Wildherz 2 – Lauf Gorhar, lauf!

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Tag 3
Skogbiorn und Gorhar waren den gesamten Tag jagen und kehrten am Abend mit ausreichend Rationen für vier Reisetage ins Lager zurück. Sie hatten auf dem Rückweg versucht, ihren Spuren zu folgen und mussten feststellen, dass diese fort waren. Der Wald schien sich immer wieder zu verjüngen, oder sich einen bösen Scherz mit uns zu erlauben. Erstaunlicherweise betraf das nicht unser Lager. Dort waren selbst Spuren vom Morgen noch gut zu sehen.

Tag 4
Am Nachmittag fanden wir an einem Bachlauf zwei Leichen. Die Männer schienen auch beim Thing der Ejdlande gewesen zu sein. Es gab Anzeichen dafür, dass etwas Großes sie erschlagen hatte. Beide waren schon länger als einen Tag tot. Erst dachten wir an einen Troll als Angreifer. Die Wunden deuteten aber eher darauf hin, dass es eine der untoten Kreaturen war, gegen die auch wir im Nebel gekämpft hatten. Ich suchte die Umgebung ab, während die anderen die Leichen bestatteten. Keine zwölf Schritt vom Bach entfernt fand ich verwitterte Knochen unter Büschen verborgen, von einer Abscheulichkeit, die mir sehr vertraut vorkam. Auch bei dieser  war der Körper inzwischen vollkommen verwest.

Tag 5
Während seiner letzten Wache bemerkte Skogbiorn etwa eine Stunde südwestlich von uns ein Lagerfeuer. Nach dem Aufstehen brachen wir dorthin auf. Der Kurze schlich etwas voran und entdeckte eine Gruppe von Trollen. Zwei große Grautrolle, ein Männchen und ein Weibchen, und ein kleinerer männlicher Halbtroll standen bei einer Tannenschonung beieinander und unterhielten sich auf ihrer Sprache. Wir hielten es für zu gefährlich, mit ihnen Kontakt aufzunehmen, zumal sich offensichtlich eine Verständigung als schwierig erwiesen hätte. Also umgingen wir sie weiträumig und fanden nach einer Weile ihre Lagerstätte. Das musste das Feuer gewesen sein, das Skogbiorn morgens gesehen hatte.
Im Laufe des Tages verschlechterte sich das Wetter zusehends. Es regnete ohne Unterlass. Am Abend errichteten wir deswegen ein gut geschütztes Lager.

Tag 6
Am Morgen hatte es aufgehört zu regnen. Gorhar und der Kurze gingen wieder gemeinsam zur Jagd. Auf ihrem Rückweg liefen sie einer Bärenmutter mit ihren Jungen über den Weg. Die beiden ließen ein wenig von der Jagdbeute zurück und machten sich von dannen, doch die Bärin lies sich nicht so leicht überlisten. Sie folgte ihnen. Skogbiorn drückte Gorhar alles Fleisch in die Hand und schickte ihn zurück in unser Lager. Dann wartete er und versuchte, mit der Bärin wie schon damals mit dem Vogel zu reden. Der Zauber misslang. Glücklicherweise interessierte das Tier vielmehr das erlegte Wild und rannte deshalb hinter Gorhar her. Mit knapper Not schaffte er es zurück zu uns, als der Kampf gegen die Bärin entbrannte. Das Tier stellte sich als sehr zäh heraus. Zwar konnten meine Gefährten sich verteidigen, aber einen richtigen Treffer konnte niemand landen. Erst als ich ein Pyrusmal herbei rief, und das Fleisch des Tieres versengte, floh es zurück in den Wald.
Die Wache in dieser Nacht war sehr unangenehm. Ich glaube nicht nur für mich, auch für die anderen. Immer wieder meinte ich die Bärin um unser Lager streifen zu sehen, nur auf die Gelegenheit wartend, über uns herzufallen. Vermutlich war das pure Einbildung, dennoch war ich erleichtert, als die Sonne aufging und der nächste Tag anbrach.

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