Lord Byrons Tagebücher, Berlin 1946, 5.-6. April

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Freitag, 05.04.1946
Wir sitzen im Lost Souls zusammen und beraten über das weitere Vorgehen bei den Mordermittlungen. Alina und Dana werden sich darum kümmern, dass wir Funkgeräte bekommen und dann die bekannten Adressen der Vampire der Stadt überwachen. Falls dort weitere Leichen abgelegt werden, wollen sie Alarm schlagen. Wir anderen nehmen Kontakt mit unseren Clansmitgliedern auf, um mit ihnen über die Vorfälle zu reden.
Ich suche Madame Radeaux in den Ruinen des Panoptikums auf. Ich versuche mit all meinem Charme von ihr Informationen zu bekommen. Immerhin räumt sie ein, dass diese Ermittlungen eine Art Test für uns sind. Man scheint uns nichts an Fakten über die Morde vorenthalten zu haben, aber man will auch sehen, wie wir uns als Gruppe bewähren. Hinzu kommen noch die bereits erwähnten politischen Motive. Uns in dieser Konstellation einzusetzen war die Idee von Constance

Morgens gebe ich Alfred den Auftrag, mir bei der britischen Militärverwaltung Papiere zu besorgen, um Zugang zu den Fallakten und den beiden noch nicht bestatteten Leichen zu bekommen.

Samstag, 06.04.1946
Alfred hat Papiere, ausgestellt auf den Namen George Gordon, für mich besorgt, außerdem einen Brief des britischen Vize-Militärgouverneurs an die amerikanische Militärpolizei in Berlin, mit der Bitte, mir und meinen Mitarbeitern Zugang zu den Fallakten und den Obduktionsberichten der jüngsten Mordfälle zu gewähren.
Heute ist unser erstes Treffen in der neuen Einsatzzentrale in der Siemensstadt. Wir sprechen uns kurz ab. Dana und Alina haben ein Tornisterfunkgerät besorgt und noch drei weitere in petto. Wirklich mobil sind diese Teile allerdings nicht, so dass wir das Eine erstmal in der Zentrale zurücklassen. Die beiden Damen machen sich dann auch rasch an die Observierungen. Auffällig bei den Leichenfunden ist noch, dass alle Körper in den frühen Morgenstunden zwischen 4:30 Uhr und 6:00 Uhr abgelegt wurden. Von Vieregg und von Siemens werden in der Zentrale alle Fakten in einem großen Schaubild aufarbeiten und das Funkgerät überwachen. Angus Mackenzie scheint am qualifiziertesten zu sein, die Leichenschau vorzunehmen, denn er verfügt über einen Erste-Hilfe-Kurs. Er wird mich also zu den Amerikanern begleiten. Vorher berichtet von Vieregg noch, dass der Kapellmeister Gelegenheit hatte, das Blut von der letzten Leiche untersucht: Jonathan Smith hatte Vampirblut getrunken, und es gab Anzeichen von Magie.

Mit den Dokumenten werden wir bei der amerikanischen Militärpolizei rasch vorgelassen. Wir reden dort mit dem zuständigen Ermittler, Lt. Cmdr. Burns. Er gewährt uns zunächst Einblick in die Fallakten und gestattet Mackenzie, Teile davon zu fotografieren. In der Zusammenfassung gewinnen wir so einige neue Erkenntnisse:

  • Zwei der Leichen, Reinhard Schneider und Achim Müller, waren SS-Männer und haben ihre Blutgruppe auf dem Arm Tätowiert. Beide scheinen in Wewelsburg (Westfalen) stationiert gewesen zu sein.
  • Jonathan Smith war Brite.
  • Sandra Heinrich weist Schnittwunden von einem scharfes Messer auf.
  • Alle anderen Opfer scheinen von einem Raubtier gerissen worden zu sein. Sie weisen eine massive und tödliche Krallenverletzung auf, die mit einer rechten Pranke zugefügt wurde.
  • Todeszeitpunkt war wenige (2-4) Stunden vor dem auffinden der Leichen.

O.T.O. Ring von Jonathan Smith

Bei den Asservaten finden wir bei Jonathan Smith ein benutztes Streichholzbriefchen vom Lost Souls und ein Siegelring (Bild) des Ordo Templi Orientis (O.T.O.). Dabei handelt es sich um einen Geheimbund, der sich vorwiegend mit Sexualmagie und ähnlichen okkulten Praktiken befasst.
Von der Leiche Stefan Schulze nehmen wir eine Blutprobe. Bei den Asservaten finden wir ebenfalls ein Streichholzbriefchen vom Lost Souls sowie Tarotkarten.
Bei allen Leichen finden wir Passierscheine, die den Personen das Reisen in den Besatzungszonen gestattet. Alle wurden von der britischen Militärverwaltung ausgestellt und zwar von einem Büro in Paderborn.

Wir kehren zurück zur Einsatzzentrale und berichten den Anderen von den Ergebnissen. Carl von Vieregg bekommt das Blut von Stefan Schulze, damit sein Kapellmeister daran Untersuchungen vornehmen kann.

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Über thd

1984 DSA 1 zum Geburtstag gewünscht und wider Erwarten die Basis-Box bekommen. Nachdem ich Silvana drei mal befreit hatte, merkte ich, dass ich Mitspieler brauchte, um mit der Box weiter etwas anfangen zu können. Glücklicherweise sah ein Freund aus der Nachbarschaft die Bücher bei mir herum liegen und meinte, sie würden in einer Runde etwas ähnliches Spielen, ob ich nicht Lust hätte, mitzumachen. Klar hatte ich das, und so bin ich mit Dungeons & Dragons angefangen. Zahlreiche Runden, Systeme und eine Vereinsgründung später, findet sich auf THORNET ein ziemlich großer Ausschnitt meiner Rollenspielerlaufbahn.

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