Ein Hauch von Schmerz – Teil 1

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26. Efferd

Als wir am Abend erschöpft aber stolz auf unsere Taten im 700 Einwohner zählenden Andrafall ankommen, erhalten wir ohne weiteres Zugang zur Burg und werden von der Familie Bärenthal freundlich zur Tafel eingeladen. Neben dem Freiherrn Waldomir, seiner Frau, Ysgol und Traverike, ist auch Andron von Andrafall anwesend. Wir sind hocherfreut, auch unseren Gefährten Xargrosch wiederzutreffen, der die Arbeiten an der Esse auf Burg Dragenstein beendet hat und hier auf uns gewartet hat.

Man ist neugierig, warum wir uns so stark verspätet haben und so berichten wir von den dramatischen Ereignissen im Dorf Bregel. Waldomir wundert es nicht, dass der Freiherr von Billingen sein Frohndorf vernachlässigt hat, ist aber ebenso bestürzt wie alle anderen ob der blutigen Ereignisse der letzten Monate.

Karakal erkundigt sich nach Clagunda, die eigentlich auch zugegen sein sollte. Leider haben wir Clagunda knapp verpasst, da sie heute morgen in Richtung Andergast abgereist ist. Agrawan spricht mit Waldomir über die Pferde der Botenreiter und über die Depechen, die wir noch bei uns tragen. Der Freiherr will mit diesen Dingen aber nichts zu tun haben und bittet uns, diese Angelegenheiten in der Hauptstadt zu klären.

Wir verbringen eine ruhige Nacht in der Burg.

27. Efferd

Der Freiherr stellt uns für den Transport einen Karren zur Verfügung, auf dem einige von uns reisen können und der unser Gepäck aufnimmt. Die Zweitagesreise nach Andergast teilen wir uns auf und wollen zunächst bis zur Gaststätte Andras Mund reisen. Gegen Mittag machen wir eine Pause an einer kleinen Lichtung direkt an der Andra. Der Fluss ist hier etwa 20 Schritt breit und bietet auf einer Landzunge in der Mitte Platz für einige Bäume. Ich sehe mir die Sache genauer an und erkenne einen Steinkreis (noch ein sumischer Kultplatz?) auf der Landzunge. Ich möchte hinüberschwimmen und mich genauer umsehen, während die anderen eine Mahlzeit zubereiten. Schließlich wäre es möglich, dort einen Hinweis auf den Kultplatz Ni´uan zu finden. Nur Einskaldir erklärt sich bereit, mich mit einem Seil zu sichern. Ich versuche, durch die Strömung zur Landzunge zu schwimmen, treibe jedoch zu sehr ab und Einskaldir zieht mich wieder an Land. Als ich abgetrocknet und angezogen zum Lager zurück kehre, finden wir unsere Gefährten im Gespräch mit einem weiteren Sumu Priester.

Der etwa 45 Sommer zählende Mann nennt sich Yehodan und kleidet sich wie es für Diener Sumus typisch ist mit einem Umhang und Kutte. Er scheint nicht (schwer) bewaffnet zu sein und hat nur seinen Wanderstab und eine Sichel dabei. Offensichtlich hat uns dieser Priester gesucht und gefunden, um uns ein Angebot zu unterbreiten. Im Austausch für die genaue Lage der Kultstätte Ni´uan bietet er uns an, uns zu einem alten Drachen zu geleiten, der uns Informationen über die Karfunkelsplitter geben kann. Er beruft sich dabei auf Arbogast und gibt sich als Vertrauter und Weggefährte des alten Priesters aus. Weder will er uns den Namen des Drachen sagen (es soll nicht Letupir sein), noch irgend eine andere nützliche Information preisgeben, ohne dass wir ihm die Lage des Kultplatzes verraten.

Über dieses Angebot müssen wir uns beraten und entschließen uns schließlich nach längerer Diskussion, nicht jetzt nach der Kultstätte zu suchen. Wir hätten den Hinweis, den wir auf Ingerimms Finger stehend bekommen haben verfolgen können, aber dies hätte eine unbestimmte Verzögerung in unseren Reiseplänen bedeutet. Wir vereinbaren mit Yehodan, weiter nach Ni´uan zu suchen und dann später noch einmal zu sprechen. Auch sollten wir in der Zwischenzeit mit Arbogast darüber reden, denn er hatte uns ausdrücklich darum gebeten, Stillschweigen über alle Ereignisse zu bewahren und es erscheint unwahrscheinlich, dass ausgerechnet Arbogast weitere Personen in dieser Sache ins Vertrauen zieht.

So trennen sich unsere Wege wieder und wir reisen weiter in Richtung der Gaststätte. Nach etwa einer Stunde werden wir völlig überraschend angegriffen. Eine tiefschwarze Sphäre umhüllt uns, nimmt uns die Sicht und bevor wir reagieren können, werden Naramis und ich von Pfeilen verletzt. Im folgenden Kampf mühen wir uns redlich, gegen die kaum sichtbaren Gegner zu bestehen, müssen aber eingestehen, dass wir hoffnungslos unterlegen sind und wohl getötet worden wären, wenn die Gegner es nicht auf etwas ganz anderes abgesehen hätten. Als sich die Dunkelheit lichtet, erkennen wir die Angreifer: Es sind die Kreaturen der verfluchten Pardona: die Nachtalben! Fünf dieser abscheulichen Wesen haben uns aufgelauert und während einige uns angriffen, durchsuchten zwei Angreifer unsere Gepäckstücke. Danach verschwanden sie in einem dunklen Flimmern.

Wir versorgen notdürftig unsere Wunden und fragen uns nach dem Hintergrund des Angriffs, denn offensichtlich wurde nichts gestohlen. Haben die Nachtalben die Pyramidenschlüssel gesucht und forschen ebenfalls nach diesem mysteriösen Ort Ni´uan? Gut, dass wir sie nicht bei uns hatten!

Alarmiert und vorsichtig setzen wir unsere Reise fort. Kurz bevor wir Andras Mund erreichen, trifft uns ein alter Bekannter wieder: Kiamu Sen, der nun einen kahl rasierten Schädel hat und dessen Kopf und Schulter eine meisterhafte Tätowierung eines Drachen ziert. In seiner bestimmenden und wortkargen Art bittet er uns zum Gespräch mit Arbogast. Beim Anblick der Drachentätowierung erinnert sich Latu an einen großen nivesichen Helden, der vor etwa 200 Jahren gelebt hat und er ebenfalls Sen hies. Auf Nachfrage erzählt Kiamu ein wenig über seinen Vorfahren, den Schwertmeister Erm Sen.

28. Efferd

Wir übernachten zunächst in der Gaststätte und treffen am nächsten Morgen auf dem Weg nach Andergast auf den alten Druiden Arbogast. Wir berichten von dem Überfall der Nachtalben und unserem Gespräch mit Yehodan.

Yehodan war der Meisterschüler von Arbogast und überwarf sich mit ihm vor einigen Jahren, denn er entwickelte erzkonservative Ansichten und trat dem König feindlich gegenüber. Arbogast schätzt den König zwar auch nicht, sieht ihn aber nicht als Gegner an. Yehodan hat uns also belogen, was seine Verbindung zu Arbogast angeht und will die Informationen über den Kultplatz für sich. Arbogast hält einen Pakt zwischen Yehodan und den Nachtalben allerdings für sehr unwahrscheinlich. Damit sind nun schon mindestens drei Parteien in die Suche nach Ni´uan verstrickt: Arbogast als unser Auftraggeber, sein Gegenspieler Yehodan und die Nachtalben im Auftrag von Pardona. Vermutlich suchen sogar noch mehr Parteien nach diesem Ort, der wahrlich wichtig und mächtig sein muss. Gibt es eine Verbindung zu den Karfunkelsplittern? Außerdem stellt sich die Frage, woher Yehodan als auch Pardona von unserer Suche wissen. Vor kurzem erschlug Kiamu Sen einen Frostwurm, ebenfalls ein Geschöpf Pardonas.

Arbogast bittet uns, in Andergast größte Diskretion zu üben und auf keinen Fall Magiern von der Suche nach Ni´uan, von der Burg Dragenstein sowie von den Karfunkeln zu erzählen. Es ist vollkommen klar, dass Arbogast die Untersuchung der Burg Dragenstein in den Händen seiner Sumen Priester wissen will.

In Andergast angekommen sollen wir das Schriftstück an die beliebte und berühmte Vize-Spektabilität Argoslaus Eichwart übergeben. Er wird dafür sorgen, dass die Magier sich in der Sache zurück halten, denn die Magier stehen noch in der Schuld der Priester. Die Magier sollen sich allerdings “so wie damals für einen Unitatio-Spruch“ bereit machen… Was das bedeutet, wissen wir derzeit nicht.

Wir verabschieden uns von Arbogast und ziehen weiter in Richtung Andergast aus, als uns etwas später ein weiterer Bekannter am Wegesrand begrüßt. Wir scheinen in diesen unsicheren Tagen begehrte Persönlichkeiten zu sein…

Es ist Pher Drodont, der sich um den Verbleib des Karfunkels sorgt. Der Karfunkel ist derzeit in Burg Dragenstein in Sicherheit.

Pher erzählt uns von seinen Nachforschungen über die Karfunkel. Der Karfunkel, der einst uns getroffen hat, könnte der Karfunkel von Ancarion dem Roten, Vater aller Kaiserdrachen sein. Ancarion war ein Sohn Pyrdacors und wurde etwa 7200 v. BF in der Schlacht des Himmelsfeuers getötet. Es soll viele weitere Karfunkelträger geben und auch schon einige Karfunkel, die wie unser Karfunkel zusammengesetzt und aktiviert wurden. Pardona soll einige Karfunkelträger in Ihrer Gewalt haben. Orks berichteten von einem Horndrachen, der sich verändert, nachdem er einen Karfunkel (samt dessen Träger?) verschlungen hat.

Pher erzählt uns von weiteren Drachen, die eine Rolle spielen könnten, so etwa Schirr´Zach, dem ältesten aller Frostwürmer, der von einigen Nivesen als ältester der Winterdrachen verehrt wird. Er wird von Pher eher als Gegenspieler Pardonas gesehen.

Angeblich soll der Karfunkel Ferakinors, möglicherweise Sohn oder Enkel Ancarions bereits wieder belebt sein. Ferakinor war ein großer Feind der Zwerge und wurde etwa 2150 v. BF getötet.

Pher erzählt uns vom Kaiserdrachen Apep, der eher auf unsere Seite stehen könnte, wurde er doch 1021 BF zum Markwart der Drachensteine ernannt. Auch Shafir der Prächtige, ebenfalls ein Kaiserdrache könnte ein wertvoller Verbündeter sein.

Als Pher uns von weiteren Drachen erzählt, höre ich schon gar nicht mehr hin. Die Suche nach Ni´uan, die Karfunkelsteine… Nachtalben, Pardona und Sumu Priester. Wie sind die Zusammenhänge? Wer zieht die Fäden in diesem verworrenen Spiel? Wem können wir vertrauen?

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thd

Feine Zusammenfassung. Es kam mir garnicht so vor, dass so viel passiert ist. So kann man sich irren :).