Opfer eines harten Winters XI

Schreibe eine Antwort Beitrag drucken

Wir wurden in unsere zugewiesene Hütte verbrachten und durften diese bis zum nächsten Tag nicht verlassen. Den anderen ging es wohl nicht anders, aber sei es drum, aufgefallen waren wir und als Feiglinge sollte man uns wohl auch nicht mehr bezeichnen. Auch wenn Björns Nase etwas anderes sagte.

Am nächsten Tag, standen zwar immer noch Wachen vor unserer Hütte, aber so richtig aufmerksam waren sie nicht mehr. Doch gleich nach einem kleinen Frühstück, kam Torfin Arson wieder zu uns. Er forderte uns auf, am späten Nachmittag, wenn die Sonne anfängt zu sinken, zum König Aris Stigsson von Hirsk zu kommen. Dieser wollte mit uns sprechen und unser Handelsgesuch kennen lernen. Bis dahin durften wir uns wieder frei in der Stadt bewegen, sollten aber aufpassen nicht wieder Ärger an zu fangen. Nun und abermals gab es kein Wort über den Baba Jaga, was mich langsam zweifeln ließ. Waren wir vielleicht immer noch in einer Traumwelt der Götter, wo das auftauchen von Trollen, Unterirdischen und Dämonen vielleicht nichts Besonderes war?

Schnell wischte ich diese Gedanken bei Seite, wir mussten zu den Seefahrern in den besonders bewachten Käfigen und erfahren was genau passiert war. Doch uns war klar, dass nicht alle von uns gehen konnten. Das wäre sicherlich trotz Bestechung der Wachen aufgefallen. Also beschlossen wir, dass Björn und Ubbo der Totenfeier im Hafen beiwohnen sollten und Magnus, Ligurd, Juren und ich zu den Käfigen gingen.

Mittlerweile hatte wir auch erfahren, wem zu ehren diese große Feier abgehalten wurde, es war der letzte erste Krieger von Aris. Für ihn wurde extra ein kleines Boot verbrannt und ein Mann der Götter aus Uppsala war nach Hirsk gekommen. Kurz eine nicht ganz alltägliche Totenfeier sollte auf Hirsk warten. Tja und was Björn und Ubbo später berichteten war sie es auch nicht. Der Mann der Götter hielt eine fesselnde Rede und entfachte das Schiff auf dem der erste Krieger gebettet war, mit seinen bloßen Händen. Alle konnten sehen wie die Götter durch ihn wirkten und sprachen.

Doch das sollte noch nicht alles Übernatürliche sein, was die beiden an diesem Tag zu sehen bekommen sollten. Als sich die beiden unter die mehrere dutzend zählende Gruppe Zuschauer gemischt hatten, gesellte sich wenig später ein finnischerer Krieger zu ihnen. Zumindest war er gekleidet wie ein Finne und das wenige was er sprach war für die beiden nicht zu verstehen. Also ignorierten sie ihn. Doch am Ende der Totenfeier fing der Finne plötzlich auf Dänisch an wie wild zu fluchen. Er sprach von einem bösen Ohmen und deutete auf die Lanze, die Ubbo im Norden gefunden hatte. Die Götter würden uns strafen und ähnlichen Schwachsinn. Tja und im nächsten Augenblick war er wieder ruhig und sprach kein Wort Dänisch mehr. Ubbo meinte später, es wirkte als sei er von etwas oder jemandem besessen gewesen.

Björn meinte bei der ganzen Geschichte gesehen zu haben wie jemand das Ganze beobachtete und verfolgte diesen. Aber bei den vielen Menschen war es wohl aussichtslos.

Wir indes machten uns auf den Weg zu den weiter oben in der Stadt liegenden Käfigen. Nun und wie Guldaiv versprochen hatte, würdigten uns die beiden Wachen keines Blickes und ließen uns einfach passieren. Natürlich vergeudeten wie keine Zeit und ich wies Ligurd und Juren an die Augen auf zu halten, ob nicht vielleicht doch der Junge noch im Käfig sein würde. Aber dem war nicht so und wir fanden lediglich die Jütischen Seeleute, die noch allesamt in guter Verfassung waren. Doch viel mehr als wir schon wussten konnten sie und nicht erzählen. Die Kinder hatte man schon früh von ihnen getrennt und so konnten sie uns nichts über deren Verbleib berichten.

Natürlich konnten wir die Männer nicht befreien, dass hätte nichts gebracht, außer dass wir vermutlich ebenfalls in einen dieser Käfige gelandet wären. So sprachen wir den Jüten noch Mut zu und versprachen Hilfe zu holen und das bereits ein Bote zurück nach Jütland und zum König Gundersson war.

Gegend Abend wurden wir zu Aris Stigsson gebracht, der uns in seiner großen Halle im mächtigen Langhaus welches hoch oben über der Stadt thronte empfing. Bei ihm waren seine Frau Osk und der Mann der Götter aus Uppsala, sowie natürlich einige seiner Kämpfer, die sich aber nicht zu uns an den Tisch setzten.

Um es schnell zu machen, natürlich bewirtete er uns vortrefflich und natürlich gab es nur freundliche Worte und Gesten, aber schnell war klar, dass er ziemlich genau wusste das wir eben keine Händler aus Skagen waren und das wir nur auf der Suche der beiden Kinder waren. Nur eines bleib ihm ein Rätsel und ich sorgte dafür das dies so blieb, er hatte keine Ahnung wie wir so schnell davon erfahren hatten. Aber er war sich sicher, dass wir nicht im Auftrag von König Gundersson unterwegs waren.

Aris teilte uns mit, dass er nicht den Überfall befohlen hatte und sein Jarl Anson dies aus eigenen Stücken getan hatte. Deswegen waren die Tochter von Gundersson und der Sohn von Beinirsson auch nicht in Hirsk. Ansons musste sie wohl auf seinen Ansitz etwas außerhalb gebracht haben. Wir beließen es dabei und speisten noch ein wenig. Dabei sprach Björn wohl dem Bier ein wenig zu viel zu und fing an Osk zu umwerben, die dieses Spiel auch sichtlich gerne mitspielte und das zum deutlichen missfallen von Aris.

Ihr könnt euch sicherlich vorstellen, dass ab diesem Punkt der Abend nicht mehr all zu lange gehen sollte. Ich nachhinein bin ich froh, dass es so kam, sonst hätte meine lockere Zunge vermutlich ebenso zu Ärger führen können. Aber so verabschiedeten wir uns wenig später und gingen mit einigen Neuigkeiten im Gepäck zurück zu unserer Unterkunft.

Ich muss euch hier wohl nicht extra erzählen, dass Björn es nicht stillsitzen ließ und er wenig später wieder hinaus ging. Nun und wie wir wenig später hören durften, ging er nicht nur einfach hinaus, nein er ging wieder hoch zum Langhaus und kletterte die Steilen Felsen empor, nur um wenig später bei Osk im gemach zu stehen. Ich bin mir nicht sicher ob wir glauben dürfen was Björn über dieses erneute Zusammentreffen zu berichten hatte, aber eines konnten wir ihm glauben, Osk berichtete ihm das die Tochter von König Gundersson entgegen den Worten ihres Mannes noch in Hirsk war.

Wir beschlossen indes am nächsten Morgen abzureisen. Jeder weitere Tag hätte uns vermutlich nur in Gefahr gebracht und unsere Geschichte war eh aufgeflogen. Wir entschieden am nächsten Tag einfach dem Jarl Anson einen besuch ab zu statten, oder zumindest zu schauen ob wir dort mehr Erfolg haben könnten.

Schnell wurde der Dänische Händler Guldaiv informiert, der uns seinerseits versprach so schnell wie möglich eine Nachricht nach Dänemark zu schicken um Gundersson und Beinirsson zu informieren.

Nun und so verließen wir zwei Tage nach unserer Ankunft in Hirsk, die selbige wieder und segelten den Küste weiter südlich entlang in Richtung des Ansitzes von Jarl Anson. Dabei erzählen sollte ich euch vielleicht, dass Ubbos Lanze wieder leuchtet und dies bereits am Abend zu vor begonnen hatte. Denkt euch derweil euren Teil, denn erzählen werde ich vielleicht später erst davon.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Datenschutzhinweise: Die E-Mailadresse wird an den Dienst Gravatar übermittelt (ein Dienst der Wordpress Entwickler Auttomatic), um zu prüfen, ob die Kommentatoren dort ein Profilbild hinterlegt haben. Zu Details hierzu sowie generell zur Verarbeitung Deiner Daten und Widerrufsmöglichkeiten, verweisen wir Dich auf unsere Datenschutzerklärung. Du kannst gerne Pseudonyme und anonyme Angaben hinterlassen.