Ein Haufen Weltraumschrott

2 Antworten Beitrag drucken

2. Januar 2268
Paula Bergmann benötigte 24 Stunden, um mit ihren beiden Techs die Schäden an Rumpf und Antrieb der Schliemann zu beheben, bevor wir dieses System verlassen sollten. Der Captain unterbrach die Arbeiten am Abend, um uns in der Messe zusammenzurufen. Er eröffnete uns, dass die Erde unter Quarantäne stand, weil Aliens ein künstliches Virus ausgebracht hatten, das innerhalb der nächsten fünf Jahre 90% der Menschheit töten wird, wenn kein Gegenmittel gefunden wird.

Ich war nicht schlecht erstaunt zu erfahren, dass wir uns auf die Jagd nach einem vermeintlich beschädigten Drakh-Schiff machen wollten, von dem Signore Lombardi wussten, dass es sich im Sektor Theonothk befand. Die meisten von uns hatten noch nie von einer Rassen namens Drakh gehört. Richtig hellhörig wurden wir, als von einem großen interstellaren Krieg gesprochen wurde, der auf der Erde geheimgehalten worden war. In Folge dieses Konfliktes war die Heimatwelt der Drakh, Z’ha’dum, zerstört worden.

IPX Sonden hatten die Spur des Alienschiffes von der Erde bis in den Sektor Theonothk verfolgt, wo auch deren frühere Heimatwelt war. Vermutlich war das Schiff von einem Notfallprogramm dorthin gesteuert worden. Ich stellte mir die Frage, woher IPX diese Informationen nahm. Jedenfalls gehörte diese Schiff wohl zu den Angreifern, die die Seuche zur Erde gebracht hatten.

Bis auf Jussuf ben Ali-Aman waren wir alle Feuer und Flamme, dem Gegner die Stirn zu bieten und ihnen Informationen zu entwenden, die die Menschheit retten könnte. Captain Krey ließ sich dazu herab, die Hilfe des Gefangenen in Anspruch zu nehmen. Bozk musste sich vom Centauri befragen und „durchleuchten“ lassen, was diesen offensichtlich missfiel. Letztendlich schien er vertrauenswürdig, und der Drasi – ein ausgebildeter Kampfpilot – wurde unser neuestes Besatzungsmitglied. Da niemand medizinische Behandlung brauchte, hatte ich die Ehre, ihm das Schiff zu zeigen und ihn dem Rest der Mannschaft vorzustellen.

3. und 4. Januar 2268
Der nächste Tag begann für mich nach einer viel zu kurzen Nacht, als die reparierten Manövertriebwerke getestet wurden. Dann verließen wie das Korel-System und sprangen nach Kandar, bevor wir den nächsten Sprung nach Theonothk machten. Die Reise im Subraum benötigte 40 Stunden – Zeit die wir nutzten, um Bozk einzuarbeiten.

5. Januar 2268
Wir kamen unweit eines grünbraunen Planeten mit einem Mond in einem Sternensystem mit einer orangenen Sonne aus dem Subraum. Wir waren bei Theonothk angelangt. Unsere Sensoren nahmen die Signatur der Anomalie auf. Im Orbit des Planeten gab es eine Energiesphäre – nur war sie viel schwächer, als die Messwerte, die wir im Speicher von Bozks Schiff gefunden hatten. Beim Anflug erkannten wir, dass die Sphäre den hinteren Teil eines gewaltigen Sternenschiffes umgab. Es bestand aus aneinandergereihten Segmenten. Das Schiff hatte eine Gesamtlänge von neun Kilometern. Der Mittelteil war stark beschädigt, am Bug befanden sich große Schläuche oder Rohre, die wie übergroße Tentakel aussahen.

Commander Anatol Kusmin war es nicht vergönnt, aus einem Scan verwertbare Informationen von dem Schiff zu bekommen, aber Kiron Tyree bewies ungeahntes Talent an der Computerkonsole. Das Schiff hatte minimal Energie und wies keine Lebenszeichen auf. Jedoch erkannte er, dass sich auf der uns abgewandten Seite des Bugs ein weiteres Schiff befand.

Wir verwendeten die nächsten Minuten, um schnell eine Comm-Boje vorzubereiten, damit unsere Daten bewahrt und durch den Subraum an andere Schiffe und die IPX Corp. übermittelt werden konnten, sollten wir scheitern und vernichtet werden. Dann flogen wir einen Bogen und erkannten, dass das gesuchte Drakh-Schiff an diesem Schrotthaufen angedockt hatte. Wir begannen einen langen Scan, den wir nie abschlossen. Nach wenigen Minuten verzeichneten wir einen erhöhten Energieverbrauch – das Schiff startete seine Triebwerke.

Der Captain verfluchte sich, dass er sich so viel Zeit gelassen hatte, und gab den Befehl das feindliche Schiff zu zerstören. Mit zwei intelligenten Kanonieren, Jussuf und Bozk, und dem Schiffscomputer schossen wir aus fast allen Rohren. Es koppelte ab und polarisierte seine Hülle, was unsere Bemühungen, das Schiff zu scannen, vereitelte. Wir setzten die Boje ab, und schickten sie auf Kurs zum Sprungtor.

Dem zweiten Schuss aus der Partikelkanone des Drakh-Schiffes vermochten wir nicht auszuweichen und verloren einen unserer unbemannten Geschütztürme. Trotzdem wurde Bozk auch verwundet, was seine Entschlossenheit aber nur steigerte. Das uns technisch überlegene, aber zu dem Zeitpunkt beschädigte Schiff musste ein Vielzahl von Treffern einstecken, so dass auch das Aktivieren seiner Schilde seine Vernichtung nur unwesentlich hinauszögerte. Es flüchtete in Richtung des Sprungtores, wo wir für unsere Boje das Tor öffneten. Überraschenderweise wendete es nochmal, um uns anzugreifen, aber wir zerstörten seine Treibstofftanks, so dass es nicht mehr zum Tor fliegen konnte, als sich dieses ein zweites Mal öffnete. Wir gaben den Drakh den Rest.

Dann drehten wir, um das große Schiff nun unsererseits zu untersuchen …

2 Gedanken zu „Ein Haufen Weltraumschrott

  1. thd

    Ein kurzes Nachwort zum Abschluss: Dieses Schiff, ein Generationenschiff, wäre der Aufhänger für weitere Geschichten auf der Suche nach einem Heilmittel für die Drakhseuche gewesen. Wir haben dann aber beschlossen, die Proberunde an dieser Stelle abzubrechen, da keinem die verwendeten Traveller-Regeln zusagten und als Einblick die drei Spielsitzungen völlig ausreichend waren.

  2. admin

    Update 11.06.17: Im Text war die Rede davon, dass man am 5.1. Z’ha’dum erreicht habe. Korrekterweise muss es Theonothk heißen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Datenschutzhinweise: Die E-Mailadresse wird an den Dienst Gravatar übermittelt (ein Dienst der Wordpress Entwickler Auttomatic), um zu prüfen, ob die Kommentatoren dort ein Profilbild hinterlegt haben. Zu Details hierzu sowie generell zur Verarbeitung Deiner Daten und Widerrufsmöglichkeiten, verweisen wir Dich auf unsere Datenschutzerklärung. Du kannst gerne Pseudonyme und anonyme Angaben hinterlassen.