Besessen V – Totentanz

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29. Mai im Jahre des Herrn 1733  – Gasthaus Straußenfeder zw. Kronau und Waldenau

Nachdem der Junge befreit ist, nehmen wir die Ketten an uns. Wir sind uns sicher, dass wir versuchen müssen, den Dämon wieder in seinem Sarkophag zu binden, wofür wir die Ketten benötigen. Wir sind zwar völlig ausgelaugt, wollen aber trotzdem so schnell wie möglich losgehen und brechen auf.

Der Sturm hat sich nun völlig verzogen, aber es ist trotzdem sehr nass draußen. Zwar regnet es nur noch sehr schwach, aber der Boden ist aufgeweicht und matschig. Der Weg zur Kapelle ist jetzt frei, wir kommen unbehelligt von Kröten oder anderen Dämonenwesen an der Kapelle an.

Dort legen wir die Knochen des Dämons wieder zurück in den Sarkophag, legen die Kette um den Körper und durch die Schlaufen im Sarkophag-inneren und schließen die Kette dann mit dem Schlüssel ab, Die Kiste mit dem Helm, das Notizbuch und den Schlüssel stecken wir ein. Nachdem wir den Sarkophag notdürftig mit ein paar Steinbrocken verschlossen haben, taucht plötzlich wieder der Geist von Jakobus auf. Er scheint vor den Altarresten zu knien und zu beten und löst sich dann langsam auf. Mit dem guten Gefühl, das richtige getan zu haben, machen wir uns auf den Weg zurück. Im Gasthaus angekommen fallen wir todmüde ins Bett.

30. Mai im Jahre des Herrn 1733  – Gasthaus Straußenfeder zw. Kronau und Waldenau

Einigermaßen ausgeruht nehmen wir ein ordentliches Frühstück zu uns. Wir sprechen kurz mit Werner von Schönstatt, der dankbar ist, die letzte Nacht überlebt zu haben. Auch mit Wilhelm Fuchs sprechen wir noch. Er ist überglücklich, dass der Dämon vertrieben ist und bietet uns freie Kost und Logis auf Lebenszeit an. Auch die Wirtin bedankt sich bei uns und fällt jeden um den Hals. Dann machen wir uns auf den Weg.

Der Tag verstreicht ereignislos. Abends müssen wir mangels Herberge im freien campieren. Während seiner Nachtwache sieht Don Ignacio der Berg Aschespei aktiv werden. Aus diesem kommen einige brennende Kugel, die irgendwo im Starkwald niedergehen und Feuer entfachen. Da das in weiter Entfernung passiert, besteht keine weitere Gefahr. Der Rest der Nacht passiert nichts.

31. Mai im Jahre des Herrn 1733  – Gasthaus Straußenfeder zw. Kronau und Waldenau

Am nächsten Morgen stehen wir zeitig auf und nehmen unser Frühstück zu uns. Auf dem weiteren Weg ist nicht allzu viel los auf der Straße, wir treffen eine Gruppe Handwerker und ein paar Kutschen. Als sich der Tag dem Ende neigt, wird die Gegend um uns herum immer sumpfiger. Etwas später fällt Karl und mir eine Person auf. Ein Mann steht in einiger Entfernung nördlich von uns knietief im Sumpf. Wir erkennen einen Mantel, eine Muskete und er trägt einen Dreispitz. Er hält einen Säbel in der Hand, der Blutverschmiert zu sein scheint, was man aber auf die Entfernung nicht richtig erkennen kann. Ich rufe ihn an, aber er dreht sich ohne Antwort um und verschwindet. Da in diese Richtung kein Weg abzweigt und niemand das Verlangen hat, im Sumpf zu versinken, gehen wir weiter.

Kurze Zeit später fallen uns auf dem Weg schlammige Wagenspuren auf. 30 Minuten später entdecken wir etwa 10 Meter vom Weg entfernt eine Kutsche, die umgekippt im Sumpf liegt. Es ist eine zweispännige Kutsche, das eine Pferd hängt noch im Geschirr und scheint tot zu sein. Don Igancio legt sich ein Seil um und geht vorsichtig zur Kutsche als er schwache Hilferufe vernimmt. Als er die Kutsche erreicht, sieht er hinein und entdeckt drei Personen. Einen älteren Mann, der wimmernd um Hilfe ruft, ein etwa 15-jähriges Mädchen, das die Augen geschlossen hat und eine Frau, die ziemlich sicher tot ist. Ihr wurde die Kehle durchgeschnitten. Alle drei sind bürgerlich gekleidet, die Frau sah wehrhaft aus und trägt einen Waffengurt. Waffen sind nicht zu sehen. Alle drei sind schlammverkrustet.

Don Igancio beruhigt den Mann und überzeugt ihn, das Mädchen, das noch lebt, zu ihm hoch zu hieven. Das klappt auch, Roland geht ebenfalls zur Kutsche und zu zweit bringen sie das Mädchen zu uns. Dann helfen sie dem Mann ebenfalls aus der Kutsche und zu uns. Karl untersucht das Mädchen; sie lebt ist aber bewusstlos. Der Mann stellt sich als Heinrich Junkers vor, er ist Kurier für wichtige Dokumente, die er nach Waldenau bringen soll. Die sind in einer Umhängetasche, die er krampfhaft festhält.

Viel weiß er nicht zu berichten, nur, dass die Kutsche plötzlich angegriffen wurde, der Kutscher schneller fuhr und die Kutsche auf die Seite kippte. Von wem die Kutsche angegriffen wurde, weiß er nicht, wo der Kutscher ist, auch nicht. Das Mädchen und die Frau kennt er nicht genauer.

Don Ignacio und Roland begraben die Frau während Karl an dem Mädchen etwas auffällt: sie hat auf der Schulter eine Tätowierung des Auges von Akephalos. Das irritiert uns etwas. Bevor Don Ignacio und Roland die Frau vergraben, stürze ich hin und suche nach einer ähnlichen Tätowierung, finde aber keine. Die beiden gucken etwas entgeistert, was ich da tue, sind nach einer kurzen Erklärung aber beruhigt.

Heinrich Junkers ist ziemlich geschafft, so dass wir ihn hinten auf den Wagen setzen, das Mädchen daneben legen und weiterziehen. Kurz nach Sonnenuntergang und bevor es richtig dunkel wird fällt uns etwas sehr Unangenehmes auf. Südlich und nördlich steigt dichter Nebel auf, der langsam auf uns zukommt. Wir sind noch nicht aus dem Sumpf heraus und als der Nebel uns nach einiger Zeit erreicht, beschließen wir schnell, unser Lager auf der Straße aufzuschlagen.

Der Nebel ist sehr dicht, wir können kaum einen Meter weit sehen. Roland blickt sich um, sein Verhalten ist etwas merkwürdig, als hätte er etwas bemerkt. Er überprüft die Straße- wenige Meter vor und hinter uns hört die Straße urplötzlich auf- wir sind völlig vom Sumpf umgeben. Welch Teufelswerk ist das nun wieder? Da bemerkt Karl etwas. Südlich von uns baut sich langsam eine Silhouette einer Person auf. Als diese steht, erscheinen noch weitere und sie wanken langsam auf uns zu. Jetzt sehen wir dasselbe auch nördlich.

Die Toten bitten zum Tanz und wir werden sie nicht enttäuschen…

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