Styrvake Björnson

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Die Geschichte Styrvakes erzählt man vielleicht am besten ab dem Zeitpunkt an dem seine Eltern sich kennen lernten und sich Hals über Kopf verliebten. Björn Turgardson war vor knapp 20 Jahren Mitglied einer Otta, die ‚Handel ohne Warenaustausch‘ vorzugsweise in der Nähe der Zyklopeninsel betrieb. Die Otta umfasste mehrere Schiffe und Björn war Kapitän eines dieser Schiffe. Insgesamt war man schon sehr auf einander eingespielt, mal mit mehr, mal mit weniger Erfolg.

Es hätte ein erfülltes und reiches Seefahrer Leben für Styrvakes Vater werden können, hätte es nicht diese eine verhängnisvolle Fahrt gegeben. Und natürlich spricht sein Vater von seinem Schicksal, allerdings ohne sich zu beklagen. Man hatte sich schon unter den Schiffen abgesprochen die Heimreise anzutreten und in der Tat man segelte bereits wieder im losen Verband gen Norden weitab von der Küste um unbehelligt zu bleiben. Der Ausguck allerdings meldete ‚Segel in Sicht‘ und verwies gen Küstenlinie. Styrvakes Vater behauptete später immer er hätte den Blas eines Wals gesehen, als er nach dem Schiff Ausschau hielt, aber wahrscheinlich juckte es ihm einfach in den Fingern einen letzten Fang zu machen. Er signalisierte der Flotte was er vorhatte und keine Hilfe benötigte und als bald flogen schon die Enterhaken. Am Haken hatte man ein kleineres Handelsschiff eines aus Al’Anfa stammenden jungen Händlers Raschid Ibn Saul Ibn Karem.

Eine erste Durchsuchung brachte nichts wirklich aufregendes zu Tage und Raschid zeterte auch nicht lange rum. Er hatte scheinbar das Risiko mit eingerechnet und wollte nur mit heiler Haut davon kommen. Das was wertvoll erschien nahm man mit und da eine Lachmöwe während der Plünderung auf Deck landete, ließ man Raschid sogar einen Teil seiner Waren, damit seine Existenz nicht völlig ruiniert war. Kurz bevor man den Fisch wieder vom Haken lassen wollte, machte Styrvakes Vater seinen typischen letzten Rundgang das man auch ja nichts wirklich wertvolles vergessen hatte. Auf diesem Rundgang entdeckte er eine verborgene Tür und hinter ihr eine gefesselte und geknebelte tulamidische Sklavin Sulamei. Es muss Liebe auf den ersten Blick gewesen sein. Björn nahm ihr den Knebel ab und sie bat um Hilfe und ihre Freiheit. Voller Zorn trat Styrvakes Vater wieder an Deck beschimpfte wüst Raschid und nahm ihm seine Freiheit. Seine Mannschaft jagte man über Bord und Raschid wurde gefesselt und geknebelt an Deck zurück gelassen, auf das ihn die Sonne verdorre oder er und sein Schiff an den Klippen zerschelle.

Das Problem an der Geschichte ist: Raschid überlebte und wurde zu einem einflussreichen Händler in Al’Anfa. Vor allem aber hat er diese Schmach an jenem Tag nie verwunden, denn auch er war in Sulamei verliebt. Nur er konnte sie nicht für sich gewinnen, obwohl er sie wie einen Engel behandelte, so dass ihm nur die Sklaverei blieb. Und dann kommt da ein daher gelaufener ungepflegter Barbar her und nimmt sie ihm weg und sie verlieben sich auch noch ineinander. Raschid ist seit diesem Tag Feind von Björn Turgardson und damit auch von Styrvake Björnson. (Raschid wird mehrere Male versucht haben mit seinem Geld das Leben der drei negativ zu beeinflussen. Das meiste wird nicht von Erfolg gekrönt worden sein, bzw. Raschid keine Genugtuung gegeben haben, denn er will eigentlich das Björn Turgardson genau den gleich Verlust spürt wie er an jenem Tag. Dabei ist den dreien noch nicht einmal so deutlich bewusst das ihr Leben aus so großer Entfernung beeinflusst wird (s.u.). Raschids Rache Gelüste übertragen sich vielleicht bald auch auf den Sohn. Zu Mord ist er aber evtl. noch nicht bereit. Aber mit zunehmenden Alter …)

Etwa ein Jahr später erblickte Styrvake das Licht der Welt. Sulamei und Björn hatten unterdessen geheiratet so vernarrt waren sie ineinander. Die Beziehung zwischen den beiden war einfach, aber es gab viele Probleme mit ehemaligen Freunden und Nachbarn. In ihrem (Aber-) Glauben, empfanden sie das Bündnis zwischen den beiden als ungut und so geschahen mehrere Sachen. Björns Schiffskameraden gaben ihm zu verstehen dass es Unglück brächte wenn er an Bord ist. Auch Sulamei drängte ihn, dass die Piraterie viel zu gefährlich sei und sie das nicht auf Lange Sicht aushalten könnte. Daraufhin verließ Björn alsbald seine Otta und zog mit Sulamei in die Nähe von Prem und wurde dort Fischer. Den Löwenanteil verdiente aber Sulamei, denn sie stellte sich als geschickte Schneiderin heraus und gründete ein kleines Unternehmen das mit aufwändig bestickten Stoffen in Prem bekannt wurde (Stoffe und Zier Sulamei). Zurück zur Geburt. Diese war schwierig und irgendetwas muss dabei geschehen sein, denn es sollte keine weiteren Kinder von Björn und Sulamei geben, sehr zu deren Bedauern.

Styrvake wurde also ein Einzelkind. Den Großteil seiner Gene hat er eindeutig von seinem Vater. Darunter sind die hünenhafte Erscheinung, die unbändige Kraft und sogar eine Unverträglichkeit gegenüber großer Hitze über die sich Sulamei stets aufs neue wundert. (Rasse, Kultur, Hitzeempfindlich). Das er aber auch Sohn seiner Mutter ist erkennt man eindeutig an den braunen grün gesprenkelten Augen und am Temperament (Jähzorn, Impulsiv). Sein Vater nahm ihn schon früh mit auf die See und jedes Mal dann wenn Sulamei wieder in Prem war, wurden die Übungswaffen heraus geholt und mit ihnen ‚gespielt‘ oder Geschichten aus der guten alten Kaperzeit erzählt. (Seefahrt, Sternkunde, Kampf, Neugier, Goldgier). In seiner späteren Jugend lehrte seine Mutter ihm wie man auf adäquate Art die Herzen der Frauen erobert (Betören, Kochen), aber gegenüber dem Schneidern erwies sich Styrvake als lernresistent. Beide Eltern waren stets für ihn da und versuchtem ihrem Sohn beizubringen was sie nur konnten (Gebildet) aber gemeinsam ließen sie kein gutes Haar an den verhassten Sklaventreibern in Al’Anfa (Vorurteile).

Styrvake entwickelte sich zunächst gar nicht so wie es seine aktuelle Erscheinung annehmen lässt. Er war eher klein und schwächlich und damit ein gefundenes Opfer für die anderen Kinder im Dorf. Es gab für die anderen natürlich allen Grund. Als Bastardsohn eines Thorwalers und einer Tulamidenfrau brauchte er für den Spott nicht lange sorgen. Sein Temperament und sein schon damals eingebläutes Ehrgefühl ließen ihn von keinem Kampf davon laufen, doch siegreich war er eigentlich nie. Obwohl er also ein Einzelkind war kann man nicht gerade von verwöhnt und verhätschelt sprechen.

Ausschlag gebende Änderung war die Entführung seiner Mutter als Styrvake 6 Jahre alt war. Raschid hatte unlängst einen wirklich guten Handel abgeschlossen und reichlich Dukaten über, so dass er einen Haufen anheuerte, die ihm Sulamei in seine ‚Obhut‘ zurück bringen sollten. Styrvake kann sich noch gut erinnern an die wilde Entschlossenheit seine Vaters gepaart mit Ohnmacht im ersten Moment nichts tun zu können gepaart mit den Tränen nah zu sein. Drei Tage lief Björn in seinem Haus auf und ab bis Thorulf Ansgarson und drei seiner Mannen an der Türe standen. In Styrvakes Erinnerung hielt Thorulf eine übergroße Orknase in den Händen. Schweigsam und nur durch einen Wink mit der Axt forderte er Björn auf zu folgen, der daraufhin seine alte Skraja aus einem Versteck herausholte, und seinem Sohn beim Herausgehen auftrug artig zu sein und die nächsten Tage zu den Nachbarn zu gehen. Sein Vater war bereits durch die Tür verschwunden aber Thorulf stand weiterhin in der Tür und blickte auf Styrvake herab und sagte jene Worte, die sich tief in das Gedächtnis des kleinen Jungen einbrannten: ‚Keine Sorge. Ich kümmere mich darum.‘

Ein paar Wochen später war die Familie wieder glücklich vereint und ein paar Söldner waren ihrem Schöpfer gegenüber getreten. Man hatte auch nicht lange Federlesen gemacht und so blieb der eigentliche Auftraggeber unbekannt. Aber in Styrvakes Leben war ein wahrer Held getreten, den er anhimmelte und seinem Vorbild nacheiferte. Noch am Tag der Heimkehr bemerkte Thorulf, dass sich Styrvake mal wieder ohne Erfolg mit ein paar Jungen und Mädchen geprügelt hatte. Wie einen Gleichgestellten nahm er ihn zur Seite und fragte ihn darüber aus. Nachdem alles erzählt war, riet er ihm zwei Dinge. ‚Deine Faust muss ein Hammer sein. Nimm dieses Brett und übe dran es mit einem Schlag zu zerbrechen. Solange du das nicht kannst, geh den anderen so gut es geht aus dem Weg. Lass dich von mir aus sogar einen Feigling nennen. Wenn du es geschafft hast, lass dich nie wieder einen Feigling nennen.‘ Anderthalb Jahre später brach er bei seiner ersten Prügelei seit diesem Tage einem anderen Jungen die Nase, was Björn und Thorulf sehr erfreute, seine Mutter sehr bestürzte und ihn selber maßlos stolz machte (SF Hammerfaust).

Das Leben Styrvakes besserte sich. Durch den Nasenstüber und anderen Prügeleien, gerade auch auf Jahrmärkten und gegen Jungs und Mädels anderer Ottas, verdiente er sich den Respekt der anderen und den Beinamen ‚Kiihoke‚. Thorulf tauchte immer mal wieder in jedem Jahr auf und sonderte die ein oder andere (Über-) Lebensweisheit ab. Bei manchen Gelegenheiten nahm Thorulf auch seinen Vater mit. Bei diesen Gelegenheiten hatte Björn immer wieder seine Skraja dabei, Sulamei war immer sehr erbost und umso glücklicher wenn er nach ein paar Wochen wieder daheim war.

Mit Einsetzen der Pubertät veränderte sich Styrvakes Körper dramatisch. Er schoss einfach nur nach oben, so dass er selbst für einen Thorwaler hoch gewachsen ist. Die Arbeit auf seines Vaters Fischerboot, und die gelegentlichen Rangeleien und das Training mit Björn oder Thorulf stählten seine Muskeln, so dass er dem ersten Teil seines Namens aller Ehren wert ist. Ziemlich unüblich für einen pubertierenden Jüngling hat sich das Verhältnis zwischen seinen Eltern nie verschlechtert. Seine Mutter förderte sogar das erwachende sexuelle Interesse in dem sie ihn aufklärte und den ein oder anderen Tipp zur Verführung und zur sexuellen Erfüllung der Frau mit auf den Weg gab.

An Styrvakes 15. Geburtstag stand wie mittlerweile üblich Thorulf in der Tür. Er gratulierte nicht sondern stand stoisch im Türrahmen, die Orknase auf den Rücken geschnallt, und statt die Eltern zu grüßen sagte er nur: ‚Es ist Zeit den Jungen gegen Hranngar zu prüfen. Es ist vorbestimmt. Es soll seine Ottajara sein‘. Styrvakes Vater war betrübt, nickte aber ergeben und wie als hätte er es schon lange Zeit geahnt. Sulamei dagegen war außer sich. Sie brüllte herum, ‚Nein, nicht mit Thorulf‚, und versuchte mit allen ihren Mitteln die Männer von ihrem Vorhaben abzubringen. Björn holte seine Skraja und übergab sie Styrvake mit den Worten ‚Swafnir wacht über die Seinen‘. Styrvake und Thorulf zogen ins Premer Hinterland, wo ein Pferdemörder sein Unwesen trieb und die Tiere bevor er sie tötete auf bestialische Art und Weise quälte. Über etwas mehr als eine Woche reisten zu von Siedlung zu Siedlung und versuchten dem Täter auf die Spur zu kommen. Sie übernachteten bei einem Bauern der ebenfalls ein Pferd an den Schinder verloren hatte, aber ihnen auch nicht so recht weiterhelfen konnte. Müde vom Tage bot der Bauer ihnen Gastfreundschaft an und man legte sich zur Ruh.

Jedoch mitten in der Nacht wachte Styrvake auf. Seine Nackenhaare standen ihm zu Berge und er war kalt schweißig (Gefahreninstinkt). Der Bauer stand im Raum ein Kurzschwert in den Händen haltend und wollte gerade dem schlafenden Thorulf den Gar aus machen. Geistesgegenwärtig warf Styrvake sein Wurfbeil, das aber ein gutes Stück an seinem Gegner vorbei flog. Der Bauer wandte sich Styrvake zu und zischelte ‚Also doch erst der Jüngling‘. Thorulf schlief unbeeindruckt weiter. Styrvake griff nach dem Skraja seines Vaters und sprang auf die Füße, während der Bauer sich ihm behände näherte. Der Schinder stach mit seinem Schwert schnell nach vorne. Styrvake tauchte unter dem Stich durch und zog beim Aufrichten die Axt mit voller Wucht von unten nach oben durch. Der Schlag traf den Bauern im Unterleib und ließ ihn mit einer großen blutenden Wunde nach hinten umfallen wo er reglos liegen blieb. Vor Styrvake lag sein erster toter Gegner und ihn durchfluteten die unterschiedlichsten Gefühle. Allen voran Macht und Euphorie. Ein Lächeln machte sich auf seinem Gesicht breit.

Plötzlich stand Thorulf absolut wach vor ihm und legte ihm seine starke Hand auf die Schulter und blickte Styrvake tief in die Augen. ‚Nichts Schönes und Gutes ist das Töten eines Menschen. Dieser Mann, der da Tod vor dir liegt, ist der Schlange Hranngar zu Nahe gekommen. Das einzige was wir hier getan haben, ist unsere grimmige Pflicht so hässlich sie auch sein mag. Unser aller Schicksal an diesem Tage wurde erfüllt. Merk dir das!‘ Das Lächeln und die wechselnden Gefühle in Styrvake waren wie weg gewischt, als ihm die Tragweite des Geschehen und seines Handeln bewusst wurde. Noch unterstrichen wurde die Erkenntnis über Leben und Tod als die Frau und die Tochter des Bauern auf einmal auftauchten und auf den Leichnam ihres Gatten und Vaters starrten mit dem Blut besudelten Styrvake vor ihm. Bevor Thorulf die beiden beruhigen ging raunte er Styrvake noch zu ‚Von dieser deiner Ottajara zu niemanden ein Wort‘.

Ein paar Tage später umfingen die glücklichen Arme Sulameis ihren Sohn und es gab ein kleines aber dennoch rauschendes Fest. Styrvake war nun ein Mann. Die nächsten Jahre vergingen wie im Flug. Björn und Thorulf forderten ein paar Gefallen ein und ehe man sich versah, war Styrvake in der Kriegerakademie in Prem eingeschrieben. Hier war er einer unter vielen gleichen und wie jeder andere Schüler hatte er die ersten Geschichten mit Mädchen, Rangeleien mit anderen Schülern und fand Freunde. Der feierliche Abschluss aus der Akademie liegt erst ein paar Tage zurück und mit großzügigen Geschenken seiner Eltern blickt er hoffnungsvoll in die Zukunft. (SF Wuchtschlag, Ausrüstungsvorteil)

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