Von Viereggs verlorene Vermerke, Berlin 1957, 9.-10. Januar

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Mittwoch, 9. Januar 1957
Ich streifte den sich überschlagenden Polizeiwagen. Der Mann, der sich neben mir außen an den Lastkraftwagen klammerte, musste seine Schwerthiebe gegen mich einen Moment aussetzen, damit er nicht von dem anderen Wagen erfasst wurde. Meine Pistole hatte endlich keine Ladehemmungen mehr, ich verpasste ihm zwei Kugeln, und er ließ sich zu Boden fallen.

Der Kampf hatte mich viel Kraft gekostet, und ich fuhr mit Lüdenscheidt vom Flughafengelände herunter. Im Rückspiegel sahen wir, wie die vier gestohlenen Kisten aufgeladen wurden, und die Angreifer vor der Polizei fliehend hinter Mackenzies Jeep in die Mitternacht fuhren. Ich wechselte in ein Taxi und fuhr zu Erna – sollte Lüdenscheidt doch den Lastkraftwagen alleine entsorgen. Erna war eine todgeweihte Rentnerin in meiner Herde, der ich auf Anraten ihres Arztes Blut abnahm. Ich schwindelte sie an, dass ich verreisen müsse, und ich darum unsere Behandlung kurzfristig vorverlegen musste.

Simon blieb auf dem Flughafen und befahl einem Käuzchen den Räubern zu folgen. Er hatte auch gesehen, wie einer der Angreifer im Flugzeug gewesen war. Verdunkelt ging er dorthin und stellte den Tod der gesamten Besatzung fest.

Angus, Alan und Arnold waren in den Fuchsbau zurückgekehrt. Dort begutachteten sie die Steine, die seltsame Zeichen aufwiesen. Angus und Arnold nahmen jeweils eine Kiste in Verwahrung, und die dritte kam dort in den Tresor. Danach trennten sie sich. Alan wurde von seinem Bruder in einem Versteck untergebracht.

Zuhause angekommen zeigte Arnold von Siemens einen der Steine Magda – einer Frau, die bei ihm zu Gast war. Sie verfügte über soviel Magie, dass die Zeichen kurz leuchteten, als sie den Stein in Augenschein nahm. Sie behielt ihn vorerst. Das Telefon läutete.

Es war beinahe 2:00 Uhr geworden, bis ich Erna wieder verließ. Von einem Münzfernsprecher rief ich bei von Siemens an und verabredete mich für den nächsten Abend, 19:00 Uhr. Etwa zur gleichen Zeit kam das Käuzchen zurück und führte Simon über die Friedrichsstraße in den sowjetischen Sektor.

Derweil ging ich ins Lost Souls, wo ich Frau Overbeck fast alles berichtete. Sie alarmierte die Ahnen der Stadt und riet mir, beim Kapellmeister vorbeizuschauen. Dieser erzählte mir nun, dass er schon seit der Berlin-Blockade 1948/49 daran gearbeitet hatte, West-Berlin vor der Übernahme durch die Sowjets und dem Sabbat zu bewahren. Die 49 Steine sollten in einem Ritual eingesetzt werden, um die Grenze zu schützen. Von Gutenberg hatte mit seinem Wissen über die Stadt dazu beigetragen, die bestmöglichen Orte für diese Steine zu bestimmen. Die Verzauberung eines einzelnen Steines dauerte Wochen, und man konnte wohl immer nur einen nach dem anderen herstellen, so dass es erforderlich war, alle Steine wiederzubeschaffen. Ich versicherte, mich darum zu kümmern.

Gegen 4:30 Uhr in der Früh rief Simon bei mir zuhause an, um sich mit mir auch für den nächsten Abend zu verabreden. Der Mittwochabend began aber erst mit einer Standpauke für ihn. Von Gutenberg war außer sich vor Wut, als er davon erfuhr, wie der Einsatz abgelaufen war. Von Simon perlte das im Großen und Ganzen einfach ab.

Angus suchte am frühen Abend einen gewissen Lothar auf, der die Zeichen auf den Steinen als Sanskrit erkannte. Arnold hatte das mittlerweile auch von Magda erfahren. Angus ließ den Stein bei seinem Kontakt. Und Alan begann bereits Ansprüche zu stellen – er wollte nicht in Berlin bleiben sondern nach Schottland zurückkehren. Ich traf mich mit Arnold und Angus im Fuchsbau, wo man mir versicherte, dass die Steine sicher verwahrt wären. Ich fasste für sie zusammen, was mir der Kapellmeister gesagt hatte. Aber ohne Anhaltspunkt gingen wir wieder unserer Wege.

Donnerstag, 10. Januar 1957
Kurz nach Mitternacht meldete sich endlich Simon bei mir. Wir trafen uns eine Stunde später im Lost Souls. Er behauptete zu wissen, wohin die 28 Steine durch die Schergen des Sabbats hingebracht worden waren, doch wollte er erst weitere Anweisungen von von Gutenberg abwarten, bevor er mir näheres erzählen wollte.

Derweil hatte Lydia Schneider Angus durch ihren Kinder-Ghul Lisa holen lassen. Sie verlangte, dass Alan ausgeliefert werden sollte, um ihn zu verhören. Für den Fall, dass Alan sich weigern sollte, gab sie ihm einen Pflock mit. Und sie nötigte ihn, Blut von Constanze zu trinken.

Am Donnerstagabend trafen wir – d.h. Angus, Arnold und ich – uns im Fuchsbau mit einem Herrn Braun von den Gangrel, um die 28 Steine aus dem Berliner Dom in der SBZ zurückzuholen. Man beschloss, die Brujah Dana bei diesem Himmelfahrtskommando hinzuzuziehen.

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