Tränenharz IV – Alte Liebe

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Aus Styrvakes Journal – 13. Travia 1023 BF – Danjov war tot. Das war in der Tat bedauerlich, aber aus einem mir nicht nachvollziehbaren Grund fühlten sich meine Gefährten dazu auserkoren diesen Mord aufzuklären. Ich verstand das nicht. Der Angriff galt offensichtlich nicht uns und von mir aus konnten sich Norbarden, Praioten und Bronnjaren hier gegenseitig den Garaus machen. Möge der Stärkere gewinnen. Meinetwegen auch der, der Recht hat.

Ich ließ mich dann doch breit schlagen und verließ dann gemeinsam mit Aldare und meinen anderen Gefährten Mahrenhus. Wir machten uns auf zum Winterlager der Norbarden, das nicht allzu weit entfernt war. Auf dem Weg gabelten wir zufällig Akku, Tsaekal und Balthasar wieder auf, die wie besprochen den Nivesen bei seiner Buße begleitet hatten. Dieses mir sinnfrei erscheinende Unterfangen drückte mir auf die Stimmung und so brach ich hitzig einen kleinen Streit mit der Praios Geweihten vom Zaun. Die Praiotin beendete das Gespräch, als ich ihr sagte, dass ich am liebsten sowohl das Kloster bei Karenow als auch in Glyndhafen den Flammen überantworten würde.

Die Sonne war bereits untergegangen als wir im Lager der Norbarden ankamen. Zunächst wurden wir freudig begrüßt, doch die Stimmung kühlte sich schnell ab als wir von den Vorfällen in Mahrenhus berichteten. Im Wesentlichen führte Aldare die Gespräche. Da die Geliebte von Danjov als eine mögliche Täterin galt, widmete sich Aldare ihr im Besonderen. Mit Hilfe eines Mirakels konnte aber die Schuld zügig ausgeschlossen werden. Wir berieten uns weiterhin mit der Muhme und der Zibilja der Jantareffs. Beide sahen wieder düstere Zeiten auf ihr Sippe zu kommen, genauso wie damals mit Jaminka. Aber wenn wir mehr darüber wissen wollten, müssten wir schon mit ihr selber reden. Natürlich brachen meine Gefährten sofort auf zu ihr und ich stapfte mürrisch hinterdrein.

Nun wurde die Sache aber doch noch interessant. Als wir bei Jaminkas Hütte ankamen, standen die mühsam gehegten Bienenstöcke der Sippe in Flammen. Der Baron Mertens von Mahrenhus stand inmitten des kleinen Infernos, hatte vollkommen schwarze Augen und zog Jaminka an ihren Haaren gepackt durch die Flammen. Wir stellten keine Frage sondern schritten ein.  Der Baron schien offensichtlich von einer Namenlosen Macht beseelt. Wie schon häufiger in letzter Zeit richtete meine mittlerweile von Ghonech beseelte doppelblättrige Axt Erstaunliches an. Mit meinem ersten Hieb zerteilte ich den Baron und bluttriefend erinnerte ich mich an die Worte, die ich an Frunus Thron erhielt. Meine Gefährten konnten Jaminka recht schnell beruhigen und wieder einigermaßen herstellen. Nun endlich erfuhren wir von einer alten Liebe zwischen ihr und Aurew und dem Diebstahl eines Bernstein, der alles zunichte gemacht hatte. Mit Jaminka und dem Leichnam von Baron Mertens machten wir uns zurück zur Wagenburg der Norbarden. Dort angekommen besprachen wir die nächsten Schritte.

14. Travia 1023 BF – Wie in der Nacht abgesprochen, brachen wir am Morgen auf nach Mahrenhus. Lyosho, Sheana und Aldare würden dem alten Baron Albin von Mahrenhus über das Geschehene berichten, der sicherlich nicht sonderlich darüber erfreut sein würde, dass sein Erbe von uns erschlagen wurde. Wie auch immer die drei den Greis überzeugt hatten, schon am Abend waren wir mehr oder weniger wieder aus dem Schneider. Es würde eine offizielle Befragung unter Schirmherrschaft von dem Grafen von Ask geben. Es würde bis zu 10 Tagen dauern bis die Anhörung stattfinden würde. Da man aber von unserer Unschuld überzeugt war, ließ man uns auf freiem Fuß. Wir mussten lediglich versprechen, dass wir innerhalb der Frist wieder in Mahrenhus auftauchen würden. Unser Plan war nun endlich in den Zauberwald zu gehen, um Niamh Goldhaar nach den Schwanenflügeln zu befragen. Am Rande dieser ganzen Misere hatte Isbloom erfahren, dass ihre Schwester Wolfsmond in Mahrenhus aufgetaucht war und wohl ebenfalls sich auf dem Weg zum Wald aufgemacht hatte.

15. Travia 1023 BF – Da Lindion uns gesagt hatte, auf welche Art und Weise man in den Zauberwald gelangen konnte, liehen wir uns die Ponies von der Karawane aus. Wir wussten außerdem vom Elfen, dass die Zeit in dem Wald schneller verging als hier in Mahrenhus. Das bedeutete, selbst wenn wir ein paar Tage im Wald waren, vergingen vielleicht nur ein paar Stunden im Bornland. Wir betraten noch in der Nacht den Wald und spürten alle die Magie als wir die Globule wie Lyoscho es nannte betraten. Die nächsten vier Tage vergingen ereignislos. Wir reisten für meine Begriffe einfach planlos tiefer in den Wald hinein. Dann am vierten Tag trafen wir auf einen Sartyr namens Palvenus. Wir fragten ihm nach dem Weg zu Goldhaar und er bot sich an uns zu führen. Er hatte auch Isblooms Schwester gesehen, aber darüberhinaus nichts Gutes zu berichten. Seltsame Nebelgestalten hatten ihr am Rande des Zauberwaldes aufgelauert, sie gefangen genommen und irgendwohin verschleppt. Isbloom hätte natürlich gerne sofort nach ihr gesucht, aber eins nach dem anderen. Nach weiteren drei Reisetagen gelangten wir an einen See. Unweit des Ufers sahen wir eine Insel auf der nur noch alte Ruinen einer Elfenstadt standen. Wir setzten über und trafen dort auf Niamh. Es vergingen ein paar weitere Tage in denen sich Lyosho vor allem mit der alten Elfin unterhielt und ich nach alten Schätzen in den Ruinen stöberte. Ich fand nicht mal einen einzigen Heller. Die Elfin berichtete ebenfalls vom Erwachen des Bornlands und übergab uns eines der Mysterien von denen sie wusste, das wir nach ihnen suchten. Und natürlich sprach sie aus von dem Zauberlied der Elfen, das einstmals benutzt worden war, um die Schwanenflügel zu erschaffen.

Wir verabschiedeten uns von Goldhaar und nahmen den Weg, den wir gekommen waren. Es verging also hier im Zauberwald abermals eine Woche. Palvenus, der uns die ganze Zeit begleitet hatte, wünschte uns Lebewohl, doch als wir die markierte Grenze überschritten, passiertes etwas seltsames. Statt dem erwarteten Nadelwald umfing uns Nebel und es wurde finster. Lyoscho meinte, dass wir aus irgendeinem teuflischen Grund in eine andere Globule hinein geraten wären. Und in dem Moment schälte sich aus dem Nebel ein grotesk aussehender Jahrmarkt. Ein Schild war aufgehangen an 2 schiefen Holzpfosten und darauf stand, Maestro Lystramons Jahrmarkt der Skurrilitäten. Ein Gnom stand kichernd am Schild und begann uns herum zu führen und sprach davon, dass wir irgendwelche Aufgaben zu bewältigen hätten.

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