Blut auf der Themse 28 – ‚Juliet is a traitor!‘

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Donnerstag, der 04.01.1883: Nach Wochen der Genesung fühlt sich Sir William wieder stark genug, um in Begleitung seines Handlangers Gerry einen Spaziergang durch das nächtliche London zu machen. Sie suchen einen Club in der Nähe des Regent´s Park auf, wo sich der Ventrue an einer der Gesellschafterinnen nährt. Es tut gut, mal wieder vor die Tür seiner Villa zu treten. Doch der Vampir merkt, dass die früheren menschlichen Freuden für ihn seinen Reiz verloren haben. Lediglich der Akt des Trinkens kann ihm noch das Gefühl echter Befriedigung verschaffen. Er trägt Gerry auf, in der nächsten Nacht einige Prostituierte wieder als Kelche in seine Stadtvilla „einzuladen“. Zudem wünscht Sir William, die übrigen Mitglieder des Klüngels nach einiger Zeit wiederzusehen. Also lässt er seinen Diener Bartholomew entsprechende Schreiben für morgen Nacht 22:00 Uhr an die bekannten Adressen verschicken. In Lord Liams Namen erhält Sir William noch in derselben Nacht die Antwort, dass der Toreador für einige Zeit außerhalb Londons geschäftlich unterwegs ist.

Freitag, der 05.01.1883: An diesem Abend finden sich nach und nach bis auf Lord Liam und Sir Cedric die übrigen Mitglieder des Klüngels im Salon von Sir William ein.
Mr. Wright wirkt kurz angebunden und etwas unzufrieden, wie er da auf dem Sofa sitzt.
Der Gangrel Mr. Meriwether präsentiert sich in strapazierfähiger Lederkleidung. Er riecht nach Tier und Erdreich und scheint verwilderter als im letzten Jahr. Moonfield trägt unordentlich geknöpfte Kleidung und hält sich an seinen Aufzeichnungen fest.
Der Malkavianer wirkt unkonzentriert. Nach einen kurzen peinlichen Schweigen erkundigt sich Sir William nach den Geschehnissen vor dem Jahreswechsel. Der Ventrue selbst hat einige Erinnerungslücken aus seiner Zeit der Befragung durch Herrn Schreckt und seine Gehilfen. Bevor Mr. Wright alles berichtet, was der rechtliche Klüngel in jenen Nächten erlebt hat, bittet er Moonfield darum, Ms Parr auszurichten, dass er sie um ein Treffen im Büro des Sheriffs bittet.

Der Malkavianer verlässt den Salon, doch im Flur der Villa hat er eine Vision von einer nebulösen, dunklen Gestalt mit Krone, die ihn in den Keller von Sir William lockt.
Dort übergibt der Graue König ihm ein Päckchen, das seinen Weg per Post von Kairo bis nach London gefunden hat. Und es ist das erste Mal, dass der Graue König zu Moonfield spricht; mit einer hohen Fistelstimme wispertet er die Worte „Juliet is a traitor“.
Wie in Trance nimmt Moonfield das Päckchen an sich und verlässt verdunkelt die Stadtvilla.
Er irrt eine Weile durch die Straßen, bis er das Päckchen in einer Seitengasse öffnet.
Es enthält ein Holzkästchen, die mit Sand gefüllt wurde. Darin verbirgt sich eine kleine Bleiphiole, verschlossen und mit Wachs versiegelt. Moonfield überlegt kurz und macht sich auf den Weg zum „Bedlem“.

Zwischenzeitlich hat sich etwas ereignet, das auch die übrigen Mitglieder des Klüngels auf die Straßen getrieben hat. Sir William, Mr. Meriwether und Mr. Wright treffen am Liebesnest ein, doch dort ist niemand zu Hause. Der Ventrue und der Nosferatu machen sich auf den Weg zu Scottland Yard. Der Gangrel wird weiter zum „Bedlem“ fliegen.

Im Schutze der Verdunkelung erreicht Moonfield das „Bedlem“ und verkriecht sich in seinem Hausmeistergebäude. Dort öffnete er die Phiole, der Geruch potenten Blutes steigt ihm in die Nase. Als er die Vitae trinkt, hat er kurz eine Vision von Lady Anne Bowesley. Es fällt ihm auf, dass er den Geschmack ihres Blutes schon ein paar Mal hintergründig auf den Lippen hatte, als er von seiner geliebten Juliet trank. Dann stiehlt Moonfield sich wieder vom Gelände der Nervenheilanstalt und versenkt das Kästchen in den schmutzigen Fluten der Themse. Als dies erledigt ist, macht sich Moonfield auf zur Polizeistation, um dort die Nachricht von Mr. Wright zu hinterlassen. Danach kehrt er zur Villa am Regent´s Park zurück, doch die anderen Vampire sind nicht mehr dort. Schulterzuckend macht Moonfield sich auf den Weg zum Liebesnest.

Die anderen indes haben weder im Sheriffbüro noch im Liebesnest Tomas Moonfield oder Juliet Parr angetroffen. Sir William und Mr. Wright kehren zum „Bedlem“ zurück und sprechen dort mit dem Pförtner. Moonfield soll vor ungefähr einer Stunde zurückgekehrt sein. Mittels einer kleinen Bestechung öffnet sich für die beiden das Tor der Irrenanstalt.
Als der sie rüber zur Hausmeisterunterkunft gehen, nimmt Meriwether wieder Menschengestalt an und gesellt sich zu ihnen. Doch der Gangrel hat den Gesuchten nicht gesehen. Als sie das Nebengebäude erreichen, finden sie die Eingangstür nur angelehnt vor. Drinnen ist es dunkel, niemand ist da. Sie finden Moonfields Ruhezimmer: eine Matratze auf dem Boden; die Wände, die vermauerten Fenster und die Decke sind mit Notizen und wirrem Gekritzelt übersät. Ein leichter Geruch nach Vitae liegt in der Luft und auf einem Laken finden sie einen noch frischen Blutfleck. Sie stellen die Spur sicher und dann wenden sich die drei der zweiten, verschlossen Tür zu. Mr. Meriwether bricht die Tür auf, in dem Raum dahinter sind ein paar rostige Gartengeräte, zwei Holztruhen – und auf der Stirnwand ein Bild, das mit groben Kohlestrichen auf die Mauer gezeichnet wurde. Es zeigt eine missgestaltete, gekrönte Gestallt, umgeben von sechs Gesichtern, wobei eines davon verwischt wurde. Auf dem Boden kleben noch ein paar heruntergebrannte Talgstumpen.
Die drei Vampire beratschlagen, was zu tun ist. Sir William will nach Hause zurückkehren, Mr. Wright und Mr. Meriwether werden es noch einmal am Liebesnest versuchen.

Kurz nachdem Sir William mit der Kutsche seine Villa am Regent´s Park erreicht hat, klopft Moonfield dort an die Türe. Sir William bittet ihn in den Salon, dann schickt er Gerry zum Liebesnest, um die anderen zu holen. Als Mr. Meriwether und Mr. Wright in der Villa eintreffen, fragt der Nosferatu Moonfield gereizt, ob dieser sie heute am frühen Abend belauscht hat. Es ist ihnen aufgefallen, dass der Malkavianer das Anwesen nicht sofort verlassen hatte. Moonfield verneint dies und berichtet ihnen von seiner Vision vom Grauen König. Doch auch die anderen Kainskinder hatten eine Vision der schattenhaften Gestalt, die sich aufs dem Kamin erhob und ihnen zu zischte: „Juliet is a traitor.“
Moonfield ist hin- und hergerissen, bisher hat er dem Grauen König immer gehorcht, doch liebt er Juliet, so wie ein Vampir zu diesem Gefühl noch fähig sein kann. Und selbst wenn Juliet eine Verräterin sein sollte – wen hat sie verraten? Moonfield? Valerius?
Den Klüngel? Mitras? Sie beschließen, dass Moonfield einen Brief an Mr. Mellon aufsetzen soll, um den alten Malkavianer um Unterredung zu bitten. Da es schon spät ist, macht Moonfield sich auf den Heimweg. Mr. Wright heften sich verdunkelt an seine Fersen.
Mr. Meriwether ist etwas aufgefallen: Aus dem Spielkarten, mit dem Sir William ihn abgelenkt hat, bis die anderen eintrafen, hat Moonfield unbewusst das Wort „Traitor“ gelegt.

Moonfield bewegt sich in Richtung Whitechapel, doch anstatt zum Liebesnest geht er in Richtung des „Bedlem“. Der Nosferatu beschattet das Hausmeistergebäude, nach einer Weile kommt Moonfield noch einmal heraus und bringt etwas zur Pförtnerhäuschen.
Verdunkelt schleicht sich Mr. Wright ans Fenster und sieht zwei Briefumschläge auf einem Tischchen liegen. Der erste ist an Mr. Abraham Mellon adressiert, auf dem zweiten Kuvert ist kein Name notiert, nur die Anschrift von Mr. Wrights Elternhaus – wo gerade der flüchtige Tremere untergebracht ist.

Mr. Wright macht sich umgehend auf den Weg dorthin und findet Sir Cedric überaus gelangweilt in seinem Versteck vor. Mr. Wright berichtet vom Treffen mit Sir Williams und der Vision vom Grauen König. Als intellektuelle Herausforderung überreicht ihm Mr. Wright den Stofffetzen mit dem Blutfleck aus Moonfields Domäne. Mittels „Sinn für Blut“ erkennt der Tremere, dass es sich um Vitae von Lady Anne handelt, einer Ventrue der siebten Generation. Aber wie kommt deren Blut jetzt nach London? Mr. Wright will morgen Nacht Moonfield auf den Zahn fühlen. Dann überlässt er Sir Cedric wieder seinem Versteckspiel.

Währenddessen hat Mr. Meriwether in Fledermausgestalt das Liebesnest erreicht.
Als er wartet, fährt eine Kutsche vor, Juliet Paar steigt aus und betritt das Gebäude. Moonfield hingegen taucht nicht mehr auf. Kurz vor Beginn der Dämmerung versinkt der Gangrel im Rasen vor dem Haus der beiden Malkavianer.

Samstag, der 06.01.1883: Als Sir Cedric erwacht, findet er im Foyer einen Brief, der keinen namentlichen Adressaten sondern nur die Straße und Hausnummer aufweist. Vorsichtig geworden, beschließt er, das Kuvert zu ignorieren.

Mr. Wright trifft im Liebesnest auf Sheriff Parr. Moonfield ist gestern nicht nach Hause gekommen. Sie fragt Mr. Wright, weswegen er sie sprechen wollte. Geschickt lenkt der Nosferatu das Gespräch wieder auf Moonfield. Sheriff Parr berichtet, dass es dem in der letzten Zeit nicht so gut geht. Über den Grauen König weiß sie, dass Moonfield schon seit Kindertagen von der Erscheinung begleitet wird. Richtig sehen kann er ihn aber erst nach der Behandlung eines gewissen Dr. Goodfellow. Soweit Juliet Parr weiß, kann sonst niemand den Grauen König wahrnehmen. Daher hält sie ihn für ein Hirngespinst.Danach fährt Mr. Wright per Kutsche zum „Bedlem“, wo er endlich auf den vermissten Malkavianer trifft. Gemeinsam fahren sie weiter zu dem sicheren Unterschlupf, in dem sich Sir Cedric verbirgt. Dort wird der Nosferatu auf den namenlosen Brief aufmerksam. Er fordert den Tremere auf, ihn zu öffnen. Dort steht in geschwungener Handschrift geschrieben:

Sehr geehrter Cedric Camberborough,

es ist Zeit, dass wir uns kennenlernen.
Kommen Sie um Mitternacht zum „Old Ladies“.
Kommen Sie allein. Seien Sie vorsichtig.

Hochachtungsvoll

R.

Sir Cedric untersucht den Brief mittels seiner übersinnlichen Fähigkeiten. Kurz hat er den Eindruck, dass es um ihn herum heller wird, irische Fideln spielen und Mr. Wright trägt einen grünen Zylinder mit vierblättrigem Kleeblatt. (Das war möglicherweise ein Fehlschlag.)
Zu dritt fahren sie weiter zur Villa von Sir William. Noch auf dem Weg dorthin konfrontiert
Mr. Wright Moonfield damit, dass sie in seiner Domäne einen Spritzer Vitae gefunden haben und feststellen mussten, dass sie von Lady Anne stammt. Moonfield berichtet ohne Scheu, das der Graue König ihm die Phiole mit dem Blut der Ventrue überreicht hat. Es war für Juliet Parr bestimmt, doch weil es ihm „richtig“ erschien, trank Moonfield die Vitae selbst. Weiter erzählt Moonfield, dass er glaubt, dass die Geliebte bereits des Öfteren Blut von Lady Anne erhalten hat. Denn wenn Moonfield von Juliet trank, hatte er einen Nachgeschmack auf dem Lippen, der an die Vitae von Lady Anne erinnert. Bereitwillig bietet er Sir Cedric sein Handgelenk an, damit der Tremere sein eigenes Blut untersuchen kann. Die Analyse offenbart, dass Moonfield ein Malkavianer der neunten Generation ist. Es finden sich keine Anzeichen von Dialaberie in seiner Vitae, jedoch gibt es ein Blutsband. Allerdings kann
Sir Cedric nicht sagen, zu wem das Band geknüpft wurde. Doch da ist noch etwas, ein bitterer Nachgeschmack wie von Meerwasser, den der Tremere nicht zu deuten vermag.

Sie erreichen die Villa am Regent´s Park. Im Salon wird Sir William in Kenntnis gesetzt. Moonfield berichtet, dass er wie vereinbart den Brief an Mr. Mellon abgeschickt hat. Zudem berichtet er wirre Einzelheiten über die Behandlung durch Dr. Goodfellow, an die er sich selbst nicht mehr genau erinnern kann. Sir Cedric betrachtet die Aura des Malkavianers und sieht, dass der Vampir sehr verwirrt ist, zudem wird er von myriaden Funken umtanzt. Nachdem er allen von seiner Vision des Grauen Königs im Keller der Villa berichtet hat, untersucht der Klüngel das Gewölbe. Darin finden sich auf einem Tisch drei weitere Päckchen. Mr. Meriwether erkennt aus den Spuren auf dem Boden, dass nur eine Person hier in den letzten Monaten hin und her gegangen ist. Sie passen zu Moonfields Sohlen. Doch der Malkavianer behauptet, sich nicht erinnern zu können.
Der Hausherr Sir William weiß nichts von den Päckchen, die vor ihnen auf dem Tisch liegen und alle an Sherif Parr adressiert sind. Abgestempelt wurden sie im Zeitraum Oktober bis Dezember 1882. Auch Diener Bartholomew wusste nichts von den Paketen oder das Moonfield in den vergangenen Monaten hier gewesen sein soll. Mr. Wright will die Päckchen sicherstellen, da sie an das Sheriffbüro adressiert wurden. Mr. Meriwether hingegen vertritt die Ansicht, dass die Päckchen lieber an Ort und Stelle bleiben sollten. Damit der Streit nicht eskaliert, pocht Sir William auf sein Domänenrecht und erklärt, dass alle erstmal Ruhe bewahren sollen. Sie vereinbaren, dass sie sich alle – bis auf Sir Cedric – um drei im Liebesnest mit Ms Parr treffen wollen. Sir William führt Moonfield zur Tür, damit er sie informieren kann.

Als der Malkavianer fort ist, wiederholt Mr. Wright, dass die Päckchen in seinen Zuständigkeitsbereich fallen. Möglicherweise hat Lady Anne ihr Blut an Sheriff Parr geschickt, damit diese deren Ghule versorgen kann. Zudem traut er der ominösen Behandlung durch Dr. Goodfellow nicht, wohlmöglich wird Moonfield dadurch irgendwie manipuliert. Sir Cedric berichtet, dass er noch einmal einen Blick auf das silberne Band geworfen hat, das sie alle umgibt. Doch nun sind alle „Schicksalsfäden“ nur noch um Tomas gewunden. Außerdem weißt seine Aura Merkmale auf, die eindeutig auf Magie zurückzuführen sind.

Sie beratschlagen noch eine Weile, doch es fehlen derzeit zu viele Teile des Puzzles. Schließlich trenne sie sich vorerst. Mr. Meriwether fliegt zum „Bedlem“, um Moonfields Unterschlupf zu überwachen. Sir Cedric macht sich auf den Weg zum „Old Ladies“, auch
Mr. Wright zieht von dannen. Moonfield macht auf dem Weg zum Liebesnest einen kleinen Umweg, er hat das Bedürfnis sich zu nähren.

Ein paar Stunden später: Moonfield steht vor der Tür des Liebesnestes und will gerade aufschließen, als jemand von hinten in seine Manteltasche packt und einen Schlüssel herauszieht. Mr. Wright hält ihm den Schlüssel hin und behauptet wütend, es sei der zum „Old Ladies“. Thomas erklärt, den Schlüssel vor Jahren von O´Ceallaigh bekommen und dann verloren zu haben. Er kann sich keinen Reim darauf machen, wie das Ding in seinen Mantel gekommen sein kann. Aufgebracht konfrontiert der Nosferatu Moonfield damit, dass er ihn beobachtet hat, wie er zu Sir Cedric in das „Old Ladies“ gegangen ist.
Verwirrt beteuert Moonfield, keinerlei Erinnerung daran zu haben.

Währenddessen filzt der Gangrel die Domäne von Moonfield, findet aber keine neuen Spuren. Jedoch hat er das Gefühl, beobachtet zu werden. Er hört die Außentür knarzen und wie sich Schritte vom Gebäude entfernen. Mr. Meriwether setzt hinterher, kann jedoch niemanden sehen. Ein verdunkelter Feind. Der Gangrel versucht, ihn niederzuwerfen,
doch der andere Vampir entkommt. So leicht lässt sich Mr. Meriwether aber nicht abschütteln. In Fledermausgestalt steigt er in die Lüfte und sieht, wie eine Droschke vom „Bedlem“ davon fährt. Der Gangrel folgt der Kutsche bis in die Außenbezirke von London zur Villa von Mr. Mellon. Dort steigt ein Mann aus, den Meriwether als Dr. Goodfellow erkennt.

Sir Cedric sitzt unterdessen wieder im Elternhaus von Mr. Wright, als plötzlich der Nosferatu mit dem Malkavianer im Schlepptrau eintrifft. Mr. Wright verlangt, dass Sir Cedric von seinem Termin im „Old Ladies“ berichtet. Der Tremere erklärt, dort den Grauen König gesehen zu haben. Die Erscheinung hatte ihn zugerufen „Juliet is a traitor“ dazu aufgefordert,
„das Band zu durchtrennen“ – dann löste sich der Graue König auf.
Mr. Wright behauptet, dass Moonfield den Brief geschrieben hat, mit dem er dann Sir Cedric ins „Old Ladies“ gelockt habe. Ihm ist der Brief schon einmal aufgefallen, als er im Pförtner-häuschen des „Bedlem“ sah, dass neben dem Kuvert an Mr. Mellon noch ein zweiter Umschlag lag… Moonfield versichert, auch von dem Brief an Sir Cedric nichts zu wissen.
Sir Cedric fordert das Tagebuch von Moonfield. Widerstrebend händigt der Malkavianer ihm seinen wertvollsten Besitz aus. Die meisten Seiten zeigen nur zusammenhangloses Gekritzel. Doch dann findet Sir Cedric das, was er gesucht hat: die alte Passage
„Juliet is a traitor“, in derselben Handschrift, wie der rätselhafte Brief.
Nun ist klar, dass sie Moonfield nicht mehr vertrauen können. Offensichtlich hat sein Wahn eine eigenständige Persönlichkeit geboren, den Grauen König, dessen Taten Tomas Moonfield nicht bewusst sind. Da sich der Malkavianer nicht pfählen lassen will, beschließen Sir Cedric und Mr. Wright, dass der Tremere mit Moonfield im Versteck bleiben soll.

Dann bricht Mr. Wright zur Villa von Sir William auf. Dort ist auch Mr. Meriwether eingetroffen und sie tauschen die beunruhigenden Informationen über den Grauen König und
Dr. Goodfellow aus. Sie halten Kriegsrat und dann machen sich die drei auf den Weg zum Liebesnest um mit Sheriff Parr zu sprechen. Die Vitae von Lady Anne hat der Nosferatu zwischenzeitlich in seiner Domäne eingelagert.
Mr. Wright spricht Ms Parr auf die Blutlieferungen aus Kairo an. Die Auswirkungen sind dramatisch: Die Malkavianerin fängt an blutige Tränen zu weinen und stammelt „Ich kann das nicht mehr. Aber ich liebe ihn!“ und zieht ihr Messer. Mit Müh und Not gelingt es den dreien, Ms Parr einigermaßen zu beruhigen und nach und nach etwas Licht ins Dunkel zu bringen. Damals, zu Mitras Zeiten, dienten die Malkavianer an seinem Hof dazu, Gäste und Repräsentanten anderer Domänen zu manipulieren. Erst hatte Edward Tucker, dann
Dr. Goodfellow diese Aufgabe. Doch auch Mitras selbst soll von jemand aus dem Clan des Mondes beeinflusst worden sein. Ms Parr ist sich nicht sicher, wer damals im Hintergrund die Fäden zog. Möglicherweise hatte Mr. Mellon da seine Finder im Spiel. Aber dieselbe Person hatte auch Moonfield als geeignetes „Objekt“ für seine Ränke ausgemacht. Denn tief in dessen Innern befindet sich ein „Monster“. Das Blut habe Ms Parr von Lady Anne erhalten, damit diese kein Blutsband zu Moonfield aufbaut. Doch dann sind die Lieferungen ausgeblieben und ist sie an Moonfield gebunden. Sie liebe nicht ihn sondern das „Monster“. In die Einzelheiten hat man Ms Parr jedoch nicht eingeweiht.
Mr. Wright offenbart, dass Herr Schreckt ihm bereits gesagt hat, dass Mitras damals fast in den Wahnsinn getrieben worden ist. Nun müssen sie Tomas Moonfield beschützen, damit sich die Geschichte nicht wiederholt. Mr. Parr glaubt, dass Lady Ava, Moonfields Erzeugerin, mehr darüber berichten kann, wer oder was hinter der ganzen Sache steckt. Vielleicht ist sie wieder in York anzutreffen. Ms Parr könnte versuchen, einen Kontakt herzustellen.
So beschließen sie, alle gemeinsam nach York zu gehen, um das Rätzel des Grauen Königs zu entschlüsseln. In aller Heimlichkeit, damit der Regent de Clifford nichts davon mitbekommt. Denn sonst könnte es nicht nur Juliet Parr sein, die des Verrats bezichtigt wird …

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