Blut auf der Themse 17 – Eine Mumie, ein Neugeborener

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Sonntag, der 19.02.1882: Der Klügel sieht sich im Hinterhof von „Randolf’s Funerals“ einem schweigenden, vermummten Gegner gegenüber, der mit schlurfenden Schritten näher kommt. Joe und Ernest, die beiden Schläger, die bereits mit angesehen haben, wie die Gestalt zwei ihrer Kumpane erschlug, flüchten zur Kellertreppe des Bestattungs- unternehmers. Die Vampire stellen sich dem Kampf. Sir Cedric versucht dem Gegner mittels eines Zaubers das Blut zu entziehen. Doch stattdessen platzt der bandagierte Körper des Fremden auf, eine Staubfahne schießt hervor und schlägt in den Tremere ein.
Mr. Meriwether lässt sich die Klauen wachsen und schlägt auf das Ding ein, unter dem Mantel fühlt sich sein Körper hart wie Sandstein an. Auch die anderen Vampire greifen in den Kampf ein: Lord Liam nutz seine Geschwindigkeit und gesteigerte Körperkraft um die Mumie zu attackieren, Moonfield umklammert sie von hinten und schlägt die Fänge in ihren Hals. Sir William schießt erst auf das Monstrum, dann leiht er sich von dem angeschlagenen Sir Cedric dessen verhexten, brennenden Degen. Die Mumie erweist sich als zäher Gegner, mehr als einmal haben die Vampire das Gefühl, nutzlos auf einen Sandsack einzuschlagen. Doch plötzlich fällt sie in sich zusammen, Fleisch und Bandagen lösen sich auf und werden als große Sandwolke vom Nachtwind davon getragen. Nur der Mantel, den die Mumie zur Tarnung getragen hat, bleibt zurück.
Ernest und Joe, die den Kampf von der Kellertreppe aus beobachtet haben, versuchen zu fliehen, doch Sir William ruft sie durch seine Kräfte wieder zu sich zurück. Lord Liam schlägt vor, dass sich zwei um die beiden Zeugen kümmern sollen und der Rest mit ihm ins „Old Ladies“ gehen soll. Doch auf dem Weg dorthin versuchen Ernest und Joe, erneut zu entkommen. Mr. Meriwether folgt ihnen und flößt den beiden etwas von seinem Blut ein. Dann vereinbart er mit den beiden, dass sie sich in der morgigen Nacht am „Old Ladies“ treffen wollen, um „alles weitere zu bereden.“

An der ehemaligen Spelunke angekommen, berichtet der Gangrel den anderen Kainskindern. Moonfield hatte den Mantel der Mumie sichergestellt. Der Name des Schneiders ist eingestickt: „Lessitor´s“, weiter Spuren finden sich an dem vom Kampf zerfetzten Kleidungsstück nicht. Sir William meint, dass es angeblich einen ägyptischen Totenbeschwörer in London geben soll, der aber namentlich nicht bekannt ist. Im Rahmen früherer Abenteuer hatte er diese Information erhalten. Zudem gibt es in Ägypten wohl Separatisten, die sich gegen die Herrschaft der britischen Krone stellen …
Lord Liam wird von den anderen über die Geschehnisse rund um den Mithraskult, Regent Valerius, Lady Anne und O´Ceallaigh aufgeklärt. Während des Gespräches meint Sir William ein Klingeln hinter dem Vorhang der kleinen Bühne des „Old Ladies“ zu hören. Werden sie etwa belauscht? Doch als sie das leere Gebäude durchsuchen, finden sie keine verdächtigen Spuren …
Mr. Wright stellt sie Vermutung auf, dass Lord Henry versucht, seine Verbindungen zu den Geschehnissen rund um den Kult zu kappen. Er steckte im Auftrag von Valerius hinter dem Anschlag auf die Mithrasanhänger. Lord Liam schlägt vor, sich morgen Nacht erneut zu treffen um zu besprechen, was er in den Brief an Justikarin Violetta schreiben wird.
Später in der Nacht treffen sich noch Sir Cedric, Mr. Meriwether, Mr. Wright und Moonfield mit Sir William in dessen Stadtvilla. Der Nosferatu erklärt, dass der Klüngel im Grunde gut dasteht, schließlich hatte er die Kultisten im offiziellen Auftrag der Seneschall beschützt. Aber Lord Henry, der Erzeuger von Sir William, könnte in Lord Liams Bericht an die Justikarin schlecht wegkommen. Sir William meint, das wäre diesem im Zweifelsfall egal.
Es wäre nur schlecht, wenn der Bericht über den Tisch der Seneschall oder des Regenten gehen würde.
Weiter ermahnt Mr. Wright den Klüngel künftig besser auf die Einhaltung der Maskerade zu achten. Es muss vermieden werden, dass Menschen wie Ernest und Joe Zeugen des übernatürlichen Wesens der Kainskinder werden. Sir Cedric stellt die unheilvolle Befürchtung an, dass die Mumie nicht vernichtet worden ist, sondern nur zurückgerufen wurde. Sie könne noch immer da draußen sein…

In dieser Nacht haben Ms. Parr und Moonfield noch ein Schäferstündchen in der Zuflucht des Malkavianers.
Montag, den 20.02.1882: Sir William beauftragt seinen Diener Bartholomew bei Commissioner Holloway nach ungelösten Morddelikten anzufragen. Außerdem soll ein Detektiv Nachforschungen über die Familie von Lord Liam Eltringham anzustellen.

Um 22:00 Uhr finden sich die Vampire wie in der vorigen Nacht verabredet in der als
„Wu-Tang Li´s In- & Export“ getarnten Opiumhöhle ein. Nur Moonflield wird vom Türsteher wegen eines früheren Zwischenfalls nicht hineingelassen. Verwirrt setzt er sich in die Gosse und wartet ab.
In der Opiumhöhle berichtet Mr. Meriwether, dass er vergeblich auf Joe und Ernest gewartet hat. Lord Liam sendet daher einen Ruf nach Joe aus und Sir William nach Ernest.
Der Gangrel macht sich auf den Weg zum „Old Ladies“ falls die beiden dort doch noch auftauchen sollten. Dabei begleitet ihn Moonfield. Doch wieder warten sie vergebens. Daher machen sich die beiden zum „Gullivers“, Joes und Ernests Stammkneipe auf. Der Wirt zeigt sich als nicht gesprächsbereit. Der Gangrel greift zu härteren Verhörmetoden, doch auch Schläge bringen keine neuen Erkenntnisse. Joe soll schon vor Wochen abgehauen sein.
Währenddessen beraten die anderen Vampire in der Opiumhöhle wie sie weiter vorgehen wollen. Später in der Nacht machen sich alle gemeinsam auf zur Schneiderei „Lessitor´s fine clothes“. Mr. Wright klingelt den Schneider aus dem Bett und gibt sich als Gehilfe von Schottland Yard aus. Tatsächlich kann er von dem Schneider erfahren, dass der zerfetzte Mantel an einen Mann namens „Halim Bey“ verkauft wurde. Mr. Lessitor gibt Mr. Wright sogar die Adresse des Käufers.
Der Klügel bespricht sich kurz und beschließt dann, Lady Anne im Carlton Club zu informieren. Die Seneschall hört aufmerksam zu als der Klüngel ihr von den Attentätern Joe und Ernest, die Verbindung über Mr. Samuels zu Lord Henry, die Mumie und die Spur zu Halim Bey berichtet. Sie fragt, wie sicher sich der Klüngel ist, dass Lord Henry in die Sache verwickelt ist und nun versucht, seine Spuren zu verwischen. Dann berichtet sie, dass es in den letzen Jahren duzende ungelöste Morde in London gegeben hat. Möglicherweise sind auch Kainskinder unter den Opfern, die plötzlich verschwunden sind. Irgendetwas scheint schon länger in London umzugehen, wohlmöglich steckt ein Vampir hinter der Mumie. Der Klüngel soll der Spur zu Halim Bey nachgehen und sich morgen Abend wieder bei ihr melden.

Mr. Wright, Mr. Meriwether und Moonfield brechen zur Halim Beys Adresse in der Nähe des Regent´s Park auf. Bei der Adresse handelt es sich um ein dreistöckiges Gebäude, in dem mehrere Wohnungen untergebracht sind. Im Erdgeschoss ist ein kleiner Antiquitätenladen untergebracht. Während Moonfield und Mr. Wright verdunkelt die Vorder- bzw. Rückfront der Häuserzeile beschatten, überwacht Meriwether in Fledermausgestalt den Luftraum. Die dunklen Straßen liegen ruhig da, nichts geschieht. Doch dann fährt kurz vor halb 5 eine Kutsche vor und ein Mann mit Mantel und Zylinder steigt aus. Moonfield kann einen kurzen Blick auf sein Gesicht erhaschen, bevor er im Haus verschwindet. Der Fremde scheint in den 50gern zu sein, seine Haut hat einen gelblichen Ton … Die restliche Nacht verstreicht ereignislos, bis die Vampire ihren Poste verlassen müssen.
Als er wieder zuhause ist, beschleicht Mr. Wright das Gefühl, selbst beobachtet zu werden. Vorsichtig spät er durch ein Fenster nach Draußen, doch dort ist nichts zu sehen …

Währenddessen haben sich Lord Liam und Sir Cedric auf den Weg zur Kapelle der Tremere gemacht, um von Ahn Bainbridge Informationen über Mumien und ägyptische Totenbeschwörungen zu erfragen. Lord Liam hatte auf das Treffen gedrängt, Sir Cedric widerstrebt die Idee eher. Die Kapelle entpuppt sich als scheinbar profanes Reihenhaus.
Sir Cedric bittet Lord Liam noch, Sir William zu informieren, sollte er nicht spätestens eine Stunde vor Sonnenaufgang das Gebäude wieder verlassen haben. Doch nicht nur dem Toreador wird der der Zutritt verwehrt, auch Sir Cedric gelingt es nicht die Kapelle zu betreten …

Derweil findet Sir William in seiner Villa eine dicke Akte, die Commissioner Holloway hat vorbeibringen lassen. 30 ungeklärte Morde in den letzten 40 Jahren, Todesursache: stumpfe Gewalteinwirkung. Die Blutspur zieht sich durch alle Gesellschaftschichten, sowohl Frauen als auch Männer mussten ihr Leben lassen. Das jüngste Opfer war 17, das älteste 63 Jahre alt. Über die Familie Eltringham liegen allerdings noch keine Informationen vor. Doch der Ventrue hat gleich den nächsten Auftrag parat: der Detektiv soll alles über Halim Bey herausfinden.

Dienstag, den 21.02.1882: Um 19:00 Uhr finden sich alle bei Sir William ein. Der Ventrue legt die Akte vor und schlägt vor, sie gemeinsam durchzuarbeiten, um Querverbindungen zwischen den Mordopfern herauszufinden. Das wird auf später verschoben.
Sir Cedric erklärt, dass er die Kapelle nicht betreten konnte und er seinem Ahn daher eine Nachricht mit der Bitte um ein Treffen hinterlassen hat.
Lord Liam erklärt, was er Justikarin Violetta berichten will. Plötzlich klingelt es an der Tür und Mr. Smitty bittet Sir William um ein Gespräch: Lady Anne schicke ihn, Sir William soll ihn nun den Kuss schenken. Auch wenn Sir William sein Erzeuger ist, soll Smitty nicht als sein Kind gelten …
Etwas überrascht schickt der Ventrue den Ghul in den Keller der Villa. Dann geht er zurück in den Salon und bittet Lord Liam im Jagdzimmer zu warten. Es sei ein Informant gekommen, der ungekannt bleiben möchte. Als der Toreador dem nachgekommen ist, berichtet Sir William den anderen von Smittys Anliegen. Sir Cedric ist bereits zu seinem Treffen mit Bainbridge aufgebrochen. Mr. Wright, Mr. Meriwether und Moonfield zeigen sind ebenfalls überrascht, das Smitty nun zum Vampir gemacht werden soll, angeblich um besser vor dem Regenten geschützt zu sein. Schließlich steigt Sir William in den Keller zu Smitty hinab und saugt ihm all sein Blut aus, trinkt den Ghul über die Schwelle des Tieres hinaus. Dabei tauschen verschwommene Bilder vor Sir Williams geistigen Auge auf, Erinnerungsfetzen aus Smitty´s Leben. Doch auch ein paar Bilder von einem antiken Mithrastempel mit vielen Anhängern, ein Sonnenaufgang in einer Wüste, römische Legionäre, die London Bridge bei Tage, ein schattenhafter Tentakel, der danach greift … Eindrücke aus der Vergangenheit von Mithras, dem Vampir, der Smitty erstmals zum Ghul machte. Als der Mann vor ihn liegt, flößt Sir William Smitty von seinem Blut ein, und gierig verbeißt er sich im Arm seines Erzeugers. Es gelingt Sir William sich loszureißen, dann fällt Smitty über ein paar Prostituierte her, die Bartholomew bereitgestellt hat. Als sein ärgster Blutdurst gestillt ist, verabschiedet sich der der neugeborene Vampir und verschwindet im Dunkel des nächtlichen Londons. Wer weiß, welche Folgen diese Tat noch mit sich bringen wird…

 

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