Die Saat des Zorns – Teil 1

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9. Firun, nachts und morgens

In der Nacht haben wir alle Alpträume. Naramis wird verfolgt, stolpert durch eine Tür in den Limbus, fällt und fällt und fällt. Xargrosch hetzt durch endlose dunkle Gänge und Hallen, die sich um ihn schließen und ihn letztendlich zerquetschen. Einskaldir ertrinkt in einem stinkenden, düsteren Sumpf, umringt von übermächtigen Gegnern. Latu rennt durch die nivesische Steppe, schlägt lang hin und wird von einem Wolfsrudel zerrissen. Karakal träumt von seinem Bruder Leto, der leichenartig in Ruinen in einem Sumpf steht und mit Asmodeus Zornbold spricht. Ich träume von einer Elfensippe, (den Sturmwächtern?) die großen Schmerz erleidet und von meiner Sippen-Gefährtin Gwendala Sonnenhauch , die mich im Wald sucht und findet: “Komm zum Ahorn der Sturmwächter.“ Mit dieser Nachricht erlischt mein Traum.

Nach dieser unruhigen Nacht besprechen wir uns. Ardo vom Eberstamm wird die befreiten Frauen zu ihren Döfern zurück bringen und die überlebenden Orks in einem Gebiet freilassen, von wo aus sie sich ins Orkland durchschlagen können. Uns andere zieht es aus verschiedenen Gründen in den Sumpf: Agrawan möchte Theriak für den immer noch im Koma liegenden Oswin finden. Karakal hat die Aufgabe, den Geist einer Rondra-Geweihten zu erlösen, und ich muss zum Ahorn der Sturmwächter und Gwendala Sonnenhauch helfen. Schließlich wollen wir das merkwürdige Treiben der schwarz gerüsteten Frauen aufklären und es gibt Hinweise auf einen weiteren Drachenkult dort. Gute Gründe also, als nächstes die Ruinen im Sumpf zu besuchen.

Bevor wir abreisen, untersuchen wir das Labor und die anderen Räumlichkeiten gründlich. Unsere Mühe lohnt sich denn wir finden wertvolle Informationen des Kultes: Der Kult, die Kinder des Seldrakon, existierte bereits seit 500 v.BF, auch damals war Seldrakon schon der Anführer. Es werden zwei Mandraken (Mantra’ke, pl: Mantra’kim) verehrt: Seldrakon (bereits erweckt!) selbst und Noldrakon. Der Kult huldigt Umbracor, dem Zerstörer, einem 6 beinigen, schwarzen Drachen (Abbilder haben wir hier gefunden), einer der sechs mächtigen Alten Drachen.

Die riesigen Mantra´Kor waren Geschenke von Aldracon (Sohn Umbracors) an Seldrakon selbst. Die Kreaturen sind jedoch von minderer Intelligenz und scheinen nur zu Kampfzwecken zu dienen. Die Kinder des Seldrakon tragen goldene Masken, wie die, die wir gefunden haben. Die größeren Masken ermöglichen die Beherrschung der Träger der kleineren Masken. Die hier ansässigen Hohepriester waren Brutochor (tot) aus Al Anfa und Kas´Rachtan aus den Tulamidenlanden, ein Novadi (Status unbekannt).  Möglicherweise unterhielt Regismund von Kaltenstein Kontakte zu Brutochor. Asim nimmt das Löwenhaupt als Artefakt seines Kultes an sich. Einskaldir verbrennt die Kutten der Kultisten.

Da die Wächterkreise inaktiv sind, haben wir nun keine Schwierigkeiten, das Heiligtum (Insanktum) genauer zu untersuchen. Asim übersetzt für uns die Inschriften über den Nischen. In der mittleren wurde Seldrakons Körper bis zu seiner Erweckung aufbewahrt. Noldrakon in der linken ist vollständig verbrannt und tot. In der rechten Nische soll Valonion gestanden haben, dessen Status unbekannt ist. Die Mantra’kim sind nicht alle gleich sondern unterscheiden sich in Körperbau, Charakter und  Macht.

Diese Drachenkulte sind sehr gefährlich, doch immerhin haben wir in den letzten Tagen einiges erreicht: Zwei Hohepriester wurden besiegt und das Löwenhaupt und die Knochenkeule Tarrakvash wieder beschafft. Erweckungen von weiteren Mandraken sollten also ohne diese machtvollen Artefakte nun nicht mehr so ohne weiteres möglich sein.

9. Firun, mittgas

Als Ardo abreist, bedanken sich die Befreiten noch einmal bei uns und wir brechen auf, um den letzten verbleibenden Gang, der nach oben führt, zu erkunden. Uns weht ein leichter Lufthauch entgegen. An einer Gabelung führt eine Treppe nach links hinauf, doch aus dem geradeaus führenden Gang meine ich Stimmen zu hören. Ich schleiche mich an und gelange in eine Sackgasse, denn der Gang ist durch einen Geröllabgang blockiert. Trotzdem kann ich drei Frauen belauschen, die sich auf der anderen Seite in Garethi unterhalten. Die Gruppe hat kürzlich gegen „tapfere Elfenkrieger“ gekämpft und ihre Seelen „der dunklen Göttin geopfert“.  Eine Frau berichtet den anderen von einem Alptraum, in dem sich das “Antlitz der dunklen Göttin in eine Knochenfratze verwandelte”. Die drei gehorchen offensichtlich einer gewissen Zafera Blutklinge, die froh sein wird, wenn der „Geist der Rondra-Geweihten der dunklen Göttin zum Gefallen geopfert wird“. Die drei wollen Zafera berichten, die „dem Herrn und Meister“ kontaktieren wird. Dann entfernen sich die Stimmen. Mit dieser besorgniserregenden Kunde schleiche ich zurück zu meinen Gefährten.

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