Minen des Wahnsinns

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Mittwoch, der 11. Tag des VII. Monats im Jahre 888 nG — Bevor weiteres Unglück im alten Elfenturm über uns hereinbrechen konnte verließen wir lieber schnell die Anlage. Als wir oben auf der Lichtung ankamen, war früher Nachmittag. Wilbur schimpfte erst einmal ordentlich mit Krätze über dessen unüberlegtes Verhalten einfach die Scherbe zu essen. Es hätte wer weiß was passieren können. Die Ohren des Goblins hingen schlaff herunter und er gelobte Besserung.

Wie wir Drumin versprochen hatten, brachen wir auf in Richtung der Minen die der Zwerg inspizieren sollte. Es ging allen soweit ganz gut das man direkt sich auf den Weg machte. Dem Goblin sah man zwar ein paar Blessuren an doch er fühlte sich überaus gut. Wachen wurden des Abends eingeteilt, aber außer einem kleinen Regenschauer verlief die Nacht ereignislos

Donnerstag der 12. — Am morgen herrschte Uneinigkeit über die Richtung aber nachdem Krätze auf einen Baum geklettert war, hielt man sich in die Richtung die Wilbur und eh schon vorgeschlagen hatte. Der weitere Weg zu den schwarzen Hügeln vollzog sich beinah ohne besondere Vorkommnisse. Zwischenzeitlich lag ein wenig Verwesungsgeruch in der Luft und wir hörten ein deutliches Knurren, aber da niemand um Hilfe schrie war wohl eh schon alles zu spät. Außerdem begegneten wir ein paar anderen Reisenden, die aber nichts interessantes zu berichten hatten. Es dämmerte bereits als wir die Ausläufer der schwarzen Hügel erreichten. Wir beschlossen noch in der Nacht einen Blick auf die Mine zu riskieren, so dass wir uns im Schutz der Dunkelheit weiter näherten. Es war etwa eine Stunde vor Mitternacht als wir die Mine erreichten. Ein paar verlassende Zelte und Hütten begrüßten uns und natürlich auch die schwarzen Löcher der Mineneingänge. Niemand war zu sehen und nirgends brannte Licht. Wir hörten ein seltsames Summen in der Luft. Irgendwie weit entfernt und es hörte sich ein wenig nach fliegenden Bienen an. Drumin meinte, dass diese Insektenwesen, die ihn und seinen Konvoi überfallen hatten, auch so ein Summen begleitet hatte.

Wir wagen uns weiter vor ins Dorf. Zu erst ging Melina alleine vor und inspizierte ein paar Zelte und dann die Hütte des Vorarbeiters oder Minenverwalters. Offensichtliche Kampfspuren waren keine zu entdecken. Allerdings war unter dem Bett in der Hütte eine abgetrennte Hand zu finden von der auch schon deutlich Verwesungsgeruch in der Hütte lag. Ansonsten war hier keine Menschenseele mehr anzutreffen. Das Summen wurde auf einmal lauter und lauter, so dass wir es für besser hielten möglichst unauffällig das Minenlager zu verlassen. Wir konnten allerdings bei unserem geordneten Rückzug beobachten, wie dutzende Insektenwesen aus den Minenschächten quollen und in unterschiedlichste Richtungen ausschwärmten. Wir vermuteten auf Beutejagd wie bei Drumins Trupp. Trotzdem beschlossen wir am nächsten Morgen das Minenlager noch einmal genauer zu untersuchen, denn die Wesen waren vielleicht nur Nachtaktiv.

Freitag der 13. — Die Nacht verstrich ereignislos und am im Sonnenlicht durchsuchten wir das Dorf, vor allem die Hütte. Dort finden wir ein Buch, welches die Minengeschäfte dokumentierte. Wilbur widmete sich eingehend dem Studium und erfuhr dadurch das hier 97 Arbeiter angestellt waren unter der Leitung vom Vorabeiter Arnulf Töpfer. Der Halbling konnte auch feststellen, dass vor ein paar Wochen auf einmal ungewöhnlich viel Sprengstoff genutzt worden war und zwei Tage später endeten dann die Eintragungen. Kein Wort über Insekten oder irgendetwas anderes Seltsames. In der Mine selber müssten noch ein paar Sprengfässer lagern. Während Wilbur die Unterlagen studierte untersuchte der Rest die Umgebung. In der Hütte fanden wir eine Truhe, die Krätze mit einem gekonnten Löffeleinsatz öffnete. Dort drinnen Geld welches Drumin verwahrte, eine Pistole mit Munition und Pulver, die Krätze an sich nahm und Lunten für Sprengfässer. Derweil schaute Melina sich außerhalb der Hütte nochmal um. Aber außer einer verwaisten Küche und einem seltsamen Birke mit Krähen fand sie nichts interessantes.

Vor allem der Goblin wollte nicht einsehen, dass wahrscheinlich alle 97 Menschen mindestens tot und eventuell sogar von Insektenwesen gefressen worden waren. Aber auch ihm leuchtete ein, dass man zu viert hier nichts ausrichten konnte, gegen Dutzende unbekannte Wesen. Um nichts zu übersehen, ging man noch gemeinsam hoch zu einem der Minenschächte. Dort angelangt wirkte Krätze Arkane Sicht und konnte aber im Dunkel des Schachts nicht relevantes ausmachen. Allerdings zu Füßen der Birke sah er einen magischen Schimmer. Als wir uns näherten flatterten die Krähen davon. Zu Füßen der Birke lagen 3 Bergarbeiter Leichen und aus einem Erdloch hervor lugte eine Lederrolle. In ihr befand sich eine blauschwarze Robe mit archaischen Zeichen drauf. Die Zeichen sind ähnlich zu denen, die wir schon im alten Wald oder im Murrhaus gesehen hatten. Der Goblin nahm die Robe an sich, die ihm viel zu groß war, obwohl sie schon für eine kleiner Person gefertigt worden war.

Drei Tage später erreichten wir Pfeilersruh.

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