Das Beste aller Feste

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Upsala 02.02.1881

Horn hält es auf einmal für eine gute Idee, uns zu verzaubern und ehe wir groß widersprechen können hat er mich in eine Ratte und Linda und Norvid in eine Kröte verwandelt. Eine sehr interessante Erfahrung. Die Anderen drängen Horn uns wieder zurück zu verwandeln, er winkt aber ab und sagt, das würde von alleine wieder weg gehen, wann wisse er aber nicht so genau, aber es würde bestimmt nicht lange dauern. Und so verwandeln wir uns tatsächlich nach kurzer Zeit wieder zurück. Norvid scheint das ganze aber doch arg mitgenommen zu haben. Er gönnt sich erst einmal einen kräftigen Schluck aus seinem Flachmann.

Die Schatulle mit den Steinen und die Notizen lässt Horn uns mitnehmen. Als wir wieder ins Büro von Franzibald kommen ist auch Björn wieder da. Die Notizen seien das Ergebnis von einem Jahrzehnt Arbeit. Franzibald habe große Hoffnung in uns gesetzt. Er gibt uns noch einen Brief der Universität von Upsala mit einer Einladung für den Ball am nächsten Abend. Wir versprechen das Andenken von Franzibald zu wahren und seine Arbeit zu Ende zu bringen.

Am frühen Abend sind wir wieder auf dem Schloss. Ingrid macht sich große Sorgen um Amanda. Sie will sogar das Haus verlassen, um Amanda zu suchen. Wir können sie aber, wenn auch nur mühsam davon überzeugen, dass dies momentan keine gute Idee ist. Sie erzählt uns, dass sie mit Amanda gesprochen hat und diese vor zwei Tagen einen Artikel über die Svea Bergbaugesellschaft herausbringen wollte. Der Verleger, auch ein Bergström, der über drei Ecken mit Ingrid verwand ist, hatte sogar sein okay gegeben. Seitdem hat sie nichts mehr von Amanda gehört. Sie willigt aber ein noch zwei weitere Tage zu warten, bevor sie selbst nach Amanda sucht.

Dann kommt der unangenehme Teil des Tages, was bei unseren Tagesplänen schon was heißen will. Wir müssen zu Hoss in den Stall. Er ist sehr aufgebracht wegen der zu kleinen Rationen. Der Große Kollo, oder wohl eher der freche Kollo, hatte ja eigentlich versprochen, dass er das Essen unserer Vätten nicht isst und dafür was eigenes bekommt. Hoss meint es wäre unsere Verantwortung dafür zu sorgen, dass Essen für ihn und seine Familie in Ruhe gelassen wird. Zur Wiedergutmachung gibt er uns eine Liste mit „Leckereien“ die sie gerne haben möchten und wir sind erst einmal aus dem Schneider.

Am Abend bereiten wir uns dann schon einmal seelisch auf den Ball vor, studieren die Gästeliste (siehe Anhang), überlegen worüber man sich mit den anderen Gästen unterhalten könnte und überhaupt wie man sich auf so einem Ball zu benehmen hat.

Als wir am nächsten Morgen zum Bürger & Bäcker gehen ist es in der ganzen Stadt schon sehr voll und auch im Café selbst ist es um einiges voller als sonst und wir ergattern mit Glück den letzten freien Tisch. Als wir auf unser Frühstück warten kommt Olaus Klint herein und wir bitten ihn an unsern Tisch. Er hat von den Vorfällen in Falun in der Zeitung gelesen. Auch die Anstrengungen von Franzibald und Amanda mehr über die Minen herauszufinden sind ihm bekannt. Mit Amanda hatte er in der Vergangenheit auch schon gearbeitet. Wo sie sich im Moment aufhält ist ihm aber auch nicht bekannt.

Die Nervenheilanstalt, lässt er uns wissen, platzt zur Zeit aus allen Nähten. Erst letzte Woche sind 30 neue Bergbauarbeiter aus Nordschweden, wohl aus der Abisko-Mine, neu eingeliefert worden. Er befürchtet, dass es in der Nervenheilanstalt womöglich zu einem Aufruhr kommen könnte. Einige der Insassen erzählen von Vaesen, die sie gesehen hätten. Und Dr. Frejd jun. soll ja auch eine tickende Zeitbombe sein. Das Personal jedenfalls sei total überlastet und überfordert mit der schieren Menge an Patienten. Angeblich sollen auch zwei Experten aus England zugegen sein. Einer von ihnen hat eine Abhandlung über Lykantrophie geschrieben. Ida und ich überlegen, ob wir der Nervenheilanstalt unsere Expertise anbieten sollten. So könnte man eventuell mehr über die Vorgänge dort herausfinden.

Nach dem Frühstück möchten wir noch Linnea in der Pension Paracelsus besuchen, sie ist aber im Moment nicht zugegen, da sie eine alte Freundin in Alt-Upsala besucht. Madame Laukonen lässt uns aber wissen, dass es Linnea mittlerweile deutlich besser geht. Außerdem sagt sie uns wir sollten mal das ein oder andere Zimmer in unserem Schloss zur Erholung aufsuchen. Auf unsere Frage welches Zimmer sie denn genau meint, empfiehlt sich uns mit Carl von Linné zu sprechen. Während wir mit ihr sprechen fällt uns auf, dass ihre Augen für den Bruchteil einer Sekunde grün aufleuchten. Wir planen mit ihr eine Séance, um mit Franzibald sprechen zu können. Außerdem warnt sie uns noch, dass sich in der Nähe des Schlosses sehr viele gefährliche Geister aufhalten und wir uns auf eine Reise in die Geisterwelt auf jeden Fall gut vorbereiten sollten.

Nach dem Besuch bei Madame Laukonen kehren wir nach Hause zurück und machen uns für den Ball fertig. Linda erkennt man gar nicht wieder. Das ist jetzt bereits das zweite mal, dass sie sich für einen Besuch in feiner Gesellschaft so herausputzt.

Am Abend auf dem Ball, sind viele Persönlichkeiten zugegen. Der Gastgeber Professor Eskil Anderson, Vizepräsident der Universität, und auch Magnus Harald Bergström Professor für Germanistik und Geschichte an der Universität Upsala. Vertreter der Kirche wie der Erzbischof von Schweden, der Bischof von Upsala und der Erzbischof von Canterbury.

Berühmte Persönlichkeiten wie Dr. Salomon Eberhard Henschen ein berühmter Arzt, Tycho Fredrik Hugo Tullberg, Prof. der Zoologie und Urenkel von Carl von Linné, die Malerin und Fotografin Emma Sofia Perpetua Schenson. Einige Ärzte aus der Nervenheilanstalt, Prof. Niklas Frejd sen., Dr. Rasmussen und Frau Dr. Elsa Bergström.

Dazu die uns bereits bekannten, sehr verdächtigen Briten Lord Henry Malory und Lady Elaine, und als Vertreter der Presse, Gustav Bergström, Herausgeber der Upsala Gazette. Sogar König Oskar II Frederik Bernadotte von Schweden und Norwegen und seine Schwester Prinzessin Eugénie von Schweden sind heute Abend anwesend.

Und selbstverständlich die Vertreter der Svea Bergbaugesellschaft Karl Magnusson mit seiner jungen Frau Sigrid Magnusson und seinem Bruder Anders Magnusson, der den beiden als Berater zur Seite steht.

Aber auch einige Personen die wir schon kennen sind heute Abend eingeladen. So ist  z.B. Vilma af’Zimt mit Ihrem Vater, dem Generalfeldmarschall der schwedischen Armee Peter af’Zimt hier, genauso wie Graf Hugo und Gräfin Agnes von Kaiserling, die ja wieder in Upsala leben. Außerdem, sehr zu meinem Leidwesen, Lasse Hellström, der als neuer Geschäftsführer der Abisko-Mine vorgestellt wird.

Während wir uns unter die Leute mischen, schnappen wir auch ein paar interessante Fakten auf. So sollte, oder wollte, Ingrid Magnusson eigentlich den Sohn von Karl Magnusson heiraten. Als dieser jedoch verstarb, heiratete sie den Vater. Zum ersten Mal hat man etwas über sie gehört als ihr Mann vor 10 Jahren die Abisko-Mine gekauft hat. Sie ist nicht nur sehr hübsch, sondern soll auch sehr schlau sein und sich vor allem im Bereich Geologie auskennen. Außerdem schnappen wir irgendwo auf, dass Amanda in die Nervenheilanstalt eingewiesen wurde.

Um 18:00 Uhr ist dann endlich der Moment gekommen, auf den hier alle gewartet haben. Die Magnussons betreten zusammen mit  Prof. Eskil Andersson die Bühne. Die Rede, die Sigrid Magnusson hält ist sehr mitreißend und sorgt für frenetischen Jubel bei den Gästen. Dann zeigt sie einige der grünen Steine. Diese leuchten jedoch nicht.

Ein junger Mann, wohl ein Student der Universität betritt die Bühne, öffnet sein Hemd und setzt sich auf einen Stuhl, der auf der Bühne bereit steht. Sigrid Magnusson nimmt sich ein Skalpell und schneidet dem armen Mann damit eine tiefe Wunde quer über die Brust. Dann wird er festgebunden. Sigrid erhitzt einen der Steine in einem Reagenzglas mit einem Bunsenbrenner. Jetzt beginnt der Stein zu leuchten, wie wir es bereits vorher schon gesehen haben.

Mit dem Stein nähert sie sich der Wunde des Mannes und dieser fängt laut an zu schreien. Plötzlich blendet uns ein gleißendes Licht, das von dem Stein ausgeht und das Glas explodiert. Der junge Mann ist bewusstlos, aber die Wunde auf seiner Brust und auch das Blut sind verschwunden. Er wird mit Riechsalz geweckt und mit ein wenig Unterstützung hinter die Bühne geführt. Die Gäste sind allesamt verwundert bis verzückt von dem was sie gerade gesehen haben. Sigrid verspricht noch eine weitere Vorstellung später am Abend. Überall hört man die Gäste jetzt nur noch über das Experiment sprechen.

Nach etwa einer halbe Stunde kommt der junge Mann wieder hinter der Bühne hervor und wird sofort von vielen der anwesenden jungen Damen umringt. Als er sich ein Glas Sekt nimmt und eine kleinen Schluck davon trinkt bricht er auf der Stelle bewusstlos zusammen. Sofort kommen einige Männer die bereits zuvor geholfen haben und bringen ihn wieder hinter die Bühne. Man verkündet noch, dass er zur Sicherheit in die Klinik gebracht wird. Ich schleiche heraus und bekomme noch mit, dass man ihn nicht in die Klinik sondern in die Nervenheilanstalt bringt. Auf dem Weg zurück zu den anderen sehe ich Butch am hinteren Bühnenausgang stehen.

Drinnen wird gerade erzählt, dass Prof. Frejd nun als Forschungsleiter der Abisko-Mine tätig sein wird…

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