Der blaue Bruder Lin

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Wir befinden uns in Navarene, dem nördlichsten und dem mächtigsten Königreich der bekannten Welt. Die Aeonpriester predigen auf den Straßen von einer großen Bedrohung: ein gefährlicher Feind, genannt die Gaianer, lauert in den Wolkenkristall-Himmelsfeldern, bereit in die zivilisierten Länder einzufallen.

Der Herrscher von Navarene heuert Leute an, um für den bevorstehenden Krieg Numenera zu bergen. Deswegen sind wir in einem Gasthaus in Fasten, am Fuß der Berge, am Beginn des Zitterpasses. Irgendwo im Osten soll ein Ort existieren, genannt „die fünfte Länge des gewundenen Pfades“, wo es zahlreiche Numenera geben soll. Um den Pass zu überqueren, haben wir uns zusammen getan: die beiden Nanos Galen und Faun Lisword, die Glaive Bruder Lin, Dais Kemi und ich, Jorryn. Wir sind Jacks.

07.07.901 – Wir haben den Pass hinter uns gelassen. Seit zwei Tagen sind wir auf keinerlei Reisende gestoßen. Wir befinden uns jetzt wohl auf dem gewundenen Pfad, einer Straße, die der Legende nach die gesamte Welt umspannen soll. Die „fünfte Länge“, so sagte man uns, ist der Teil der Straße, der sich hier von den Bergen bis nach Osten zum sogenannten „großen Block“ erstreckt. Wir beschließen, gemeinsam nach den Numenera zu suchen.

Als wir am Abend schon dabei waren, ein Nachtlager aufzuschlagen, sehen wir in der Ferne im Tal einen Sandsturm von seltsam bläulicher Farbe, der langsam auf uns zukommt. Glücklicherweise entdeckt Galen eine Höhle in der Nähe, allerdings brennt dort bereits ein Licht. Bruder Lin geht als Kundschafter voraus und findet eine Gruppe von Pilgern vor, einige schon mit zahlreichen Blutnarben „ausgezeichnet“. Ihr Anführer ist ein Mann namens Quan, der uns sehr gastfreundlich an ihr Feuer einlädt.

08.07.901 – Die Pilger brechen früh am Morgen auf, auch sie sind auf dem Weg nach Osten, da wir uns aber eher abseits der Straße umschauen wollen, reisen wir nicht gemeinsam. Quan gibt uns noch ein paar nützliche Tipps mit auf dem Weg und wünscht uns Glück.

Die Landschaft ist zerklüftet, karg und felsig, in der Ferne sieht man vereinzelt kleine Wäldchen. Bis zum Mittag steigen die Temperaturen stark an. Wir untersuchen eines der blauen Felder. Laut Quan sollen das Leuchtschwärme sein, kleine Tierchen, die zu einer bestimmten Jahreszeit als fluoreszierende Schwärme über das Land ziehen. Sehr unvorsichtig versucht Bruder Lin mit seinem Stiefel den Schwarm zu zertreten, woraufhin er raptusartig von einer Welle der Tierchen überschwemmt und alles an ihm blau eingefärbt wird. Die Substanz brennt und führt zu leichten Hautirritationen, ansonsten scheint sie aber keine gravierenden Auswirkungen zu haben.

Am Abend schlagen wir in einem Kiefer-Cairn Lager auf. Bereits während der ersten Wache werden wir durch den Angriff einer monströsen Schneckenkreatur aus dem Schlaf gerissen. Es gelingt uns, den blitzeschleudernden Schleimer zu töten, woraufhin er auf handliche Größe dehydriert. Im Inneren der Überreste finden wir – teilweise angedaute – Ausrüstung vergangener Opfer des Biests, darunter auch drei Cypher.

09.07.901 – Eines der Cypher soll laut Faun eine Scheibe sein, durch die man dauerhaft eine neue Sprache spricht. Beim Würfeln gewinne ich das Teil, seine Anwendung ist etwas unangenehm und hat zunächst keinen merkbaren Effekt.

Auf der Straße treffen wir Reisende, die uns warnen, dass die Kreaturen der Gegend außergewöhnlich aggressiv sind. Die Schnecken nennt man wohl „Zelem“, oder auch „Plünderbanden“.

Wir forcieren etwas das Tempo, um am Abend noch Zeit für die Nahrungssuche zu haben. Dadurch holen wir auch noch einmal die Pilger bei einer Nachmittagsrast ein und tauschen uns kurz aus. Quan und seine Leute wollen hier aber nicht übernachten sondern noch einiges an Strecke machen, bevor es dunkel wird.

Trotz der kargen Landschaft kann ich genügend Verpflegung für alle, für einen Tag erbeuten. Damit kehre ich zurück zum Lager, das wieder in einem Kiefer-Caern ist. Heute Nacht sind wir nicht allein, eine andere Reisegruppe ist ebenfalls dort. Auch sie berichten von seltsamen Veränderungen in der Gegend und aggressive Kreaturen.

In der Nacht erleben wir dann einen der Lichtschwärme, ein beeindruckendes Naturschauspiel! Als sich die Wolke zum Boden absenkt, verdichtet sie sich und formt sich zu großen Larven. Unsere Übernachtungsgäste erzählen, dass diese metergroßen Larven weiter wachsen und dann zu den Zelem werden, deren Bekanntschaft wir bereits letzte Nacht gemacht hatten.

10.07.901 – Als wir am Morgen beieinander sitzen, nähert sich unserem Lager ein großer Tausendfüßler, ein Scutimorph. Auf seinem Rücken sitzen zwei Reiter: ein vielleicht zwölfjähriges Mädchen und ein etwas älterer Junge, der einige Verletzungen aufweist. Ihr Dorf in den falschen Wäldern wurde von Pallone angegriffen. Der Junge, Patell, bittet uns um Hilfe. Wir brechen mit ihm auf, während die Reisegruppe das Mädchen, seine Schwester Seria, in Sicherheit zu den cylischen Bädern mitnimmt. Der Scutimporph läuft alleine zurück, nachdem die beiden Kinder abgestiegen waren. Patell behauptet, dass die Kreatur von seiner Schwester kontrolliert wird. Die ist im Moment aber reichlich verwirrt und verängstigt.

Nach einiger Zeit erreichen wir mit Patell die falschen Wälder. Auf dem Weg berichtet der Junge von den Überfällen und dass es Tote gegeben hat. Pallone sind eigentlich friedliche Kreaturen, waren jetzt aber wie von Sinnen.

Der Wald, den wir erreichen, wirkt auch bizarr, denn er besteht nicht aus Bäumen. Statt dessen sind in Reihe und Glied drei Meter durchmessende und sechs Meter hohe Röhren auf kleinen Gestellen aufgestellt. An allen Zylindern umschlingen bis zu zehn Meter lange Scutimorphs die Außenwand. Das Dach des Waldes bildet ein spinnenwebartiges, weißes Geflecht.

Nach einiger Zeit erreichen wir das Dorf. Es besteht aus dreieckigen Plastiktippies, die bis an das Walddach heran reichen. Einige Häuser sind zerstört und die Dorfbewohner sind in Alarmbereitschaft.

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