New Orleans bei Nacht

⇐ zurück zur Übersicht

Geschichte¹

Kolonialzeit

1705 erreichte der Ventrue Doran, auf der Suche nach einem Ort, an dem er die Ideale des alten Karthago wieder aufleben lassen konnte, den Süden Louisianas.

New Orleans wurde 1718 von dem Franzosen Jean-Baptiste Le Moyne de Bienville, einem Ghul von Doran, gegründet und erhielt zu Ehren von Philipp II., Herzog von Orléans den Namen La Nouvelle-Orléans. 1722 wurde die Stadt die Hauptstadt von Louisiana.

1755 ließen sich zahlreiche Flüchtlinge aus Acadia (heute Nova Scotia und Brunswick) in der Stadt und seiner Umgebung nieder. Mit ihnen gelangten auch einige Wolflinge in die Bayous von Lousiana. Schon bald kam es zu Konflikten mit den Uktena, einem hiesigen Stamm, um die Vorherrschaft über die Caerns. In diesem Kampf gelang es Doran, ein Abkommen mit dem Häuptling der Uktena, Lucius Jackson, zu schließen. Für die Hilfe der Vampire im Kampf gegen die Usurpatoren, sollte im Anschluss das Land der Stadt New Orleans unter der Herrschaft der Vampire fallen und das Umland den Wolflingen der Uktena gehören. Mit vereinten Kräften gelang es Doran und Jackon, den Kampf zu gewinnen.

1762 ging die Kolonie im Rahmen des geheimen Abkommens von Fontainebleau an Spanien, was im Pariser Frieden 1763 bestätigt wurde; bis 1766 wurde jedoch kein spanischer Gouverneur eingesetzt.

Am Karfreitag, dem 21. März 1788 wurde die Stadt durch einen Großbrand beinahe völlig vernichtet. 856 der rund 1100 Gebäude der Stadt fielen den Flammen zum Opfer. Nach nur sechs Jahren des Wiederaufbaus zerstörte am 8. Dezember 1794 ein erneuter Brand mehr als 200 Häuser im French Quarter. Bis heute halten sich Gerüchte, dass beide Vorfälle die Auswirkungen eines Jahrzehntelangen Kampfes von Doran gegen einen spanischen Brujah waren, den der Prinz von New Orleans schließlich für sich entscheiden konnte.

Erwerb durch die Vereinigten Staaten

Im Jahr 1795 gewährte Spanien den Vereinigten Staaten im Pinckney-Vertrag das Recht auf Niederlassung und erlaubte den Amerikanern, den Hafen der Stadt zu nutzen. Im Rahmen des 1800 von Napoleon Bonaparte diktierten Abkommens von San Ildefonso ging das 1763 Spanien zugesprochene Gebiet westlich des Mississippi zurück an Frankreich. 1803 verkaufte Napoleon im sogenannten Louisiana Purchase die gesamte Kolonie für 15 Mio. US-Dollar an die Vereinigten Staaten. New Orleans, das zu dieser Zeit etwa 10.000 Einwohner hatte, wurde offiziell am 20. Dezember 1803 den Vereinigten Staaten übergeben.

Aufstieg zum Zentrum der Südstaaten der Vereinigten Staaten

Von seinen frühen Tagen an war New Orleans bekannt für seine kosmopolitische und polyglotte Bevölkerung und die zahlreichen Kulturen, die dort existierten. Die Stadt wuchs schnell mit Einflüssen aus Frankreich, Amerika und der kreolischen Karibik. Zu dieser Zeit wurde es für Doran augenfällig, dass sich zahlreiche Magi in der Stadt niedergelassen hatten. 1814 kam es zu einem Aufeinandertreffen des Prinzen und des Magus Esau Grymes, der Doran ein Angebot unterbreitete. Laut Grymes bereitete eine Gruppe von Technomancern mithilfe der britischen Krone einen Angriff auf die Stadt vor. Wenn die Kainiten seine Leute in dem Kampf unterstützten, würden sich die Magi in Zukunft aus der Politik der Stadt heraushalten und sie Doran überlassen. Nach einiger Überlegung willigte der Ventrue ein und beide Parteien schworen, sich nicht in die Angelegenheiten der jeweilig anderen einzumischen.
Während des Britisch-Amerikanischen Krieges kam es dann zu dem vorhergesagten Angriff. Die Technomancer, gemeinsam mit den Briten, wollten die Stadt erobern, sie wurden aber von den von General Andrew Jackson angeführten Truppen und dem Bündnis zwischen den Vampiren und Grymes‘ Leuten einige Meilen flussabwärts am 8. Januar 1815 zurückgeschlagen (Schlacht von New Orleans). Bei den Briten starben 2600 Menschen, auf Seiten der Verteidiger waren es weniger als 100.

Die Stadtbevölkerung verdoppelte sich in den 1830ern und 1840ern, und New Orleans wurde die größte Stadt im amerikanischen Süden und außerhalb des „Atlantic Seaboards“. Dadurch wuchs auch die Zahl der Kainiten an und war Ende der 40er Jahre zum ersten mal zweistellig. Bis 1849 war New Orleans die Hauptstadt des Staates Louisiana, später wieder von 1865 bis 1882. Der Hafen war vor allem für den Sklavenhandel wichtig, obwohl New Orleans gleichzeitig die Stadt mit den meisten farbigen Personen Nordamerikas war.

Die Bedeutung der Stadt nahm zu, als die Regierung 1838 eine lokale Münze neben den südlichen Münzprägeanstalten von Charlotte (North Carolina) und Dahlonega einrichtete. Im Gegensatz zu den beiden anderen Münzen wurden in New Orleans neben Gold- auch Silber-Münzen geprägt, was zur Stellung als wichtigste Prägeanstalt im Süden beigetragen haben könnte.

Im Jahr 1853 war New Orleans von einer schweren Gelbfieber-Epidemie betroffen, bei der fast 8000 Menschen starben. Dadurch kam es zu Auseinandersetzungen unter den Kainiten über die Nahrungsquellen. Zur selben Zeit flammte auch der Konflikte mit dem Uktena-Stamm wieder auf. Die Caerns der Wolflinge wurden bedrängt von den Magi und der immer weiter wachsenden Stadt. Doran warf man vor, dagegen nichts zu unternehmen. Der Streit eskalierte soweit, dass es zu zahlreichen Überfällen der Werwölfe auf das Stadtgebiet kam.

Im Amerikanischen Bürgerkrieg wurde New Orleans bereits am 28. April 1862 durch eine von Admiral David Glasgow Farragut geleitete Schiffsoperation von der Union kampflos erobert, wodurch ein Großteil der historischen Gebäude erhalten blieb. Mit Ende der kriegerischen Handlungen wurden auch die Konflikte zwischen den Werwölfen, Magi und Kainiten weniger, bis man in einem Patt gefangen war und einen einigermaßen friedlichen Status Quo erreicht hatte.

New Orleans im 20. Jahrhundert

Ein wichtiger Anziehungspunkt für Touristen aus aller Welt im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert war der berühmte Rotlichtbezirk Storyville. Bis heute ist New Orleans auch für seine kreolische und seine Voodoo-Kultur bekannt, die mit dem Sklavenhandel aus Afrika nach Amerika gekommen war. Ebenso bekannt ist die Stadt für ihre vielfältigen Musikrichtungen. So entstand hier als Synthese aus verschiedenen Musiktraditionen – auch den damals das Straßenbild prägenden Street Bands – seit der Jahrhundertwende der Jazz, der hier vor allem in den frühen 1920ern seine große Blüte erlebte. 1910 hatte New Orleans die 300.000-Einwohner-Marke überschritten und war auch wieder bei den Kainiten sehr beliebt. Viele kamen in dieser Zeit in die Stadt, aber nur wenige blieben dauerhaft.

Sehenswürdigkeiten

Café du Monde

Das bekannte French Quarter, auch „Vieux Carré“ genannt, das noch aus der französischen und spanischen Zeit stammt und an den Mississippi, die Rampart Street, Basin Street, die Canal Street und die Esplanade Avenue grenzt, wurde 1721 von Ingenieur Adrian de Pauger entworfen. Vor allem der French Market (Französischer Markt), ein Platz, an dem die Choctaw-Indianer handelten, mit dem Café du Monde, das berühmt für seinen Zichorienkaffee und seine Beignets ist, ist ein großer Anziehungspunkt für Touristen. Ebenso wie die legendäre Bourbon Street, auf der allabendlich Partys bis in den Morgen gefeiert werden. Am nördlichen Ende des French Quarters liegt im Stadtviertel Treme der City Park.

Der Jackson Square liegt im Zentrum der gitterförmigen Anlage des Vieux Carre gegenüber dem Fluss. Früher war der Platz als Paradeplatz als der „Place d‘ Armes“ (Waffenplatz) bekannt. Soldaten exerzierten vor der Stadtkirche, die von den Hauptquartieren des spanischen Stadtrats flankiert wurden. Nachdem die Spanier die Gemeinde übernommen hatten, tauften sie den Platz „Plaza de Armas“. Die Bezeichnung Jackson Square entstand im 19. Jahrhundert, als eine Reiterstatue Andrew Jacksons auf der Platzmitte aufgestellt wurde. Am Jackson Square steht auch die nach dem Stadtbrand von 1788 in den Jahren 1789 bis 1794 neu errichtete römisch-katholische St.-Louis-Kathedrale.

Straßenbahnen

Straßenbahnen gehören auch zum Flair von New Orleans. Am bekanntesten ist die Linie St. Charles mit ihren grünen Wagen, die 1924 von Perley-Thomas gebaut wurden und die seit 1893 New Orleans mit der Vorstadt Carrollton verbindet. Entlang der Strecke durch die St. Charles Avenue kann man im Stadtteil Garden District zahlreiche herrschaftliche Villen aus dem 19. Jahrhundert bewundern. Auch zwei private Universitäten befinden sich hier, die Tulane University und die Loyola University. Eine weitere Strecke ist die Riverfront-Linie, auch bekannt als „Ladies in Red“. Sie läuft parallel zum Fluss von der Canal Street ins French Quarter.

Friedhöfe

Wegen der tiefen Lage von New Orleans und dem damit verbundenen sehr feuchten Boden gibt es in der Stadt keine herkömmlichen Friedhöfe, weil Seuchen befürchtet werden. Seit 1830 werden die Toten in Mausoleen beerdigt; diese „Cities of the Dead“ sind Touristenattraktionen. Die Stadt entwickelte ihre eigene Art der Begräbnisse: Ein traditionelles Jazz Funeral wird von einer Marching Band begleitet, die traurige, auf das Jenseits ausgerichtete Musik (Hymnen) auf dem Weg zur Beerdigung hin und fröhliche, weltliche Musik (Hot Jazz) auf dem Weg zurück spielt.

Besondere Orte der kainitischen Gesellschaft

The Lamp Light

In der Bourbon Street gelegen, ist das Lamp Light ein Strip Club, in dem sowohl Menschen als auch Vampire verkehren und auftreten. Geführt wird das Etablissement von einem Toreador und hat an den meisten Tagen bis in die frühen Morgenstunden geöffnet. Bekannt ist das Lamp Light aber auch für seine geschlossenen Gesellschaften, zu denen sterbliche keinen Zutritt haben. An diesen Tagen wird dann ein ganz spezielles Programm geboten.

New Orleans Jazz

Ebenfalls im Besitz eines Toreadors, liegt dieser Club in der Royal Street. Der Name ist, von Sonnenunter- bis Aufgang, Programm.

Elysien

Folgende Orte sind in der Stadt als Elysien deklariert:

  • Jackson Square (einschließlich St. Louis Cathedral,
    das Presbytere und das Cabildo) – angrenzend zu Chartres,
    St. Ann, Decatur und St. Peter Streets.
  • Storyville Jazz Hall – 1104 Decatur Street.
  • Old New Orleans Court Building (Wildlife and
    Fisheries Building) – der Häuserblock zwischen St. Louis,
    Conti, Royal und Chartres Streets.
  • Lafitte’s Blacksmith Shop – 941 Bourbon Street.
  • Preservation Hall – 726 St. Peter Street.
  • Jax Brewery – Decatur Street.
  • Le Petit Theatre – 616 St. Peter Street.
  • Old Mint (Louisiana State Museum)
  • Fair Grounds Racetrack – 1751 Gentilly Blvd.

Dazu kommen alle Theater, Opernhäuser und Kunstausstellungen innerhalb der Stadt.


¹) Die Geschichte der Stadt basiert auf dem deutschsprachigen Wikipediaartikel zu New Orleans (CC-by-sa-3.0) und wurde durch Ereignisse aus dem Quellenband New Orleans by Night (White Wolf Inc., 1994) ergänzt.