Türme im Eis 1 – Albensommer

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Neuhunderteinundneunzig Jahre sind vergangen, seit dem der blaue Mond zerbarst und seine Splitter auf Lorakis niederregneten. Dieser Kataklysmus besiegelte das Ende der Herrschaft der Drachlinge, die seitdem vom Antlitz der Welt verschwunden sind. Aber seit jener Zeit werden in den Völkern der Alben, Gnome, Menschen, Varge und Zwerge immer wieder Kinder geboren, die durch die Splitter des Mondes gesegnet sind und deren Bestimmung es ist, das Schicksal der Welt zu verändern…

Tag 1

In Albronnen, der Hauptstadt des Königreiches Windholt haben sich die zwei Recken des Wächterbundes, Drakon Feuerklinge und Baral, ein Mensch und ein Alb, mit dem Bewerber Trogan Eisenfels, einem Zwergenpriester des Fubron aus Zwingard, im Gasthaus „Zum schwarten Pfeil“ einquartiert. Vierter im Bunde ist Arrou, ein Sandläufer der Tarr mit seinem Falken Rouharr. Als sie abends im Schankraum speisen, werden sie Zeuge eines Streits zwischen einer jungen Albin und dem Wirt Borun. Als die Albin wütend und frustriert an einem der Nebentische Platz nimmt, spricht Dakon Feuerklinge sie an, immer bereit, einer schönen Frau zu helfen. Die Fremde stellt sich als Godwyna, eine Grenzwächterin aus dem Dorf Astweil vor. In der Umgebung ihrer Siedlung hatte sie zufällig eine alte albische Brosche gefunden: silbern, mit Ahornblättern und einen grünen Edelstein in der Mitte. Auf der Rückseite des angelaufenen Kleinodes hat Godwyna Einritzungen entdeckt, die sie für albische Schriftzeichen hält. Sie kam nach Albronnen, in der Hoffnung, dass die Bardin Calyna, eine Albin am Hofe des Königs, ihr etwas über das Schmuckstück sagen könne. Aber kaum in der Stadt angekommen, wurde ihr die Brosche von einem Taschendieb gestohlen. Der Wirt hatte angedeutet, Informationen über den Dieb haben zu können, haute sie dann aber über das spitze Ohr. Drakon bietet die Hilfe der Gruppe an und holt Godwyna zu den anderen an den Tisch. Die Albin liefert noch eine Personenbeschreibung (schwarzhaarig, blauäugig, Prellung an der Stirn, Handwerkerkleidung) und erklärt ihnen den Weg zu dem Platz, an dem sie bestohlen worden ist.

Tag 2

Am nächsten Morgen ist Godwyna so verkatert, dass sie beschließt, etwas später den Wolkenturm, dem Herrschaftssitz, aufzusuchen und nach der Bardin Calyna zu fragen. Arrou prägt sich noch Godwynas Geruch ein, um eventuell ihren Beutel, in dem die Brosche war, wiedererkennen zu können. Dann machen sich die vier auf den Weg.

Der Ort des Verbrechens ist einer der vielen Marktplätze von Albronnen. Marktstände und Buden sucht man aber vergebens, stattdessen wird der Platz von mehreren Steingebäuden umschlossen. Neben einigen Geschäften gibt es die Taverne „Turmschatten“, einen kleinen Tempel und acht fremdartige Skulpturen aus grauweißem Stein. So wie die gewaltige Flutmauer und einige Gebäude in der Stadt stammen sie noch von den Drachlingen und bezeugen ihre vergangene Herrschaft. Der Platz ist zudem ein Knotenpunkt mehrerer Straßen, Büttel und Bettler prägen das Bild. Einer der Büttel erinnert sich zwar an Godwyna, hat aber keine große Hoffnung, dass der Taschendieb im Nachhinein noch gefasst werden kann. Der örtliche Schneider erzählt den Abenteurern, dass hier schon öfter Leute bestohlen worden sind. Er vermutet, dass die Büttel wissen, wer hinter den Diebstählen steckt. Gegen einen finanziellen Anreiz verrät der Schneider ihnen den Namen eines bekannten Taschendiebes: Wymond. Seine Stammkneipe „Goldener Wolf“ liegt beim Osttor, in einer schlechten Gegend.

Das Osttor ist ein kleiner Durchgang in der Stadtmauer, dahinter liegt der Fluss. Die Torwache kennt Wymond nicht. Der „Goldene Wolf“ ist einem Bruchstein-gebäude untergebracht und öffnet erst am Abend.

Am Abend entpuppt sich der „Goldene Wolf“ als miese Trinkhalle, in der ein paar zerlumpte Stammtrinker hocken. Von der Schankmeid erfahren sie, dass Wymond vor einigen Tagen Streit mit einem anwesenden Zwerg hatte und seit dem nicht mehr aufgetaucht ist. Die Befragung des störrischen Zwergs entwickelt sich schnell zu einem Wetttrinken. Die Götter scheinen ihn mit einer Wunderleber gesegnet zu haben, denn es gelingt ihm tatsächlich die Abenteurer samt und sonders unter den Tisch zu saufen…

Tag 3

Irgendwie haben sie es dann doch noch zum „Schwarzen Pfeil“ zurückgeschafft, wo die Gruppe am nächsten Morgen mit schrecklichen Kopfschmerzen erwacht. Trogan erinnert sich dumpf daran, dass der fremde Zwerg ihm noch den Namen von Wymonds Bruder genannt hat: Cynwald, einem Handwerker, der meist an der Flutmauer arbeitet. Godwyna wird auf den neuesten Stand gebracht. Die Albin hat gestern eine Nachricht an die Bardin Calyna beim Wolkentrum abgegeben, aber noch keine Antwort erhalten. Sie hofft, heute eine Nachricht zu erhalten.

Die Gruppe macht sich auf den Weg zur Flutmauer, wo Handwerker und Tagelöhner vor dem Wintereinbruch die letzten Instandsetzungsarbeiten vornehmen. Schnell erfragen sie, dass Cynwald in 10 Metern Höhe auf dem Gerüst arbeitet. Dragon, Baral und Arrou steigen auf das Gerüst hinauf, Trogan wartet unten. Cynwald erklärt den anderen, dass er kaum Kontakt zu seinem Bruder hat. Der kommt nur vorbei, wenn er tief im Schlamassel steckt, einen festen Wohnsitz soll er auch nicht haben.

Wieder untern besprechen die Abenteuer sich. Baral ist aufgefallen, dass Cynwald unter seiner Kapuze eine Prellung zu verbergen scheint. Jetzt meint Arrou oben einen seltsamen Kräuterduft gerochen zu haben, wie ihn auch Trogans Heilertasche verströhmt… Sollte Wymond gar keinen Bruder haben, er und Cynwald dieselbe Person sein?

Baral fackelt nicht lange und steigt wieder die Leiter hinauf. Oben angekommen ruft er Wymonds Namen, worauf Cynwald prompt reagiert – und ertappt zu fliehen versucht! Baral nimmt die Verfolgung auf dem schwankenden Gerüst auf, die anderen jagen unten durch die Straßen. Drakon webt den Zauber Lichtertanz, um den flüchtenden Dieb zu blenden. Doch Wymond gelingt es am Ende des Gerüstes auf die Mauerkrone zu springen und rennt weiter. Baral bleibt ihm auf den Fersen, bis Wymond in einen der Wachtürme einsteigt und so wieder auf die Straße gelangt. Die anderen folgen dem Flüchtenden in eine Gasse, aus der es kein Entrinnen mehr für den Dieb gibt. Zitternd gesteht Wymond, dass er die Brosche für 5 Lunar an den Krämer Aymon verhökert hat. Sein Laden liegt in der Nähe des Marktplatzes, an der Hintertür muss man sich mit einem bestimmten Klopfzeichen bemerkbar machen. Als Baral und Arrou den Dieb noch mehr unter Druck setzen, macht dessen Herz nicht mehr mit und Wymond stirbt. Die Abenteurer beschließen ihn hier in der Gasse zu lassen, um nicht mit seinem Tod in Verbindung gebracht zu werden. Das missfällt Trogan, aber mehr als ein Gebet zu sprechen kann er nicht für Wymond tun.

Beim Händler Aymon erfahren sie, dass er die Brosche an den Sammler Pergar von Schwarzfelz, dem obersten königlichen Prospektor, weiterverkauft hat. Sie finden ihn Konsulat des Sylenischen Kaiserreiches, in der Nähe des Wolkenturmes. Der Mann ist ein in die Jahre gekommener Varg. Die Helden erzählen ihm, wie die Brosche nach Abronnen und schließlich in seinen Besitz gekommen ist. Von Schwarzfels vermutet, dass die Brosche einem der letzten Albenprinzen aus der Zeit vor dem Mondfall gehört hat. Das Kleinod hat er reinigen lassen, nun sind die Symbole auf der Rückseite gut zu erkennen, es handelt sich aber nicht um Schriftzeichen, sondern um nachträglich eingekratzte Piktogramme. Vermutlich kann die Bardin Calyna sie deuten. Schließlich willigt von Schwarzfels ein, die Brosche leihweise an die Gruppe zu übergeben. Wenn die Gruppe ihre Nachforschungen beendend hat, sollen sie ihm das Schmuckstück wieder aushändigen. Sollte etwas „gewinnbringendes“ dabei herausspringen, stehen dem Varg 20% zu. Mutmaßlich führen die Piktogramme zu einer vergessenen Albensiedlung. Die Vereinbarung wird durch schriftlichen Vertrag zwischen von Schwarzfels und Drakon besiegelt.

Godwyna wird informiert, sie hat einen Termin bei Calyna bekommen. Sie ist etwas enttäuscht, dass sie die Brosche nicht behalten darf.

Am Abend treffen sich die fünf mit der Bardin in der noblen Taverne „Turmschatten“. Die zeitlosjunge Albin untersucht die Brosche. Calyna glaubt, dass sie einst dem Albenprinzen Maeldrin gehört hat, der als einer der letzten sein Reich gegen die Herrscharen der Drachlinge zu verteidigen versuchte. Auch Trogan hat Legenden über den Prinzen gehört, der unter rätselhaften Umständen verschwunden sein soll. Weiter glaubt Calynda, dass die Zeichen auf der Rückseite den Weg zu den „Zwei Türmen“ weisen, einer Drachlingsfestung. Dorthin wollte Mealdrin angeblich reisen um seine Geliebte Liat zu befreien. Eines der Piktorgamme scheint auf „Die gebeugte Mutter“ hinzuweisen; einem geknickten Baum, 2-3 Tagesreisen nördlich von Abronnen in den Wäldern. Dort trafen sich einst die Alben mit den Baumwandlern, die ihnen einen gewissen Schutz von der Drachlingen boten.

Wenn die Gruppe bereit ist, den Piktogrammen zu folgen und die „Zwei Türme“ zu finden, ist Calyna bereit, die Reise zu finanzieren. Die Brosche verbleibt zunächst sicherheitshalber bei der Bardin. Godwyna will die Abenteuer lieber nicht ins Ungewisse begleiten, da sie noch andere Dinge in Abronnen zu erledigen hat. Drakon Feuerklinge, Baral, Trogan Eisenfels und Arrou erhalten 20 Lunare als Vorschuss, dann kann es in den nächsten Tagen losgehen, das Geheimnis der „Zwei Türme“ zu lüften…

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