Geode, Xenos von den Flammen, könnte noch mehr Informationen haben, doch ist sein derzeitiger Aufenthaltsort unbekannt. Die Geoden warnen uns noch vor einem Junker von Nebelthal; möglicherweise ein Betrüger, denn einen Ort Nebelthal gibt es dort nicht.

29. Hesinde

Vor unserem Aufbruch spreche ich kurz mit Eichbart, der die mit uns befreundeten Schrate länger nicht gesehen hat. Auch er berichtet von immer mehr bösen Waldgeistern, die die Schrate bedrängen. Der Schutzbann der Sturmwächter über die Bosparanischen Ruinen könnte gebrochen worden sein! Unheil braut sich zusammen.  Greifax, Maroxes und Hork schließen sich unserer Reisegruppe an und wir brechen Richtung Dragenstein auf.  Gegen Mittag erreichen wir das Dörfchen Broggen und rasten kurz. Eine Gruppe um den Jäger Marik Meyler berichtet uns von einem überfallenen Holzfällerlager, welches von Orks heimgesucht wurde. Einige Menschen wurden erschlagen, andere verschleppt.Winugold, der Dorfschulze, berichtet von sehr viel Orkpräsenz und einer hohen latenten Bedrohungslage. Als Konsequenz schließen sich viele Holzfäller und Handwerker zu Gruppen zusammen und wollen sich dem neu gegründeten Dorf unterhalb der Burg Dragenstein anschließen, von der sie sich Schutz erhoffen.

Als wir gegen Abend den Fuß des Weißen Berges erreichen, können wir die Entstehung des neuen Dorfes begutachten. Maroxes verläßt uns hier in Richtung Andrafall, um einen Sumen zu suchen, der sich hier ansiedeln kann.  Die übrigen Sumen und Geoden bleiben hier, während wir Einlass in die Burg erhalten und von Oswin von Otternpfot begrüßt werden. Unsere Gegenspieler aus dem Gefolge des Prinzen Wendelmir sind schon hier:  Eichwart von Billingen, Gwinnling von Borkenquell, Osgar von Otternpfot sowie Guntar und Morvo von Beilstein, die wir bisher noch nicht kennenlernen mußten, die uns jetzt beim Abendmahl aber mit dergleichen Feindschaft begegnen, wie alle Vasallen aus Wendelmirs Gefolge.

Zum Glück haben wir bei der  Freiherrin Clagunda und Ihrer Familie mehr als nur einen Stein im Brett und Clagunda und Leaja zeigen sich begeistert ob unserer letzten Heldentaten, die wir zunächst in diesem Rahmen ohne Nennung von geheimen Details erzählen. Die Schmähungen unserer Gegenspieler kontern wir so gut es eben geht. Wir erfahren, dass Guntar von Beilstein um die Hand der Leaja werben wird, die von diesem Bewerber allerdings wenig zu halten scheint. Die Stunde ist wahrlich nicht optimal, doch auch Agrawan muss nun seine Absicht, um Clagundas Tochter werben zu dürfen, öffentlich kundtun. Der Segen Efferdans ist ihm schon einmal gewiss.

Das Mahl geht zu Ende und die Gruppen zerstreuen sich. Xargrosch wird versuchen, die örtliche Schmiede in einen für ihn wohnlichen Ort zu verwandeln. Latu geht spazieren und schaut sich die Burgmauern von oben an. Agrawan spricht mit Clagunda und erhält die Erlaubnis, die Aufzeichnungen im Bergfried studieren zu dürfen. Naramis und Karakal nehmen den Schlüssel an sich und gehen vor. Einskaldir und ich folgen unauffällig, was Agrawan die Gelegenheit gibt, weiter Zeit mit Leaja und Ihrer Mutter zu verbringen.

Kurz nachdem wir vier im Bergfried verschwunden sind, beobachtet Latu von den Zinnen aus die Ankunft einer weiteren (offensichtlich unangekündigten!) Gruppe von Reitern, die von einigen schwer Bewaffneten und Söldnern begleitet werden. Die Gruppe um den Junker Lucian von Nebelthal ist bunt zusammen gewürfelt und will ebenfalls der Freiherrin Ihre Aufwartung machen. Das kann kein Zufall sein?!? Ist dies der Betrüger (möglicherweise sogar ein Kultist?), vor dem uns der Geode Greifax Windmeister warnte?

Im Bergfried finden wir alles unverändert vor. Clagunda hat also Wort gehalten und keiner hat sich an dem Inventar zu schaffen gemacht. Naramis und Karakal machen sich ans Studium der Dokumente des Turolfus, während Einskaldir und ich Wache halten und einige interessante Gegenstände anschauen. Unsere Gefährten werden fündig und lesen sich durch die Aufzeichnungen und Interpretationen des ehemaligen Hofmagus.  Die Prophezeiungen des Flammenbundes sagten korrekt die Ereignisse der Namenlosen Tage 1030 BF voraus: Den Sternenregen (Karfunkelsplitter) und die Veränderung des Sternbildes des Drachen wurde vorhergesagt. Turolfus stellte nun die These auf, dass während der DIESJÄHRIGEN Wintersonnenwende (morgen!) ein Abgesandter des Drachen wieder auferstehen soll.

Bisher war uns nicht bekannt, dass neben den Angenmahrs und Dragensteins eine weitere Familie für die Geschichte der Burg eine herausragende Rolle spielt: Die Familie Timiskos. Aus dieser Familie stammen die Priester des Flammenbundes. Die Familie Timiskos geriet aber in Vergessenheit oder tauchte gar absichtlich im Nebel der Geschichte unter, um Ihre Machenschaften zu verschleiern. Wie wir bereits wissen, gründete Kunold von Angenmahr nach seinem Sieg (mithilfe des Stirnreifes) über einen Orkschamanen die Burg Dragenstein und wurde erster Freiherr des Weißen Berges. Seine Tochter Andra von Angenmahr heiratete den Junker Argos von Timiskos, der vermutlich aus Almada stammte. Argos belebte den Flammenbund und entdecke den Tempel des Tsahh Rassu unter dem Weißen Berg.

Das Paar konnte zunächst keine Kinder bekommen, bis Andra nach intensivem Druidenkontakt mit Drilligen schwanger wurde. Dies wiederspricht unserem bisherigen Wissen: Wir gehen derzeit davon aus, dass die Schwangerschaft und der spätere Freitod Andras an den späteren Andrafällen auf einen Pakt mit Bekragor dem Schwarzen zurückging. Vermittelten die “Duiden“ diesen Pakt mit dem Drachen?!?

Argos führte nun die Familien der Angenmahrs und Timiskos zur Familie der Dragenstein zusammen und gab vor seinem Tod um 400 BF nach einem sehr langen Leben, den Stirnreif und den Siegelring (derzeit in Agrawans Besitz) an seinen Sohn Argelion weiter, der den Reif ca. 500 BF in einen Helm einarbeiten lies. Der Dragenhelm war geschaffen! Um 600 BF war Angolf von Timiskos letzter Hohepriester des Flammenbundes und diente dem Abgesandten des Drachen, bevor der Flammenbund etwa 620 BF von Draconitern vernichtet wurde. Doch den Tempel des Tsahh Rassu konnten die Draconiter nicht finden. Angolf hinterließ die Prophezeiung, die Turolfus fand und interpretierte.

Folkmar von Dragenstein schließlich, der Enkel des Argelion, kündigte den Pakt mit den Druiden, öffnete sich den Magiern, und holte schließlich Turolfus Tricorius als Hofmagus an seine Burg. Die uns bekannte Geschichte nahm ihren Verlauf. Wichtig scheint nun zu sein, dass die Dragensteiner Nachkommen nichts vom Flammenbund und den Machenschaften Ihrer Vorfahren der Timiskos wussten! Anscheinend gibt es heute keinen lebenden Timoskos mehr.

Wir haben viel neues dazugelernt, doch der wichtigste Fund stellt das Dragensteiner Pergament dar, augenscheinlich eine stark verschlüsselte Anleitung, um den Eingang zum Tempel des Tsahh Rassu zu finden. Mit Hilfe der Interpretationen des Turolfus gelingt es Karakal und Naramis, das Dokument zu entschlüsseln: Die geheime Botschaft, die sich im normalen Text verstecke lautet:

… rechter Hand des Siebentöters entführe den Götterboten und wende des Panthers Speer. Stürze den Greifen und nenne das Wort.

Mit dem Siebentöter ist sehr wahrscheinlich Geron der Einhändige, Träger des legendäres Schwertes Siebenstreich gemeint und mit dem Götterboten Ucuri, der Bote des Praios. Mit “des Panthers Speer“ ist vermutlich der Vierzack des Kor gemeint und mit dem Greifen Praios selbst. Das zu nennende Wort lautet wahrscheinlich Zarassu. Mit dieser Formel könnte es uns gelingen, am richtigen Ort (den wir noch nicht kennen) das Portal zum Tempel zu öffnen. Turolfus vermutete im Originaltext auch eine Ortsangabe. Er selbst fand den Ort aber nicht mehr. Werden wir ihn nun finden? Und wollen wir das Portal dann wirklich öffnen?!?

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