Blut auf der Themse – Prolog

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London, Hauptstadt des Britischen Imperiums, eine Metropole, und Mittelpunkt eines Weltreiches. Seit dreißig Jahren herrscht Queen Victoria nicht nur über Britannien, sondern regiert auch als Kaiserin von Indien. Unter ihrer Führung sollte das Königreich die größte Ausdehnung seiner Geschichte erreichen. Ihre Ära wird als das „Victorianische Zeitalter“ in die Geschichte eingehen.
Die Stadt selbst hat in den letzten hundert Jahren einen Wandel erfahren. Die industrielle Revolution hat die Menschen auf der Suche nach Arbeit in Scharen nach London getrieben. Die Stadt an der Themse ist zu einem Moloch ihrer Zeit angewachsen. Im Jahre 1880 leben rund 4,6 Millionen Menschen in London. Ein buntes Völkergemisch aus allen Teilen des Empire drängt sich in ihren Vierteln und Gassen. Inder aus den fernen Kolonien des Subkontinents, Chinesen betreiben Opiumhöhlen, Iren, Schotten … Die erste Undergroundbahn durchzieht die Eingeweide der Stadt, während überirdisch Kutschen durch die Straßen gelenkt werden. Wenn sich nachts der Nebel von der Themse dick und schwer um Häuser und Menschen legt, leuchten die Gaslaternen und erfüllen den Dunst mit Zwielicht. Als Big Ben Mitternacht schlägt, haben sich die braven Untertanen längst in ihre Häuser verzogen. Nur noch wenige Menschen sind auf den Straßen unterwegs und für manche wird es die letzte Nacht auf Erden sein. Denn in der Dunkelheit erwacht ein anderes Reich als das der Sethskinder. Alt, voller Intrigen und Geheimnisse, immer hungrig – das Empire der Vampire.

Offiziell ist noch immer ein Wesen namens Mithras Prinz über London und Lehnsherr Britanniens. Im Jahre 71 nach Christus soll er seinen Fuß auf die Insel gesetzt und sie zu seiner Domäne erklärt haben. Er, der aus dem fernen Persien stammte und dort als Gottheit verehrt wurde, gefürchtet von seiner eigenen Art. Doch im Laufe der Jahrhunderte begann sich der mächtige Vampir immer mehr in den Schatten zurückzuziehen. Als in Folge einiger revolutionärer Umwälzungen in einigen der Clans die Camarilla gegründet wurde, kehrte Mithras noch einmal in die Tagespolitik zurück, um diese Sekte von seinem Hoheitsgebiet fern zu halten. Aber auch diese Zeit ist längst Vergangenheit. Mittlerweile hat Mitras die Bühne der Nacht lange verlassen. Darüber, ob er in den Orient zurückgekehrt ist, in Starre liegt oder als graue Eminenz noch immer ein Auge auf London hat, kann nur spekuliert werden.

An seiner Statt hält sein alter Kampfgefährte Valerius vom Clan Ventrue als Regent die Herrschaft über die Domäne London inne. Er soll mit den sächsischen Eroberern nach Britannien gekommen sein und war einst Mithras´ Senneschal. Die Geschäfte der laufenden Verwaltung liegen mittlerweile in den Händen von Lady Ann Bowesley, Kind von Valerius und Senneschal von London. Die Gesellschaft der Stadt besteht derzeit aus circa 40 bis 50 Untoten. Anfang des 19ten Jahrhunderts führten einige Konflikte dazu, dass etliche Vampire flohen oder vernichtet wurden. Um die Reihen wieder aufzufüllen, wurde einigen Ausgewählten das Recht der Nachkommenschaft gewährt. So gibt es wieder ein paar junge Vampire in London, freigesprochen und für sich selbst verantwortlich. Und doch nur kleine Figuren in einem uralten Spiel, das lange vor ihrer Zeit begann…

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