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Das Vollmondfest – Teil 4

3.Oktober 2952 DZ

Die Verfolgung der Nordmänner, unter ihnen wahrscheinlich Cenric, geht bis in die Nacht weiter. Und die Nachtruhe ist nur kurz. Dank Roderics beeindruckenden Fähigkeiten in der Jagdkunst, bleiben wir unserer Beute dicht auf der Spur. Es geht zunächst den Fluss entlang in Richtung Carrock, schließlich aber querfeldein Richtung Nebelgebirge. Wir marschieren unermüdlich, bis es selbst für Roderics Augen zu dunkel wird.

4.Oktober 2952 DZ

Erst in der Dämmerung können wir den Spuren weiter folgen. Sie führen noch auf der Ebene nach Norden. Nebelgebirge links und Anduin rechts sind etwa gleichweit von uns entfernt. Unterwegs treffen wir öfter auf ältere Spuren von Wolfsrudeln, später am Tag lassen sich auch ein paar der Biester in der Ferne blicken. Inzwischen wird die Ebene hügeliger und die Spur nähert sich wieder etwas dem Anduin. Die Nacht ist zu dunkel für eine Verfolgung und so machen wir Rast.

5.Oktober 2952 DZ

Es beginnt zu regnen, was das Spuren lesen erschwert und uns verlangsamt. Die Gegend wird hügeliger, unten am Anduin sieht man ab und an einige befestigte Gehöfte und eine zeit lang begleitet uns ein Wolfsrudel am Horizont. Schließlich hören wir voraus das Geräusch tosenden Wassers und etwas später bietet sich uns ein wahrlich imposanter Anblick: von einer ca. 20 m hohen, grün bewachsenen Vorgebirgsklippe ergießt sich ein beeindruckender Wasserfall in die Tiefe. Auf dem Gipfel der Klippe, rechts und links des Wassers, ragen zwei riesenhafte Bäume in die Höhe. Roderic erinnert sich daran, dass man diesen Ort die „Adlerfälle“ nennt, und er ein heiliger Ort für die Großen Adler des Nebelgebirges ist. Der Fluss heißt Langquell und fließt schnell und reißend hinunter zum Anduin. Auf dem Weg dorthin, etwas flussaufwärts von uns, umspült er einen Felsen ähnlich dem Carrock. Die Spuren leiten uns ebenfalls am Fluss entlang zum Nebelgebirge. Vom Felsen her ist eine Rauchfahne zu entdecken. Es sind noch etwa 2 Stunden bis zur Abenddämmerung. Nach kurzer Überlegung beschließen wir, weiterzugehen.

Bald lässt sich erkennen, dass der Fels zahlreiche Löcher und Öffnungen aufweist, die wohl durch natürliche Korrosion entstanden sind. Er liegt im Fluss, aber näher an der anderen Seite. Von beiden Seiten liegen Steine im Wasser, über die man den Felsen erreichen kann. Ein idealer Platz zum Lagern oder für einen Hinterhalt. Tatsächlich meldet Hergrim kurze Zeit später, dass er einen Kopf oben auf dem Hügel erspäht habe und außerdem 2 Gestalten, die sich aus dem Wald auf der anderen Seite des Flusses dem Hügel nähern. Es handelt sich um Nordmänner, groß, kräftig, bewaffnet mit Bogen und Axt. Sie verschwinden hinter dem Hügel.

Als wir uns schließlich auf etwa 80 – 100 m dem Hügel genähert haben fliegt uns aus einer der Öffnungen ein Pfeil entgegen, der sich als Warnung vor uns in den Boden bohrt. Wir suchen Deckung in der Uferböschung und planen unser weiteres Vorgehen. Wir werden ein Stück weiter flussabwärts das Wasser überqueren und dann den Felsen beschleichen. Nachdem wir unser Vorhaben ausgeführt haben, finden wir den ausgehöhlten Felsen verlassen vor. Lediglich die Reste eines Lagers warten auf uns. Eine kurze Untersuchung ergibt, dass die Höhle früher offensichtlich als Kultstätte benutzt wurde, denn wir finden Feuerschalen, die an alten Ketten von der Decke hängen sowie Fußfesseln und diverse Schrumpfköpfe von Orks und Bilwissen. Die Gruppe der Nordmänner ist, den Spuren nach, inzwischen auf 7 Mann angewachsen und hat sich zügig in Richtung Wald bewegt.

Den Pfad entlang fallen uns zwei Dinge auf. Erstens ist das Gras entlang des Weges seltsam verfärbt, zweitens tauchen rechts und links alte Wegsteine auf, die niedrig beginnen und zum Wald hin höher werden. Sie sind über und über mit seltsamen Gravuren in Schlangen- oder Drachenform verziert. Mir fällt sofort auf, dass es sich um uralte Handwerkskunst handelt. Außerdem entdecke ich Vertiefungen auf den Steinen, die wohl für die Aufnahme von Schmucksteinen gedacht waren. Der Weg ist also sehr alt, wird aber augenscheinlich eher selten benutzt. Abseits des Weges wird der Wald schnell sehr dicht und außerdem wird es allmählich dunkel, was die Sicht erschwert. Trotzdem entdeckt Hergrim im Wald ein paar seltsame Wesen: ungefähr Ebergroß, aber mit Schuppenkleid und rotleuchtenden Augen. Uns schwant nichts Gutes……

Der Weg führt zu einer Lichtung. Den Spuren nach haben die Nordmänner hier kurz gerastet. Bevor wir uns beraten können, wie wir weiter vorgehen, werden wir von dreien dieser „Dracheneber“ angegriffen. Von den Elben werden sie „Sarnlug“ genannt, wohingegen die Menschen sie „Basilisken“ nennen. Nach einem harten Kampf konnten wir die Viecher töten, aber Ferdibrand und Hergrim, die gebissen worden waren, fielen gelähmt zu Boden. Roderics Heilkunde konnte zumindest verhindern, dass bei beiden die Atmung versagt, aber eine weitere Verfolgung kam natürlich erst in Frage, wenn sich alle einigermaßen erholt hatten. Earendil  war noch der frischeste von uns, daher übernahm er es, die Spuren weiter auszuspähen. Recht bald hatte er das Lager der Verfolgten gefunden und Gelegenheit, die Gruppe genauer auszuspähen.

Insgesamt handelte es sich um 5 Männer und 2 Frauen, drei davon hatte Earendil schon einmal gesehen. Dabei handelte es sich um Cenric, eine Frau aus Stanford und einen Beorninger. Die Gruppe ergänzten die 2 Nordmänner, die uns früher am Fluss aufgehalten hatten sowie ein Waldmenschen Paar, bei denen dem Elb noch besonders auffiel, dass sie, wie auch der Beorninger, einige unterschiedlich schwere und alte Wunden am Körper, sowie Fesselspuren an den Gelenken trugen.