Lord Byrons Tagebücher, Berlin 1946, 10. April

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Donnerstag, 10.04.1946
Endlich ist Post aus Paderborn gekommen. Alle Opfer kannten sich und hatten etwas mit der SS-Gruppe auf der Wewelsburg zu tun. Mit dieser Information fahre ich abends zum Fuchsbau. Nachdem wir uns ausgetauscht haben, geht es zum Hotel Mitte, um dort den angekündigten Gast, Friederich Karl Schneider, in Augenschein zu nehmen. Es ist ein neuer Portier im Dienst. Zimmer Sieben steht leer, Herr Schneider ist nicht eingetroffen.
Draußen regnet es Bindfäden. Mackenzie hat das Umfeld ausgekundschaftet und einen Beobachter in einer Seitenstraße auf einem Schuppen sitzend gesehen. Vielleicht wurde Mackenzie entdeckt, vielleicht auch nicht, jedenfalls entfernte sich der Späher sehr geschickt über die Dächer.

Im Lost Souls ist ebenfalls keiner der üblichen Verdächtigen (der junger Himmler oder der Sethit mit der blauen Sonnenbrille) anwesend. Ich bitte Simone, die Augen offen zu halten. Frau Overbeck begrüßt uns kurz. Danach spreche ich an der Bar mit Hannelore Roth: Es gibt heute Abend einen Gast, der eine ähnliche „Befleckung“ wie die anderen Opfer hat. Ich gehe zu ihr an den Tisch und stelle mich vor. Ihr Name ist Nadine Walther. Sie hat wasserstoffblondes Haar, blaue Augen, ein Pfannkuchengesicht und ist etwa 35 Jahre alt. Ich kann sie davon überzeugen, dass sie uns besser von ihrem Auftrag berichtet, da alle anderen Gesandten des Ordo Templi Orientis innerhalb kürzester Zeit nach ihrem Eintreffen in Berlin verschieden sind. So erfahren wir: Der junge Himmler scheint ein Magus zu sein, der in Ägypten die Longinuslanze suchte und dabei auf ein Artefakt stieß, mit dem er einen Sethiten namens Sekhmet aufweckte. Der Russe Rasputin, der laut Mackenzie die Werwölfe kommandierte, ist Frau Walther hingegen unbekannt. Allerdings scheint das dunkle Ritual auf der Wewelsburg dazu da gewesen zu sein, um den Sethiten an sich zu binden. Sekhmet hat den Kultisten sein Blut gegeben und scheint unter der Kontrolle vom jungen Himmler zu stehen. Kurz nachdem Frau Walther das erzählt hat, verspannt sie sich, beginnt zu schweben und bricht dann bewusstlos zusammen. Wir alarmieren Frau Overbeck, die sich der Dame vom O.T.O. annimmt und lassen Herrn Gutenberg informieren. Ich suche Simone und schicke sie nach Hause, ebenso warne ich Hannelore Roth.
Als ich mit Mackenzie ins Séparée zurückkehre, scheinen von Vieregg und von Siemens Besuch gehabt zu haben. Sie berichten, dass der Sethit sie heimgesucht hat. Sekhmet möchte das ägyptische Artefakt zurück haben, um die Kontrolle von Himmler durchbrechen zu können, ansonsten würde er die Stadt in Schutt und Asche legen. Als Bezahlung bietet er ein wenig Blut an. Das Artefakt liegt in Schloss Köpenick in der SBZ, vermutlich bewacht von Rasputins Werwölfen.
Auch wenn der Sethit das nicht will, entschließen wir uns, den Ahnenrat zu informieren. Sollen sie entscheiden, was zu tun ist.

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