Eddy aus Eden

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Am zweiten Tag nach unserer Rückkehr zur Arche gab es eine Versammlung aller Bewohner, und die Expeditionen berichteten von ihren Erfolgen. Augenfällig war, dass der Prediger, Oskartian, nur ein paar Beobachter geschickt hatte und selber dem Ganzen fern geblieben war.

Abends lud uns Vigor zu sich ein. Astrina hatte ihn gebeten, gemeinsam mit uns anderen, die Gesandten der Fischmenschen abzufangen und zu einem geheimen Treffen mit ihr zu bringen. Wir diskutierten das kontrovers. Ich hatte zu der Zeit kein Vertrauen mehr in die Führungsstärke der Archivarin und machte den Vorschlag, dass wir selbst die Geschicke der Arche in die Hände nehmen sollten. Das war die Geburtsstunde von #TeamBruno, meiner Bewegung, die zum Ziel hatte, allen in der Arche die gleiche Stimme und die gleichen Rechte zu verleihen.

Dies ist ein Bericht von Bruno – in allen Kämpfen ungeschlagener Arenachampion!
Schließe dich #TeamBruno an – für eine freie Arche, in der Gerechtigkeit für alle herrscht und niemand zurück gelassen wird!

Aber nicht nur die Fischmenschen waren eine Aufgabe, derer wir uns stellen mussten, es war in unserer Abwesenheit auch noch der Kontakt zu einer weiteren Expedition nach Osten abgebrochen. Bei dieser war eine Freundin von Zippo. Offensichtlich waren sie schon kurz nach dem Aufbruch auf dem Plateau überfallen worden. Das war allerdings schon ein paar Tage her. Noch aktueller war Tara, eine Freundin von Vigor, verschwunden und zwar seit der vergangenen Nacht. Man hatte sie zuletzt bei einem Hehler namens Moldo gesehen, der sein Geschäft auf dem Deck von Maximons Gang hatte. Eine Befragung des Mannes ergab aber nicht sehr viel. Es war offensichtlich, dass er etwas zu verbergen hatte, aber etwas machte ihm mehr Angst als das, was ich ihm als Konsequenzen für sein Handeln in Aussicht stellen konnte.

Ein weiterer Hinweis bewog uns, mit Oskartian über Tara zu sprechen. Der Prediger galt allgemein als eher verblendet, es stellte sich aber schnell heraus, dass er als Ansinnen auch eine sicherer und gerechte Gesellschaft für die Arche hatte, seine Motivationen aber einer krausen religiösen Doktrin entsprangen. Wir gingen mit ihm einen Handel ein. Wir berichteten ihm von den Fischmenschen und deren reichlichen Nahrungsvorräten. Wir versprachen ihm, dass er in den Verhandlungen mit einbezogen würde. Im Gegenzug berichtete er von einer Beobachtung am letzten Tag: Er hatte gesehen, wie sich Tara mit Moldo und Sixtus (Maximons Berater) an Deck der Arche getroffen hatte und unvermittelt über Bord sprang. Oskartian verriet uns, dass Sixtus über die Mutation „Puppenspieler“ verfügte, und anderen seinen Willen aufzwingen konnte.

Mit etwas Glück würde Tara im Westen an der Küste angespült. Wenn wir uns beeilten fanden wir vielleicht noch Hinweise auf ihren Verbleib, bevor die nächste Flut alle Spuren verwischen würde.
Nach einer Weile Fußmarsch trafen wir am Strand tatsächlich auf einen angespülten Menschen. Dabei handelte es sich aber nicht um Tara, sondern um einen bewusstlosen Mann in einem Overall mit seltsamen Schriftzeichen. Vigor meinte, dass die Symbole eventuell „Eden“ bedeuten könnten. Der Mann wies keine Mutationen auf, war aber nicht erweckbar und schien schon eine Weile hier zu liegen, da er ziemlich unterkühlt war.
Da die Flut im anrollen war, zogen wir uns in eine Höhle am Fuß der Klippen zurück, machten ein kleines gedecktes Feuer und entledigten Eddy (so nannten wir ihn erstmal) seiner nassen Kleidung, gruben ihn etwas im warmen Sand ein und fesselten ihn zur Sicherheit.
Die Zeit verstrich und das Wasser kam näher, als wir plötzlich von einem Wolfsmenschen, der sich die Klippen heruntergefallen lassen hatte, angegriffen wurden. Verflixt, war das ein kurzer harter Kampf. Da wir überrascht wurden, konnte er mir eine ordentliche Kelle einschenken, bevor Zippo ihn geistesgegenwärtig flambierte. Vom Angreifer blieb nicht all zu viel übrig, es schien aber nicht der gleiche Tiermensch zu sein, wie der, den wir schon einmal am Leuchtturm trafen. Irgendwie wimmelte es hier draußen von seltsamen Gestalten.

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