Blut auf der Themse 20 – Zwischen den Zeilen

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Mittwoch, der 29.03.1882: Der Klüngel hat sich in der Stadtvilla des frischgebackenen Lord William versammelt. Dort klären zunächst Mr. Meriwether und Mr. Wright ihren Disput über den verführten Zugriff auf den feindlichen Setiten.
Dann berichten Lord William und Lord Liam über das geheime Refugium der Schlange, das durch ein magisches Portal nicht nur mit London sondern auch mit anderen Städten in fernen Ländern verbunden ist. Moonfield steckt Mr. Wright einen unleserlich vollgekritzelten Zettel aus seinem Notizblock zu, der alle Informationen enthalten soll. Die Kainskinder diskutieren darüber, ob sie Lady Anne über ihre Entdeckungen informieren oder dieses mächtige Geheimnis lieber für sich behalten wollen.
Schließlich entscheiden sie sich, lieber der Seneschall alles zu berichten. Sonst könnte Lady Anne von dem Refugium erfahren, wenn sie wieder in ihre Köpfe schaut und dann wäre der Klügel in ziemlicher Erklärungsnot…

Sir Cedric will jedoch zunächst noch einmal in das Laboratorium zurückkehren, um nach Papyri mit Zauberformeln zu suchen. Der Klüngel betritt das Refugium durch das Portal.
Lord Liam und Mr. Meriwether untersuchen den Gang, der sich hinter dem magischen Tor tief im dunklen Gang verliert. Dieser Weg endet nach gut 20 Metern vor einer mit Hieroglyphen geschmückten Steinplatte. Sie ähnelt jener Tür die Moonfield in der letzten Nacht geöffnet hat.

Derweil stellt der Tremere im Laboratorium die Schriftrollen mit den mutmaßlichen Zaubersprüchen sicher. Die Texte sind in altägyptischer und arabischer Schrift aufgezeichnet worden. Dabei unterläuft ihm ein Missgeschick mit einer Phiole, die er neugierig öffnet.
Ein beißender Dunst tritt aus und verätzt ihm so die Nasenschleimhäute, dass Blut herausschießt. Mr. Wright findet hinter einer Truhe einen engen Kriechgang, der dürre Moonfield wird ausgesandt, den Gang zu untersuchen. Der Gang entpuppt sich als Teil des Belüftungssystems der unterirdischen Kammern.

Lord Liam und Mr. Meriwether kehren zu den anderen zurück und berichten von der Steinplatte. Moonfield versucht sie zu öffnen, doch dieses Mal kann er kein Muster in den Hieroglyphen erfassen. Dafür kann Sir Cedric erkennen, welche der Schriftzeichen am meisten benutzt worden sind und findet durch Ausprobieren die richtige Kombination heraus. Die Steintür öffnet sich rumpelnd, dahinter geht der Gang weiter, seine Wände sind ebenfalls mit Schriftzeichen bedeckt. Mr. Wright wagt sich verdunkelt in den Gang vor. Er gelangt an eine Kreuzung, aus einem der Gänge steigen Schwaden von heißem Wasserdampf empor und er kann arabische Gesprächsfetzen hören. Es nähern sich zwei Gestalten mit Turban, Kaftan, Krummsäbeln und Laternen der geöffneten Tür. Hastig kehrt der Nosferatu zu den anderen zurück, sie verschließen die Steintür und verlassen das Refugium.

Wieder in London angekommen, bringen sie die Schriftrollen zunächst in Lord Williams Stadtvilla und machen sich dann mit den Skarabäusamuletten auf zu Lady Anne.
Im Carlton Club berichten sie der Senneschall von der Vernichtung des Setiten und der Mumie. Ebenso erfährt sie von dem Ghul der das Antiquariat betreibt und dem geheimen Refugium. Lady Anne erkundigt sich, ob Mr. Bainbridge über die Art dieses „Zaubertores“ Aussagen machen kann, doch dies wagt Sir Cedric zu bezweifeln. Lady Anne nimmt die Skarabäen an sich und entlässt den Klüngel mit dem Auftrag, den Ghul des Setiten zu beseitigen.

Sie fahren zum Antiquariat, Sir Cedric bleibt draußen bei der Kutsche und steht Schmiere. Moonfield knackt das Türschloss und schleicht mit den anderen rein. Lord Liam findet im Obergeschoss das Schlafzimmer des Ghuls. Doch gerade da bricht das Treppengeländer weg, auf dass sich Moonfield abstützt. Krachend stürzt der Malkavianer hinunter.
Während Mr. Meriwether dem Pechvogel wieder auf die Füße hilft, erwacht der Ghul.
Es kommt zu einem Handgemenge zwischen Lord Liam und dem Mann, dem es schließlich gelingt, von dem Toreador wegzurobben. Mit erhobenen Händen fleht der Ghul auf Arabisch um sein Leben. Doch Lord William ersticht ihn schonungslos mit seinem Degen.
Sachlich abgeklärt nehmen Lord William und Mr. Wright die Exekution des wehrlosen Gegners zur Kenntnis, während Lord Liam doch etwas abgestoßen von der Bluttat ist.
Vor ihren Augen beginnt der Leichnam des Ghuls zu altern, bis vor ihnen der tote Körper eines Achtzigjährigen liegt. Die Vampire verlassen den Tatort und schicken eine Nachricht über den Erfolg an Lady Anne. Am nächsten Tage wird die Presse über den Mord an einem ausländischen Antiquariatsbetreiber berichten. Ob es sich um einen Raubmord oder eine politisch motivierte Tat handelt (Aufstände in Ägypten), bleibt unklar.

Donnerstag, der 30.03.1882: jeder geht seinen Geschäften nach. So macht sich Sir Cedric mit Nachschlagewerken aus dem Britischen Museum an die schwierige Aufgabe, die ägyptischen und arabischen Texte zu übersetzen. Mr. Wirght trifft sich mit Juliette Parr zur Besprechung. Lord Liam nimmt Kontakt zu Commissioner Holloway und fragt, wie der Stand bei den Ermittlungen im Mordfall „Halim Bey“ aussieht. Er weiß nichts Besorgniserregendes für den Klüngel zu berichten.

Freitag, der 31.03.1882: Zufällig findet Mr. Wright den Zettel in seiner Manteltasche wieder, den Moonfield ihm zugesteckt hat. Doch das wirre Gekritzel ist verschwunden, stattdessen stehen dort nun die Worte

Help me

Verwirrt macht sich Mr. Wright auf zum Bedlem, doch Moonfield kann sich nicht an die Botschaft erinnern. Die Handschrift kommt ihm gekannt vor, sie ist jedoch nicht seine. Moonfield befürchtet, dass etwas mit seiner Juliette sein könnte und macht sich mit
Mr. Wright auf zu ihrem gemeinsamen Liebesnest. Doch Juliette ist nicht da, also geht es weiter zu ihrem Büro in einer Polizeistation. Aber auch hier ist die Malkavianerin nicht anzutreffen. Moonfield ist überaus beunruhigt, er kehrt zum Liebesnest zurück und hinterlässt ihr eine Nachricht. Mr. Wright wartet in der Polizeistation.
Moonfield irrt durch Nebengassen weiter zum Bedlem und grübelt darüber nach, wessen Handschrift auf dem Zettel zu lesen ist. Zwischendurch hat er das Gefühl verfolgt zu werden, doch es ist nichts zu sehen. Plötzlich trifft ihn die Erkenntnis, wer die Botschaft geschrieben hat – und ihm wird schwarz vor Augen.

Zwischenzeitlich trifft Ms Parr in der Polizeistation ein, es geht ihr gut. Mr. Wright zeigt ihr den Zettel. Sie finden heraus, dass das Gekritzel zurückkehrt und das Help me darunter verschwindet, wenn man das Papier an eine Flamme hält.
Gemeinsam machen sie sich auf zum Bedlem, doch weder dort noch im Liebesnest ist Moonfield anzutreffen. Sie suchen den Toreador Lord Liam auf, der einen Ruf nach dem Vermissten aussendet. Gemeinsam warten sie bis drei Uhr nachts, doch Moonfield kommt nicht. Sie durchkämmen die Gassen zwischen Bedlem und Liebesnest und entdecken Moonfields Notizbuch … schließlich finden sie Moonfield selbst reglos in der Themse treiben.
Sie schaffen ihn in ein Haus von Mr. Wright, das sich in der Nähe befindet. Der Malkavianer ist wie eine leblose Leiche, er weist jedoch keine Verletzungen auf und ist auch nicht blutleer. Juliette gibt ihm von ihrer Vitae und er kommt wieder zu sich, kann sich aber an nichts erinnern. Die Dämmerung zieht herauf und sie verbringen den Tag notgedrungen hier.

Samstag, der 01.04.1882: Der Klüngel wurde im Konferenzraum der Werft von Mr. Wright zusammengerufen, Juliette ist ebenfalls da. Mr. Wright klärt die anderen auf und zeigt den Zettel mit dem Hilferuf herum. Doch niemand von den anderen erkennt die Handschrift. Das Papier ist durch die Nähe zu Feuer bereits angegriffen, oft kann der Trick mit dem erscheinenden und verschwindenden Gekritzel nicht wiederholt werden.
Moonfield grübelt erneut über die Handschrift nach, ihm kommt der Graue König in den Sinn und erneut fällt er in Ohnmacht. Juliette trägt ihn in ein Nebenzimmer um ihn zu versorgen. Sir Cedric fühlt ein seltsames Kribbeln und seine Aurawahrnehmung offenbart ihm, dass alle im Raum durch einen Zauber verbunden sind. Der Tremere unterrichtet die anderen, das Phänomen ähnelt der Verbindung, die sie damals im Schlachthaus hatten.
Als Ms Parr und Moonfield zurückkommen, stellt Sir Cedric fest, dass auch Moonfield ein Teil der mystischen Verbindung ist. Ms Parr aber ist davon ausgenommen.
Möglicherweise haftet noch etwas von der Magie des Tores an ihnen?

Moonfield weiß nun, von wem die Handschrift stammt. Vorsichtig schreibt er zwei Worte auf ein Blatt Papier

Grauer König

Mr. Wright erklärt, dass er den Grauen König kurz erblickt hat, damals in der Gasse vor
Wu-Tang-Lees Im- und Export.

Die Worte Help me hat der Graue König geschrieben, da ist sich Moonfield nun sicher.
Sie durchsuchen das Notizbuch nach weiteren Botschaften des Grauen Königs. Und es findet sich tatsächlich eine weitere Nachricht, verborgen zwischen wirren Gekrakel.
Sie wurde in der Nacht geschrieben, als Ms Parr und Moonfield das erste Mal zusammen geschlafen haben und O’Ceallaigh gepfählt wurde:

Juliette is a traitor

Moonfield verliert erneut kurz das Bewusstsein.
Lord William stellt zwei Thesen auf: entweder gibt der Graue König Moonfield diese Botschaften ein oder der Malkavianer schreibt sie sich selbst und vergisst dies anschließend. Sir Cedric schlägt vor, weitere Tagebücher nach geheimen Botschaften zu durchsuchen. Außerdem versucht er, die magische Verbindung zwischen den Mitgliedern des Klüngels erneut zu spüren. Doch nun ist nichts mehr wahrnehmbar. Ms Parr beteuert, dass sie nicht weiß, von welchem Verrat hier die Rede sein könnte. Sie will weder Moonfield noch jemand anderen aus der Gruppe verraten. Sollte sie vielleicht gehen?

Moonfield ist hin- und hergerissen zwischen seiner Liebe zu Juliette und der Botschaft des Grauen Königs. Schließlich entscheidet er sich für die Geliebte.
Der Malkavianer erzählt den anderen, dass er seit seiner menschlichen Kindheit immer wieder das Gefühl hatte, eine Gestalt aus den Augenwinkeln zu sehen. Jemand, der ihm Dinge zuflüsterte. Bald gab es Unmut im Dorf, eines Tages brannte eine Scheune nieder und der junge Tomas floh nach London. Dort landete bald in einem Waisenheim und es gab Streit mit einem anderen Jungen. Tomas glaubte, dass das der Junge nicht in eine bestimmte Gasse gehen sollte. Am nächsten Tag fand man ihn dort tot auf.
Irgendwie landete Tomas im Bethlem Royal Hospital, wo er 10 Jahr lang eingeschlossen war, bis Lady Ava O´Fallon ihm den Kuss schenkte. Seitdem kann Moonfield den Grauen König, eine verwachsene, gekrönte Gestalt aus Zwielicht, immer deutlicher sehen…

Nachdem sie diese ganzen mysteriösen Ereignisse eine Weile besprochen haben, beschließen die Vampire später in der Nacht das Bedlem aufzusuchen und weitere Tagebücher durchzusehen. In einem der Bücher fehlen zehn Seiten. Zu dieser Zeit war Moonfield bereits Vampir und die Anstalt hatte mir Dr. Harrison eine neue Leitung. Die letzte Eintragung vor den verschwundenen Seiten lautet:

Nachdem er zum dritten Mal Blut getrunken hat, kann ich heute endlich meine Krankenakte einsehen.

Moonfield kann sich jedoch nicht erinnern, wann er seine Akte jemals gelesen haben soll. Die nächste Eintragung nach den fehlenden Seiten lautet:

Heute ist eine wunderbare Nacht. Ich habe einen Handstand gemacht!

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