Die fünf Gefährtinnen scheinen nun dem Tod ins Auge sehen zu müssen. Das anrückende Heer von Orks wird sich nicht kurzfristig umentscheiden und umdrehen. Der Kampf ums Überleben scheint besiegeltes Schicksal für die kleine Schar an mutigen Leuten, die die Brücke von Celduin um jeden Preis halten wollen.
Wem jetzt bereits das Herz in die Hose rutscht, der sollte nun gehen. Wie wir alle die fünf Gefährtinnen kennen, werden sie alles andere als dies tun.
Sie sind eifrig dabei, sich ihre Kampftaktik zu überlegen. Mit den wenigen Mitteln, die ihnen zur Verfügung stehen, versuchen sie das Beste daraus zu machen. Der zuvor, glorreich durch Gerhilds Kampfkunst, möchte ich nur so am Rande bemerken, erschlagene Troll wird als Barrikade genutzt. Durch die zuvor erlangte Kenntnis, dass der Galgenkönig mit Feuer oder Wasser zu bekämpfen sei, kamen sie auf die gewitzte Idee Flaschen mit Öl zu füllen und in diese einen Fetzen Stoff zu stopfen, welcher als Zündschnur dienen sollte. Schmeißt man diese auf seine Gegner haben diese nichts mehr zu lachen und wenn alles so funktioniert wie gedacht, brennen die Gegner lichterloh.
Den Galgenkönig mit dieser Waffe zu treffen und zum Verdampfen zu bringen ist genauso wahrscheinlich wie ihn in den Fluss zu befördern und zum Ertrinken zu bringen. Doch beides sind Pläne, die die Gefährtinnen versuchen werden, in die Tat um zusetzen. Die Taktiken sind überlegt, die Männer und Frauen postiert, letzte Gebete gesprochen.
Das sich in der Dunkelheit nähernde Meer aus Feuer kommt mit immer lauter werdendem Getrommel näher und näher, bis sich die brennende Wand zu kleiner werdenden Gruppen auflöst und man die Fackeln des Feindes erkennt. Ein Ork sieht schlimmer aus als der Nächste. Diese abscheulichen Fratzen spiegeln das Grauen wider, das den Gefährtinnen bevor steht. Mutig wie sie sind, warten sie auf ihre Möglichkeit, sich ein weiteres Mal im Kampf zu beweisen.
Sie erkennen unter den Ungetümen auch den Söldner Valbrand und, als hätten die fünf Gs jemals Glück oder Ruhe vor diesen Mistviechern, einen schwarzen Troll. Toll. Man könnte fast ein Trinkspiel daraus machen, wie oft die fünf Gs schon gegen Trolle kämpfen mussten. Die zuvor überlegten Strategien werden hinfällig bei der Rücksichtslosigkeit mit der die Orks angreifen. Es herrscht ein wildes Durcheinander, doch die Gefährtinnen schaffen es einige Orks nieder zu strecken. Ein Ork nach dem anderen wird niedergemetzelt. Die Wut über die zuletzt erlebten Verluste, Schlachten und das fehlende Ende des Kämpfens schienen neue Geister in den Gefährtinnen zu wecken.
Trotz dessen dass die Gefährtinnen so gut standhielten, fallen sie weiter zurück. Dies ist den Massen an Orks geschuldet die mehr und mehr nachrücken. Trotz des stetigen Rückweichens wird die Brücke gehalten.
Während entschlossen weiter gekämpft wird, nähert sich der Galgenkönig. Diese halbtote Leiche, ja, halbtote Leiche. Anders vermag man diese Abscheulichkeit einfach nicht zu beschreiben, befindet sich in einem Käfig, der auf einem Wagen heran gekarrt wird. Aufgrund des Chaos scheint der Wurf der Brandflaschen zu gefährlich, weswegen sich kurzerhand dazu entschieden wird, den Versuch des Plans „nasser Galgenkönig“ in die Tat um zu setzen.
Während dies nun also in Angriff genommen wird, sucht sich das Monster im Käfig ein Opfer aus, welches es verzaubern will. Zuerst zeigt er mit seinem verwesenden Finger auf Griemhild. Doch ihr eiserner Wille verhindert eine Verzauberung. Der Galgenkönig versucht mehrere Male mit seinen Taschenspieler-Tricks die Gefährtinnen außer Gefecht zu setzen. Er scheint aber kein guter Kriegsführer zu sein und hat sich offensichtlich nicht gut über seine Gegner informiert.
Denn wenn die fünf Gefährtinnen für eines bekannt sind, dann ist es ihre Zähigkeit, ihre Schläue, ihr eiserner Wille, ihre Kampfeskraft… man könnte die Liste hier endlos fortführen. Er schafft es also lediglich die ein oder andere hier und da mal zu verwirren. Das aber wohl nur aufgrund seines grotesken Aussehens und des Paradoxon, dass eine lebendige, halbtote Leiche zu sehen wohl jeden verwirren würde.
Während der Galgenkönig also durch die Gegend zaubert, versuchen die Gs weiterhin den Karren in den Fluss zu bugsieren. Doch die Horden an Orks scheinen endlos, die Kraftreserven der fünf Kämpferinnen und den wenigen, die ihnen zur Seite stehen schwinden mehr und mehr mit jedem Hieb. Auge in Auge mit dem Galgenkönig fragen die Gs sich, ob sie hier ihre Leben lassen müssen. Weise wie sie ist, erkennt Garfiel die Lage dieses Moments und stimmt eines ihrer Lieder an, um ihren Gefährtinnen wieder Hoffnung zu geben. Das trägt Früchte und mit erneutem Mut schafft Gerhild es letztendlich den Karren mitsamt unliebsamen Inhalt ins Wasser zu befördern.
Doch es bleibt keine Zeit zum Jubeln, die Gegner verschwinden nicht mit ihrem nun gurgelnden Herrn. Sie sind verwirrt und laufen wild durch die Gegend. Ein nun herrenloser verwirrter Troll bewegt sich nun auf die Gs zu. Gundi, Gerhild und Gunda versuchen den Troll anzugreifen. Gerhild verpasst ihm einen kritischen Treffer, genauso wie Gundi. Wie man sich nun einen verwirrten Troll vorstellen kann, versucht dieser wie wild auf die drei einzuschlagen. Er schafft es jedoch nicht und die drei bleiben standhaft. Dies scheint das Ungetüm einzuschüchtern, denn er flieht. Wenigstens haben die Gefährtinnen hier Glück in Sachen Troll-Bekämpfung.
Garfiel hat sich mit ihren Anstrengungen ihre Gefährtinnen auf Trab zu halten verausgabt und muss sich zurück ziehen. Doch eines ist klar, ohne die Hilfe ihrer elfischen Freundin hätten die übrigen Gs diese Schlacht nicht so wie bisher schlagen können.
Griemhild, die sich zuvor mit anderen Bogenschützen im Turm der Brücke platziert hatte und so zahlreiche Orks erschießen konnte, muss nun von diesem Posten weichen, da Orks den Turm stürmen. Zuvor hatte sie das Ertönen eines Horns vernommen, welches nun erneut durch die Kampfgeräusche zu hören war. Sie hatte erkannt, dass dies das Horn einer Vorhut der Armee aus Thal ist. Nicht nur dass nun endlich Unterstützung naht, die gegnerische Söldnertruppe scheint auch abzuziehen.
Die nun angekommene Armee stürmt durch das von den Gefährtinnen geöffnete Tor und kümmert sich um die restlichen umherstreunenden Orks. Allerdings gibt es wieder keine Zeit zum Jubeln, geschweige denn zum Rasten. Denn Hauptmann Elstan berichtet das König Bard weitere Truppen von Orks vor den Toren von Thal befürchtet. Da er um die Fähigkeiten der Gs Bescheid zu wissen scheint, will er diese in seiner Stadt zum Schutze wissen. Die Gs machen sich sofort auf den Weg mit Pferden die sie vom Hauptmann gestellt bekommen haben. Aber die Brücke von Celduin hat standgehalten.
Als die Gefährtinnen erschöpft in Thal ankommen, geleitet man sie zunächst zu den Gästezimmern des Palastes, in denen sie zur Ruhe kommen und sich etwas erholen können. Am nächsten Morgen werden die Gs direkt zu König Bard gerufen. Zuvor hatten sie sich schon abgestimmt nur mit dem König zu sprechen und inkompetente Berater bewusst zu überhören.
Mit beeindruckender Silberzüngigkeit berichten die fünf Gefährtinnen von allem was sie erlebt und in Erfahrung gebracht haben. Der König bedankt sich bei den Gefährtinnen und gibt jeder von ihnen eine Belohnung und muss sich weiter seinen Pflichten widmen. Sobald dieser aus dem Raum ist geht unter den übrigen Ratgebern im Raum eine angespannte Diskussion los.
König Dain Eisenfuß bittet die fünf Gefährtinnen um eine Audienz. Sie sprechen daraufhin mit Ori, der ihnen berichtet, dass König Dain wichtige Informationen für sie hätte. Die Gs werden noch vor Einbruch der Dunkelheit in den Erebor geleitet. Zwei Stunden ging es durch ein Wirrwarr von Gängen und Hallen, auch an den Schatzkammern geht es vorbei. Der Duft und die Hitze des Drachen scheint noch durch diese Hallen zu geistern.
Es geht tiefer in den Erebor. Jede der Gs, außer Gundi, wäre hier ohne Führung sicherlich verloren. Eine gänzlich ehrfürchtige Erfahrung für die Gefährtinnen. Schließlich werden sie in ein Archiv geleitet, in die Halle von Mazarbul. König Dain, Balin und Munin der Archivar, sowie Dwalin, Balins Bruder, erwarten sie dort.
Der König, welcher eine unglaublich respekteinflößende Ausstrahlung hat, begrüßt die fünf. Gunda wusste es schon immer, die Zwerge sind einfach ein tolles Völkchen. Denn dieser Zwergenkönig, der aus jeder seiner Poren Macht auszusondern scheint, betitelt die fünf Gefährtinnen als das, was sie auch sind: Heldinnen.
Hatte der König vorher nicht die Aufmerksamkeit der Gefährtinnen, so ist sie ihm nun gewiß. Nach seiner Lobeshymne gibt er das Wort an Munin weiter. Dieser erzählt ihnen, dass Lockmand in den Archiven gewesen sei und ein Buch über einen Wachturm im Norden im Grauen Gebirge gestohlen hat.
Dieser Wachturm scheint der verlorene Turm auf dem Zirakinbar zu sein. Er berichtet weiter, dass Späher die Kiste mit der Kette von Thangorodrim entdeckt haben. Mit dieser Kette könne man die Geißel des Nordens beherrschen.
König Dain schickt die Gefährtinnen auf eine neue Mission: sie sollen mehr Informationen darüber herausfinden. Sie erhalten das Buch von Mazarbul.
Der lange Rückweg zu ihren Gästezimmern führt zu einem recht ereignislosen Abend und das zeitige und wohlverdiente Ruhen der Gefährtinnen. Am darauffolgenden Morgen geht es für die fünf dann in der Frühe auf in Richtung des Wachturms.