Über Bogenschützen – Teil 1

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09. Mai 2954 DZ – Wetterberge, Eriador

Wir sammeln Narvi auf und gehen zur Festung zurück. Narvi ist halb ungläubig, halb geschockt und kann immer noch nicht richtig glauben, dass er besessen gewesen sein soll. Hiraval, der jetzt ebenfalls wieder normal ist, kommt auf uns zu. Er berichtet, dass er in den letzten Jahren oft hier war, aber noch nie eine dunkle Macht spürbar war; nur dieses Mal schien plötzlich irgendetwas in Huldrahir gefahren zu sein. Er bedankt sich bei uns und bietet uns an, das Anwesen als eine Art Lehen zu übernehmen und wieder aufzubauen. Wir bedanken uns für das Angebot, lehnen aber ab, da wir zugesagt haben, nach Fornost zu gehen. Hiraval merkt an, dass das ein sehr gefährlicher Ort ist und sagt uns, dass wir uns dort an Talandil wenden sollen, der dort Wacht hält.

10. Mai 2954 – Wetterberge, Eriador

Morgens reden wir mit Fey. Ihre Gruppe möchte immer noch gerne mit uns mitkommen, aber Elwyn und Herbert werden noch mindestens drei Tage brauchen, bis sie wieder reisetauglich sind. So lange wollen wir uns nicht aufhalten, uns kommt aber eine andere Idee: wir überzeugen die Gruppe, an unserer statt das Anwesen wieder aufzubauen. Hiraval ist damit ebenfalls einverstanden. Wir verbringen den Rest des Tages damit, das Anwesen etwas wohnlicher zu gestalten.

Später gibt uns Hiraval noch eine Karte, in der geheime Wege und Zufluchten der Waldläufer in dieser Gegend eingezeichnet sind. Das sollte unsere Reisezeit verkürzen und die Reise sicherer machen.

11. Mai 2954 – Wetterberge, Eriador

Am nächsten Morgen ziehen wir ausgeruht los Richtung Fornost. Die nächsten Tage kommen wir hervorragend voran. Die Reise ist zwar beschwerlich, aber dank Hiravals Karte kommen wir schnell voran. Wir finden unterwegs Orkspuren, aber auf den Waldläufer-Pfaden kommen wir unbehelligt vorwärts.

23. Mai 2954 – Wetterberge, Eriador

Nach einigen Tagen lassen wir die Wetterberge hinter uns und erreichen die Nordhöhen. Das Land ist hier hügelig und eine weite Graslandschaft, die von Waldgruppen unterbrochen wird. Interessanter sind aber die Steinruinen, die praktisch überall stehen. Man erkennt aber nur selten noch ein Gebäude oder einen Turm, das meiste ist völlig überwuchert.

27. Mai 2954 – Nordhöhen, Eriador

Wir erreichen Ruinen, die an einem Hügelkamm liegen und wohl einst eine größere Stadt waren. Man erkennt hier viele Gebäude und sogar Reste von gepflasterten Straßen. Da es schon spät ist, suchen wir uns einen Lagerplatz. Während meiner Nachtwache höre ich, oder bilde ich es mir nur ein?, Stimmen, Schlachtenlärm und das Surren von Pfeilen. Zum Glück bleibt es sonst ruhig.

28. Mai 2954 – Nordhöhen, Eriador

Wir brechen früh auf, verlasen die verfallene Stadt und folgen dem Hügelkamm. Den ganzen Tag erkennen wir in den Seitentälern Überreste von kleinen Siedlungen. Diese Gegend war früher offensichtlich dicht besiedelt. An manchen Mauerstücken sieht man, dass ein starkes Feuer gewütet haben muss.

Die Gegend hier wirkt überhaupt nicht bedrohlich, man sieht viele Pflanzen und Tiere; aber der Wind trägt immer wieder entfernten Schlachtenlärm zu uns und wir erkennen auch ein Klagelied. Die Ruinen werden wieder zahlreicher und wir bewegen uns langsam aber sicher einen Hügel hinauf, der gewaltige Ausmaße hat. Wir schätzen, dass wir noch einen Tag bis zur Hügelspitze brauchen werden. Da es schon Abend wird, schlagen wir unser Nachtlager auf.

Während meiner Wache höre ich wieder Geräusche, diesmal sehe ich aber auch Schatten, die nach mir zu greifen scheinen. Das Ganze ist wahrhaftig unheimlich. Den Rest der Nacht schlafe ich sehr unruhig und träume wilde Dinge.

29. Mai 2954 – Fornost, Eriador

Am nächsten Tag gehen wir weiter den Hügel hinauf. Es ist ein riesiges Gebiet voller Ruinen, durch das wir uns einen Weg suchen. Tiere sehen wir hier keine mehr; es ist den ganzen Tag immer stiller geworden. Unbehelligt erreichen wir am Abend die Spitze des Hügels.

Hier suchen wir uns einen Lagerplatz in den Ruinen. Zunächst ist es totenstill, aber mit der Dunkelheit kommt wieder der Kampfeslärm. Er klingt bald wie in einer gewaltigen Schlacht und wir glauben, schwarze Schatten miteinander kämpfen zu sehen. Mitten in der Nacht verschwinden Schatten und Lärm und es ist wieder totenstill.

30. Mai 2954 – Fornost, Eriador

Am nächsten Tag machen wir uns wenig ausgeruht auf die Suche nach irgendetwas sinnvollem wie einem Schacht oder einem Kellereingang. Roderic findet in einer Ruinenecke hinter Büschen einige verrostete Kurzschwerter und Reste von Kurzbögen. Ferdibrand ist sich nicht ganz sicher, aber es könnte sich tatsächlich um Waffen aus dem Auenland handeln.

Nicht weit weg davon finde ich Überreste einer verrosteten Stange mit nicht identifizierbaren Resten einer Standarte oder Fahne. Was uns auffällt: für eine menschliche Standarte ist die Stange recht kurz geraten.

Abend legen wir uns wieder in unserem Lagerplatz zur Ruhe. Mitten in der Nacht werden wir plötzlich von einem Pfeilhagel geweckt! Die Pfeile sind sehr klein und könnten von Hobbits stammen. Schützen sehen wir keine. Nach einer Salve herrscht wieder Ruhe. Gleichermaßen merkwürdig wie beunruhigend ist, dass die Pfeile am nächsten Morgen nicht mehr aufzufinden sind.

31. Mai 2954 – Fornost, Eriador

Am nächsten Tag geht die Suche für uns weiter; inzwischen haben wir schon ein sehr großes Gebiet durchsucht.

Roderic findet das Skelett eines Kindes- oder doch eines Hobbits? Unter einem Gestrüpp finde ich ein Stück gegerbter Haut, die vielleicht mal eine Karte war. Zumindest erahnt man die Umrisse von Fornost. Auf dieser Karte sind auch stark verblasste Zeichen, die Ferdibrand als altes Kuduk erkennt. Am Rand kann er die Worte „Hauptmann Rufus T“ entziffern und, viel interessanter, etwa im Stadtkern das Wort „Tunnel“.

Inzwischen sind wir sicher: Hobbits waren hier zur Schlacht um Fornost anwesend und es war allem Anschein nach eine kämpfende Truppe.

Wir suchen diesen Tunnel, es ist aber schon spät und wird dunkel, so dass wir unser Lager aufsuchen. Auch in dieser Nacht werden wir von Pfeilen geweckt, diesmal mit zwei Salven. Danach ist wieder Ruhe. Und wieder sind die Pfeile am nächsten Morgen weg.

01. Juni 2954 – Fornost, Eriador

Am nächsten Morgen fangen wir in aller Frühe an, den Tunnel zu suchen. Da wir eine ungefähre Ortsangabe haben, werden wir gegen Mittag auch endlich fündig. In einer größeren Gebäuderuine finden wir einen zugewucherten und halb verschütteten Kellereingang. Wir fangen sofort an, den Gang freizulegen. Nach ein paar Stunden mühevoller Arbeit ist der Gang freigelegt. Narvi geht ein paar Schritte hinein, um ihn zu prüfen. Der Gang sieht stabil aus und ist mannshoch und einige Meter breit. Wir folgen ihm einige Meter, in denen er abfällt. Dann kommen wir an eine Kreuzung, wo der Gang nach Osten abfallend weitergeht und Richtung Westen ansteigend. Wir entscheiden uns für letzteres.

Wir folgen dem Gang einige Zeit, die Luft ist hier stickig und der Gang trocken. Da es inzwischen Abend geworden ist, suchen wir uns einen Schlafplatz in einem alten Lagerraum. Das erste Mal seit Tagen haben wir eine ruhige Nacht.

02. Juni 2954 – Fornost, Eriador

Wir machen uns weiter auf den Weg durch den Gang. Wir kommen häufiger an Räumen vorbei, die früher Lagerräume waren und in denen wir verrostete Waffen und Rüstungen sehen. Wir laufen viele Stunden als wir am Ende des Tunnels an einen Torbogen kommen. In der Decke sehen wir ein paar kleine Löcher, durch die Tageslicht fällt. Narvi schätzt, dass wir uns an der Hügelspitze befinden.

Hinter dem Torbogen kommen wir in eine Halle, in der mittig in einem Schutthaufen ein Thron steht, der überhaupt nicht verwüstet aussieht. Ansonsten sehen wir umgestürzte Säulen, Reste von einst prächtigen Mosaiken und Fresken, groß und immer noch beeindruckend. Der Thron wirkt majestätisch und in seine marmorne Rückenlehne ist ein fünfzackiger Stern eingearbeitet, das Symbol Arnors.

In der Nähe des Throns sehen wir einen weiteren Torbogen in einen anderen Gang oder Raum, über dem eine Inschrift steht. Die ist in Sindarin verfasst, die Earendil übersetzt:

„In dieser Richtung liegt der Stern der Weitsicht,
möge seine Wache ewig auf der Hut vor dem Schatten sein“.

Mir fällt eine alte Geschichte ein, dass es hier eine sogenannte ‚Kuppel des Sehens‘ gegeben hat, in der ein Palantir aufbewahrt wurde.

Wir durchsuchen den Raum, als mir etwas auffällt. Durch ein Loch in der Decke fällt Licht auf ein Mosaik neben dem Thron. Das Mosaik ist wie der Thron vollständig und nicht verwittert. Es ist rund und misst etwa 80 Zentimeter im Durchmesser. Wir hoffen, dass es einen Hinweis oder Mechanismus gibt, den dieses Mosaik verbirgt. Wir suchen und fummeln bestimmt eine Stunde, bis wir einen Mechanismus finden, der das Mosaik öffnet.

Darunter öffnet sich ein Raum, der sich, als wir eine Laterne hineinhalten, als Schatzkammer entpuppt. Wir sehen Truhen mit Juwelen, goldenem Geschirr, Prunkwaffen und Bücher mit goldenen Einbänden. Sprachlos starren wir die Schätze an – gibt es hier vielleicht den von uns gesuchten Stern von Annuminas?

Wir fangen an, den Raum zu durchsuchen, als wir oben im Thronsaal Geräusche hören. Kurz darauf hören wir eine dumpfe, tiefe Stimme, die sagt: „Für Angmar, für meinen Herrn!

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