Der Weiße Berg: Der Fluch von Burg Dragenstein – Teil 4

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25. Rondra nachmittags

Wir begeben uns auf den Rückweg nach Andergast als sich Kiamu Sen von uns verabschiedet und morgen wieder zu uns stoßen will. Er ist sehr unterkühlt und nüchtern. Auch eine Entlohnung für seine Dienste verlangt er nicht.

Als wir noch etwa 1 Stunde von Andergast entfernt sind, hören wir plötzlich ein Surren in der Luft und schon kommen Pfeile auf uns zugeflogen. Einige von uns werden getroffen und wir begeben uns schnell in Deckung des Waldes an beiden Seiten des Weges. Insgesamt kommen 7 Strauchdiebe auf uns zu und greifen uns an. Karakal stützt sich mit einem “Für Rondra!“ Schrei in den Kampf und bald sind wir alle in heftige Nahkämpfe verwickelt. Hätten Latu und ich unsere Bögen gespannt gehabt, hätten wir damit angreifen können, doch so bleibt auch uns nur der Nahkampf. Uns gelingt es, zwei Gegner zu töten und als ein weiterer blutüberströmt zusammenbricht, ruft Karakal: “Eure erbärmlichen Leben sind verwirkt!“. Als vier Gegner tot oder strebend am Boden liegen, fliehen die übrigen Strauchdiebe.

Als wir nach dem Gefecht durchatmen, spüren diejenigen von uns, die von den Schwertern getroffen wurden (auch ich wurde getroffen), dass uns eine Schwäche befällt. Die Kurzschwerter der Feinde waren mit einem Kontaktgift versehen! Wir müssen schnell nach Andergast und uns behandeln lassen, denn die Wunden fransen an den Rändern schon aus und wirken wie verätzt. Dazu kommen ein fast unerträglicher Juckreiz und starke Schmerzen. Wir nehmen eine der heimtückischen Waffen mit, um sie einem Heiler zu zeigen.

Wir eilen nach Andergast zu Bruder Atheldan in den Peraine Tempel. Er erkennt das Kontaktgift als Goldleim, ein recht teures Kontaktgift, welches aus dem Saft der Naftanstaude hergestellt wird. Woher haben einfache Strauchdiebe dieses Gift bekommen? Wurden Sie angeheuert? Unser Verdacht fällt natürlich auf den Prinz Wendelmir. Atheldan behandelt unsere Wunden und alle spenden erleichtert einen Silberbetrag an die Göttin Peraine. Wir richten in der Burg aus, dass wir am nächsten Morgen Wolorion sprechen möchten und nächtigen anschließend im “Einhorn“, während Karakal im Rondra-Tempel unterkommt.

26. Rondra

Karakal holt uns ab und wir treffen uns mit Wolorion in der Burg. Er kann uns zu den Überfällen nichts sagen. Gemeinsam holen wir Tsamir im Rondra Tempel ab und begeben uns wieder zur Burg, damit das ungeborene Kind vom Königsschloss winken kann. Bruder Ulfried Zornbold begleitet uns. Kaum betreten wir die Burg, soll Tsamir verhaftet werden, doch Bruder Zornbold verhindert dies erneut. So kann Tsamir vom Wehrgang aus winken und Wolorion erkennt die Lösung der Aufgabe an. Eine Alternative wäre es gewesen, einen Elementargeist (der auch als ungeborenes Kind akzeptiert werden könnte) in einem Adlerhorst zu rufen, doch dafür wären wir auf die Hilfe eines mächtigen Magiers angewiesen gewesen.

Wir begeben uns zu Eichbart und Walinda, um eine weitere Prüfung zu bestehen. Der Tanz der Waldschrate soll heute Nachmittag stattfinden. Eichbart führt uns zu einer Lichtung mit einem schwarzen Stein (einem Menhir) in der Mitte. Die Waldschrate Schwarzknarz (eine Eiche), Siebenfinger (eine Birke) und Traumtänzer (eine Tanne) warten bereits auf uns. Latu, Karakal und ich treten vor, während sich die anderen im Hintergrund halten. Die Waldschrate sind mit Ihren vier bis sechs Schritt Größe sehr eindrucksvoll.

Traumtänzer begibt sich zu Latu, Siebenfinger zu mir und Schwarzknarz zu Karakal. Eichbart braut eine mystische Mischung in einer kleinen Schale. Wir alle, Schrate, Menschen und ich, werden von ihm in die linke Handfläche geschnitten und etwas Blut und Baumharz von jedem Teilnehmer rinnt in die Schale. Eichbart spricht eine Beschwärungsformel, vergießt etwas der Flüssigkeit auf den schwarzen Stein und fordert uns auf, vom Gebräu zu trinken. Es schmeckt überrascht gut. Dann schütteln sich Schrate und wir die Hände und es entsteht ein Band zwischen uns. Die Schnittverletzung an unseren Händen verheilt aber es bleibt bei jedem ein baumähnliches Mal zurück – ein Zeichen für unseren Bund mit dem Wald.

Dann tanzen wir alle den rituellen Tanz um den Menhir und Wolorion erkennt diese Prüfung ebenfalls als bestanden an. Eichbart vertraut uns noch an, dass die Druiden den Malträgern nun besonders wohlgesonnen sein sollten. Leider haben wir nicht mehr viel Zeit zum verweilen, denn es warten noch weitere Prüfungen auf uns. Wir kehren nach Andergast zurück, als erneut Kiamu Sen auftaucht und uns seine Dienste anbietet. Wir nehmen an und verabreden uns für den nächsten Morgen am Nordtor.

27. Rondra

Wir treffen Kiamu und er führt uns zu Ormunds Mund, der Mündung von Ormunds Bach in den Ingval. Als wir schon einige Stunden unterwegs sind, hält Kiamu überraschend an und imitiert perfekt einige Laute von Waldtieren. Ein weiterer Robenträger kommt daraufhin aus dem Wald auf uns zu. Er war offensichtlich hier mit Kiamu verabredet. Der Fremde trägt eine Robe, einen Wanderstab und Lederstiefel. Kiamu verneigt sich vor ihm und der Fremde schlägt die Kapuze zurück. Er scheint etwa 50 bis 60 Jahre alt zu sein, trägt schwarz-graues Haar und ist etwa 1,90 Schritt groß. Er wird uns als Arbogast vorgestellt. Bei der Nennung seines Namen horchen wir auf. Arbogast ist der lange in Andergast verschollene Sume mit den guten Verbindungen zum ehemaligen König.

Arbogast lobt uns für den Pakt, den wir mit dem Wald eingegangen sind und erzählt uns, dass er unbedingt alles daran setzen will, die Kultstätte Ni´uan zu finden. Er bietet uns einen Pakt an. Angeblich kann er die Sumen-Magie des Helmes aktivieren, ohne die wir den Tod erleiden würden. Wir sollen ihm dafür helfen, den verschollenen Kultplatz zu finden. Er verpflichtet uns außerdem zu absolutem Stillschweigen zu seiner Person. Arbogast wird insbesondere nicht anwesend sein, sobald Adelige Andergasts (selbst der uns wohlgesonnene Wolorion) anwesend sind. Er erzählt uns noch, dass vielen geholfen wäre, wenn Burg Dragenstein befreit würde.

Wir erreichen Ormunds Bach, der in einer etwa 10 Schritt tiefen Klamm in den Ingval fließt. Tatsächlich scheint aufgrund der hohen und engen Felswände auf diese Stelle niemals das Sonnenlicht. Wir werden versuchen, mit einem großen, reflektierenden Gegenstand das Sonnenlicht auf diese Stelle zu lenken.

28. Ronda

Wir leihen uns mit der Erlaubnis von Ulfried Zornbold im Zeughaus einen großen, metallenen Rundschild und begeben uns mit Wolorion wieder zur Mündung, die wir diesmal ohne fremde Hilfe wieder finden. Uns gelingt es, mit Hilfe des Schildes die Mündung auszuleuchten und Wolorion erkennt die Lösung der Prüfung an. Als das Sonnenlicht auf das Wasser scheint, sehen wir ein kurzes Aufblitzen. Etwas liegt unter der Wasseroberfläche auf den Felsen. Ich klettere zwischen den Felswänden hinunter und finde eine kleine, etwa ½ Spann große vierseitige Pyramide, die wir untersuchen. Auf drei Seiten sind die Zeichen für die Elemente Wasser, Feuer und Humus eingraviert. Was hat es mit diesem Artefakt auf sich? Gibt es noch eine weitere Pyramide mit den Symbolen der anderen drei Elemente?

Zurück in Andergast geben wir die Pyramide an Xandros in der Akademie zur Aufbewahrung weiter. Er findet den Fund sehr interessant und wird Nachforschungen anstellen. Am späten Nachmittag bestehen wir auch noch die “Probe des hellen Feuers Schein“, indem ich mir die Augen verbinden lasse und der Wärme einer brennenden Fackel folge. Am Abend kaufen wir für die Kletterprüfung eine umfangreiche Ausrüstung: jeweils ein 35 Schritt langes Tau und Hanfseil, sowie 30 Kletterhaken. So ausgerüstet wollen wir am nächsten Morgen Ingerimms Finger erklettern und eine weitere der drei verbliebenen Prüfungen bestehen.

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