16.7.358 – Der Weg Richtung Wald ist sehr beschwerlich – viel Geröll versperrt uns den Pfad. In einigem Abstand passieren uns einige Karren auf der Straße. Noch etwa eine halbe Stunde vom Waldrand entfernt, sehen wir in der Stadt einige Sivaks aufsteigen, die in unsere Richtung fliegen. Schnell suchen wir nach einem Versteck. Fuchsohr entdeckt am Fuße eines Vulkans den Eingang einer Höhle, in der wir uns verbergen können. Von der Höhle führt ein etwa zehn Meter langer Gang zu einer Biegung. Murgrosch und Gotrek erkunden diesen Gang und stoßen nach ein paar weiteren Metern auf eine zweite Biegung. Dahinter steht ein gewaltiger Torbogen, der aussieht, als wäre er vor langer, langer Zeit von Zwergen gefertigt worden.
Schnell holen sie die anderen. Therion sorgt mittels Magie für Licht, da außer den beiden Zwergen niemand im Dunkeln zu sehen vermag. Doch niemand außer den Zwergen kann den großen Torbogen erkennen – für die Menschen und den Elfen scheint hier nur eine massive Wand zu stehen. Offenbar wirkt hier mächtige, alte Zwergenmagie. Wir beraten, wie wir dieses Tor durchschreiten können. Schließlich nimmt Murgrosch kurzerhand Fuchsohr an die Hand und schreitet mit ihm durch das unsichtbare Tor. Gotrek tut es ihm gleich, nimmt Therion sowie Eldoril bei der Hand, und gemeinsam betreten wir das Innere.
Hinter dem Tor führt eine Wendeltreppe hinab in das Dunkel der Höhle. Vom Eingang vernehmen wir das Geräusch der näherkommenden Sivaks – schnell begeben wir uns nach unten. Doch nach ein paar Windungen ist der Gang eingestürzt. Es gibt für uns kein Weiterkommen. Der Magier löscht das Licht, um uns nicht zu verraten. In völliger Finsternis warten wir. Irgendwann wird es Murgrosch und Gotrek zu bunt. Sie beschließen, sich zurück zum Eingang zu schleichen, um zu sehen, ob unsere Verfolger noch in der Nähe sind. Glücklicherweise ist nichts mehr von ihnen zu sehen.
Als ein lautes Grollen durch den Berg hallt, kehren die beiden zu uns zurück. Wir müssen entscheiden, ob wir zurück in Richtung Wald gehen – oder versuchen, den eingestürzten Gang freizulegen und tiefer in den Berg vorzudringen. Wenn hier Zwerge gelebt haben, gibt es wahrscheinlich ein ausgearbeitetes Tunnelsystem. Auch wenn Therion und Eldoril noch zögern, setzen sich die Zwerge durch: Es ist sicherer und klüger, dieses Geschenk Reorx’ anzunehmen. Wenn sich der Stollen freilegen lässt, sollten wir unser Glück in den alten Tunneln versuchen. Zuerst schlagen wir jedoch Lager auf. Fuchsohr hält Wache, während Therion sich die Zeit nimmt, die Ringe zu analysieren, die er von Gotrek erhalten hat. Gotrek und Murgrosch beginnen damit, die ersten Felsbrocken beiseite zu räumen.
17.7.358 – Am nächsten Morgen bietet sich uns ein schauriger Anblick: Der Elf Eldoril, der seit dem Zusammentreffen mit Gadar ohnehin schon erbärmlich aussah, ist kalkweiß, schwitzt stark, hat hohes Fieber – und ein fauliger Geruch geht von ihm aus. Sowohl der Druide als auch der Magier versuchen ihm zu helfen – sowohl mit profanen als auch mit magischen Mitteln, jedoch ohne Erfolg. Was der Magier aber feststellen kann: Auf Eldoril liegt ein mächtiges, nekromantisches Zaubernetz.
Als Therion versucht, den Zauber zu bannen, beginnt Eldoril plötzlich schwallartig zu erbrechen. In dem pechschwarzen Erbrochenen sind weiße Maden zu sehen – ein fürchterlicher Anblick. Es ist allerhöchste Zeit, diesen Ort zu verlassen.
Die Zwerge machen sich eilig daran, den Schutt zu beseitigen. Wirklich erfolgreich sind sie jedoch erst, als Fuchsohr mithilfe eines mächtigen Gebets an Habakuk den Großteil des Schuttes einfach verschwinden lässt.
Hinter dem Einsturz führt die Treppe weiter nach unten. Am Fuß der Treppe mündet sie in eine große Halle, von der mehrere Stollen abgehen. Mehrere Loren stehen hier, vermutlich seit Urzeiten unbewegt. In einer Lore auf den Schienen befinden sich drei Hebel, die offenbar Weichen in verschiedene Richtungen stellen:
- Der erste Hebel: nach Thordarax
- Der zweite Hebel: nach Thaxtharken
- Der dritte Hebel: nach Talak-Siln
- Außerdem gibt es einen Bremshebel.
Schnell ist Gotrek Feuer und Flamme und beginnt damit, eine Lore wieder einsatzbereit zu machen – ein Geschenk Reorx’, das man sich nicht entgehen lassen darf! Selbst Murgrosch lässt sich von seinem Eifer anstecken.
Nach einigen Stunden harter, schweißtreibender Arbeit haben die beiden eine Lore so weit instand gesetzt, dass sie als fahrtüchtig gilt – zumindest laut Zwergenmaßstäben. Therion ist skeptisch und möchte sie lieber unbemannt testen. Beim Versuch, den Bremshebel zu lösen, bricht er diesen jedoch ab. Gotrek lässt daraufhin ein gewaltiges Donnerwetter auf ihn niedergehen – die Reparatur beginnt von vorn. Da es ohnehin spät geworden ist, schlagen wir erneut Lager auf. Die Wachen werden eingeteilt. Tief aus dem Stollen sind in der Nacht Pfeifen und Hämmern zu hören…
18.7.358 – Am Morgen wird es endlich Zeit für etwas Körperpflege. Therion bietet an, unsere Kleidung mittels Magie zu reinigen – dringend nötig! Wir losen aus, wer den ehrenvollen Dienst übernehmen darf, den kranken und müffelnden Eldoril zu entkleiden. Die Ehre fällt auf Murgrosch. Der Zauberer unternimmt einen weiteren Versuch, den Fluch auf Eldoril zu bannen – diesmal mit Erfolg. Doch plötzlich beginnt Eldoril zu krampfen! Fuchsohr eilt herbei, um ihm zu helfen. Als der Krampf nachlässt und Fuchsohr ihn untersucht, stellt er fest: Eldoril ist tot. Zumindest sollte er es sein – denn er steht vor uns. Fuchsohr nimmt sein Messer, schneidet Eldoril in die Hand und fordert ihn auf, sich mit göttlicher Kraft zu heilen. Unter Schmerzen gelingt es ihm. Offenbar ist er tatsächlich zu einem Untoten geworden. Gotrek will es genauer wissen und schneidet in Murgroschs Arm, um Eldoril aufzufordern, diese Wunde ebenfalls zu heilen – wofür er sich eine schallende Ohrfeige von seinem Vetter einfängt. Maulend macht sich der Zwerg wieder an die Arbeit, um die Lore endlich abfahrbereit zu machen. Es wird Zeit, diesen Ort zu verlassen – wir haben weder die Ausrüstung noch die Ruhe, um uns hier mit dem „Problemelf“ auseinanderzusetzen.
Endlich steigen wir in die Lore und schließen die Sicherheitsbügel – doch nur bei Fuchsohr rasten sie sicher ein. Was da alles hätte passieren können!
Murgrosch versucht, den Bremshebel zu lösen – aber er scheint nicht kräftig genug. Gotrek schiebt ihn beiseite: „Lass mich das machen, ich zeig dir, wie das geht!“ – und ist mit so viel Elan bei der Sache, dass er direkt vornüber hinauspurzelt.
Murgrosch, mittlerweile sichtlich genervt, stemmt sich mit ganzer Kraft gegen den Hebel, schiebt ihn nach vorn – und die Lore beginnt sich tatsächlich langsam in Bewegung zu setzen…
… allerdings nur für etwa 20 Zentimeter. Dann gibt es ein jämmerliches Knirschen und Knarzen – und sie hält wieder an: irreparabel zerstört.
Genervt packt der Zwerg sein Bündel, seufzt und stapft los:
„Dann eben zu Fuß.“
Richtung Thaxtharken.