Anders hatte im Keller ein Skelett ausgegraben, wickelte die Knochen in seinen Mantel und sprintete mit dem Bündel zum örtlichen Friedhof gelegen an der Kapelle im Wald.
Wilma schoss erneut auf den Draug, der erbost auf den Stall sprang und dort nun auch von Mattis beschossen wurde. Das verärgerte scheinbar Wilma, die darauf auf Mattis feuerte, ihn jedoch verfehlte. Später erkannten wir, dass Wilma in diesem Moment von dem Draug kontrolliert worden war.
Das Wesen landete vor dem Esel, der sich natürlich fürchterlich erschreckte. Kirsti brach zitternd zusammen. Der Draug sprang auf das Fuhrwerk und ich hinunter. Mit Mühe setzten wir den störrischen Esel in Gang und flüchteten vom Draug verfolgt. Nach einem gezielten Schuss von Mattis löste er sich jedoch in Rauch auf.
Die Menschen im Haus waren wieder ohnmächtig und das Feuer schwelte aufgrund des Regens nur noch. Mattis konnte niemanden aufwecken. Auf dem Dachboden baute er ein Teil von der Mechanik ab und steckte es ein. Anders brachte die Gebeine zum Friedhof und begrub sie in der geweihten Erde. Kurz blitzte eine Vision des Geistes von Oscar Hjort auf, der endlich scheinbar erlöst davonging. Darauf wachten Sami und Sophia wieder auf. Auch die Menschen in der Hexenkatze kamen wieder zu sich.
Am nächsten Morgen versuchten wir Sami davon zu überzeugen, dass er seine Tochter Sophia zu uns in den Dienst gab, damit er sie nicht mehr schlagen konnte. Olaus riet uns, die Geschichte von Oscar aufzuklären, da er es für ungewöhnlich hielt, dass ein Rachegeist erst nach so vielen Jahren aktiv wurde. Er vermutete, dass es in jüngster Zeit ein Ereignis gegeben haben musste, das zu dieser Entwicklung geführt hatte. Gegen Mittag holte uns die Kutsche ab und Sophia teilte uns mit, dass ihr Vater sie in ein paar Tagen zu uns bringen würde.
Aus dem Tagebuch von Sophias Mutter Nora erfuhren wir, dass Pyri Harjula, Albert, Katja und Hilma Oscar ermordet hatten, weil er nicht mit ihnen kooperieren wollte. Außerdem hatte Pyri codierte Liebesbriefe an jemanden in Upsala verfasst, die Sophias Mutter mitgenommen hatte, als sie vor dem gewalttätigen Sami geflohen war.
Viola und Johanna, aus der Familie Frisk, hatten in Schloss Gyllenkreutz bereits einiges vorbereitet und der Verwalter Algot Frisk berichtete uns, dass Ingrid Bäcklund von der Upsala Gazette uns sprechen wollte wegen eines Tagebuchs ihrer Großmutter über die Gesellschaft. Außerdem hatte sich ein Ermittler angekündigt, der uns gern kennenlernen wollte. Für ihn sollten wir uns eine Tarntätigkeit überlegen. Ein Forschungsinstitut erschien uns in kleiner Runde erst einmal als Fassade für unsere geheimen Tätigkeiten geeignet. Linnea hatte sich selbst wieder in die Nervenheilanstalt eingewiesen.
Mir fiel auf, dass Carl von Linné auf dem Bild im Schloss anders aussah als ich ihn von Gemälden kannte. Nach dem Abendessen begann ich in der Bibliothek nach Aufzeichnungen zu Oscar, Albert, Katja, Hilma und Pyri und einem Geheimcode zu suchen. Pyri hatte ebenfalls den Blick gehabt und zur Zeit des Wiederaufbaus der Gesellschaft hatte die Hexenkatze als Versammlungsraum gedient.
Professor Albert Wredenhielm, Gräfin Hilma af’Thulenstierna und Baronin Katja Kokola waren beim Massaker durch die Riesen in Finnland dabei gewesen und hatten überlebt. Sie hatten den Wiederaufbau in Upsala organisiert. Dann schien es so, dass sie einen Plan gefasst hatten, den sie „Tod der Balladen“ genannt hatten. 1830 sollte dieser Plan umgesetzt werden. In diesem Jahr war auch ein Treffen in der Hexenkatze geplant gewesen. Dort sollte ein Ritual durchgeführt werden, um die Welt der Menschen und der Vaesen nachhaltig zu verändern.
Oscar Hjort hatte in Versailles die Kunst des Schattentheaters erlernt, war zur Zeit der Revolution zurückgekehrt, hatte eine Trauma erlebt und dann den Blick erlangt. Professor Albert Wredenhielm hatte ihn aufgenommen und in die Gesellschaft eingeführt. Nach der Versammlung galt Oscar als verstorben.
Während wir lasen, hörte Kirsti das Entkorken einer Flasche aus dem Lesesaal. Dort fiel ihr eine offene Weinflasche neben einem Buch auf. An diesem Platz hatte noch niemand von uns gesessen. Schritte entfernten sich in Richtung Blauer Salon. Am Glasrand waren Spuren von Lippenstift zu sehen. Eine Frau in Schwarz schien über die Galerie zu huschen. Das Buch war das von mir bewunderte Werk von Carl von Linné: Systema Naturae. Linnes wunderbare Systematik war allerdings in diesem Werk um die Vaesen ergänzt. Homo ferus, der wilde Mensch, wurde ebenfalls neu eingeführt.
Plötzlich färbten sich die Flammen im Kamin bläulich und die uns nun schon bekannte Kälte breitete sich im Raum aus. Die geisterhafte Gestalt von Oscar Hjort schwebte durch den Kamin ins Innere auf Kirsti zu und blickte sie verzweifelt an. Diese legte Zettel und Stift aus, damit er ihr etwas mitteilen könnte. Inzwischen tauchte Wilma mit einem Stapel Bücher auf und ließ ihre Fundstücke beim Anblick von Oscar erschreckt fallen. Wir eilten zu ihnen.
Oscar schien uns etwas mitteilen zu wollen. Niemand von uns wollte sich von ihm anfassen lassen, doch Kirsti erbarmte sich schließlich seiner und ließ ihn in sich hineinfahren. Ihre Aura wurde sofort eiskalt, sie versuchte zu sprechen, doch sie bekam nur ein Röcheln zustande. Darauf fuhr er wieder aus ihr raus und durch den Kamin hinaus. Sie brach fast zusammen. Wir brauchten offenbar ein Medium, um mit einem Geist zu kommunizieren, aber das gab es ja in der Pension Paracelsus.