Wir hatten einen Brief mit der Bitte bekommen, einen gewissen Olaus Klint in der Hexenkatze zu einem Schattentheater mit dem Titel „Tanz der Träume“ zu treffen. Olaus hat selbst auch den Blick und ist Privatdetektiv. Als die Gesellschaft untergegangen ist, diente das Gasthaus Hexenkatze bei Sigtuna als Versammlungssaal. Oscar Hjort war Ende des 18. Jahrhunderts ein Mitglied der Gesellschaft und beherrschte die Kunst des mechanischen Schattentheaters.
Am späten Nachmittag brachen wir in einer Kutsche auf zur Gaststätte namens Hexenkatze. Der Kutscher entließ uns in einem schlimmen Gewitter an der heruntergekommenen Herberge am Straßenrand. Olaus Klint erwartete uns bereits. Er berichtete uns, dass er den Eindruck hatte, dass in der Hexenkatze eine fremde Macht ihr Unwesen triebe. Seit Anfang des Jahres wurde hier über Alpträume berichtet und es fiel auf, dass das Haus von Pflanzen und Schimmel überwuchert wurde. Die Tochter des Gastwirtes Sami Harjula, Sophia, führte die Vorstellung an diesem Abend zum ersten Mal auf. Pyri Harjula, ihr Urgroßvater, war zu Lebzeiten ebenfalls Mitglied der Gesellschaft.
Wir aßen gut und lernten Olaus etwas näher kennen. Nur Anders war in ein Buch aus unserer Bibliothek vertieft. Als wir Sophia auf das Schattentheater ansprachen, bat sie uns leise zu sprechen und noch zu warten. Das Stück würde später auf dem Dachboden aufgeführt. Mattis setzte sich zu einer jungen Frau, Lisa Finkel, die eine gebildete Durchreisende zu sein schien. Wir luden einen etwas angegriffen wirkenden Priester, Niels Klarhed, zu uns an den Tisch ein. Er berichtete uns, dass Sophias Mutter Nora Anfang des Jahres verschwunden und später in Karlskrona an der Cholera verstorben war. Sie war eine Künstlerin und Sophia teilte ihre Leidenschaft. Kurz vor ihrem Verschwinden war eine Künstlergruppe in der Hexenkatze. Vor ihrer Ehe soll Nora außerdem etwas mit einem Künstler gehabt haben.
Mattis versuchte angestrengt die Bekanntschaft mit der einsamen Lisa zu schließen. Sie war Chemikerin auf dem Weg nach Upsala. Als der Wirt Sami kurz nach draußen ging, huschte Sophia nach oben. Plötzlich wurden die Flammen im Kamin bläulich und kälter und die anderen im Raum fielen alle wie tot um. Kalte Flammen griffen Mattis an, als er mit einem Schürhaken danach gestoßen hatte. Schatten schienen von draußen in das Haus zu dringen. Vom Dachboden war eine arbeitende Mechanik zu hören. Mattis lief in den Garten und suchte nach Sami, dem Wirt, der nirgends zu finden war. Als er endlich wieder hineinkam, liefen wir die Treppe hinauf und dann auf den Dachboden.
Sophia erzählte von einem Mann während einer Revolution und seiner Rückkehr in den Norden, während hinter einem Vorhang ein Schattenspiel vorgeführt wurde. Hinter dem Vorhang waren Stühle und eine aufwendige Mechanik aufgebaut. Mattis stürmte vor und rammte den Lauf seiner Pistole in ein Zahnrad. Sophia sackte zusammen und ein Skelett manifestierte sich und rief, dass es auf uns gewartet habe, um Rache zu üben. Es schien ein Draug zu sein, ein Rachegeist. Dann verschwand es durch eine Wand. Kirsti floh panisch die Treppe hinab.
Anders sah sich in der Zeit Sophias Zimmer und das ihrer Mutter Nora an und steckte ihre Bücher ein. Dann folgte er Kirsti nach draußen. In dem Stall war ein lautes Geräusch und das Wiehern der Pferde zu höre.
Sophia erwachte nach einem Moment und wollte unbedingt die Geschichte zu Ende erzählen. Sie versuchte Mattis zu überzeugen, die Mechanik wieder freizugeben. Sie war wie besessen davon, ihr Schattenspiel zu beenden. Sie berichtete, dass sie für Oscar das Schauspiel aufführen musste, er war ihr in ihren Träumen und denen ihrer Mutter erschienen.
Oscar Hjort war früher Mitglied der Gesellschaft, er schien sogar in Versailles Schattentheater aufgeführt zu haben. Dann wurde er wohl mit dem Tode bedroht und kehrte in den Norden zurück. In Upsala war er von einem Albert aufgenommen worden. In der Hexenkatze sollte Oscar etwas für Albert und zwei Frauen, Katja und Hilma, tun. Er wollte das aber nicht und wurde dann umgebracht. Linnea hatte uns erzählt, dass die Überlebenden des Massakers in Finnland Katja, Hilma und Albert hießen.
Als Anders beiläufig erwähnte, dass Sophias Vater im Stall hing, liefen Mattis und ich los und schnitten ihn los. Aber er zeigte keine Lebenszeichen. Anders fertigte Kreuze aus Draht und drückte sie uns in die Hände. Ich blies Sami meinen Atem in den Mund und er fing an zu röcheln. Auf Anders Anweisung hin fesselte ich seine Hände. Währenddessen erwachten die Bewusstlosen und murmelten immer wieder die Namen: Pyri, Albert, Katja, Hilma.
Wir spannten die Pferde vor eine Kutsche und verbarrikadierten die Tür des Stalls. Bald versuchte etwas diese Tür zu öffnen. Plötzlich sahen wir, wie wir in einem Erdloch standen. Dort tauchte ein Schatten Pyris hinter uns auf und wir verspürten ein Messer, mit dem uns die Kehlen durchgeschnitten wurde. Der Mann, der tot am Boden lag, war Oscar Hjort. Sami stammelte: „Ich habe Schuld auf mich geladen.“ Mehrere Stimmen wiederholten immer wieder die Namen. In dem Moment, in dem Mattis das Stalltor losriss, stürzte sich der Draug auf ihn und Sami und Sophia wurden wieder ohnmächtig.
Anders wusste, dass man den Draug verbrennen könnte oder noch sicherer die Gebeine des Besessenen in geweihter Erde begraben musste. Dieser Draug schien mit einem Ritual gerufen worden zu sein. Er griff Mattis an, verfehlte ihn aber. Schüssen wich er einfach aus. Ebenso meinen erbärmlichen Versuchen, es mit meiner brennenden Schnapsflasche zu bewerfen. Jedoch verschwand er unerwartet auch wieder.
Anders lief zu dem Erdhügel im Garten, der als Keller diente. Sofort sah und erlebte er erneut die Ermordung Oscars. Er griff sich eine Schaufel und grub den Boden um. Wir beeilten uns, die Pferde anzuspannen. Plötzlich schlugen Flammen aus dem Haus. Wilma schoss auf den Draug, der auf dem Dach des Kellers saß. Mattis und ich schleppten die Leute aus dem Haus auf den Pferdewagen.