Was mit Astrid war, blieb unklar. Die Verhandlungen gingen zu Ende und die vier machten sich auf den Weg zurück zur Unterkunft und ins Bett. Früh am Morgen wurden sie geweckt und berieten, was am besten zu tun sei. Sie entschieden, zu Hrapp Annson zu segeln. Bei der Ausfahrt aus dem Hafen bemerkten sie wieder die Kette an der Ausfahrt der Bucht. Haldor sah am Ende der Kette Nebel und meinte den Seher dort zu erkennen. Gleichzeitig glänzte die Spitze des Speeres genau wie die Kette. Das Schiff ging auf Ostkurs.
Später am Tag erreichte das Schiff eine Bucht mit einem befestigten Dorf. Es waren etwa 50 bis 100 Hütten mit einem sehr großen Langhaus. Direkt hinter im Dorf sah man eine Felswand und einen großen, dunklen Wald. Das Schiff erreichte den Hafen des Dorfes, das von einer wehrhaften Palisade umgeben wurde. Als das Schiff anlegte kamen schnell mehrere Wachen angelaufen und fragten ziemlich unfreundlich, was die Gruppe hier will. Nach kurzem Gespräch durfte das Schiff anlanden aber alle mussten ihre Waffen ablegen. Die vier schätzten, dass hier etwa 300 Menschen lebten vielleicht ein Drittel Krieger, ein Drittel normale Menschen und ein Drittel Sklaven. Letztere sahen wirklich schlecht aus. In der Mitte des Dorfes gab es einen zusätzlichen Bereich, der mit einer Palisade geschützt war.
Riskir, Sten, Tjalf und Haldor wurden in das große Langhaus geführt. Hier standen etliche bewaffnete Krieger die die vier feindselig ansehen. Hrapp sah martialisch aus und neben ihm stand ein Berater, der dagegen eher merkwürdig aussah und hier nicht wirklich hinpasste. Hrapp selber war ein unzivilisierter Widerling und wollte die vier am liebsten sofort gefangen nehmen. Als ihm der Berater, der als Hermod vorgestellt wurde, zwischendurch etwas zuflüsterte, wurde er plötzlich sehr freundlich und lud die vier zu einem abendlichen Fest ein.
Bis dahin war noch etwas Zeit und so erkundeten sie zunächst das Dorf, wurden dabei aber von einer Gruppe Wachen begleitet, die ihnen auf Schritt und Tritt folgte. Auf der Rückseite des Dorfes zum Wald hin war eine doppelte Reihe Palisaden. Zwischen diesen beiden Palisadenreihen standen zwei Häuser. Aus dem einen kam gerade ein riesiger tätowierter Kerl der vielleicht Finne sein konnte. Das Tor zum Wald war versperrt und die Wachen meinten, dass hier ohne Bewilligung des Jarls niemand durch durfte. Auf der weiteren Runde durchs Dorf erfuhren die vier, dass in dem Wald eine riesige Bestie leben soll, die das Dorf schon viele Male angegriffen hatte. Mit der Bevölkerung, die auch sehr feindselig eingestellt war, war ein Gespräch nicht möglich und mit den Sklaven war es verboten. Die weitere Zeit bis zum Abend plätscherte dahin.
Das Fest begann und es gab sehr gutes Essen und viele gute Getränke. Hrapp war sehr gastfreundlich. Im Verlauf des Abends wurden die vier von Hermod angesprochen. Es stellte sich heraus, dass er aus Gunnvor stammte und vor einiger Zeit bei einem Piratenüberfall versklavt wurde. Die Frau an der Seite von von König Ari Stigsson war seine Frau, die ihm von Ari geraubt wurde. Er selber konnte sich bei Hrapp bis zum Berater emporarbeiten. Er wusste noch etwas über diesen hünenhaften Sklaven, der war tatsächlich Finne und hieß Dusk. Dessen Familie wurde vom Biest aus dem Wald getötet und er hat es sich zur Lebensaufgabe gemacht, das Biest zu finden und zu töten. Er war wohl schon häufiger im Wald gewesen, konnte die Bestie aber nicht finden.
Was Hermod dann erzählte, war allerdings noch interessanter. Das Essen und die Getränke, die den vier serviert wurden, waren mit einem Schlafgift versetzt worden. Er riet uns so zu tun, als ob das Gift schon wirkte und dann sollten wir uns schlafend stellen. Die Alternative wäre wohl ein Kampf, leider ohne Waffen, daher taten die vier wie geheißen und wurden, nachdem sie sich schlafend gestellt hatten, von Wachen ins Gefängnis gebracht. Das Gefängnis war eines der beiden Häuser zwischen den Palisadenreihen.
Was war Hermods Plan? Klar, er wollte mit Sicherheit seine Frau und die Freiheit der beiden wiederhaben. Vielleicht sah er eine Chance, dass die vier ihm dabei irgendwie hilfreich sein konnten und hatte ihnen deshalb geholfen.
Als sich die Tür schloss, machten die vier erst einmal Licht und sehen sofort Hjalti Thorodson, den Skalden. In einem Gespräch schlug der als Plan vor, mit Jarl Hrapp zu verhandeln und ihn zu überzeugen, Hirsk anzugreifen. Was angesichts des Kräfteverhältnisses, König Ari hatte etwa 200 Mann und Jarl Hrapp vielleicht die Hälfte, und den Befestigungen von Hirsk doch eher unwahrscheinlich war. Hjalti wusste das nicht, Hrapp sicherlich schon.
Zumindest einen weiteren Verbündeten konnten die vier gewinnen. Wenn sie Dusk halfen, die Bestie zu töten, wäre er ihnen wahrscheinlich sehr dankbar. Dafür musste man nur die Bestie finden.
In diesem Moment krachte es draußen gewaltig, riesige Bäume wurden umgeworfen und man hörte durchdringendes Gebrüll. Zumindest musste nun niemand mehr die Bestie suchen. Fragte sich nur, wo es hier Waffen gab.