Der sterbende Gigant

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Persönliches Logbuch, Giuseppe Lombardi, 05.01.2268 – Theonothk-Sektor
Ich vermute, es war schieres Glück, dass wir aus dem Gefecht mit dem Drakhjäger nur mit leichten Schäden entkommen konnten. Captain Krey hatte Befehl gegeben, sich dem fremden Schiff zu nähern und nach einer Andockmöglichkeit ausschau zu halten. Das Ding ist riesig, fast neun Meilen lang und von völlig fremder Bauweise. Unsere Scans ergaben, dass kaum noch Energiesiganturen von dem Schiff ausgehen, mal abgesehen von den chaotischen Messwerten der Anomalie, die weite Teile mittschiffs zerstört hat, treibt der Koloss wie ein sterbender Gigant im All.

Gerade als unsere Sensoren von den starken Energiefluktuationen gestört werden, kann unser Navigator am Rande des Scanfelds ein weiteres Schiff ausmachen. Kurz darauf sind wir blind. Den Kurs antizipierend, scheint sich ein kleiner Raider-Jäger vom Planeten aus zu nähern. Captain Krey steuert die Schliemann daraufhin auf den Rumpf des Kolosses, in der Hoffnung, dass der Pirat uns so nicht ausmachen kann. Diese Hoffnung erweist sich als Irrtum. Der Raider gleitet über das Fremde Schiff hinweg, und im Entfernen dreht er sich, wobei er sofort das Feuer auf die Schliemann eröffnet. Ich glaube, wir haben es den ausgezeichneten Pilotenfähigkeiten unseres Captains zu verdanken, dass wir alle noch am Leben sind, denn es gelingt ihm, unseren Kahn nahezu blind aus der Anomalie heraus zu fliegen und in eine gute Kampfposition zu bringen. Schließlich kreisen wir mit dem Raider wie Satelliten um das kolossale fremde Schiff und behaken uns. Nach und nach gewinnen wir die Oberhand. Als der Pirat fliehen will, setzen wir ihm nach und zerstören ihn.

Es braucht ein paar Stunden, bis unsere Ingenieurin die Schäden beider Kämpfe an der Schliemann weitestgehend beseitigt hat. Dann starten wir einen weitern Anflug und docken an einer Luftschleuse an, die noch hohe Energiewerte aufweist. Vermutlich hatte hier auch schon der Drakh gelegen. Ein Außenteam in Raumanzügen und bewaffnet macht sich daran, das fremde Schiff zu betreten, während ich das Ganze auf den Monitoren verfolge.

Es gelingt unserem Archäologen Lefebvre, den Code der Schleuse zu knacken. Auf dem Schiff funktioniert nur eine Notbeleuchtung. Der Medizinscanner zeigt aber eine atembare Atmosphäre an. Die Luft ist abgestanden und muffig. Dann entdeckt das Außenteam den Körper auf dem Boden in einer der Abgänge liegen. Eigentlich sieht man zunächst nur einen fremdartigen Raumanzug mit verspiegeltem Visier. Dr. Flemming kann schwache Lebenszeichen feststellen, die nicht menschlich sind und zu keinen Exolebensformen in der IPX-Datenbank passen. Unser Centauri-Telepath Kiron Tyree versucht in den Geist des Sterbenden einzudringen, was sich aber als fatal erweist, denn plötzlich regt sich der Körper. Die Kreatur scheint auch über PSI-Fähigkeiten zu verfügen und greift den Centauri an. Tyree gelingt es nur knapp, sich aus dem Geist zurück zu ziehen. Lefebvre nimmt daraufhin dem Fremden den Helm ab und blickt in das entsetzliche Gesicht eines Drakh. Noch bevor der feindliche Telepath einen weiteren Angriff versuchen kann, schießt ihm unser Mission-Specialist in den Kopf. Das Außenteam kehr mit dem fremden Körper in einer Bioversiegelung auf die Schliemann zurück. Ich bin schon gespannt aus die Obduktion. Außerdem soll morgen das fremde Schiff weiter erkundet werden. Woher kommt es? Wodurch wurde es so beschädigt? Was suchten die Drakh an Bord?

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