Chronik vom 7.8.358 – Das Wrack und die Bergung
Der Tag begann unter düsteren Vorzeichen. Aus dem Osten drangen ferne, beunruhigende Trommelschläge herüber, die die Gruppe als mögliche Kriegstrommeln aus dem Lager der Wemitowok deutete. Während noch darüber gestritten wurde, ob und wie die Toten im Wrack der gesunkenen Galeere geborgen werden sollten, handelte Therion bereits und entsandte Azyr in Richtung der Trommeln, um frühzeitig vor einem möglichen Angriff gewarnt zu sein.
Mit einem Ruderboot näherte sich die Gruppe schließlich dem Wrack. Therion wirkte den Zauber Wasseratmen auf Murgrosch, Gotrek und sich selbst. Währenddessen schien Fuchsohr von Gewissensbissen geplagt. Nach dem Verstauen der Ausrüstung begann der gefährliche Tauchgang. Fuchsohr tauchte direkt zum Wrack ab, während Murgrosch und Gotrek über den Heckaufbau ins Innere des Schiffes eindrangen. Unter Wasser kämpfte Gotrek mit panischer Angst und Atemnot, da er dem Zauber nicht vollständig traute, während Murgrosch keinerlei Probleme zeigte. Gemeinsam mit Therion entdeckte Fuchsohr schließlich die Leichen zahlreicher Rudersklaven, die noch immer an die Ruderbänke gekettet waren. Murgrosch begann schweigend, die Ketten von den toten Rudersklaven zu lösen, um ihre Körper für eine würdige Bestattung zu bergen. Keiner von ihnen hatte überlebt.
Währenddessen stießen Gotrek und Fuchsohr auf eine Truhe im Wrack – darin befand sich die Ausrüstung, die ihnen zuvor gestohlen wurde. Trotz der Erschöpfung und der unheimlichen Stille der Tiefe gelang es ihnen, die schwere Kiste zu lösen. Um den Abtransport zu erleichtern, rief Therion ein weiteres Elementar zur Hilfe. Mit vereinten Kräften – und der Unterstützung des beschworenen Wesens – gelang es, die Truhe an die Oberfläche zu bringen und sicher an Land zu schaffen. Trotz der schwindenden Magie konnten Murgrosch und Therion anschließend noch etwa die Hälfte der verstorbenen Rudersklaven bergen, bevor der Zauber endgültig nachließ.
Das Geisterdorf im Nebel – Das Dorf der Que-Nal
Am Abend hielt Eldoril am Strand Ausschau und sichtete Azyr, der von seiner Erkundung zurückgekehrt war, sich jedoch nicht beim Magier meldete. Eldoril behielt diese Beobachtung für sich.
Nachdem die Geborgenen in einem von Fuchsohr magisch erschaffenen Grab bestattet worden waren, verstummten die Trommeln. Stattdessen zog ein dichter, kalter Nebel auf, der die Umgebung in gespenstisches Schweigen hüllte. Unter einem großen, blutroten Mond schlug sich die Gruppe durch die Wildnis bis zum Dorf der Que-Nal vor.
Die Siedlung lag verlassen und still im Nebel. Eldoril kundschaftete sie aus und spürte eine eisige, zutiefst böse Präsenz. In der Ferne erkannte er Zelte und eine grauhaarige Frau, die an einem großen Feuer saß. Von Furcht ergriffen, floh er zurück zur Gruppe und berichtete von dem Unheil, das dort lauerte.
Plötzlich zerriss ein gewaltiges, zweifaches Brüllen die Nacht. Ein Drache schoss dicht über die Gruppe hinweg in Richtung der Wrackbucht. Über die Farbe des Tieres herrschte Uneinigkeit: Fuchsohr war überzeugt, einen schwarzen Drachen gesehen zu haben, während Eldoril ihn als grün beschrieb.
Der gefallene Silberdrache
Im Dorf offenbarte sich schließlich das volle Ausmaß des Grauens. Am zentralen Feuerplatz lag der von Säure zerfressene Leib eines Silberdrachen. Gotrek erstarrte vor Angst angesichts dieses Anblicks. Fuchsohr erkannte unter Schmerzen – er war selbst in die ätzende Substanz getreten –, dass es sich um Malativa handelte.
In der Nacht erschien Eldoril am Totempfahl der Geist Malativas in Gestalt einer kleinen Frau mit indianischem Schmuck. Sie offenbarte ihm die bittere Wahrheit:
- Die guten Drachen sterben an einer mysteriösen Krankheit.
- Artha und Khardras rütteln an den Grundfesten der Welt.
- Artha verbirgt sich in einem Tempel im Osten der Insel.
- Die Wemitowok hatten den grünen Drachen gerufen
Der Pakt und das Opfer
Obense und Fuchsohr berieten über Malativas letzten Wunsch – und darüber, ob sie in Wahrheit eine Dienerin des Silber-Drachen oder gar der Silber-Drache selbst gewesen war. Schnell wurde klar: Nur ein großes Opfer könnte die Welt noch retten. Obense traf die schwerste Entscheidung seines Lebens. Er bot seinen eigenen Körper als Gefäß für Eldoril an, da der Elf unabdingbar für die Rettung der guten Drachen sei und er ihn so lange bewohnen sollte, bis die Drachen gerettet wären.
Kaum war der Pakt vollzogen und die Übernahme abgeschlossen, wurde die Gruppe von Kriegern der Wemitowok angegriffen. Doch trotz der Erschöpfung und des Schreckens gelang es ihnen, die Feinde zurückzuschlagen und zu überleben.



