Pekari Findefinger

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Pekari wurde geboren, als seine Mutter Loja gerade zwischen Neuhafen und Torbadin unterwegs war. Nach einer Entbindungsrast machte sich Loja mit den neugeborenen Sohn, der älteren Tochter Talah und ihrem damaligen Gefährten Lokeck wieder auf Reisen. So wuchs Pekari auf den Landstraßen und in verschiedenen Städten Abanasinas auf. Oft besuchte die Gruppe auch die Dörfer der Hügelzwerge. Eine alte Zwergenheilerin namens Grama Schmiedehand schien Kendern im allgemeinen sehr wohlgesonnen zu sein (was bei anderen Zwergen für Missmut sorgte).
Von dieser Freundin der Familie lernte Pekari die Zwergensprache – aber nicht die Tugend der Beharrlichkeit. Dafür war der junge Kender sehr an den „größeren Leuten“ interessiert. Da waren die Menschen, die sich ausschließlich um ihr Tagwerk Sorgen machten. Davon waren sie durch kaum einen Spaß abzulenken. Und wenn doch, dann brüllten oder jammerten sie gleich herum. Die geheimnisvolle Elfen hatten zwar einen Sinn für die schönen Dinge des Lebens. Aber sie waren oft zu fein, um sich mit Kendern abzugeben. Und die wortkargen Zwerge? Grummelige Gesellen, die immer so taten, als würden sie einen nicht mögen. Sie aufzuheitern, war stets eine Herausforderung.
Ein besonderer Spaß war es, mit seiner älteren Schwester Talah Wetten abzuschließen:

Pekari Findefinger

Pekari Findefinger

Wer klettert am schnellsten auf das Dach des Gilean-Tempels? Wer entwischt als erstes den Stadtwachen? Und jedes Mal gewann Talah! Die Schwester neckte ihren jüngeren Bruder, weil sie immer einen Hauch flinker oder ein bisschen geschickter war als er. Schließlich forderte Pekari sie zur absoluten Wette heraus: jeder läuft in eine andere Himmelsrichtung und erlebt so viele Abenteuer, wie nur möglich. Und wenn sie sich in zwei oder drei Jahren bei Grama Schmiedehand wiedersehen (wie lange kann es schon dauern, einmal um die Welt zu laufen?), dann erzählen sie sich ihre Erlebnisse. Wem die Zwergin dann das größere Abenteuer zuspricht, gewinnt die Wette. Gerade waren Talah und Pekari mal wieder in Neuhafen. Pekari drehte sich um, rannte los – und stand nach kurzer Zeit am Rand des Hafenbeckens. Mit dem Blick auf die Wogen stellte Pekari fest: »Die Götter wollen, dass ich auf Seefahrt gehe!« Gut, es gab einen leichten Rückschlag, weil Pekari zunächst keinen Käpt´n fand, der ihn als Leichtmatrosen anheuern wollte. Zum Glück gelangte er auf einen Handelssegler, in dem er sich in einem Fass versteckte, das an Bord getragen wurde. Das Schiff war schon mitten auf dem Neumeer, als Pekari beim Klettern in der Takelage entdeckt wurde. Wieder gab es viel Geschrei bei den Menschen. Doch es setzten sich die Stimmen durch, die davon überzeugt waren, dass es Unheil bringen würde, einen Kender auf offener See zu ertränken. So gelangte Pekari nach Port Shallsea. Frohen Mutes streifte er in der Stadt auf der Suche nach Abenteuern umher. Bald zog ihn die Trutzburg oberhalb der Stadt magisch an. Vielleicht konnte er dort ein Abenteuer finden? Zwar wurde das Tor streng bewacht, doch Pekari schaffte es, heimlich mit einem Karren voller Lebensmittel vom Markt in die Burg zu gelangen (er hatte sowieso Hunger). Dort bekam er eine Unterredung zwischen Sir Edmond di Caela und seinem Waffenmeister mit. Die Ritter unterhielten sich über zwei Zwerge und einen Priester des Habbakuk. Sie waren vor einiger Zeit auf der Festung gewesen, um mehr über die Machenschaften eines gewissen Khadras zu erfahren. Schon eine Weile hatten die Ritter nichts mehr von ihnen gehört. Sie machten sich Sorgen, was aus ihnen geworden war. Pekari konnte sein Glück nicht fassen. Sein untrüglicher Instinkt sagte ihm, dass dies der Auftakt zu dem Abenteuer sein musste, das er suchte! Zwar hatte er die Namen der Zwerge und des Priesters aufgeschnappt. Dafür aber keine Ahnung, wie sie aussahen oder wo er sie auf der Insel finden konnte. Doch wer nicht wagt, der nicht gewinnt! Und im Gewinnen und Finden von verlorenen Sachen und Personen ist niemand besser als ein Kender! Pekari rief dem überrumpelten Schildfürsten seinen Dank für diesen tollen Rat zu und rannte aus der Festung. Flinken Fußes folgte er der Küstenstraße. Pekari war bereit sich in dieses Khadras-Abenteuer zu stürzen und die Wette gegen Talah zu gewinnen!

 

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