Prolog: Schatten über dem Düsterwald – Teil 1: Erinnerungen eines Schatzsuchers

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Jahresanfang 2949 DZ, Thal

Beim großen Fest zu unseren Ehren am 13. Januar wird verkündet, dass König Bard noch diesen Monat Lady Una aus Dorwinion ehelichen wird. Als Termin wird der 30. Januar festgelegt. Dazu werden auch noch Gäste aus Dorwinion erwartet.

Vor der Hochzeit werde ich gebeten, die traditionelle Ehrenwache der Braut zu übernehmen. Eine große Ehre, die mich mit Stolz und Freude erfüllt. Jedoch ist das auch harte Arbeit, vom Hofmeister werde ich in die wichtigsten Abläufe eingewiesen.

Vor dem Fest treffen Roderic, Ferdibrand und ich im Trinkstein bekannte Gesichter (Earendil verbringt den Winter im Waldlandreich): Tholin und Frar. Tholin hat seinen Plan geändert; er zieht nicht zum Eisengebirge, sondern mit über das Nebelgebirge Richtung Westen. Frar ist bei König Dain mit seinem Anliegen, die Graubgrube zurück zu erobern, freundlich aber bestimmt abgewiesen worden. Er bittet uns nochmal, bei Gelegenheit bei Bard und Dain ein gutes Wort für ihn einzulegen. Wir versprechen es ihm, haben aber nicht viel Hoffnung, dass man in dieser Sache auf uns hört.

Des Weiteren treffen wir vor dem Fest auch noch Bofri sowie Baldor Flussgold, der wieder eine Reise zum Anduintal plant und uns einlädt, ihn zu begleiten. Auch ergibt es sich, dass der zur Hochzeit angereiste Gandalf mit uns sprechen will. Er ist sehr interessiert an der Geschichte mit Raenar und hat Neuigkeiten von Radagast, der berichtet hat, dass das Dwimmerhorn inzwischen unbewohnt ist. Er bittet uns, bei unseren Reisen im Düsterwald nach Aerandirs Schar und dem Buch des Geheimen Feuers Ausschau zu halten.

Die Hochzeit selber ist ein pompöses und rauschendes Fest. Zwar bekomme ich nicht alles mit, da mich meine Aufgabe sehr beschäftigt, aber die Braut den ganzen Tag begleiten zu dürfen ist ein einmaliges Erlebnis. Zudem ist es ein Vergnügen, diese anmutige, charismatische und geheimnisvolle Frau näher kennen zu lernen. Man bekommt eine gute Vorstellung, was König Bard an ihr findet. Aber auch das schönste Fest findet ein Ende.

Ein paar Tage nach dem Fest stellen sich Roderic zwei Männer und eine Frau vor: Gonthar, Ulfar und Thorhild. Sie sind aus Sonnstatt, das vor nicht langer Zeit am östlichen Rand des Düsterwaldes gegründet wurde. Es handelt sich um entfernte Verwandte der Waldstämme und sie suchen ein Bündnis mit Waldhall, das am nächsten liegt, und falls das nicht klappen sollte, mit Esgaroth und Thal. Zu diesem Zweck hat der Anführer Ceawin der Freigiebige sie ausgesandt. Sie berichten von Orks in der alten Festung Sumpfbrück sowie Menschen unter einem Anführer namens Mogdred im Tyrannenhügel, einer weiteren alten Festung im südlichen Düsterwald.

Mir wird auch noch ein Titel, der eines Thegn, zuerkannt und ich bekomme auch einen kleinen Handelsposten in der Niedermark an der alten Handelsstraße an der Kreuzung zur Alten Waldstraße zuerkannt. Auch Ferdibrand darf sich aufgrund seiner Taten zukünftig Thegn nennen. Er wird sicherlich der erste Hobbit sein, dem diese Ehre zuteil wird.

Derweil erfährt Earendil im Waldlandreich von einer stärker werdenden Strömung unter den Elfen, die sich gegen König Thranduil richtet. Diese Elben werden Düsterwaldelben genannt.

Ende März treffen wir uns alle am Drachenkopf, von wo wir zum Treffpunkt der elbischen Jagdgesellschaft aufbrechen wollen. Die Dame Rodwen samt Leibwache und der Weinhändler Halbrech, der Lieblings-Weinhändler von König Thranduil, schließen sich uns an. Wir reisen zu „Großen Laube„, die etwas zwei Tagesreisen nördlich von Thranduils Hallen liegen. Dort kommen wir am 22. März an. Bei der Großen Laube handelt es sich um eine große Lichtung im Wald mit Fletts, also eine Art Baumhäusern, auf den Bäumen rundherum. Die Lichtung ist schon einzigartig geschmückt mit Blumengirlanden und Lampions und man sieht schon viele Elben sitzen, reden und musizieren. Die Atmosphäre ist mystisch und irgendwie auch magisch. Eine weitere großartige Erfahrung, die ich meinen Enkeln berichten werde.

Wir sehen bekannte Gesichter, zum Beispiel Glorfindel und die Jagdmeisterin Ruithel. Die Dame Rodwen unterhält sich mit uns über die Geschichten aus Heutal und den Galgenkönig, während wir mitbekommen, dass Ruithel von einer Wache aufgesucht wird. Diese berichtet, wie uns Earendil übersetzt, dass im Wald drei Holzfäller aus Thal gefangen wurden, die sich an den heiligen Silberbuchen vergriffen haben. Die Düsterwaldelben wollen die drei gleich irgendwo im Wald aussetzen, was einem Todelurteil gleichkäme. Loyale Wachen konnten sie aber davon abhalten. Ruithel macht sich sofort auf den Weg, wir bitten darum, sie begleiten zu dürfen, was uns auch gewährt wird.

Eine halbe Stunde westlich treffen wir auf den Trupp, der die drei Holzfäller gefesselt und geknebelt hat. Einer von ihnen wird befragt und gibt im Grunde alles zu. Die Holzfäller wurden wohl von einem Gesandten des Handelshauses Erland in dieses Gebiet geschickt. Ihr Problem ist, dass sie die heiligen Bäume nicht von den normalen unterscheiden können. Aber da eine Buche schon getroffen wurde, bleibt Ruithel nichts anderes übrig als die drei in die Kerker Thranduils bringen zu lassen.

Der Abend klingt noch entspannt aus, wir bekommen gutes Essen und lauschen den elbischen Musik- und Gesangsdarbietungen.

23. März DZ

Morgens hören wir Fanfaren, König Thranduil trifft samt Gefolge ein. Er hält eine kurze Rede und dann ziehen die ersten Gruppen schon zur Jagd ab. Auch wir machen uns auf den Weg.

24. März DZ

Auf der Suche nach Hirschspuren haben wir keinen Erfolg.

25. März DZ

Wir suchen weiter Spuren, aber haben auch heute keinen Erfog.

26. März DZ

Heute treffen wir auf eine andere Jagdgruppe, die unseren Weg kreuzt, aber auch noch keinen Hirsch gefunden hat.

Dafür kann Earendil die Spuren eines Hirsches ausmachen. Hoffentlich ist es ein Weißer Hirsch. So toll ist der Düsterwald hier nicht, als dass ich noch Tage hier verbringen möchte.

27. März DZ

Earendil bleibt hartnäckig an der Spur des Hirsches, die wir den ganzen Tag weiterverfolgen.

28. März DZ

Wir verfolgen die Spur, bis wir mittags einen Wasserfall hören. Die Wälder werden hier etwas lichter und vor uns taucht eine Furt über den Waldfluss auf. Wir sehen jetzt den Wasserfall, der etwa 20 Meter hoch ist und über eine Felskante nach unten fällt. Dort hat sich ein kleiner Teich gebildet, von wo der Waldfluss weiterfließt. An diesem Teich sehen wir noch etwas: einen kapitalen Weißen Hirsch! Wir schätzen, dass es mindestens ein 24-Ender ist. Dieser blickt Richtung Wasserfall, so dass Earendil und Roderic eine günstige Gelegenheit für einen Schuss haben. Beide zielen und treffen, leider ist der Hirsch nur verletzt und kann entkommen. Aber wir haben seine Spur und er ist verletzt, so dass unsere Chancen besser werden.

Als Earendil die Spur sucht, fällt mir etwas auf. Hinter dem Wasserfall schimmert es grünlich. Etwas ungewöhnlich in dem Moment. Ich nähere mich dem Wasserfall auf eine kleine Insel, die sich im Teich gebildet hat. Dort sehe ich etwas, das ich überhaupt nicht erwartet habe. Einen Tatzenabdruck, aber einen gewaltigen wie der eines Drachen.

Roderic wagt einen Blick hinter den Wasserfall, wo ein riesiger Teppich aus Moosflechten hängt, der silbrig zu schimmern scheint. Als er etwas von dem Moos abschneiden will, gelingt das nicht, das Moos scheint zu zerfallen. Allem Anscheint nach ist das eine Illusion. Noch etwas fällt uns auf: wir hören zwar das Rauschen des Wassers, aber keine Tiere. Ich habe außerdem das Gefühl, dass der Weiße Hirsch aus einem Grund hier gestanden hat. Irgendetwas stimmt hier ganz und gar nicht.

Wir beschließen, hinter den Wasserfall zu schauen. Ich traue mich, einen Kopf durch das Moos zu stecken, was ziemliche Überwindung kostet und ich in diesem Moment ein ganz mieses Gefühl bekomme. Zudem ist es dahinter stockdunkel. Mit einer Laterne gehen wir nun alle durch den Vorhang und stehen in einer großen Höhle. Nach hinten scheint diese weiterzugehen, was man aber nicht sehen kann, da der Boden abfällt. Es ist saukalt hier und riecht metallisch. Die Höhle scheint natürlich gewachsen zu sein, ist aber trotzdem ungewöhnlich rund. Die Wände schimmern an manchen Stellen in einem grünlich-braunen metallischem Farbton. Earendil berührt das, zuckt aber sofort zusammen und zieht die Hand zurück. Er ist blass und sagt nur: „raus hier!“. Ich will gerade umkehren, als ich in etwa zehn Metern am Boden etwas glänzen sehe. Ich gehe schnell hin und sehe drei Münzen, die ich einstecke. Es handelt sich um Münzen mit zwergischen Runen, die ich noch nie gesehen habe. Das Metall glänzt silbern, ist aber kein Silber. Weiter hinten in der Höhle vernehme ich ein Geräusch und gehe schnell zurück zum Ausgang.

Wir versuchen, so schnell und heimlich wie möglich hier rauszukommen. Ersteres gelingt, aber dabei stellen sich Ferdibrand, Roderic und ich so ungeschickt an, dass wir fast zusammenrasseln und dabei ziemlich laut sind. Plötzlich hören wir alle ein Geräusch, als ob ein Wal ausatmet…

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