Blut auf der Themse 12 – Und es beginnt erneut

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Was bedeutet das Verstreichen eines Jahres für die, deren Existenz nicht mehr dem totbringenden Prozesse des Alterns unterworfen ist? Ein Jahr kann für einen Vampir vergehen, wie eine einzelne Nacht vergeht, scheinbar ohne jede Bedeutung. Doch dann gibt es immer wieder Nächte, in denen sich der Wind dreht und neue, unheilvolle Dinge ihren Anfang nehmen…

Samstag, der 17. Dezember 1881: In einer heruntergekommenen Bruchbude, Heimstatt von Schaben, Ratten und Fäulnis, starrt Thomas O’Ceallaigh trüben Blickes aus den mit Eisblumen überzogenen Fensterscheiben.  Das Old Lady hat er verloren, nur sein Unleben wurde ihm – unter gewissen Auflagen – gelassen. Seit fast einem Jahr hat er nun keinen Kontakt mehr zu den anderen gehabt, seit der Nacht, als er vor Valerius stand und sein Angriff auf den Regenten fehlschlug.

Durch den Nebel sieht der Brujah, wie ein Pferdekarren am Themseufer zum Stehen kommt. Zwei bullige Kerle hieven drei schwere Pakete vom Fuhrwerk und versenken sie im dreckigen Fluss. Drei menschengroße Bündel … Die beiden Schlägertypen werden von einem weiteren Mann beaufsichtigt, trotz Mantelkragen und Mütze kann O´Ceallaigh kurz das verbrauchte, sommersprossige und Gesicht des rothaarigen Kerls erkennen … Mr. Smitty… ein Ghul von Regent Valerius oder Lady Anne… Als das letzte Bündel versunken ist, setzt sich der Karren in Bewegung von verschwindet im Dunkel der Nacht.

O´Ceallaigh schlurft zum Kai und taucht in das eisige Wasser hinab. In der Schwärze tastet er nach einem der Bündel und schleift es über den Grund bis zur einer Leiter. Wieder auf dem Trockenen öffnet O´Ceallaigh das Paket und tatsächlich … ein Leichnam. Und O´Ceallaigh erkennt das Gesicht. Vor ziemlich genau einem Jahr hat er es zum ersten Mal gesehen: einer der Nachtwächter von „Brighton´s Butcher & Fresh Meat“! Der Brujah versenkt den Toten erneut in der Themse und erhebt sich. Zeit, einen alten Bekannten aufzusuchen. Mit einem fremden Ruderboot setzt er über den Fluss.

Als das Boot neu vertäut hat, hört er das tiefe Muhen von mehreren Kühen von einem Frachtschiff aus. Ungute Erinnerungen an die Stampede im East End werden wach. Durch die Fügung des Schicksals hört auch der Nosferatu Mr. Wright die Geräusche in einem seiner Schlupfwinkel, der sich vor Ort befindet. Er blickt aus dem Fenster und sieht einen Karren vor einem Kahn stehen, aus dessen Bauch die aufgebrachten Tierlaute kommen. Dann erblickt er O´Ceallaigh (Verdammt, der Kerl ist nicht vernichtet!??). Der Nosferatu verdunkelt sich und verlässt seine Bleibe.

O´Ceallaigh sieht gerade noch, wie sich Mr. Smitty von einer Person an Deck verabschiedet (möglicherweise der Käpt´n?), dann fährt er mit dem Karren und seinen bulligen Begleitern weiter. Ein letztes Muhen erklingt, dann herrscht wieder Stille. Bevor der Brujah weitergehen kann, hält ihn Mr. Wright auf und herrscht ihn an, wo er plötzlich herkommt und was O´Ceallaigh hier treibt. Der Brujah bittet niedergeschlagen um Vergebung für die Geschehnisse, in die sein Handeln Mr. Wright hineingezogen hat. Er sucht keinen Streit und will nur unbeschadet seiner Wege gehen. Und Mr. Wright lässt ihn ziehen.

Schließlich kommt es im Bedlem zu einem Wiedersehen zwischen Thomas O´Cellaigh und Tomas Moonfield. Der Malkavianer ist sogar erfreut, den vernichtet geglaubten Weggefährten wiederzusehen. Von Lady Ava oder Mr. Tucker hat weder der eine noch der andere seit York etwas gehört. O’Ceallaigh berichtet Moonfield von seinen Beobachtungen und der Malkavianer erinnert sich gut an die Warnungen die der verstorbene Greg Dellawer in seiner Zelle schrie: „Er kommt! Die Sonne weist seinen Weg! Blut wird sein Leib sein!“    Als O´Ceallaigh sich wieder auf den Weg macht, folgt Moonfield ihm verdunkelt. Und in seinem Wahn sieht er eine verwachsene, gekrönte Gestallt bei dem Brujah…

***

Indessen hat Sir William eine Nachricht von seinem Kontaktmann Commissioner Peter Holloway erhalten. Gemeinsam mit Sir Cedric, der gerade zu Besuch war, fahren sie zu einer vornehmen Villa, die Schauplatz eines Verbrechens geworden ist. Im Korridor liegt ein Toter mit einem fleckigen Tuch bedeckt, doch nicht wegen ihm hat Mr. Holloway nach Sir William schicken lassen. Der Eigentümer der Villa ist Mr. Leonard, der Eigentümer eines gewissen Schlachthofes, wegen dem Sir William vor einem Jahr bereits Nachforschungen angestrebt hat. Eben dieser Mr. Leonard, der eine bedeutende Unterweltgröße von London ist, wurde vor gut einer Stunde entführt, sein Leibwächter Mr. Bigby wurde erstochen. Lösegeldforderungen wurden nicht gestellt. Zeuge des Verbrechens ist der Hausdiener Mr. Dickens, den Sir William sogleich mithilfe seiner Disziplinen befragt. Die Täter beschreibt Dickens als einen rothaarigen Kerl mit Boxermütze und zwei Hafenarbeiter. Unter vier Augen berichtet der Diener, dass Mr. Leonard das Schlachtgeschäft in London fest in der Hand hat. Hin und wieder habe es wohl Probleme mit Chinesen oder Ägyptern gegeben. Über Fässer mit gefrorenem Blut kann Mr. Dickens keine Auskünfte geben, aber der Vorarbeiter des Schlachthofes müsste etwas dazu sagen können. Sir William bittet den Commissioner noch zu arrangieren, dass Sir Cedric sich den toten Mr. Bigby später ungestört ansehen darf. Dann brechen sie gemeinsam mit der Polizei zum Schlachthof  „Brighton´s Butcher & Fresh Meat“ auf.

Als sie den Schlachthof erreichen, ist einer der Torflügel weit geöffnet, auf dem Hof liegt ein toter Hund. Die Tür zum Pförtnerhaus wurde aufgebrochen, drinnen finden sich Kampfspuren und jede Menge Blut. Die Polizisten untersuchen das Haus, während sich der Ventrue und der Tremere dem eigentlichen Schlachthof zuwenden. Die Tür zu dem Kühlraum, in dem sie vor einem Jahr die Fässer mit dem Gemisch aus Stier- und Ghulblut entdeckten, steht offen.  Davor auf dem Boden finden sie eine Blutlache. Sir Cedric klassifiziert es als menschlichen Ursprungs. Im Raum kühlen große Eisblöcke an Harken hängende Schweinehälften. Auch in dieser Nacht gibt es hier Fässer, die gefrorenes Blut enthalten.  Dieses ist wohl von den geschlachteten Tieren, keine Besonderheiten. Mit Commissioner Holloway spricht Sir William ab, dass er den Schlachthof später noch von einigen „privaten Kontakten“ untersuchen lassen möchte. Dann lässt er nach Mr. Meriwether und Mr. Wright schicken, die auch schnell am Ort des Geschehens eintreffen. Zufällig sieht auch O’Ceallaigh auf seinem Heimweg, dass auf dem Schlachthof Betrieb herrscht und geht zu den anderen. Er wiederum wird von dem verdunkelten Moonfield begleitet, der ihm seit dem Bedlem nachgeschlichen ist. Sir Cedric spürt jedoch dank seiner übersinnlichen Wahrnehmung die Anwesenheit des Malkavianers. Daraufhin enttarnt sich Moonfield, zum Glück unbemerkt von den Polizisten. Und so findet sich  der Klüngel erstmals seit fast einem Jahr wieder vereint auf dem Schlachthof  „Brighton´s Butchers & Fresh Meat“ zusammen.

Natürlich  muss O´Ceallaigh noch einige Fragen zu der Affäre um „Broken Bones“ beantworten. Er berichtet, dass seinerzeit der echte Mr. Tucker von Moonfield zum Retreat zurückgebracht worden ist. Lady Ava und er selbst gelangten verdunkelt in die Nervenheilanstalt zurück. Dort wurde der Austausch dann vorgenommen. Weitere Informationen soll es später noch geben. Erneut bittet der Brujah um Verzeihung, dass er die anderen mit in diese Sache hineingezogen hat. Da die Ermittlungen des Regenten eingestellt worden sind, O´Ceallaigh das Unleben gelassen wurde und sie selbst ebenfalls nicht mehr unter Beobachtung stehen, akzeptieren die anderen Kainskinder seine Bitte.

Dann tauschen sie die Informationen über die Geschehnisse in dieser Nacht und vor einem Jahr aus. Dabei diskutieren sie insbesondere, ob die Vampire der Sache überhaupt weiternachgehen möchten oder die Sache lieber auf sich beruhen lassen wollen. Immerhin ist mir Mr. Smitty ein Guhl des Regenten oder der Senneschall in die Angelegenheit verwickelt. Nach den Vorfällen im Januar will keiner erneut die Kreise der Herrschenden stören… Schließlich beschließen die Vampire, sich den Frachtkahn anzusehen und später bei Lady Anne vorzusprechen.

***

Der Frachtkahn ist ein hochseetüchtiges Schiff mit Masten und Schaufelrad. Es fährt unter spanischer Flagge. Am Deck halt ein Matrose Wache, alles ist ruhig. Mr. Meriwether gelingt es, über die Taue heimlich an Bord zu klettern und ungesehen unter Deck zu schleichen. Dort findet er den Stauraum mit den Kühen, die sogleich in lautes Muhen ausbrechen, als sie den Untoten wittern. Es gelingt dem Gangrel, den eines der Tieren durch seine Kräfte zum Schwiegen zu bringen, aber der Rest der Herde ist weiter unruhig. Auf Deck erklingen hastige Schritte und Wortfetzen. Es gelingt Meriwether das Schiff durch einen Sprung über die Reling in die Fluten der Themse zu verlassen. Auf Deck wird nun Alarm ausgelöst. Der Gangrel taucht hinfort und entsteigt dem Fluss in sicherer Entfernung. Die anderen haben sich ebenfalls aus der Sichtweite des Kahns zurückgezogen und erwarten Mr. Meriwether im Schutze der Nacht. Der Gangrel berichtet den anderen, dass er Mr. Leonard nicht gefunden hat, aber auch nicht das ganze Schiff durchsuchen konnte. Die Sprache der Matrosen klang arabisch …

Schließlich brechen sie zu dem Ort am anderen Themseufer auf, an dem O’Ceallaigh das Versenken der Leichen beobachtet hat. Es gelingt den Vampiren, alle drei Körper zu bergen. Die Toten entpuppen sich tatsächlich als die beiden Nachtwächter des „Bringston´s Butchers & fresh Meet“ und Mr. Leonard. Sir Cedric untersucht seinen Leichnam flüchtig, er findet eine Wunde in der Brust und eine Kette mit einem kreisrunden goldenen Anhänger um Mr. Leonards Hals. Er sieht etwas wie eine Münze ohne Prägung aus. Es findet sich auch Bargeld bei den Toten, das in O´Ceallaighs Besitz übergeht. Anschließend werden die Leichen wieder versenkt.

Mr. Wright spricht sich dafür aus, dass sie nun Lady Anne aufsuchen sollten. Sir Cedric und Sir William wollen ihn begleiten. Sir Cedric bittet O`Ceallaigh noch um eine Unterredung in der kommenden Nacht. Sie verabreden ein Treffen in Sir Williams Villa. Dort will sich der Brujah von einem Schneider eine neue Garderobe anpassen lassen, da seine mittlerweile sehr ramponiert ist.

Im Carlton Club erfahren Sir William, Sir Cedric und Mr. Wright, dass Lady Anne nicht zugegen ist. In dringenden Angelegenheiten könne sie aber kontaktiert werden. Sir William erklärt, dass si.e morgen Nacht wiederkommen werden.

Sonntag, der 18.12.1881: Ian Wright erstattet im Carlton Club Bericht, dort ist der Vorfall bereits bekannt. Um 18:00 Uhr treffen sich alle wie vereinbart in Sir Williams Stadtvilla. Während der bestellte Schneider für O´Ceallaighs neue Garderobe Sorge trägt, befragt Sir Cedric ihn über seine Verbindung zu Edward Tucker. Der Brujah kann nur berichten, dass hierzu große Mengen der Vitae des alten Malkavianers in seinen Körper aufgenommen werden mussten. So konnte er auf einen Teil der Fähigkeiten und des Wissens von Broken Bones zugreifen und seine Gestalt imitieren. Sir William berichtet von seinem Treffen mit Lady Anne und dass sie sich melden wird, wenn nötig.

Das Gespräch kommt nochmal auf die Kette zurück, die Mr. Leonard um den Hals trug. Leider wurde sie zusammen mit dessen Leiche wieder in die Themse zurückgeworfen. Mr. Meriwether wird losgeschickt, dass Medaillon zu bergen. Doch am Kai angekommen, sieht er, wie einige Bobbys gerade die Toten bergen. Nachdem er in der Villa Bericht erstattet hat, schickt Sir William einen Boten zu McAndrews.

Der Nosferatu lässt den Kahn von einem Käuzchen beobachten. In der Nacht sucht Mr. Smitty erneut das Schiff auf. Was er dort jedoch treibt, kann der Vogel nicht in Erfahrung bringen. Alarmiert machst sich der Nosferatu dann selbst auf den Weg und verfolgt einen der drei bis in die Kanalisation hinein. Dort in einer alten Zisterne warten zwei weitere Gestalten, doch nichts ergiebiges Geschieht. Das einzige Auffällige: Einer aus der Dreiergruppe ist recht vornehm gekleidet. Eine Verfolgung der Person in die Stadt scheitert allerdings.

McAndrews meldet sich und verlangt, mir O´Ceallaigh zusprechen. Sie reden über den Leichenfund … und was geschehen würde, sollte Mithras tatsächlich zurückkehren. Der Gesandte der Camarilla hält sich bedeckt.

Montag, den 19.12.1881: Sir William erhält eine Nachricht von Commissioner Holloway. Die Toten konnten dank eines Hinweises aus der Bevölkerung (Telegramm) geborgen werden. Scotland Yard geht davon aus, dass dies der Auftakt zu einem Bandenkrieg in der Londoner Unterwelt sein könnte. Im Büro von Holloway spricht Sir William ab, dass Sir Cedric die Überreste von Mr. Leonard begutachten kann.

Der Tremere wälzt unterdessen Bücher, in der Hoffnung etwas über den Mithraskult herauszufinden. Ursprünglich aus Persien stammend, galt Mithras als Gott der Verträge und der Sonne. Durch römische Legionäre wurde der Kult schließlich im  Imperium verbreitet. Über die Glaubensinhalte und Praktiken des Glaubens lässt sich heute kaum noch etwas sagen. Da der Mithraskult eine Mysterienreligion war, durften seine Anhänger weder mit Außenstehenden darüber sprechen noch schriftlich etwas festhalten. Ein Motiv scheint jedoch das einer Stiertötung zu sein, das an alten Kultstätten gefunden wurde.

Moonfield treibt sich an den Docks herum und folgt heimlich O´Ceallaigh, als dieser aus seiner Hütte tritt. Der Brujah macht sich auf den Weg zum Anwesen von Lord Henry Percy und wird eingelassen. Der Malkavianer wartet auf ihn, bis dieser gegen 22:23 Uhr wieder aus dem Gebäude tritt. Auf Moonfields Frage erklärt O´Ceallaigh, dass er zu seinen „Bewährungsauflagen“ gehöre, sich in regelmäßigen Abständen dort zu melden.

Mr. Wright lässt das Käuzchen Bericht erstatten: ein Stier wurde von drei Personen abgeholt und in Richtung Osten geführt. Der Frachtraum des Schiffes ist nun leer.

Was immer dort vor sich geht, es schreitet voran…

One thought on “Blut auf der Themse 12 – Und es beginnt erneut

  1. thd

    Ich habe einige Korrekturen vorgenommen. Fehlt was? Passt was nicht? (Also inhaltliches, bei Rechtschreibung und Schreibung der Namen wollen wir mal nicht so kleinlich sein.)

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