Der Weiße Berg: Die Zuflucht – Teil 3

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13. Praios 1030

Wieder beginnt der Tag mit den Rufen der Fanfaren. Xagrosch und Einskaldir sehen so aus, als ob die Lautstärke der Fanfaren bei Ihnen im Kopf widerhallt. Wir haben eine Stunde Zeit, bis der Wettkampf des Messerwerfens beginnt. In dieser Zeit findet Latu heraus, dass die Gefangenen (also auch Ugdalf) üblicherweise im Kerker unter der Burg eingesperrt werden. Wir mischen uns unter das bunte Volk, welches das Messerwerfen verfolgt und ich spiele einige Lieder auf meiner Flöte, aber die Menschenwelt ist so laut, dass die Klänge hier nicht richtig zur Geltung kommen.

Beim Messwerfen starten 27 Teilnehmer, daruter Vartan und sein Knappe, Coran und Aelfwin, Firunz, Marik, Fran, der zwielichtige Bran, Wilbur und Cuanu, sowie meine Freunde Xandros und Einskaldir. 5 Teilnehmer kommen ins Finale, in dem jeder so schnell wie möglich einen an einer Scheibe befestigten Preis zu treffen versucht. Während die Vorbereitungen laufen, sucht uns Tamira auf und beteuert noch einmal die Unschuld von Ugdalf. Sie fleht uns an, Ihnen zu helfen und gibt uns die Information, es seinen Gerüchte im Umlauf, dies könnte eine weitere Intrige des Prinzen gegen das einfache Volk sein. Wir versprechen noch einmal, die Augen offen zu halten und Nachforschungen anzustellen. Latu und ich diskutieren kurz, im Zelt von Wolorion nachzusehen, ob der Becher tatsächlich verschwunden ist, verwerfen diese Idee aber schnell, da zu viele Zeugen zugegen sind.

Wir beobachten das Messerwerfen. Leider scheiden Einskaldir und Xandros schon in der ersten Runde aus. Es gewinnt der zwielichtige Bran, der sich vor allen anderen den Preis von 5 Dukaten sichert. Aelwin trifft den Preis der 3 Dukaten und Vartan den Preis für 1 Dukaten, den er dem einfachen Volk zum Vertrinken spendet. Das Volk jubelt und grölt. Fran gewinnt Freigetränke für einen Tag und auch Wilbur gewinnt einen Preis, einen Holzschuh mit dem er bis zum Ende des Festes alle Frauen zum Tanz auffordern darf. Bis zum Mittag hören wir allerlei Gerüchte und Meinungen zum Diebstahl des Bechers. Die meisten haben Mitleid mit Ugdalf aber einige Reiche verdächtigen das “Gauklerpack“ Kriminelle zu sein. Von Faliks erfahren wir nichts über den Becher, aber Karakal bringt an der Burg in Erfahrung, dass der Pokal während des Zweihänderkampfes unbewacht gewesen ist und wohl während dieser Zeit gestohlen wurde. Karakal dankt dem Hauptmann der Wache Gerwulf für diese Information.

Karakal spricht auch mit Ysgol über das unverschämte Verhalten des Prinzen gegenüber Traverike und über den Diebstahl. Ysgol kann nicht viel tun, aber es steht uns frei, weitere Nachforschungen anzustellen. Karakal erfährt auch, dass der Hauptbelastungszeuge der Knappe Havel von Uckel aus dem Gefolge des Prinzen ist. Leider steht es auch Ysgol nicht zu, die Glaubwürdigkeit des Knappen Havel in Frage zu stellen. Immerhin hat Ysgol erreicht, dass der Prozess gegen Ugdalf erst nach den Feierlichkeiten beginnen soll. Bis dahin haben wir Zeit, die eventuelle Unschuld des Gauklers zu beweisen.

In der Zwischenzeit treffe ich mich mit Dora und lerne Sie besser kennen. Sie weiß nicht viel über die Elfenwelt und stellt sich vor, wir würden ebenso wie die Menschen in Häusern aus Stein wohnen und dass unsere Könige in Schlössern residieren. Ich erzähle ihr von unseren in die Pflanzen gewobenen Baumhäusern. Sie staunt über die Andersartigkeit der Elfenwelt und wir verabreden uns für den Abend am Lagerfeuer. Als nächstes beginnt die zweite Runde des Wettlampfes zu Schwert und Schild. Es nehmen teil:

Prinz Wendelmir von Andergast
Ritter Vartan von der Eich
Knappe Ulf von Bitterbach
Knappe Havel von Uckel
Knappin Koscha von Egelingsfenn
Einskaldir Thoralfson
Xargrosch
Söldner Marek
Söldner Fran der Blutige
Holzfäller Firunz

Da an diesen Wettkampf der Prinz, nicht aber Ritter Ysgol teilnimmt, hat Ysgol nun wieder die Gelegenheit, Traverike zur Seite zu stehen – sehr zum Ärger des Prinzen. Die Ergebnisse:

Prinz Wendelmir – Ulf v. Bitterbach 3-0
Vartan – Havel 3-0 (Havel verlässt wutschnaubend den Turnierplatz)
Koscha verliert in ähnlich brutaler Weise wie Nadjescha Oleg gegen Firunz.
Nach hartem Kampf gewinnt Einskaldir unter unserem Jubel gegen Marek,
Xargrosch unterliegt allerdings gegen Fran.

Karakal spricht mit Havel von Uckel, der noch einmal den Gaukler beschuldigt, der Dieb zu sein. Außerdem hat Havel angeblich die silbernen Sporen seines Herrn Osgar verloren, die dieser seit heute morgen vermisst. Grimrog spricht mit Xargrosch über Fran dem Blutigen. Dieser soll ein verschlagener Hund sein und soll sich nach einem alten Kaiser des Horasreiches benannt haben. Xargrosch spricht außerdem mit Gwen Eisenhand, der mit Hingabe seinen Schuppenpanzer poliert. Gwen hat seinen glänzenden Tellerhelm verloren, der zwar nicht wertvoll aber doch für ihn wichtig ist. Wir erfahren noch, dass einer der Zwillinge ebenfalls einen Gegenstand verloren haben soll. Kann das alles Zufall sein? Es verschwinden ausschließlich glänzende Gegenstände, sowohl Gegenstände von Wert als auch billiger Tant. Ugdalf kann für diese Vorgänge nicht verantwortlich sein, da er im Kerker sitzt. Dass ein anderer Gaukler für diese Vorfälle verantwortlich ist, halten wir für unwahrscheinlich. Latu und ich überlegen, welche Wesen denn für das Einsammeln von glänzenden Gegenständen bekannt sind und kommen zu dem Schluss, auch ein Baumdrache könnte für die Diebstähle verantwortlich sein.

Währenddessen findet die zweite Runde im Zweihänderkampf statt. Bogumil verliert 2:3 gegen Ysgol, der nach dem Kampf sofort wieder Traverike aus der Bedrängung des Prinzen befreien muss. Anders als sein Halbbruder scheint Bogumil ein wenigstens nicht bösartiger Geselle zu sein. Karakal verliert 2-3 gegen Coran. Damit steht das Finale fest: Es kämpfen Ysgol und Coran um den Titel.

Wir erfahren in weiteren Gesprächen, dass Coran einen Gürtel verloren hat. Latu und ich wollen einen Aussichtspunkt suchen, um von dort nach dem Blinken von Gegenständen in der Sonne Ausschau zu halten. Wir gehen zur 40 Schritt hohen Steilwand neben den Wasserfällen, die auch im morgigen Geländelauf zu erklimmen sein wird. Ich erkenne viele Ritzen und Vorsprünge und werde beim Hinaufklettern wohl keine Probleme bekommen. Latu und ich klettern hinauf und genießen für einen Augenblick die wunderschöne Aussicht und den beeindruckenden Andrafall. Uns fällt auf, dass die Spitze des Fahnenmastes, an dem das Wappen des Burgherrn weht, seit kurzem fehlt. Damit fehlt ein weiterer Gegenstand, der wohl kaum von Wert ist – selbst für die Gaukler. Ein paar Schritte weiter ist ein Seil über die Andra gespannt. Auch dieses Hindernis gilt es im Geländelauf zu überwinden.

Wir sehen uns gründlich um und beobachten die Umgebung. Da erkennen wir, wie sich ein etwa 3 Schritt großer Baumdrache aus seinem gut getarnten Horst in 200 Schritt Entfernung erhebt und davon fliegt. Der Drachenhorst befindet sich an der Spitze einer alten Steineiche. Wir laufen zum Baum und erkennen, dass er nur etwa 12 Schritt hoch ist. Wir entscheiden, dass Latu Wache halten soll, während ich hinaufklettere und nach den vermissten Gegenständen suche. Als ich oben ankomme, erkenne ich sofort, dass der Horst voll von glänzenden Gegenständen ist. Es müssen Dutzende sein.

Da überrascht uns der Baumdrache und landet behände im Horst. Ich spüre seinen Feuerodem, der mir das Gesicht versengt. Es bleibt uns keine andere Wahl als zu kämpfen. Das Untier schlägt mit seinen Klauen nach mir und versucht mich zu beißen. Ich verteidige mich mit dem Robbentöter und setze mein Mandra ein. Es ist ein harter Kampf und ich bekomme mehrere schmerzhafte Treffer ab, während Latu von unten Pfeile auf den Drachen abschießt. Sein erster Pfeil geht fehl, aber 2 weitere finden ihr Ziel. Schließlich stirbt der Drache in einem Aufstöhnen, stürzt den Baum hinunter und begräbt fast noch Latu unter sich, der in letzter Sekunde zur Seite springen kann.

Im Drachenhorst finden wir alle vermissten Degenstände sowie 20 Silberlinge und 2 Dukaten. Die Münzen teilen wir auf (mir ist gar nicht klar, wie viel man sich dafür kaufen kann), die Gegenstände (darunter 3 Schmuckstücke, die die Menschen wohl als schön bezeichnen würden) packen wir ein und schleifen den zerschundenen und von abgebrochenen Pfeilen gespickten Drachenkörper gemeinsam zum Lager zurück. Am Lager angekommen, erzählen wir zuerst den Gauklern und unseren Freunden von den Ereignissen. Die Nachricht von den Drachentötern verbreitet sich im Lager wie ein Lauffeuer. Gemeinsam schleppen wir die Fundstücke und den Drachen zuerst über den Marktplatz und dann zur Burg. Dort treffen wir den Burgherren Waldomir, den Prinzen, Vartan, Silvan und Ysgol. Leider ist auch Gwinnling zugegen, der mich nun zum ersten Mal seit unserer Auseinandersetzung in Donnerbach wieder sieht. Ihm fällt die Kinnlade herunter und er schaut finster drein.

Karakal verkündet die Ereignisse, aber der Prinz ist nicht überzeugt. Redegewand stellt Karakal den Fall noch einmal dar und platziert jeden Gegenstände fein säuberlich in einer Reihe. Ysgol glaubt uns und da Karakal für unser Wort bürgt, bleibt dem Burgherren nichts anderes übrig, als den armen Ugdalf freizulassen. Der Prinz tobt vor Wut, aber auf dem Gesicht von Vartan sehen wir Respekt vor unseren Taten. Wir werden sogar vom Burgherrn Waldomir zur Tafel eingeladen. Latu und ich lehnen aber ab. Karakal ist dies zunächst unverständlich bis ich erkärt habe, was es mit dem hakennasigen Gwinnling von Borkenquell auf sich hat: Ich kenne Gwinnling aus Donnerbach, wo ich mit ihm Handel trieb, bis er von mir verlangte, Wolfspelze (der Wolf ist mein Seelentier!) für den reichen Andergaster Adel zu beschaffen. Ich lehnte ab und wir gerieten in Streit, in dem ich ihn mit meinem Jadgmesser am rechten Arm verletzte und floh. Erst bei diesem Wiedersehen wurde mit bewusst, wie tief die Wunde wohl ging, denn Gwinnling kann ganz offensichtlich seinen rechten Arm nur noch mühsam und unter Schmerzen bewegen. Nun wissen meine Freunde über meine Feindschaft Bescheid!

Während Latu und ich zum Gauklerlager zurückkehren, spricht Karakal mit Waldomir, der sich für die Aufklärung des Falles bedankt und einen Finderlohn übergibt (einen Beutel mit 10 Dukaten). Die restlichen Gegenstände und Schmuckstücke, deren Besitzer noch nicht ermittelt werden konnten, bekommt Ysgol zur Verwahrung, auf das sich der rechtmäßige Besitzer melden möge. Xargrosch gibt im Lager der Söldner den Helm an Gwen zurück. Anschließend feiern die Zwerge und Thorwaler im Gasthaus Zum Andrafaller Hirschen.

In der Burg spricht Karakal mit den Zwillingen Aelfwin und Coran und gibt den Gürtel zurück. Aelfwin und Coran wollen nach weiteren Drachen Ausschau halten. Der Prinz und sein Gefolge sind sichtlich schlecht gelaunt und erbost, denn Ritter Ysgol feiert an der Seite des Vaters der Braut ausgelassen mit Traverike. Der Knappe Havel von Uckel, der Ugdalf belastet hat, wird an diesem Abend nicht mehr gesehen. Karakal gesellt sich zu uns ans Gauklerlager.

Ich habe in der Zwischenzeit Dora zu uns ans Lager geholt. Sie ist voller Bewunderung für unser aller Heldentaten. Die Gaukler sind sichtlich erleichtert über den guten Ausgang und feiern ausgelassen mit uns (Latu spendiert Getränke), nicht ohne über die Niederträchtigkeit des Prinzen und seines Gefolges schockiert und erbost zu sein. Wilbur erzählt eine weitere Legende. Dora und ich ziehen uns für die Nacht in ein leeres Zelt zurück. Tamira zeigt Latu die Attraktionen der Gaukler in den Käfigen. Es handelt sich um einen Riesenhirschfäfer sowie um eine 2,5m große Gruftassel. In der Burg fällt Xandros auf, dass Ritter Gwinnling missmutig zu Ihnen herüber schaut, fragt Karakal danach und dieser erzählt von den Vorfällen in Donnerbach.

14. Praios – der Tag des Geländelaufes

Diesmal scheinen die Fanfaren direkt in den Köpfen der Zwerge und Thorwaler zu blasen – kein Wunder, denn diese haben unter freiem Himmel genächtigt. Die Teilnehmer des Geländelaufes begutachten die Strecke: Zunächst muss 500m gelaufen werden, bevor ein 100m breiter Sumpf überquert werden muss. Danach muss ein hohler Baumstamm überwunden werden, bevor die 40 Schritt hohe Klippe des Andrafalls erklommen werden muss. Am Seil müssen die Teilnehmer die Andra überqueren, auf der anderen Seite die Stiegen zum See hinunter steigen (oder in den See springen), den See durchschwimmen und ins Ziel laufen. Unter den 48 Teilnehmern sind Latu, Einskaldir und ich sowie, Ulf Erkenson, Dora, die Halbelfen, Nadjescha, Firunz, Eichward von Billigen und Nina sowie viele andere Gaukler.

Es ist ein schwerer Lauf mit vielen Hindernissen. Nach dem Start sprinte ich los und erreiche als zweiter den Baumstamm hinter Ulf, der schon an der Klippe erschöpft zu sein scheint. Ich klettere behände die Felswand empor und bin nun in Führung. Auch die Überquerung der Andra stellt kein Problem für mich da und am Rand des Sees bin ich immer noch in Führung, muss allerdings lange rasten, um zu Atem zu kommen. Währenddessen stürzt Nadjescha in den See und muss aufgeben. Auch Dora hat mit der Überquerung der Andra Probleme, fällt ins Wasser und wird vom mutigen Einskaldir gerettet. Beide scheiden dann aus.

Mein Freund Latu rutscht sogar vom Seil ab und stürzt 40 Schritt in die Tiefe in den See, aus dem er gerettet werden muss. Inzwischen verliere ich meine Führung an Nina, die elegant mit einem “swan-dive“ die Klippe hinunter springt, mit einem Kopfsprung eintaucht und behände zum Ufer schwimmt. Firunz versucht ähnliches, hat den Sprung aber nicht unter Kontrolle und landet mit einem schmerzhaften Riesenplatscher im See. Er muss aufgeben. Nachdem ich mich am Rand des Sees mit dem Gedanken an einen möglichen Sieg angefreundet hatte, muss ich beim Schwimmen einsehen, dass ich das Element Wasser nicht gut genug beherrsche und muss ebenfalls aufgeben. Es gewinnt souverän Nina vor den halbelfischen Zwillingen und weiteren Gauklern. Hoffentlich ist meinem Freund Latu nichts Schlimmes passiert!

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Ugdalf-Queste: gelöscht

Noch ungelöst oder unklar:
1) Hat der Prinz vor, die Hochzeit zu stören oder gar zu verhindern?
2) Welche Rolle spielt der zwielichtige Bran?
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