Opfer eines harten Winters VII

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In Fensalir wurden wir von Jarl Ivar freundlich empfangen, schien er doch über unser erneutes Eintreffen nicht sonderlich erstaunt zu sein. Auch blieb er bei unserem Aufgebot an Kämpfern vor seinen Palisaden sehr ruhig. Der Grund dafür möchtet ihr wissen? Nun Ivar muss es gelungen sein, die Gauten die Skuld bezahlt hatte, davon zu überzeugen, für ihn zu arbeiten. Vermutlich hatte er ihnen ungleich mehr bezahlt und damit das Kräfteverhältnis mehr als ausgeglichen. Den Abend verbrachten wir als vermeintliche Gäste in Fensalir und sollten uns bis zum nächsten Morgen überlegen auf wessen Seite wir standen, auf Ivars oder der der Götter.

Wir wurden in einer eigenen Hütte untergebracht und es machte nicht den Anschein, dass wir wirkliche Gefangene von Jarl Ivar waren. Nun gut, bis auf die beiden Wachen vor der Tür und die Anweisung, dass Dorf nicht zu verlassen. Aber dafür gab es Fisch und Waldfrüchte, samt Met zum Abendessen. Aber natürlich wären wir keine Männer aus Rohald, wenn wir nicht versucht hätten zu prüfen, wie weit diese Besorgnis um das Wohlergehen seiner Gäste gehen würde. Nun und so verließen wir am Abend noch die Hütte und schlenderten durch das Dorf.

Natürlich wichen uns die beiden Wachen nicht von der Seite, aber hindern taten sie uns auch nicht. Tja und so fanden wir uns wenig später in dem Haus ein, in dem Osrec und seine Gautischen Kämpfer untergebracht waren. Osrec selbst war noch nicht wieder zurück und wie uns Egil, sein zweiter Mann sagte, war er wohl noch immer bei Ivar an der großen Tafel. Doch das machte nichts, Egil war sehr redselig, nachdem ich ihm ein wenig Honig um sein hässliches Maul geschmiert hatte. Doch am Ende war klar, dass nur Osrec die Entscheidungen der Gruppe traf und alle damit einverstanden waren. Denn so sagte Egil, sein Anführer hatte ein gutes Händchen in der Auswahl der Aufträge die sie ausführten und noch nie war es zum Schaden seiner Männer ausgegangen.

Als wir einige Zeit später wieder zurück zu unserer Unterkunft zurückwollten, beschloss Magnus sich doch noch hinaus aus dem Dorf zu schleichen. Er hatte eine Stelle an der Palisade rund um das Dorf gefunden, die nicht sonderlich gut bewacht zu sein schien und er sah eine Chance ungehindert hinaus und wieder hinein zu kommen. So konnten wir vielleicht den drei anderen Jarls die vor dem Dorf mit ihren Männern auf uns warteten, einen kurzen Überblick über die Situation geben.

So schlich sich Magnus aus dem Dorf und traf wenig später auf Asgeir aus Thrymheim. Schnell hatte er ihm die Lage erklärt und Asgeir sicherte ihm zu, dass sie nichts unternehmen und warten würden bis wir zurück kämen.

Wir anderen, die wir wieder in der Hütte waren, bekamen in der Zwischenzeit Besuch von Osrec. Er hatte einen Schlauch voll dieser Traubenbrühe dabei und bot uns davon an. Egil hatte ihm erzählt das wir bei seinen Männern waren und nun wollte er selbst noch einmal schauen was uns auf dem Herzen lag. Doch es war nichts weiter zu erfahren. Dieser Mann wusste wie man seine Geheimnisse bewahrt ohne dabei unhöflich zu sein. Wir waren am Ende nicht schlauer als am Anfang. Na ja, bis auf die Tatsache, dass die südländische Ziegenpisse aus Trauben, wirklich nicht schmeckt.

Am nächsten Morgen, als der erste Hahnenschrei durch das Dorf Fensalir gälte und wir noch etwas schlaftrunken aufstanden, hörten wir draußen das Getrampel von Pferden und als wir vor die Hütte traten, sahen wir wie Osrec und seine Männer das Dorf verließen. Bei ihnen hatten sie allerdings Sigrid, Ivars Tochter.

Der alte Fuchs, hatte es geschafft den Auftrag von Skuld zu erfüllen, ohne dabei das Leben seiner Männer zu gefährden, noch das der Männer von Fensalir. Schnell packten wir unsere Sachen und eilten zum Langhaus. Natürlich trafen wir dort Ivar an, der wenig erfreut zu sein schien. Aber über all die Hintergründe wollte er mit uns nicht sprechen. Auch sah er immer noch nicht ein, dass sein Lebensfaden zu Ende zu gehen schien. Auf die ein oder andere Weise würden die nächsten Stunden über sein Schicksal entscheiden. Entweder er ging zu Njord ins Meer und erfüllte so seinen Pakt, oder er kam mit uns auf die Lichtung nach Ydalir, wo alles begann und unterwarf sich Ullr. Einen anderen Weg konnte es nicht geben. Doch er wollte keinen dieser Wege gehen und entließ uns aus dem Gastrecht und hieß uns das Dorf zu verlassen.

Natürlich ließen wir uns das nicht zwei Mal sagen und brachen sofort auf. Draußen sahen wir dann, wie sich das gesamte Dorf zum Aufbruch bereit machte. Es wurden Pferde beladen und viele der Dorfbewohner hatten bereits schwere Rucksäcke auf dem Rücken. Doch noch als wir auf dem Weg zurück zu den anderen drei Jarls waren, geschah unglaubliches. Nebel zog von den nahe liegenden Bergen auf und schwebte so schnell wie ein Pferd im vollen Galopp laufen kann, auf das Dorf zu. Es dauerte nur wenige Augenblicke und wir konnten weder das Dorf noch die Menschen darin sehen. Uns war klar, dass Ivar entweder einen weiteren Gott hatte, der ihm nun half, oder aber Midgard selbst wollte diesen Ort nun von sich waschen.

Ich weiß noch, dass Ubbo wieder anfing, wild herum zu hüpfen und irgendwelche Dinge zu murmeln und auch, dass kurz danach ein schwacher kalter Wind aus dem Wald hinter uns aufkam. Aber es half nichts, der Nebel war stärker, dichter und wich nicht vom Dorf und der nahen Umgebung.

Wieder war es Magnus, der sich fertig machte um ins Dorf und in den Nebel zu schleichen, um zu schauen was dort unten vor sich ging. Es dauerte eine Gefühlte Ewigkeit bis er wieder zurück war und nichts zu berichten hatte. Nichts, weil es dort nichts mehr im Dorf gab. Alles war leer, kein Mensch kein Tier war noch dort und entweder waren sie geflohen oder der Nebel hatte sie gefressen.

Doch auf einmal lichtete sich der Nebel und wir konnte gerade noch erkennen wie einige schwer bepackte Menschen auf der gegenüberliegenden Seite in dem Wald verschwanden. Nun und fast genau so schnell wie der Nebel erschienen war, so verging er wieder und gab uns allen einen Blick auf das nun verlassene Fensalir frei.

Schnell war besprochen, dass wir dem Dorf folgen wollten. Die eingeschlagene Richtung und das Fortgehen von Astrid mit Osrec, ließ nur einen Schluss zu, sie waren auf dem Weg nach Ydalir. Aber zum Glück waren sie schwer beladen und hatten Frauen, Kinder und Alte dabei, so dass wir mit etwas Mühe sie ohne weiteres unbemerkt umrunden konnten und darüber hinaus auch noch vor ihnen in Ydalir ankamen.

Immerhin kannten wir uns mittlerweile auch ein wenig in der Gegend aus und so kamen wir am späten Nachmittag noch vor den Leuten aus Fensalir auf der großen Lichtung an. Zum Glück hielten sich Ullr und Njord an ihre Zusagen und der Sturm war für das Erste nicht mehr so heftig, als dass wir uns vor ihm fürchten mussten. Skuld und Valthjona waren bereits vor Ort und hatten ein Feuer entzündet, aber auch Sigrid und Osrec mit seinen Männern waren einige Zeit vor uns eingetroffen. Nun und um es kurz zu machen, Sigrid war freiwillig mit Osrec gegangen. Weil sie nachdem sie die Geschichte gehört hatte, nicht weiter Schuld auf ihre Familie laden wollte. Wenn ihr Vater es nicht sehen wollte, so musste sie für ihn handeln, so wie es ihre Mutter bereits versucht hatte. Tja und so waren wir alle in Ydalir und warteten auf das was die Götter für uns vorgesehen hatten.

Es fing bereits an zu dämmern, als die ersten Wachen, Bewegung im Wald um die Lichtung herum ausmachen konnten. Es schien als ob Jarl Ivar eingetroffen war. Aber was hatte er als nächstes vor? Wollte er ein erneutes Blutbad in Ydalir anrichten? Aber wie sollte er gegen die Kämpfer von drei Dörfern, einem Haufen erfahrener Söldnern aus Gautland, zwei Volvas wovon eine sogar die Tochter Ullrs war und natürlich uns den mutigsten Kämpfern aus Rohald bestehen?

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