Lord Byrons Tagebücher, Berlin 1956, 1.-4. November

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Zehn Jahre sind verstrichen. Berlin ist zweigeteilt in einen Ost- und einen Westsektor. Von Siemens meldet sich bei mir. Der Archivar der Stadt, Karl von Gutenberg, möchte uns morgen Abend um 22 Uhr in der konspirativen Wohnung treffen.

Freitag, 2. November 1956 – Ich fahre zur gewünschten Zeit zum Fuchsbau. Das treffen scheint mit allen aus dem alten Klüngel anberaumt zu sein. Neben von Siemens sind auch von Vieregg und Mackenzie dort.
Karl von Gutenberg erscheint pünktlich und bittet um Diskretion, denn es geht um eine delikate Angelegenheit. Ihm ist Constance nicht geheuer und er bittet uns, Augen und Ohren offen zu halten, ob wir etwas kompromittierendes finden, dass er gegen sie verwenden kann.

Es ist schon ärgerlich, dass der Nosferatu mich, bzw. uns, so leichtfertig in eine wirklich unangenehme Lage bringt. Mein erster Weg führt mich also ins Lost Souls, um mir mein Gewissen bei meiner Ahnin zu erleichtern. Auch Frau Overbeck hält Constance für suspekt und deutet an, dass sie damals auch der Trennungsgrund zwischen ihr und dem Prinzen war. Eigene Nachforschungen von Frau Overbeck haben aber bisher nicht viel ergeben. Constance scheint über Auspex zu verfügen und ist eher manipulativ, vielleicht ein Caitiff, aber wirkliche Fakten hat man bisher nicht herausfinden können.
Ich fahre dann ins Panoptikum und bitte Geraldine, einen Kontakt mit Lorna Dingwall herzustellen. Lorna, als Toreador aus Edinburgh, könnte vermutlich am ehesten eine Beziehung zwischen Constance und der historischen Familie Stewart ziehen.
Zum Schluss treffe ich mich dann noch mit Simone. Sie war nach meinen Weggang noch länger im Lost Souls und hat das Treiben dort beobachtet. Glücklicherweise hat mein Besuch bei Frau Overbeck keine größeren Aktivitäten nach sich gezogen. Ich habe also nicht direkt in ein Wespennest gestochen.

Samstag, 3.11.1956 – In den Medien wird berichtet, dass sich am Montag der deutsche Bundeskanzler Konrad Adenauer mit Vertretern der Montanunion treffen wird. Angeführt wird die Delegation von einem französischen Industriellen namens Jean Monnet, einer mir nicht unbekannten Person. Das letzte Mal sah ich ihn 1916 in Brügge, wie er aus den Händen französischer Truppen entführt wurde von einer Horde Gangrel antitribu! Kurz nach dem Radiobericht meldet sich Mackenzie, der sich morgen im Fuchsbau treffen will. Er war damals auch zugegen. Ich bin gespannt.

Sonntag, 4.11.1956Mackenzie berichtet von der Nacht in Brügge, er war zu der Zeit noch ein Sterblicher und wurde bei der Entführung Jean Monnets fast getötet. Gerettet hat Mackenzie sein Erzeuger, ein rothaarige Schotte, eben jener Vampir, der Madame Felix und mir in der Nacht abhanden gekommen war.

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