Kettenrasseln V – Stimmen aus dem Jenseits

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Reisejournal von Dalariah Thalon

Nachdem ich mit Umbrius die Archive im Drugontempel und im Haus der Stadtvögtin Marika von Felsental gesichtet hatte und dort auch einige Nachforschungen in eigener Sache anstellen konnte, traf ich meine neue Reisegruppe in einer Taverne beim Frühstück wieder. Die anderen waren in der Zwischenzeit schon wieder in unglaubliche Abenteuer verwickelt worden. Ich verstand nicht alles, was sie mir erzählten, und glaubte noch viel weniger davon, wurde aber im Laufe der Ereignisse eines Besseren belehrt. Es sollte Untote im Umland geben!

Doch noch bevor mir jemand meine Zweifel anmerken konnte, ging draußen auf der Straße ein Streit los. Ein Alb in einer Robe, mit einem Halbmond auf der Stirn, der Bruder Greichert genannt wurde, wiegelte das Volk auf. Zunächst spielte ich mit dem Gedanken, den Mann zur Rede zu stellen, doch der Pöbel erwies sich als undurchdringlich und schließlich ereilte uns die Bitte, schnellstmöglich zu Iriane in den Gunwartempel zu kommen.

Vor dem Tempel war eine Krankenstation aufgebaut und wir sahen sofort, dass unzähligen Bergleute aus den Minen dort lagen, die entweder von Krämpfen geschüttelt wurden oder vollständig erstarrt zu sein schienen.

Die anwesenden Ärzte, Heiler oder Scharlatane schienen mit der Situation völlig überfordert zu sein. Filliam aber erwies sich einmal mehr als wirklich fähiger Heilkundiger. Er untersuchte die Kranken und stellte fest, dass es sich um die Folgen von Magiewirken handelte.

Als wahrscheinliche Quelle der unheilvollen Magie, die hier am Werk war, vermuteten meine Reisegefährten gleich Arenvald, den Anführer eines lang zurückliegenden Aufstandes der Sklaven gegen die Drachlinge. Er war verflucht und eingesperrt worden. Seine Söhne waren die Begründer der Familien Dunkelgrund und Felsental, die seither verfeindet sind. Die anderen Aufständigen waren in Ketten gelegt und zu Tode gestürzt worden und danach – tot und in Eisen – in eine Gruft eingesperrt worden. Es lag nahe, dass dies die Untoten waren, die ebenfalls Ketten trugen. Etwas musste sie aufgeweckt haben. Wir vermuteten außerdem, dass sie aus den Minen gekommen sein mussten und machten uns auf den Weg.

Mercurio, einer der Heiler, begleitete uns und zeigte sich in der Mine als abgebrüht und kalt. Es war tatsächlich so, wie wir vermutet hatten. In den Minen, die mit verschiedenen Fallen gesichert waren, die meine Gefährten aber geschickt überwanden, waren die Untoten, die sich als wiedererwachte Aufständige erwiesen. Wir fanden merkwürdig leuchtende Pilze und einen Varg in dunkler Robe, der uns angriff, aber gleichzeitig um den erlösenden Tod bat. Filliam gelang es, ihn zu erlösen. Der Geist des Getöteten fuhr aus seinem Körper und erinnerte uns an den Fluch der Drachlinge. Arenvalds Söhne hätten jeweils einen Teil eines Schlüssels, um den Fluch zu brechen. Wir vermuten, dass es sich vielleicht um die Wappen der Familien handeln könnte.

In einem Geheimfach entdeckt der Gnom zwei Dolch und vier Amulette. Mit dem Schlüssel des Vargs ließ sich eine Tür öffnen, hinter der sich ein Raum mit leuchtenden Runen befand. Außerdem drang ein seltsamer Gesang heraus, ohne dass Sänger zusehen gewesen wären. Ein Geist, vermutlich der von Arenvald, tauchte auf, den Iye tötete. Er beschimpfte uns und drohte mit seiner Wiederkunft zum vollen Silbermond. Er schleuderte uns außerdem Worte in einer Alten Sprache entgegen. Die Runen glühten und ein Beben erschütterte die Höhle. Ich wünschte mich so schnell wie möglich wieder ans Tageslicht und in ein gemütliches Gasthaus zurück. Da fiel mir auf, dass Mercurio fehlte.

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