2.10.1025 IZ
Wir nehmen die noch brauchbaren Kurzschwerter und -bögen der Goblins an uns. Und Meister Wettermann hat ein paar Silberstücke, die er nicht mehr benötigt. Bevor wir ihn unter Steinen bestatten, findet unsere Zwergin Runhild an seinem rechten Unterarm ein Brandzeichen in der Form eines stilisierten Stiers, das sie ihm herausschneidet und an sich nimmt. Wir gehen hinab ins Nebeltal, solange es noch Tageslicht gibt, und rasten die Nacht über in einem Wald.
3.10.1025 IZ
Am nächsten Morgen folgen wir einer gepflasteren Straße aus früheren Zeiten. Wegsteine leiteten damals die Reisenden, doch die Inschriften sind nach den vielen Jahrhunderten verwittert und unleserlich. Nachmittags verlassen wir den Wald und kommen in eine Landschaft mit Feldern und Äckern. Bei Dunkelheit erreichen wir Randweiler, und ein missmutiger Wachmann lässt uns ins Dorf ein.
Der Halbling Tjaldri nimmt uns mit zu seinen Verwandten, die die Mühle und Bäckerei betreiben. Baryton Pausbacken bittet uns zu seiner Frau Semolina und ihren neun Kindern herein. Sie teilen das Abendbrot mit uns fünfen, verweisen uns jedoch an das Drei Hirsche, um zu übernachten. Dort sollen wir der Wirtin Vanghild von dem Toten berichten.
Betten, Bier und Essen zu himmlischen Preisen steht auf einem Schild vor dem Gasthaus. Die Schankmaid Annabella verfrachtet uns ohne Umschweife an einen Tisch, wirft mir, dem Zwergen Turo, der noch häßlicher als unser Wolfling Oolan ist, einen kecken Blick zu, und nimmt unsere Bestellungen auf. Wettermanns Geld reicht, um für Apfelstrudel und Betten für eine Nacht zu zahlen. Die Wirtin kennt weder Meister Wettermann noch eine Leanara, die er mit seinen letzten Worten nannte. Und wegen meinem vermissten Großonkel möge ich mich an die Zwerge wenden, die die Schmiede betreiben. Sobald wir in unseren Betten sind, übermannt uns schnell der Schlaf.
4.10.1025 IZ
Annabella weckt mich in der Nacht, und wir gehen erneut in den Schankraum. Auf ihre Bitte hole ich die Karte und den abgebrochenen Sockel von Meister Wettermann, und sie weist darauf hin, dass es vier Bruchstücke gibt, die in den Ecken der Karte abgebildet sind. Wenn man alle vier Teile findet, soll man hier in Randweiler in die Gruft des Drachenkaisers eintreten können, wo sein vor 800 Jahren geschmiedetes Schwert Um-Dorman – die Klinge des Lebens – verborgen wurde.
Sie ist von der Loge von Gelehrten aus Lauterbrunn geschickt worden, damit das Schwert nicht in die Hände von den Hütern oder Paktierern gelangt. Sie bietet 50 Goldstücke für jedes Bruchstück der Statuette.
Ich berichte beim Frühstück von dem Angebot. Trotzdem bemühen wir uns, Arbeit zu finden. Hjalmar findet eine Anstellung hier im Gasthaus, und die Wirtin vermittelt Oolan als Erntehelfer. Runhilds Dienste als Schreiberin finden keine Verwendung, aber ich unterhalte mich angeregt mit den Schmieden Okald und Badinor. Zwar wissen sie nichts von meinem Großonkel, aber ein Gerber wird noch gebraucht. Abgebrannt wie ich bin, stellt mir die Wirtin jedoch keine Geschäftsräume zur Verfügung. Nichtsdestotrotz können wir noch eine Nacht bei ihr bleiben.
Hjalmar erleichtert sich die Arbeit zunächst mit Zauberei. Aber die reicht nicht für alle anfallenden Aufgaben, so dass er bald Hand anlegen muss. Und am Abend hat Vanghild noch ein letzte Aufgabe für ihn – zu ihr ins Schlafgemach zu kommen.
5.10.1025 IZ
In der Nacht wechseln Sockelstück und 50 Goldstücke die Besitzer, so dass wir für einige Zeit genug Geld haben. Annabella hat von der Grabstätte eines Dieners von Kaiser Eledain gehört, die sich in der Ritterhöhe in einem Steinkreis befinden soll. Dort vermutet sie eines der anderen Teile.
Während am nächsten Tag Oolan bei der Kartoffelernte mithilft und Hjalmar im Gasthaus schuftet, schauen der Halbling und wir Zwerge uns im Dorf und in den Überresten einer Grabkapelle um. Dort treffen wir im Schein eines Kohlebeckens einen Asketen, der sich geißelt. Wir haben ihn scheinbar gestört, denn er zieht sich durch eine Tür zurück. Hinter dem Altar finden wir einen Zinnbecher, aus dem jemand Met getrunken hat. An der Decke sieht man Reste einer Krone und ringsum gibt es Reliefs und Alkoven – in einem ist ein freier Platz, wo man die Statuette platzieren könnte.
Unter den Gästen im Drei Hirsche befindet sich eine Hüterin, der Hjalmar helfen darf, sich zu rüsten. Anschließend treffen wir drei sie, als wir die Kapelle verlassen und sie sie aufsucht. Runhild gelingt es nicht, mit dieser ernsten Frau ins Gespräch zu kommen. Aber als ich sie nach dem Brandmal frage, wird sie hellhörig und verlangt mehr Informationen, ohne zu sagen, was sie daran so erzürnt. Ich sage ihr so viel, wie sie wissen muss, ohne die Dinge zu erwähnen, die uns Meister Wettermann anvertraut hat. Dennoch bestätigt das meinen Eindruck, dass der Tote ein Paktierer war.
Wir besorgen Proviant für die nächsten Tage. Als Vanghild von unseren Plänen erfährt abzureisen, muss Hjalmar versprechen, zurückzukehren, denn sie hat ihn schon im Voraus bezahlt.
6.10.1025 IZ
Am nächsten Morgen verlassen wir Randweiler gen Westen Richtung Ritterhöhe.



