21. Phex 1038 BF
Der Morgen im Bären beginnt mit letzten Absprachen zu dem Plan, die Thorwalertrommel durch einen verdeckten Austausch aus der Asservatenkammer zu holen, ohne dabei ertappt zu werden.
Geld zur Bestechung wird eingesteckt, um notfalls eine starke Überzeugungshilfe zu haben, falls hier oder da Sand im Getriebe unserer Pläne knirscht und ein gutes Schmiermittel nötig werden sollte. Banjew steckt zudem noch einen frisch gefüllten Flachmann ein, um eine mögliche Wache vor der Tür mit einem gemeinsamen Schlückchen abzulenken. Waru kommt mit Banjew und Vincent mit, um später in seiner Nebelform für etwas Ablenkung sorgen zu können, falls das notwendig werden sollte.
Gegen 10 Uhr morgens erreichen wir die Garnison und müssen uns schon im Vorhof unauffällig an Stane und Uriel vorbeidrücken, um nicht von ihnen erkannt zu werden. Der Wachmann am Einlass lässt uns nach kurzer Nachfrage und dem Vorzeigen der Papiere ein und wir steigen die Treppen zur Asservatenkammer hinauf. Die Wache vor der Türe dort beklagt sich sogleich, die Asservatenkammer sei fast überfüllt und kurz darauf wundert er sich, warum er keinen Listeneintrag über die Zulieferung der von uns mitgebrachten Kiste habe. Die Kiste wird aufgemacht und schließlich übergibt Vincent den Wachen eine der angeblich abgezählten Flaschen guten Weins, woraufhin der kleine „Irrtum“ in der Buchführung verschwindet.
Wir folgen dem Wächter hinein in die Kammer, die tatsächlich sehr unaufgeräumt aussieht. Mitten drin erkennen wir sogar die von uns eingelieferte Kiste mit Hylailer Feuer!!
Unterdessen ist Waru über das oberste Stockwerk in Nebelform eingedrungen und erzeugt dann eine gelungene Ablenkung, indem er splitterfasernackt durch die Gänge läuft und dabei lautstark „Gebt den Goblins mehr Rechte! Mehr Rechte für Festums Goblins!“ ruft. Die Wirkung ist, als hätte man mit einem Knüppel auf ein Wespennest eingedroschen und auch die Wache aus der Asservatenkammer läuft mit hinaus. Waru gelingt es, sich in einem leeren Raum einzuschließen und dort wieder in Nebel zu verwandeln, bevor die Wachen schließlich in den Raum eindringen können.
Vincent hat durch diese Aktion genug Zeit, um den Versuch zu starten, die Trommeln auszutauschen, doch die Kiste mit der echten Thorwalertrommel ist verschlossen! Doch Phex ist mit ihm und sogar entgegen seiner eigenen Erwartungen gelingt es ihm im ersten Versuch, das Schloss zu öffnen. Beim Öffnen des Weidenkorbes stellt sich heraus, dass sich völlig verfaulte Äpfel bis zur halben Höhe darin befinden, die zum Göttererbarmen stinken und bereits Maden und Würmern ein behagliches Zuhause bieten. Vincent reißt sich zusammen, überwindet seinen Ekel und greift in die Vollen, um die Trommeln zu vertauschen.
Banjew hält mit dem Flachmann in der Hand den zurückkommenden Wächter auf, um Vincent ein paar wertvolle Sekunden zu verschaffen. Als der Wachmann die Kammer betritt und sich von Vincent den Standort der neuen Kiste zeigen lässt, ist bereits alles geschehen und keine Spur zeugt von unserem gelungenen Hütchenspiel. Nun muss nur noch die Abholung der echten Trommel gelingen, und somit betreten kurz darauf Viseris und Manthus das Gebäude und machen sich ans Werk.
Der Wachmann unten ist etwas verwirrt über die frühe Abholung und glaubt sogar, die beiden seien die selben Personen, die kurz vorher einen Gegenstand abgeliefert hatten.
Die Wache vor der eigentlichen Kammer hingegen, verursacht größere Probleme. Da er auch die Abholung des angeforderten Korbes auf seiner Liste nicht finden kann, will er einen Boten zur Abklärung losschicken und leider gelingt es den beiden nicht, ihn mittels Bestechung davon abzubringen. Immerhin aber lässt er sie in die Kammer ein und der enorme Gestank verhindert dann auch eine genauere Untersuchung des Inhaltes. Während Viseris zusammen mit dem Wachmann den stinkenden Weidenkorb aus dem Raum schafft, nutzt Manthus die Gelegenheit, um einen Blick in eine Kiste von der Bartenwartin zu werfen, die dort ebenfalls steht. Darin befindet sich ein Beutel der den Eindruck erweckt, dass darin vielleicht so etwas wie eine geschnitzte Figur sein könnte. Manthus belässt es aber bei dem kurzen Blick und verlässt dann ebenfalls die Kammer, um sich mit Viseris auf den Weg hinaus zu machen.
Draußen übernehmen Banjew und Vincent, die sich bereits wieder umgezogen haben, den Korb und Viseris und Manthus rasen hinter dem Boten her, um ihn abzufangen und das Überbringen der Nachfrage zu verhindern. Tatsächlich holen sie den Boten rechtzeitig ein, gehen mit ihm in eine leere Seitengasse und Manthus versucht ihn mittels 20 Batzen Bestechung davon zu überzeugen, dass die Sache schon seine Richtigkeit habe. Die enorme Summe und Manthus Überzeugungsarbeit sorgen in der Tat dafür, dass der Mann das Geld annimmt und später beim Wachhabenden alles bestätigen will. Völlig verdaddert und sein Glück kaum fassen könnend, macht sich der Mann auf den Weg zur nächsten Taverne, um den exzellenten Start in seinen Tag gebührend zu feiern.
Banjew und Vincent übergeben den Korb an zwei Kontaktleute und somit ist der Auftrag für uns endgültig erledigt, nachdem wir unsere Tarnklamotten den beiden mitgegeben haben. Manthus und Viseris packen ihr Zeug in einen Sack und nehmen sie mit zurück in den Bären, wo wir uns alle treffen und erst einmal etwas zur Beruhigung unserer Nerven trinken wollen. Der rothaarige Nivese ist ebenfalls dort, prostet uns stumm vom Tresen aus zu und lässt uns eine Flasche guten Meskinnes bringen, bevor er wortlos grüßend geht.
Einige Viertelstunden und Schnäpse später begeben wir uns zur Halle des Quecksilbers, wo wir Alwin K. Wippflügler in seiner üblichen Rauchwolke antreffen, von dem Vincent sich die Ergebnisse der Untersuchung des tickenden goldenen Eies erhofft. Banjew schnuppert aus der intensiven Mischung heraus, dass sich einige starke Kräuter zur Insektenabwehr darin befinden müssen. Wippflügler jedoch ist mit der Analyse noch nicht fertig und hat noch nichts herausgefunden.
Einzig, dass es zunächst bei flüchtiger Untersuchung unmagisch erscheint, obwohl es tatsächlich von vermutlich drachischer Magie durchdrungen sei, kann er sagen. Außerdem scheinen sich in dem Ei sowohl karmale als auch magische Kräfte zu vereinen und Wippflügler nimmt daher an, dass das Ei vor langer Zeit von einem Drachen erschaffen wurde oder möglicherweise auch von Urnislav von Uspiaunen, da dieser viele Arten der Magie beherrscht haben solle.
Zu der hier abgegebenen Knochenflöte kann er nur sagen, was wir ohnehin schon ahnen, nämlich dass es wohl ein Ritualinstrument sein dürfte, mit dem man Ratten und ähnliches Gezücht auch über große Entfernung herbeirufen könne. Banjew rät ihm noch dieses und jenes Kraut zur Mischung hinzuzufügen, da sie besonders effektiv Insekten abwehren würden.
Wir verlassen die Akademie und schlendern hinüber nach Seewiesen, wo wir beim Großherzog Jucho von Dallenthin und Persanzig vorstellig werden, um mit ihm über den erfolgreichen Abschluss seines Auftrages bezüglich der Trommel zu sprechen. Über einen Wechsel der Nordlandbank über 3000 Batzen werden wir reich entlohnt. Mit diesem in der Tasche gehen wir zur Nordlandbank, wo Vincent, Manthus und Viseris Konten eröffnen, Vincent macht zudem ein zweites Konto für Banjew, da dieser weder Bürgerrechte in Festum hat, noch von Stand ist.
Nun, am Nachmittag, begeben wir uns dann noch zum Rondratempel, um dort das schwarze runenverzierte Schwert abzugeben. Dort empfangen uns Leudara von Firunen, der Landesvogt Jucho von Elkinnen zu Widdernstoßblutfurten und Seneschall Jegor Andrastar zu Festum. Von ihnen erfahren wir, dass sie inzwischen einige Hinweise auf „Ilmeroff“ haben, der eigentlich Vladislav von Notmark heißt.
Nach ihren Informationen hat Ilmeroff inzwischen Festum verlassen und sich zuvor eingehend mit dem Drachenmuseum beschäftigt, in das sogar eingebrochen wurde. Er scheint Informationen über einen alten Theaterritter namens Ailgur Ornald von Drakenstein gesammelt zu haben, um dann zum Weiler Drakenstein aufzubrechen. Kurz zuvor sei überdies ein Archäologe nach Drakenstein aufgebrochen, um das Grab des Ailgur Ornald von Drakenstein zu suchen.
Bei der folgenden Unterredung fragen wir nach Hilfe der Rondrakirche, die jedoch nicht bereit ist, einem Ungeweihten Artefakte der Kirche in die Hand zu geben. Banjew macht sich noch unbeliebt, als er darauf hinweist, dass die Efferdkirche sofort mit Artefakten zur Bekämpfung eines Charyptoroth-Paktierers aufgewartet ist, die Rondrianer jedoch nur mit vagen Versprechungen zu Manthus‘ Spätweihe und einer Führung durch die Löwenburg aufwarten. Leudara könne uns aber immerhin für ganz konkrete Aufgaben später einmal mit einer kleinen Einheit zur Seite stehen, wenn es klaren Anlass dazu gäbe.
Es sieht also so aus, dass Notmark trotz seiner Pläne hier in Festum etwas so wichtiges in Drakenstein zu finden hofft, dass er dafür hier alles stehen und liegen ließ, um abzureisen.