Schwingen aus Schnee II – Zurück ins Eis

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Aus Styrvakes Journal – 28. Ingerimm 1022 BF – Morgens –  Taphirel erwartete uns schon um das Portal in den Limbus zu öffnen. Ich hatte nicht unbedingt Sehnsucht danach, aber immerhin würde es dieses mal nicht unmittelbar in eine Burg voller Dämonen gehen. Nein. Dieses mal würden wir erst wieder ins Eisreich reisen müssen, um dort wieder auf Dämonen gewürzt mit einer Prise Frostwürmer zu treffen. Swafnir sei gepriesen.

Die Truppe, die sich vor den Toren der Stadt traf, war nicht gerade klein. Rowin und Amuri würden auch erst mit nach Frisov reisen, da von dort aus der Weg in den Tempel der Reue doch deutlich kürzer war. Ebenso kamen die Thorwaler und die Elfen Nauriel und Allacarya mit. Der Limbusmagier warnte noch mal vor den Gefahren und erinnerte uns an die gelernten Regeln im Limbus. Bleibt immer auf dem Weg! Das Portal öffnete sich und wir mitten hinein in das Vergnügen. Wir sahen spektakuläre Landschaften und andere Reisende im Limbus, aber ohne besondere Vorkommnisse traten wir in helles Tageslicht oberhalb von Frisov.

29. Ingerimm – Obwohl wir nur ein paar Stunden im Limbus waren, war auf der wirklichen Welt ein ganzer Tag vergangen. Zu unseren Füßen lag Frisov und die Bernsteinbucht, aber auch hier hatte sich Taphirel dazu entschieden das Portal in sicherer Entfernung zu öffnen. Wir mussten also erst einen kleinen Fußmarsch hinter uns bringen bevor wir Welf Nettel den Wirt des Gasthauses Windfang und seine Tochter Falkja kennen lernten. Wir befragten Welf zu den letzten beiden Expeditionen, die von der Adelsmarschallin ausgesendet worden waren und er berichtete, dass jede einen anderen Weg ins Eis genommen hatte. Die erste war per Schiff über die Bucht und die andere hatte den Weg entlang der Bucht mit Schlittenhunden ins Eis auf sich genommen. Die beiden Firnelfen empfahlen besser die zweite Variante zu wählen. Die Hunde waren im Eis unabdingbar und man würde schon Wege zwischen den Eisspalten finden.

Der Wirt und seine Tochter empfahlen einen erfahrenen Jäger als Führer. Telirion Kristallpfeil, ein Firnelf, hatte sich zur Aufgabe gesetzt nach Vermissten im Eis zu suchen und die Diener der Eishexe zu bekämpfen. Er wurde bereits erwartet würde aber bestimmt bald eintreffen. Und wo wir schon schon uns so nett unterhielten, kümmerte sich Fenew bald um das Geschäftliche. Der unbegrenzte Wechsel der Adelsmarschallin war aber kein Grund für ihn, nicht hart um die Preise zu verhandeln. Auch einen Norbarden aus der Sippe Osippa in Frisov suchte er auf, um die Qualität von Nettel vergleichen zu können.

Ich und Tsaekal überließen Fenew seiner Leidenschaft und dachten uns, dass er schon alles zum Besten regeln würde. Tsaekal nahm seine Wolfsgestalt an und durchstreifte alsbald das Umland. Er berichtete bei seiner Rückkher davon, dass er einen Werwolf in der Nähe der Stadt entdeckt hatte. Ich allerdings wollte mich endlich mal wieder dem Element meines Gottes Swafnir aussetzen und Salzwasser auf meiner Haut spüren. Vielleicht würde das meinen durcheinander geratenen Kopf wieder gerade rücken. Ich erntete zwar typische Der-Ist-Bekloppt Blicke von meinen Gefährten, als ich meine Absicht kundtat aber sehr zu meiner Freude schloß sich Swafnild mir an. Wir gingen zum Strand, zogen uns aus und schwammen raus auf eine Eisscholle. Swafnild war definitiv die bessere Schwimmerin von uns beiden. Auf der Eisscholle erspähte die Skaldin irgendetwas glänzendes in den dunklen Fluten und ehe ich mich versah tauchte sie auch schon herab. Und während sie hinunter tauchte sah ich einen schwarzen Seedrachen, der sich ebenfalls durch das Meer schlängelte. Ich machte mich bereit Swafnild zur Hilfe zu springen, doch sie kam unversehrt wieder zurück auf die Eisscholle. Sie hatte eine großen schwarzen Bernstein aus den Fluten gefischt. Trotzdem, die Schlange war kein gutes Omen. Obwohl… . Die Nacht mit Swafnild verhieß wiederum Vielversprechendes.

30. Ingerimm – Rowin und Amuri brachen nach dem Frühstück auf zum Tempel der Reue. Zuvor hatte Rowin eine kleine Ansprache gehalten und den Ring der Ornaldinen in unsere Obhut gegeben. Meine Gefährten meinten ich sollte den Ring an mich nehmen, was ich kategorisch ablehnte. Ich würde bestimmt keinen Drachen an meinem Finger spazieren führen und schlug deswegen Sheanna vor. Sollte der Ring doch einfach bei einem Geweihten bleiben. Noch am Morgen traf tatsächlich Telirion ein. Wir heuerten ihn als Führer an und schon kurz nach Mittag waren wir mit Schlitten und Hunden gen Osten unterwegs.

11. Rahja – Am 5. Rahja erreichten wir Steinhafen. Ein kleiner Ort, der auf der östlichen Seite der Bernsteinbucht lag. Hier war die erste Expedition angelandet von der jede Spur fehlte. Wir waren am nächsten Tag weiter gezogen den Fluss hinauf in die Grimfrostöde. Zwei Tage später hörten wir aus dem Eis ein schabendes und bohrendes Geräusch. In einem Talkessel fanden wir eine aufrecht stehende Eisnadel, die in den Boden hinein bohrte. Dies war eine Mine, die das Blut Sumus zu Tage förderte. Augenscheinlich war sie aber schon verlassen worden. Welche Magie aber auch immer diese Eisnadel bewegte, wir merkten wie uns das Leben aus den Körpern gezogen wurde, so dass wir uns zügig wieder von dannen machten. Unweit der Mine erspähte Tsaekal einen Trupp bewaffneter Eisbarbaren. Wir überlegten einen Augenblick sie anzugreifen, entschieden uns aber dafür unsere Kräfte für wichtigeres aufzuheben. Und tatsächlich, noch in der Nacht erspähten wir einen Gletscherwurm der am Nachthimmel vorüberzog und uns zum Glück nicht sah. Am 9. Rahja überschritten wir wieder die Grenze zum Reich der Eishexe und es wurde schlagartig wieder einige Grad kälter, so dass wir gezwungen waren die Anauraks wieder anzulegen.

Wieder zwei Tage später kamen wir dann zu einer noch aktiven Mine. Insgesamt bohrten sich drei Eisnadeln in den Boden hinein. Nackte Sklaven arbeiteten rundherum und sammelten das Blut auf. Sie schienen unbeeindruckt von der grimmigen Kälte. Ebenfalls zugegen waren mehrere Eissegler samt Mannschaften, die weitere Sklaven zur Mine brachten. Wir spürten abermals wie die Magie des Ortes nach unserer Lebenskraft gierte und so entfernten wir uns weiter gen Norden ins Gebirge. Bevor wir das Nachtlager aufschlugen fanden wir im Eis eine Leiche. Es war eine Frau, vermutlich eine Elfe einer der Expeditionen. Genauer inspizierten wir sie aber nicht, da sie zum Teil von irgendwelchen Eiswesen aufgefressen worden war. Wir gingen an dem Tag noch ein bisschen weiter ins Gebirge und schlugen dann unser Lager auf. Während Telirion die Umgebung inspizierte tauchte eine Art Eisigel auf, der statt Stacheln Eiszapfen als Panzer hatte. Ich stupste ihn leicht mit der Axt an und sofort schossen seine Zapfen aus seinem Rücken heraus. Ich und Lyoscho wurden getroffen. Telirion klärte uns nach seiner Rückkehr auf, dass wir beide krank waren und sich von der Stelle wo wir getroffen worden waren das Eis immer weiter ausbreiten würde.

13. Rahja – Auf dem Weg ins Gebirge begegneten wir noch weiteren seltsamen Eiskreaturen, die wir und sie auch uns in Ruhe ließen. Wir merkten wie wir wieder das Reich der Eishexe verließen, aber da wir nun tief im Gebirge waren, wurde es nur unwesentlich wärmer. Telerion berichtete, dass wir schon seit längerer Zeit von einem Gletscherwurm beobachtet wurden. Vielleicht ein Häscher von Shirr’Zach. Wir schlugen just unser Lager auf als gar nicht so weit entfernt ein Frostwurm an unserem Lager vorbei flog. In der einen Kralle trug er ein ganzes Yak. In der anderen Kralle hielt er einen großen glitzernden schwarzen Stein, was vielleicht schwarzer Bernstein sein mochte. Wie es aussah, flog dieser Wurm nur bis ins Nachbartal.

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