Grollborsten-Amok

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Es war ein schwerer Tag für uns in Mölle, immer noch verfolgen mich die Bilder der beiden zerfleischten Leichen der toten Möchtegern-Hexen. Doch so grausam ihr Tod gewesen ist, ich kannte sie kaum. Aber sie erinnern mich an Svenja, und das lässt mich unruhig schlafen. Tief in der Nacht, es muss schon ein paar Stunden nach Mitternacht sein, werde ich geweckt, weil jemand im Haus „Feuer“ schreit. Ich ziehe schnell einen Mantel über und Schuhe an und laufe auf die hintere Veranda, wo ich versuche, das Feuer, das jemand am Haus gelegt hat, zu löschen.

Plötzlich höre ich ein Geräusch. Keine zwanzig Schritte von mir entfernt steht ein Monster. Wie versteinert starre ich auf die fast drei Meter große Wildsau mit Hauern wie ein Säbelzahntiger. Schnaubend will sie mich gerade angreifen, als eine Bewegung an der Hausecke sie ablenkt. Mit gebleckten Hauern rast die Grollborste, wie dieses Monster heißt, aus meinem Blickfeld.

Aber ich sehe eine reglose Gestalt im Eingang des offenen Schuppens. Es ist die wieder ohnmächtige Lisa. Was macht sie dort und wie kommt sie da hin? Ich schultere die junge Frau und bringe sie erst einmal in die Hütte und schließe die Tür. Als ich tief durchatme, um meine Angst vor dem Vaesen unter Kontrolle zu bringen, spüre ich, dass hier in der Hütte noch irgendetwas ist. Panisch will ich mit der Ohnmächtigen wieder raus, pralle aber schmerzhaft mit der Schulter gegen die Tür. Und während draußen ein Kampf gegen das Monster tobt, stehe ich ganz still und überlege, wie ich Lisa in Sicherheit bringen kann.

Da draußen Schüsse fallen und wir einen passionierten Jäger unter uns haben wird die Sau wohl bald tot sein. Plötzlich kracht etwas mit Wucht gegen die Hütte und reißt einen Teil der Wand ein. Hier sind wir nicht sicher. Also renne ich mit der Frau auf dem Arm aus der Hütte. Nur um wieder der Grollborste gegenüber zu stehen. Doch die anderen haben der Sau wohl so zugesetzt, dass ihr Angriff gegen mich und Lisa fehlschlägt und sie stark blutend die Flucht ergreift.

Ich bringe die junge Haushälterin ins Hotel, ziehe mich an und nehme meine Ausrüstung mit nach unten. Alle Feuer, es scheint noch mehrere gegeben zu haben, sind gelöscht, aber Anders ist anscheinend alleine der Monstersau in den Wald gefolgt. Die Köchin und der Jäger sind vom Kampf echt angeschlagen und so mache ich mich in Friederikes Begleitung auf, um Anders zu unterstützen.

Wir finden die zerfleischte Leiche einer weiteren Hexe. Ich weiß nicht, ob ich nach all diesen Leichen jemals wieder ruhig schlafen werde. Ich habe in den letzten Tagen mehr schrecklich zugerichtete Leichen gesehen als in meiner Dienstzeit. Wie kommen die anderen nur damit klar? Aber wir finden außer den Spuren der Sau und Anders noch eine weitere, die in eine andere Richtung führt.

Dieser Spur folgen wir und finden die letzte Hexe. Frida ist apathisch, völlig weggetreten, aber sie lebt. Wenigstens eine konnten wir also retten. Dies gibt mir neuen Mut und Kraft. Wieder trage ich eine Frau und schleppe sie zum Hotel zurück. Zum Glück ist der Weg nicht sehr weit, denn wir haben Frida in der Nähe der Kirche und des Friedhofs gefunden.

Als wir im Dunkel der Nacht den Friedhof passieren, bin ich froh, dass der Schnee, der in den wenigen Stunden unseres Schlafs gefallen ist, die entstellte Leiche der anderen Hexe gnädig verbirgt. Im Hotel angekommen machen sich Sven und Wilma, die sich sichtlich erholt haben, auf, um Anders zu helfen. Nachdem auch Friederike und ich uns aufgewärmt, ausgeruht und ausgerüstet haben, folgen wir ihnen.

Kirsti kümmert sich um die ohnmächtige Lisa und Frida, die wir vorsichtshalber an das Bett gefesselt haben. Warum die Hexen entgegen unseren Anweisungen mitten in der Nacht das Hotel verlassen haben und in den Wald gegangen sind, bleibt noch zu klären. Ebenso wie und wieso Lisa zum Schuppen gelangt ist.

Nachdem wir der Spur der anderen fast bis zum Morgengrauen gefolgt sind, finden wir sie in der Wurzelhöhle. Dort sind Spuren von Beschwörungen zu finden, zusammen mit einem Pentagramm und Beschwörungsutensilien. Nachdem wir einen verschütteten Durchgang wieder frei gelegt haben, finden wir eine weite Höhle. Dort wurde anscheinend in einem Käfig ein Mensch gefangen gehalten, der sich unserer Vermutung nach durch die Beschwörung in die Grollborste verwandelt hat.

Durch einen weiteren Ausgang scheint die in die Wildnis entkommen zu sein. Als wir nochmals in die Beschwörungshöhle zurückkehren, entfachen wir dort ein Feuer und schauen uns in Ruhe in der Höhle und drumherum um. Wohin die Grollborste verschwunden ist, ist uns nicht klar. Anscheinend hat sich ihre Spur auf dem steinigen Untergrund vor der Höhle verloren, aber auch von ihren Blutspuren ist nichts zu sehen.

Auch finden wir keine Spur des menschlichen verfluchten Opfers, in das sich die Grollborste ja eventuell zurück verwandelt hat. In der Höhle finden wir auch keine Kleidung der verwandelten Person. Wer, zum Teufel, hat hier nackt bei Minusgraden in dem Käfig gesessen. Wir werden später nochmals auf Spurensuche gehen, aber jetzt wärmen wir uns erst einmal am Feuer in der Höhle.

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