Vampire London 1880 – William Byron Percy III.

Schreibe eine Antwort Beitrag drucken

William kam am 11. August 1824 in Redbridge London auf dem Familiensitz der Familie Byron Percy als erstes Kind und somit Erbe von William Byron Percy II. (geb. 1801) dem 2. Earl of Redbridge und dessen Ehefrau Lady Margery Percy (geb. 1803), eine geborene Stuart, zur Welt. Zusammen mit seinen beiden Geschwistern, Henry Alan Percy (geb. 1826) und Victoria Percy (geb. 1831), wuchs er in Redbridge auf. Seine Kindheit und Jugend waren geprägt von einer liebenden Mutter, die ihren Kindern keinen Wunsch abschlagen konnte, einem strengen Vater, der sehr hohe Ansprüche, vor allem an seinen Erstgeborenen hegte, einem Bruder, mit dem er sich permanent messen musste und einer Schwester, zu der er ein sehr inniges Verhältnis unterhielt. Er lernte die Tugenden eines jungen Lords, wurde auf sein Erbe vorbereitet und in Fähigkeiten wie dem Reiten, dem Fechten, der Etikette und der Konversation ausgebildet. Er zeigte sich begabt, doch vor allem sein Geschick im Umgang mit der Sprache ließen seinen Vater auf eine politische oder juristische Karriere hoffen.

William litt sehr unter dem Druck und der Erwartungshaltung seines aristokratischen Vaters, eines erfolgreichen Politikers im House of Lords und angesehenen Aristokraten in Londons Gesellschaft. Sein Bruder, Henry Alan, verstärkte diesen Druck, denn er war unzufrieden mit dem Schicksal eines Zweitgeborenen und hielt sich für den besseren Erben des Hauses und versuchte, William immer wieder auszustechen. Er war der besserer Reiter und Fechter und körperlich überlegen, doch William war der klügere, er lernte schneller, war geschickter mit Wort und Schrift und besaß ein natürliches Charisma, welches ihm auch beim Umgang mit dem weiblichen Geschlecht half. Seine Schwester Victoria vergötterte ihren älteren Bruder und stand immer an seiner Seite, sie hatten ein sehr enges Verhältnis, welches von ihrem Vater als unmoralisch angesehen wurde. Lady Margery musste ihre Kinder oft vor den Launen und Strafen ihres Ehemannes retten, der William und Henry permanent gegeneinander ausspielte.

Später begann William, unter anderem auf Drängen seines Vaters, ein Jurastudium an der University of London und später ein Politikstudium an der University of Oxford. Sein Interesse galt eigentlich eher der Wissenschaft, er war ein Bewunderer von Galileo und da Vinci und verschlang die Werke von Sokrates und Platon. Er wollte lieber Naturwissenschaften und Philosophie studieren, sich mit Astronomie, Literatur oder Kunst befassen, doch das hätte sein Vater niemals gestattet. Im Grunde seines Herzens war William eher ein den Wissenschaften und dem Leben aufgeschlossener junger Mann, als ein erzkonservativer traditionalistischer Spross einer Adelsfamilie – ganz zum Leidwesen seines gestrengen Vaters. Das Verhältnis zu seinem Vater wurde noch kälter, als Williams Mutter mit nur 43 Jahren an einer Seuche verstarb, wodurch sein Vater noch verbitterter und unnachgiebiger zu seinen Kindern wurde. William begann sich mit Cricket, Polo und Detektivgeschichten abzulenken. Seine Rivalität zu Henry verstärkte sich und sein Verhältnis zu Victoria wurde noch enger.

Direkt nach dem Studium startete er seine politische Karriere und wurde Sekretär eines Politikers, ein guter Freund seines Vaters, im House of Lords. Doch er hat seine eigenen Pläne und schreibt sich als Abgeordneter der Liberalen Partei ein, wonach sein Vater ihm mit Enterbung droht. Niemand aus der Familie gehörte jemals einer anderen Partei als den Konservativen an. Sein Bruder nutzte das aus, um ihm zu schaden wo er nur kann. Bevor der Familienstreit eskaliert wurde William eingezogen und leistete seinen Militärdienst als Offizier in der British Army. Er war nicht der beste Schütze, aber seine Fähigkeit, Menschen zu führen wurde schnell von seinen Vorgesetzten erkannt. Seine Autorität und sein Charisma verschafften ihm Respekt und Anerkennung, er wurde in kurzer Zeit zum Captain und zum Major befördert. In dieser Zeit heiratete Victoria gegen ihren Willen Sire Edward Montrose, den Erstgeborenen einer alten traditionellen Militärdynastie des britischen Adels und amtierenden Lt. Colonel der Royal Horse Guards, eines hoch dekorierten Kavallerieregiments. Sein Bruder Henry, der ebenfalls Jura und Politik studiert hatte, leistete seinen Militärdienst bei den Royal Horse Guards und gewinnt Sire Edward als Verbündeten.

Gerade als William den Militärdienst beenden wollte, zwang ihn der beginnende Sepoy-Aufstand in Indien seine Dienstzeit zu verlängern. Er meldete sich freiwillig, um dem Konkurrenzkampf mit Henry und der Bevormundung seines Vaters zu entgehen. Dieser hatte inzwischen eine Heirat zwischen William und einer Aristokratin aus dem Hause Stuart, gesellschaftlich und machtpolitisch sicher eine hervorragende Partie, arrangiert. William kannte diese Frau nicht und zeigte keinerlei Interesse an der Heirat. In Indien erlebte er das Leben völlig neu. Er sah sehr viel Tod und Leid und er begann die Menschen für ihre einfache Lebensart zu bewundern. Er wurde zum Lt. Colonel befördert, gewann einige Schlachten und erhielt den Ritterschlag, den Knight Commander of the Royal Victorian Order. Doch dieser Krieg setzte ihm ziemlich zu, nur die Briefe von Victoria und die Sorge um seine Männer, was ihn deutlich von anderen Kommandanten unterschied, hielten ihn aufrecht. Dann verliebte er sich in eine junge wunderschöne indische Lehrerin, die während des Krieges als Arzthelferin in einem Lazarett aushalf. Diese Liebe veränderte ihn und gab seinem Leben einen ganz neuen Sinn, er dachte sogar darüber nach, in Indien zu verbleiben und Erbe, Macht, Einfluss und Besitz aufzugeben.

Doch die glückliche Zeit währte nur einige Monate, die beste Zeit seines Lebens. Dann erfolgte ein Angriff der Aufständischen auf das Lager in dem sich das Lazarett befand. Seine große Liebe, Shiva Rajani, was die Schöne der Nacht bedeutete, wurde von Granatsplittern des Feindes getroffen und starb in Williams Armen. Er verfiel in eine schreckliche Raserei, tötete im Affekt mit dem Degen und den bloßen Händen Dutzende Menschen, Feinde, Zivilisten, Inder, Briten, sogar Verletzte. Später konnte er sich kaum noch an den Vorfall erinnern, der ihn schwer belastete und bis heute in seinen Alpträumen verfolgt. Aufgrund seiner Verdienste vertuschten seine Vorgesetzten den Vorfall und er wurde aufgrund einer erlittenen Verletzung ehrenvoll aus dem Militärdienst entlassen. Er kehrte als gebrochener Mann, der in kurzer Zeit geliebt und gehasst hatte, nach England zurück. Sein Schwager Sire Edward Montrose fiel im Kampf in Indien und so begleitete er seinen Leichnahm nach London, um Victoria die tragische Botschaft zu überbringen.

Bei seiner Rückkehr drängte sein Vater ihn schnell zur Heirat mit seiner Versprochenen, sein Bruder ließ keine Gelegenheit aus, ihn bei ihrem Vater zu denunzieren und seine Schwester war in Trauer gefangen. Doch er hatte keine Kraft, sich zu wehren, er wirkte niedergeschlagen und abwesend. Er zog sich zusammen mit seinem treu ergebenen Butler Bartholomew in ein abgeschiedenes Landhaus der Familie am Rande von London zurück. Dort suchte ihn schließlich sein Urahn, Lord Henry Percy 9. Earl of Northumberland, auf und unterbreitete ihm ein unglaubliches Angebot. Nach kurzem Zögern erlag er dem Werben des verstorbenen Ahnen und ließ sich auf dieses abscheuliche Experiment ein, welches ihm ein völlig neues Leben bieten sollte. So wurde Lord Henry Percy, der bereits seit über 250 Jahren als Vampir umging, der Mentor seines neuen Unlebens. Doch was dann folgte war nicht ganz das was er sich vorgestellt hatte, doch William hatte schon immer die Fähigkeit, sich neuen Herausforderungen zu stellen und sich neuen Situationen sehr schnell anzupassen. So organisierte er zusammen mit seinem treu ergebenen Butler Bartholomew, den er zum Ghul machen durfte, seinen offiziellen Tod und offenbarte sich nur seiner Schwester Victoria. Trotz seiner Gewissensbisse und seinem ersten Ekel über das neue Leben versuchte er es pragmatisch zu sehen, die Herausforderung anzunehmen und sich in seiner neuen Familie der Vampire nützlich zu machen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

12 + = 20